SLMP
Konfiguration des SLMP-Protokolls für ENLYZE.
Die folgende Anleitung führt dich durch die Anbindung von Datenquellen, die über das SLMP-Protokoll kommunizieren. SLMP (SeamLess Message Protocol) ist das Mitsubishi Electric-eigene Ethernet-Protokoll aus der MC-Protokoll-Familie (MELSEC Communication Protocol). Es wird von den MELSEC-Steuerungen mit Ethernet-Schnittstelle verwendet, von der kompakten iQ-F (FX5) bis zu den modularen Familien iQ-R, Q und L. ENLYZE bindet diese Steuerungen über SLMP over Ethernet (TCP, Standard-Port 5001) an.
Voraussetzung: Kenntnis der Speicherbereiche
SLMP adressiert Daten über Gerätecodes (z. B. D, M, X, Y) und nicht über symbolische Tags. Um die richtigen Variablen aufzuzeichnen, benötigen wir daher die relevanten Geräteadressen der Steuerung. Dafür gibt es zwei Wege:
Der Maschinenhersteller oder Steuerungsprogrammierer teilt uns die relevanten Geräteadressen direkt mit.
Wir erhalten das Projektfile der Steuerung (GX Works2 oder GX Works3) und leiten die Geräteadressen daraus ab.
Unterstützte Geräte
SLMP wird von einem breiten Spektrum an Mitsubishi-Steuerungen mit Ethernet-Schnittstelle unterstützt. Eine vollständige Übersicht der Familien und Geräte sowie die jeweils passende Target PLC-Einstellung findest du auf der Mitsubishi-Electric-Seite. Anbindbar sind alle SLMP-fähigen Geräte mit Ethernet-Schnittstelle, darunter:
Mitsubishi MELSEC iQ-F (FX5U, FX5UC, FX5UJ)
Mitsubishi MELSEC iQ-R (R04, R08, R16, R32 CPU mit RJ71EN71 oder integriertem Ethernet)
Mitsubishi MELSEC-Q (mit QJ71E71-Baugruppe)
Mitsubishi MELSEC-L (L02, L06, L26 mit integriertem Ethernet)
Im Feld erprobt haben wir bislang die FX5U (iQ-F). Die modularen Familien iQ-R, Q und L sind über SLMP vermutlich ebenfalls anbindbar, wurden bislang aber noch nicht im Feld angebunden. Ältere FX-Steuerungen ohne Ethernet (FX2N, FX3U) werden stattdessen über die serielle Schnittstelle angebunden.
Benötigte Informationen
Name
Vergebe einen ausdrucksstarken Namen für deine Datenquelle
Auswahl des Edge Devices, über den die Anbindung erfolgt
Als Aufkleber auf jedem Edge Device vermerkt. Folgt dem Schema adjektiv-wissenschaftler
Maschine
Jede Datenquelle ist genau einer Maschine zugeordnet
Hersteller
Mitsubishi Electric
IP-Adresse
Die IPv4-Adresse der Steuerung. Sie muss von dem Edge Device aus erreichbar sein
Port
Standard: 5001 (SLMP over Ethernet, TCP)
Target PLC
Modell der Mitsubishi-Steuerung, z. B. FX5U. → So findest du den richtigen Target-PLC-Typ
Konnektordetails verstehen
Target PLC
Das Target PLC legt fest, welches Mitsubishi-Modell die Datenquelle verwendet. Die Auswahl bestimmt, wie der Konnektor die Gerätebereiche (z. B. D, M, X, Y, R) der Steuerung adressiert, da sich das Speichermodell und der verfügbare Adressbereich zwischen den Modellen unterscheiden.
Aktuell im Feld erprobt und auswählbar ist die FX5U (MELSEC iQ-F). Weitere Modelle binden wir auf Anfrage an. Welche Einstellung für dein Gerät zu wählen ist, entnimmst du der Geräteübersicht auf der Mitsubishi-Electric-Seite.
Datenquelle vernetzen
Falls noch nicht erfolgt, muss zunächst eine Netzwerkverbindung zwischen der Datenquelle und dem jeweiligen Edge Device hergestellt werden. Die möglichen Vernetzungsszenarien findest du hier.
SLMP läuft über TCP auf Port 5001. Achte bei Firewalls darauf, dass dieser Port zwischen Edge Device und Steuerung freigegeben ist. Auf der Steuerung selbst muss zudem eine SLMP-Verbindung konfiguriert sein (in GX Works3 unter den Ethernet-Einstellungen der CPU bzw. der Ethernet-Baugruppe).
Datenquelle anlegen
Rufe die ENLYZE Manufacturing Data Platform auf, wähle die Maschine aus, für welche diese Datenquelle hinzugefügt werden soll und klicke auf die Schaltfläche + Datenquelle
Hinterlege zunächst die Geräte-Details der Datenquelle.
Verbindungsdetails hinterlegen
Damit eine Verbindung zur Datenquelle hergestellt werden kann und die Datenaufzeichnung startet, müssen die Verbindungsdetails eingetragen werden.
Klicke dazu auf die Schaltfläche Verbindungsdetails hinzufügen und hinterlege IP-Adresse, Port und Target PLC wie oben beschrieben. Speicher die Angaben anschließend ab.
Variablen hinzufügen
SLMP adressiert Daten über Gerätecodes und nicht über symbolische Tags. Variablen werden daher anhand ihrer Geräteadresse und ihres Datentyps manuell angelegt. Häufig verwendete Gerätecodes sind:
D– Datenregister (Wort)M– Merker (Bit)X/Y– Ein- und Ausgänge (Bit, oktale Adressierung)R– Erweiterungsregister (Wort)T/C– Timer und Zähler (Wort)
Als Datentyp stehen Bit, Int16, UInt16, Int32, UInt32 und Float32 zur Verfügung. Halte die relevanten Adressen aus dem SPS-Programm (GX Works2 / GX Works3) bereit.
Es werden erst Daten aufgezeichnet, nachdem Variablen zur Aufzeichnung ausgewählt wurden. Folge hierfür unserem Variablen Onboarding Flow.
Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter support@enlyze.com.
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