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# Siemens

Siemens ist im europäischen Raum der führende Anbieter von Automatisierungstechnik, entsprechend häufig begegnen uns Siemens-Geräte. Die Steuerungen werden seit den 1980er-Jahren unter dem Namen **SIMATIC** geführt. Daraus ist eine breite Produktlandschaft entstanden, die vom kleinen Logikmodul (LOGO!) über kompakte und modulare SPS bis zu großen, hochverfügbaren Systemen reicht.

ENLYZE bindet Siemens-Steuerungen über zwei native Protokolle per Ethernet an. Beide laufen über RFC1006 (ISO-on-TCP, Standard-Port `102`):

* **S7+** (S7CommPlus): das native und performantere Protokoll der TIA-Portal-Generation (S7-1200, S7-1500 und Varianten). Es ist erforderlich, um auf optimierte Datenbausteine zuzugreifen, und ist für diese Geräte die empfohlene Anbindung. Die Anbindung erfolgt über den [S7+](/connect/ot-connectivity/protokolle/s7+.md)-Konnektor.
* **S7 Classic** (S7comm über RFC1006): das klassische S7-Protokoll der Generationen S7-300 und S7-400. Es adressiert Daten über absolute Adressen (z. B. `DB1.DBW0`).

Als herstellerneutrale Alternative bieten viele Siemens-Steuerungen zusätzlich einen [OPC-UA](/connect/ot-connectivity/protokolle/opc-ua.md)-Server. Auf der S7-1500 sowie auf der S7-1200 (ab Firmware V4.4) lässt sich dieser aktivieren und muss auf der Steuerung lizenziert werden.

{% hint style="warning" %}
**OPC-UA-Server auf S7-1200 / S7-1500: eingeschränkte Performance**

Der integrierte OPC-UA-Server läuft auf der CPU der Steuerung selbst. Das begrenzt die Zahl der gleichzeitig lesbaren Variablen und das minimale Abtastintervall und erzeugt zusätzliche CPU-Last auf der Steuerung. Siemens empfiehlt für die meisten S7-1500-CPUs maximal rund 4.000 Monitored Items bei einem minimalen Abtastintervall von 100 ms, und das nur unter der Annahme von höchstens 50 % Kommunikationslast (siehe [OPC UA system limits](https://support.industry.siemens.com/cs/ww/en/view/109755846), Siemens Industry Online Support). In Vergleichsmessungen liest die native S7-Anbindung deutlich mehr Datenpunkte bei geringerer CPU-Last als der OPC-UA-Server, etwa 2.600 Datenpunkte in rund 200 ms bei etwa 5 % zusätzlicher CPU-Last, während der OPC-UA-Server bereits bei rund 300 Variablen alle zwei Sekunden an seine Grenzen stößt ([Benchmark: S7-Treiber vs. OPC UA](https://industrialmonitordirect.com/blogs/knowledgebase/ignition-s7-driver-vs-opc-ua-tag-limit-performance)).

Für die S7-1200 und S7-1500 empfehlen wir daher das native **S7+**-Protokoll. Es liest mehr Variablen aus und belastet die Steuerung weniger.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
Maßgeblich ist nicht der Hersteller allein, sondern das konkrete Gerät und die verfügbare Schnittstelle. Steuerungen ohne integrierte Ethernet-Schnittstelle (etwa ältere, rein serielle S7-200 oder reine PROFIBUS-CPUs der S7-300) lassen sich nur dann anbinden, wenn sie um eine entsprechende Netzwerkbaugruppe (CP) ergänzt werden.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
**S7-300 / S7-400 ohne Ethernet-Schnittstelle**

Verfügt eine S7-300 oder S7-400 nur über eine PROFIBUS- oder MPI-Schnittstelle, setzen wir einen **PROFIBUS/MPI-Adapter zur Ethernet-Anbindung von S7-Steuerungen** ein. Dieser stellt die Verbindung zwischen der seriellen Schnittstelle der Steuerung und dem Edge Device her, sodass die Anbindung anschließend über den S7-Classic-Konnektor erfolgt.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
**Automatische Variablenerkennung**

Das S7+-Protokoll unterstützt [Variable Discovery](/connect/ot-connectivity.md#variable-discovery). Die Variablen der Steuerung werden also automatisch erkannt, anders als bei rein adressbasierten Protokollen müssen die Speicheradressen nicht vorab bekannt sein. Ist die Steuerung passwortgeschützt, wird das Passwort für den Zugriff benötigt.
{% endhint %}

## Geräteübersicht

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Siemens-Familien und typische Geräte. Die Spalte **Generation** unterscheidet die klassische Generation (programmiert mit STEP 7 Classic / SIMATIC Manager) von der TIA-Portal-Generation und bestimmt, welches Protokoll zum Einsatz kommt. Die Spalte **Empfohlener Konnektor** nennt den Konnektor mit dem besten Datendurchsatz und der höchsten Stabilität für die jeweilige Familie. Die Spalte **Status** gibt an, ob wir die Familie bereits im Feld angebunden haben.

| Serie           | Typische Geräte                                                                                                         | Generation         | Empfohlener Konnektor                             | Status                                    |
| --------------- | ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | ------------------ | ------------------------------------------------- | ----------------------------------------- |
| S7-1500         | CPU 1511, 1513, 1515, 1516, 1517, 1518 (inkl. F- / T-Varianten), R/H (redundant), Drive Controller, Software Controller | TIA Portal         | [S7+](/connect/ot-connectivity/protokolle/s7+.md) | ✅ Unterstützt                             |
| ET 200SP (CPU)  | CPU 1510SP, 1512SP, 1515SP PC (Open Controller)                                                                         | TIA Portal         | [S7+](/connect/ot-connectivity/protokolle/s7+.md) | ✅ Unterstützt                             |
| S7-1200         | CPU 1211C, 1212C, 1214C, 1215C, 1217C                                                                                   | TIA Portal         | [S7+](/connect/ot-connectivity/protokolle/s7+.md) | ✅ Unterstützt                             |
| S7-300          | CPU 312, 314, 315-2 PN/DP, 317-2 PN/DP, 319-3 PN/DP, 31xC (kompakt)                                                     | Classic            | S7 Classic (RFC1006)                              | ✅ Unterstützt                             |
| S7-400          | CPU 412, 414, 416, 417 (inkl. H-Varianten für Redundanz)                                                                | Classic            | S7 Classic (RFC1006)                              | ✅ Unterstützt                             |
| S7-200 SMART    | SR20, SR30, SR40, SR60, ST20, ST30, ST40, ST60                                                                          | Micro/WIN SMART    | S7 Classic (RFC1006)                              | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| S7-200 (Legacy) | CPU 221, 222, 224, 224XP, 226                                                                                           | Legacy             | seriell, Ethernet nur über CP243-1                | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| S5              | S5-90U, S5-95U, S5-100U, S5-115U, S5-135U, S5-155U                                                                      | Legacy (STEP 5)    | S5 (SINEC H1, passiv)                             | ✅ Unterstützt                             |
| C7              | C7-621, C7-633, C7-635, C7-636 (HMI + S7-300-CPU)                                                                       | Classic            | S7 Classic (RFC1006)                              | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| LOGO! 8         | LOGO! 8 (0BA8) mit Ethernet-Schnittstelle                                                                               | LOGO! Soft Comfort | Modbus TCP                                        | ✅ Unterstützt                             |

{% hint style="info" %}
**SIMATIC S5**

Die SIMATIC S5 ist Siemens' Steuerungsgeneration vor der S7 (programmiert mit STEP 5). ENLYZE bindet sie über das **SINEC-H1**-Protokoll an. Die Anbindung erfolgt passiv: Das Edge Device hört den Netzwerkverkehr zwischen Steuerung und Kommunikationspartner mit und liest die Werte aus den Speicherbereichen (DB, MB, EB, AB). Voraussetzung ist daher, dass die S5 über einen Kommunikationsprozessor (z. B. CP 1430) SINEC-H1-Verkehr erzeugt, den das Edge Device empfangen kann.

Für die Anbindung einer S5 ist zusätzliche Hardware in Form eines Adapters erforderlich, die mit weiteren Einschränkungen einhergeht. In diesen Fällen ist daher immer ein Vor-Ort-Einsatz nötig.
{% endhint %}

{% hint style="success" %}
**Faustregel:** Steuerungen der TIA-Portal-Generation (S7-1200, S7-1500 und ihre Varianten) bindest du über **S7+** an, klassische Steuerungen (S7-300, S7-400) über **S7 Classic**. Ist auf der Steuerung ein OPC-UA-Server lizenziert, ist **OPC UA** die herstellerneutrale Alternative, für die S7-1200 und S7-1500 ist das native S7+ aber performanter.
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
Die Familien **S7-200 SMART**, **S7-200** und **C7** sowie die S7-1500-Varianten R/H, Drive Controller und Software Controller sind technisch anbindbar, wurden von uns aber teils noch nicht im Feld erprobt. Möchtest du ein solches Gerät anbinden, melde dich gerne unter <support@enlyze.com>, damit wir die Anbindung gemeinsam prüfen.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
Die Steuerungen von [Yaskawa (VIPA)](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/yaskawa.md) sind weitgehend kompatibel zur Siemens S7-300 und werden über denselben S7-Classic-Konnektor angebunden.
{% endhint %}

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.


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