Praxistipps & Hinweise
Praxistipps und Hinweise für den Betrieb des S7+ Connectors.
Diese Seite bündelt Praxistipps und Hinweise für den Betrieb des S7+ Connectors mit Siemens S7-Steuerungen über das S7+ Protokoll.
HMI wechselt in den Transfer Mode
Symptom
Während der S7+ Connector eine aktive Verbindung zu einer S7-CPU aufbaut oder aufrechterhält, wechselt eine Siemens HMI (z.B. Comfort Panel, MP277/377) im selben Netzwerk aus dem Runtime-Betrieb in den Transfer Mode. Auf dem Panel erscheint der Dialog "Connecting to host..." mit einem Cancel-Button.
Die Maschine ist über die HMI in diesem Zustand nicht mehr bedienbar.

Ursache
In der Konfiguration als Engineering Station identifiziert sich der S7+ Connector gegenüber der S7-CPU als PG-Verbindung mit denselben Verbindungsparametern, die auch WinCC flexible oder TIA Portal nutzen. Das ermöglicht eine stabile und prioritätskonforme Datenanbindung.
Wenn auf einer HMI im gleichen Netz die Einstellungen Automatic Transfer und Remote Control aktiv sind, reagiert das Panel auf erkennbare Engineering-Aktivität im Netzwerk und wechselt proaktiv in den Transfer Mode, in der Annahme, dass gleich ein Projekt-Download erfolgt. Eine direkte Kommunikation zwischen Connector und HMI ist dafür nicht erforderlich.
Für neue S7+ Datenquellen ist HMI der Standard-Connection-Type, um diesen Effekt zu vermeiden. Bei bestehenden Datenquellen, die noch als Engineering Station konfiguriert sind, kann das Problem weiterhin auftreten.
Der Effekt entsteht ausschließlich durch den aktiven S7+ Connector als Engineering-Endpoint im Netzwerk. Andere ENLYZE-Tools (z.B. der Flex Configuration Extractor) arbeiten rein lokal auf heruntergeladenen Projektdateien und kommunizieren zu keinem Zeitpunkt mit Panel oder Maschine.
Lösungsoptionen
Es gibt zwei Wege, das Problem zu beheben. Welcher passt, hängt davon ab, ob du an der Connector-Konfiguration oder an der HMI ansetzen willst.
In den Verbindungseinstellungen der Datenquelle lässt sich der S7+ Connector so konfigurieren, dass er sich gegenüber der CPU nicht als Engineering Station, sondern als zusätzliche HMI ausgibt. In diesem Modus wird der Effekt nicht ausgelöst, da das Panel keine Engineering-Aktivität im Netz erkennt.
Datenquelle öffnen
In der ENLYZE Manufacturing Data Platform die betroffene S7+ Datenquelle auswählen.
Diese Option ist nicht-invasiv für die Maschine und vermeidet, dass das Problem bei künftigen Reconnects oder weiteren HMIs im Netz erneut auftritt.
Alternativ kann die Einstellung direkt auf dem Panel deaktiviert werden. Das ist im Produktivbetrieb ohnehin Best Practice, da sonst jede Engineering-Aktivität im Netz das Panel aus der Runtime werfen kann.
Bei dieser Option läuft der Connector weiterhin als Engineering Station. Wenn weitere HMIs in der Maschine bestehen oder später hinzukommen, müssen die Einstellungen dort ebenfalls geprüft werden.
Akute Behebung im laufenden Betrieb
Tritt der Effekt gerade auf? So bringst du das Panel zurück in die Runtime:
Cancel im Transfer-Dialog drücken. Das Panel kehrt in den Runtime-Betrieb zurück.
Falls Cancel nicht reagiert: Panel neu starten (Power Cycle). Beim Hochfahren lädt es die letzte gültige Runtime.
Am Panel selbst wird durch den Transfer Mode nichts beschädigt.
Vor der Installation prüfen
Bevor du einen S7+ Connector an eine S7-CPU mit angebundenen HMIs anbindest, empfehlen wir folgende Prüfung:
Sind im Netzwerk Siemens HMIs an dieselbe CPU angebunden?
Falls ja: Der Standard-Connection-Type
HMIvermeidet den Effekt. Wir empfehlen, ihn beizubehalten.Falls bewusst
Engineering Stationgewählt wird (z.B. für höhere Priorität): Sind auf allen betroffenen Panels Automatic Transfer und Remote Control deaktiviert?
Zuletzt aktualisiert