# Willkommen bei ENLYZE

Dokumentation der ENLYZE Manufacturing Data Platform.

## Was ist ENLYZE?

ENLYZE ist eine **Manufacturing Data Platform**, die Produktionsbetrieben hilft, ihre Maschinen- und Prozessdaten optimal zu nutzen. Die ENLYZE Plattform erfasst kontinuierlich **Maschinendaten** – darunter Temperaturen, Drücke, Geschwindigkeiten oder Energieverbräuche – und kombiniert diese mit entscheidenden **Produktionskontextdaten** wie Auftragsinformationen, Stillstandsereignissen oder Ausschussmengen.

Das Ergebnis? Daten werden zu wertvollen Einblicken, die dir helfen, deine Produktion effizienter, transparenter und leistungsfähiger zu machen. Egal, ob du einzelne Maschinen im Detail analysieren oder die gesamte Produktion aus einer übergeordneten Perspektive betrachten möchtest – ENLYZE bietet dir die richtige Granularität und Flexibilität.

Mit der ENLYZE Plattform kannst du:

* **Echtzeit-Daten analysieren** und Anomalien frühzeitig erkennen
* **Engpässe und Optimierungspotenziale** in der Produktion aufdecken
* **Datengetriebene Entscheidungen** treffen durch zurückverfolgbare Prozesse

<figure><img src="/files/eBova1FgaQYNj2A8ZvN1" alt=""><figcaption><p>ENLYZE Manufacturing Data Platform</p></figcaption></figure>

## Hauptmerkmale

Die ENLYZE **Manufacturing Data Platform** erfasst Produktionsdaten, kombiniert sie mit Produktionskontext und stellt sie für Analyse und Optimierung bereit.

### **Kernfunktionen**

Diese grundlegenden Funktionen sorgen für eine umfassende und präzise Datenerfassung in deiner Produktion:

* **Stillstandserkennung** – Automatische Erfassung von Maschinenstillständen auf Basis von Prozessparametern. So bleibt die Stillstandszeit präzise dokumentiert, ohne dass der Bediener sie manuell erfassen muss.
* **Leistungserfassung** – Ermittlung der Prozessleistung anhand eines zentralen Maschinenparameters. Die Verknüpfung mit Auftrags- und Produktdaten ermöglicht die Analyse und Optimierung der Performance je Produkt.
* **Auftrags- und Produktdaten** – Verknüpfung von Maschinen- und Prozessdaten mit Auftragsinformationen zur Optimierung der Fertigungssteuerung.
* **Automatische produktbasierte OEE-Erfassung** – Berechnung der Overall Equipment Effectiveness (OEE) pro Auftrag, um Effizienzsteigerungen gezielt anzugehen.

### **Erweiterte Funktionen**

Neben den Kernfunktionen bietet ENLYZE fortschrittliche Werkzeuge zur Prozess- und Qualitätskontrolle:

* **Golden Run** – Identifizierung des produktivsten Auftrags für ein Produkt durch automatische Analyse von OEE-Daten, um optimale Fertigungsparameter zu bestimmen.
* **Einstelldatenblatt** – Definiere produktspezifische Toleranzen, um Qualitätsstandards zu gewährleisten und Abweichungen sofort zu erkennen.
* **Co-Pilot** – Echtzeit-Prozesskontrolle mit produktspezifischer Anpassung, um Schwankungen frühzeitig zu korrigieren und optimale Maschinenparameter sicherzustellen.
* **Dedicated Analytics Tools** – Maßgeschneiderte Analyse-Tools für spezifische Anforderungen, z. B. Auftragsvergleiche, KPI-Exporte oder Rohmaterialanalysen. Diese spezialisierten Lösungen werden als professionelle Services entwickelt.

### **Integrationen**

ENLYZE lässt sich in bestehende Systeme und Analyse-Tools integrieren:

* **Grafana** – Greife über das ENLYZE Plug-in auf deine Produktionsdaten zu und erstelle eigene Dashboards.
* **Power BI** – Mit dem ENLYZE Connector kannst du deine Produktionsdaten in Power BI einbinden und detaillierte Analysen erstellen.
* **REST API & SDKs** – Nutze deine Daten flexibel über direkten API-Zugriff oder unser **Python SDK**, um individuelle Anwendungen und Analysen zu erstellen.

ENLYZE kombiniert Echtzeit-Analysen, automatische Datenerfassung und Integrationen in externe Tools. So erhältst du Transparenz über deine Fertigung und kannst Prozesse gezielt optimieren.


# Manufacturing Data Platform

Die ENLYZE Manufacturing Data Platform im Überblick.

### Manufacturing Data Platform

Aufgabe der Manufacturing Data Platform ist es sich mit allen deinen Datenquellen auf deinem Shopfloor - SPS, Sensoren, MES, ERP etc - zu verbinden und deine Datensilos aufzubrechen.

Die Manufacturing Data Platform stellt also sicher, dass alle deine Daten an einem Ort liegen. Zudem verküpfen wir alle aufgezeichnete Daten mit deinen Fertigungsauftägen und Produkten, so werden deine Daten auch durchsuchbar.

<figure><img src="/files/yjsJuJYTShUZmgHmuveO" alt=""><figcaption></figcaption></figure>


# Shopfloor BI

Shopfloor BI mit der ENLYZE Plattform.

### Shopfloor BI

ENLYZE Shopfloor BI stellt dann sicher, dass du sinnvoll mit den Daten arbeiten kannst. Es ist ein Business Intelligence Tool gemacht für die Produktion.

Mit dem Shopfloor BI

* hast du alle deine Maschinen immer im Blick
* erhälst in Echtzeitinformationen über deinen OEE
* verstehst welches die größten Hebel zur Optimierung deines OEEs sind
* kannst Reklamationen einfach rückverfolgen
* tiefe Analysen auf Prozessparameter-Ebene durchführen

ENLYZE Shopfloor BI hilft dir somit zu verstehen wo die größten Hebel für die kontinuierliche Verbesserung deiner Produktion liegen, hilft dir Root-Cause Analyse bis auf Prozessparameter Ebene nachzuvollziehen und überwacht für dich deine Fortschritte.

<figure><img src="/files/3ipSZ1j7UJ7uwfCcEyM5" alt=""><figcaption><p>Shopfloor BI</p></figcaption></figure>

##


# Schnellstart

Erster Einstieg in die ENLYZE Manufacturing Data Platform.

Die ENLYZE Manufacturing Data Platform erfasst Maschinendaten direkt vom Shopfloor, bereitet sie auf und macht sie in der ENLYZE App, in Grafana oder in Power BI analysierbar. Diese Seite hilft dir bei den ersten Schritten.

## Anmelden

Die ENLYZE App erreichst du unter [app.enlyze.com](https://app.enlyze.com/). Dein Konto wird von einem Admin deiner Organisation über die [Nutzerverwaltung](/administration/nutzerverwaltung) angelegt. Du erhältst eine Einladung per E-Mail mit einem Aktivierungslink.

{% hint style="info" %}
Falls du noch keine Einladung erhalten hast, wende dich an einen Admin in deiner Organisation.
{% endhint %}

## Die ENLYZE App kennenlernen

Nach dem Login siehst du den [Home Screen](/produktionsoptimierung/ueberblick) mit einer Übersicht über deinen Shopfloor. Von dort aus kannst du:

* den **Zeitstrahl** nutzen, um historische Maschinendaten zu analysieren
* **Aufträge** und **Stillstände** im Detail betrachten
* den **Co-Pilot** verwenden, um SOP-Abweichungen auf einen Blick zu erkennen
* **Reports** erstellen und exportieren

## Erste Schritte

1. **Profil einrichten** — Passe deinen Namen und deine bevorzugte Sprache an.\
   [Profil verwalten](/administration/profil-verwalten)
2. **Maschinen und Daten erkunden** — Verschaffe dir einen Überblick über deine Standorte, Maschinen und Datenquellen.\
   [Überblick](/ressourcen/ressourcen)
3. **Produktionsdaten analysieren** — Nutze die ENLYZE App, um OEE, Stillstände und Leistung auszuwerten.\
   [Überblick](/produktionsoptimierung/ueberblick)
4. **Externe Tools einrichten** (optional) — Verbinde Grafana oder Power BI für eigene Dashboards und Reports.\
   [Grafana](/integrations/grafana) · [Power BI](/integrations/power-bi)

## Hilfe & Support

* [Häufige Probleme](/hilfe/haeufige-probleme) — Antworten auf die häufigsten Fragen
* [Support kontaktieren](/hilfe/kontakt) — Wenn du nicht weiterkommst


# Übersicht

Überblick über die ENLYZE Plattform und die Dokumentation.

Diese Seite gibt dir einen Überblick über die Komponenten der ENLYZE Plattform und zeigt dir, in welchem Abschnitt der Dokumentation du welches Thema findest.

## Plattform-Komponenten

Die ENLYZE Manufacturing Data Platform besteht aus mehreren Komponenten, die zusammen Maschinendaten vom Shopfloor bis in die Analyse-Oberfläche transportieren.

### Edge Device

Das Edge Device wird vor Ort in deiner Produktion installiert. Es liest Daten aus Steuerungen (SPS), Sensoren und Gateways aus und überträgt sie über eine verschlüsselte VPN-Verbindung an die ENLYZE Cloud. Details findest du unter [Edge Device](/connect/edge-device).

### Manufacturing Data Platform

Die Cloud-Plattform speichert und verarbeitet alle Maschinendaten. Sie berechnet Kennzahlen wie OEE, erkennt Stillstände und stellt Daten über die API bereit. Die Plattform verarbeitet sowohl Echtzeitdaten als auch historische Zeitreihen.

### ENLYZE App

Die Web-Oberfläche unter [app.enlyze.com](https://app.enlyze.com/) bietet Funktionen zur Produktionsanalyse (Zeitstrahl, OEE, Stillstände), zur Konfiguration (Variable Mapping, Stillstandsgründe) und zur Administration (Nutzerverwaltung). Mehr dazu unter [Produktionsoptimierung](/produktionsoptimierung/ueberblick).

### API & Integrations

Die REST API ermöglicht den programmatischen Zugriff auf Maschinendaten und Kennzahlen. Darauf bauen die Integrationen mit [Grafana](/integrations/grafana) und [Power BI](/integrations/power-bi) auf.

## Dokumentation

### Konzepte — Wissensgrundlage

Im Bereich [Konzepte](https://github.com/enlyze/enlyze-docs/blob/main/de/konzepte/README.md) findest du Hintergrundwissen zu Produktionsdaten und Kennzahlen. Die Konzeptseiten erklären, **warum** etwas so funktioniert, ohne in konkrete Klickpfade einzusteigen. Themen: Maschinendaten (Datenquellen, Variablen, Zeitreihen), Stillstände, Leistung, OEE und ein Glossar.

Wenn du wissen willst, **wie** du etwas einrichtest, findest du das in den Anleitungen der jeweiligen Abschnitte.

### Ressourcen — Plattform-Struktur

Der Bereich [Ressourcen](/ressourcen/ressourcen) beschreibt die Objekte, mit denen die ENLYZE Plattform deine Produktion abbildet, und wie sie zusammenhängen:

```
Unternehmen (Organisation)
└── Standort
    └── Maschine
        └── Datenquelle
            └── Variable
```

Die oberste Ebene ist das **Unternehmen**, das in ENLYZE als eigene **Organisation** dargestellt wird (vergleichbar mit getrennten Workspaces). **Standorte** gruppieren deine Produktion nach physischen Orten. **Maschinen** sind die Einheiten, für die Kennzahlen wie OEE berechnet werden. **Datenquellen** liefern Rohdaten aus den Steuerungen, **Edge-Devices** binden sie an. **Aufträge** ordnen Maschinendaten einem Produkt und Zeitraum zu.

### Variable Mapping — Daten vorbereiten

[Variable Mapping](https://github.com/enlyze/enlyze-docs/blob/main/de/variable-mapping/README.md) beschreibt den Prozess, Variablen aus deinen Datenquellen für die Nutzung in ENLYZE vorzubereiten. Die zwei Schritte sind **Exploration & Discovery** (Variablen finden und freigeben) und **Kontextualisierung** (Variablen mit Display-Name, Einheit und Skalierungsfaktor versehen und aktivieren).

### Connect — Maschinen anbinden

Der Bereich [Connect](/connect/plattform-vorbereiten) erklärt, wie du Maschinen und Datenquellen mit der ENLYZE Plattform verbindest. Themen: Edge Device (Vorbereitung, Installation, ENLYZE EDGE), OT-Connectivity (Steuerungen, Protokolle), IT-Connectivity (ERP/MES-Anbindung), Sicherheit und Troubleshooting.

### Produktionsoptimierung — Daten nutzen

Unter [Produktionsoptimierung](/produktionsoptimierung/ueberblick) findest du Anleitungen zu den Analyse-Funktionen der ENLYZE App: OEE, Stillstände, Leistung, Qualität, Golden Run, Einstelldatenblatt, Co-Pilot, Chargenprotokoll und Reports.

### Integrations — Externe Tools

Im Bereich [Integrations](/integrations/grafana) findest du Anleitungen für die Anbindung externer Analyse-Tools:

* **Grafana** — Echtzeit-Dashboards mit dem ENLYZE-Connector
* **Power BI** — Business-Analytics und Reporting mit dem ENLYZE Power BI Connector
* **SAP** — Anbindung über die SAP Integration Suite

### Administration

Der Bereich [Administration](/administration/profil-verwalten) behandelt die Verwaltung deines ENLYZE-Kontos: Profil verwalten (Name, Sprache, Passwort) und Nutzerverwaltung (Einladungen, Rollen, Berechtigungen).


# Maschinendaten

Was Maschinendaten sind, wie sie aufgezeichnet werden und warum Kontext entscheidend ist.

Maschinendaten sind die Grundlage für jede datenbasierte Analyse in der Fertigung. In diesem Abschnitt erfährst du, wie Maschinendaten entstehen, was sie aussagen und wo ihre Grenzen liegen.

## Von der Maschine zur Analyse

Jede Produktionsanlage besteht aus Komponenten, die von Steuerungen kontrolliert werden. Diese Steuerungen (SPS, Sensoren, Gateways) sind die [Datenquellen](/konzepte/maschinendaten-verstehen/datenquellen), aus denen ENLYZE Daten ausliest.

Aus den Datenquellen wählt ENLYZE gezielt [Variablen](/konzepte/maschinendaten-verstehen/variablen-und-zeitreihen) aus und zeichnet sie als Zeitreihen auf. So entsteht ein lückenloses Bild davon, was auf der Maschine passiert.

Maschinendaten allein zeigen allerdings nur das **Wie** der Produktion: Geschwindigkeiten, Temperaturen, Drücke. Für das **Was** (welches Produkt, welcher Auftrag) braucht es den [Produktionskontext](/konzepte/produktionskontext), der über Auftragsdaten aus dem ERP- oder MES-System hergestellt wird.

## Drei Ebenen der Produktionsdaten

| Ebene                  | Inhalt                                                                    | Quelle                 |
| ---------------------- | ------------------------------------------------------------------------- | ---------------------- |
| **Datenquellen**       | Steuerungen, Sensoren, Gateways                                           | Shopfloor (physisch)   |
| **Maschinendaten**     | Zeitreihen aus den Datenquellen (Temperaturen, Drücke, Geschwindigkeiten) | ENLYZE via Edge Device |
| **Produktionskontext** | Aufträge, Produkte, Soll-Werte, Zeiträume                                 | ERP/MES-System         |

Die Kombination aus Maschinendaten und Produktionskontext ermöglicht Analysen wie OEE-Berechnung, Soll-Ist-Vergleiche, Produktanalysen und Energieauswertungen.

## Themen in diesem Abschnitt

* [**Datenquellen**](/konzepte/maschinendaten-verstehen/datenquellen): Woher Maschinendaten kommen und welche Arten es gibt.
* [**Variablen & Zeitreihen**](/konzepte/maschinendaten-verstehen/variablen-und-zeitreihen): Was aufgezeichnet wird und wie Zeitreihen entstehen.


# Datenquellen

Was Datenquellen in der Fertigung sind und wie ENLYZE Maschinendaten erfasst.

Eine Datenquelle ist ein Gerät oder ein Dienst, das Prozessdaten bereitstellt. In der Fertigung sind das typischerweise speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), Server und Middleware, Sensoren oder Energiezähler.

## Was ist eine Datenquelle?

Jede Komponente einer Produktionsanlage wird von einer Steuerung kontrolliert. Diese Steuerung liest Sensordaten ein, verarbeitet sie und steuert den Prozess. Dabei fallen tausende von Datenpunkten an: Temperaturen, Drücke, Geschwindigkeiten, Zählerstände, Statusmeldungen.

ENLYZE bindet diese Steuerungen als Datenquellen an und liest gezielt die relevanten Datenpunkte aus.

## Arten von Datenquellen

| Typ                     | Beschreibung                                                                  | Beispiele                                                  |
| ----------------------- | ----------------------------------------------------------------------------- | ---------------------------------------------------------- |
| **SPS**                 | Steuerung, die eine Maschine oder Komponente kontrolliert                     | Siemens S7-1200, S7-1500, S7-300/400                       |
| **Server / Middleware** | Software oder Dienst, der Daten von mehreren Quellen bündelt und bereitstellt | OPC-UA-Server, Hersteller-Middleware (z. B. BOBST Connect) |
| **Sensor**              | Eigenständiger Messfühler mit Netzwerkanbindung                               | Temperatursensoren, Lichtschranken, Modbus-TCP-Sensoren    |
| **Energiezähler**       | Messgerät für Strom, Spannung, Leistung                                       | Janitza-Energiezähler (Modbus)                             |

## Wie ENLYZE Datenquellen anbindet

ENLYZE nutzt das Edge Device, um sich mit Datenquellen im Maschinennetz zu verbinden. Das Edge Device kommuniziert über industrielle Protokolle wie S7+, OPC-UA oder Modbus TCP mit den Steuerungen.

Jede Datenquelle stellt eine Vielzahl von Variablen bereit. Eine moderne SPS hat oft 1.000 bis 15.000 verfügbare Datenpunkte. Davon werden typischerweise nur die für den jeweiligen Anwendungsfall relevanten Variablen aufgezeichnet.

{% hint style="info" %}
Wie du Datenquellen in der Plattform anlegst und verwaltest, erfährst du unter [Datenquellen](/ressourcen/dateninfrastruktur/datenquellen) im Ressourcen-Bereich.
{% endhint %}

## Variable Discovery

Bei vielen Protokollen (S7+, OPC-UA, Beckhoff ADS) kann ENLYZE die verfügbaren Variablen automatisch von der Datenquelle abfragen. Dieser Vorgang wird Variable Discovery genannt. Die erkannten Variablen werden in der Plattform registriert und stehen zur Auswahl bereit.

Bei älteren Protokollen (S7 Classic, Modbus) ist keine automatische Erkennung möglich. Hier werden Variablen manuell anhand von Projektdateien oder Datenblättern registriert.

## Weiterführende Themen

* [Variablen & Zeitreihen](/konzepte/maschinendaten-verstehen/variablen-und-zeitreihen): Was mit den Daten aus den Datenquellen passiert.
* [Edge Device](/connect/edge-device): Wie das Edge Device installiert und konfiguriert wird.
* [OT-Connectivity](/connect/ot-connectivity): Welche Protokolle unterstützt werden.


# Variablen & Zeitreihen

Was Variablen und Zeitreihen sind und wie ENLYZE Maschinendaten aufzeichnet.

Eine Variable ist ein einzelner Messwert, der sich über die Zeit verändert. Wird eine Variable aufgezeichnet, entsteht eine Zeitreihe: eine Abfolge von Werten mit Zeitstempeln, die den Verlauf des Messwerts dokumentiert.

## Was ist eine Variable?

In jeder Steuerung gibt es Datenpunkte, die den aktuellen Zustand der Maschine widerspiegeln. Beispiele:

* Temperaturen einzelner Heizzonen
* Drücke an Ein- und Ausgang
* Geschwindigkeiten und Drehzahlen
* Zählerstände (Stückzähler, Meterzähler)
* Statusmeldungen und Fehlercodes

In der Steuerung haben diese Datenpunkte oft technische Bezeichnungen wie `DB1.DBD24` oder `GDB.Static.rTemperatureZone1`. Diese Bezeichnungen sind für die Steuerung sinnvoll, für Menschen aber schwer zu lesen.

## Von der Variable zur Zeitreihe

Wenn du eine Variable zur Aufzeichnung auswählst, beginnt ENLYZE, ihren Wert regelmäßig abzufragen. Alle 10 Sekunden wird der aktuelle Wert von der Steuerung gelesen und zusammen mit einem Zeitstempel gespeichert. So entsteht Punkt für Punkt eine Zeitreihe.

| Zeitstempel | Wert     |
| ----------- | -------- |
| 10:00:00    | 245,3 °C |
| 10:00:10    | 245,1 °C |
| 10:00:20    | 245,4 °C |
| 10:00:30    | 245,2 °C |

Die aufgezeichneten Daten werden dauerhaft in der Cloud gespeichert und stehen sowohl in Nahechtzeit als auch historisch zur Verfügung.

{% hint style="info" %}
Das Aufzeichnungsintervall von 10 Sekunden ist ein Kompromiss zwischen Datenvolumen und Detailgrad. Für die meisten Produktionsprozesse ist das ausreichend.
{% endhint %}

### Wie die Aufzeichnung funktioniert

Das Edge Device fragt die Steuerung alle 10 Sekunden ab. Industrielle Steuerungen antworten dabei im Mikrosekundenbereich. Das Edge Device liest in jedem 10-Sekunden-Fenster alle konfigurierten Variablen aus. Die Antworten werden gesammelt und dem Startzeitstempel des Fensters zugeordnet.

```
  T0              T0 + 10s         T0 + 20s
  │                │                │
  ▼                ▼                ▼
  ├── Var A ──┐    ├── Var A ──┐    ├── Var A ──┐
  ├── Var B ──┤    ├── Var B ──┤    ├── Var B ──┤
  ├── Var C ──┘    ├── Var C ──┘    ├── Var C ──┘
       │                │                │
    Werte → T0      Werte → T0+10   Werte → T0+20
```

Es findet keine Mittelwertbildung oder Aggregation statt. Jeder gespeicherte Wert ist ein direkter Messwert (Readout) aus der Steuerung. Wenn sich ein Wert zwischen zwei Abfragen ändert, zeigt die nächste Aufzeichnung den neuen Wert.

## Mehrere Variablen, ein Gesamtbild

In der Praxis wird nicht nur eine Variable aufgezeichnet, sondern viele gleichzeitig. Typisch sind 10 bis 150 Variablen pro Maschine, abhängig vom Anwendungsfall.

Jede Variable wird zur eigenen Zeitreihe. Zusammen ergeben die Zeitreihen ein Bild des Maschinenzustands: Die Temperatur bleibt stabil, der Durchsatz steigt beim Anfahren, die Heizleistung sinkt, wenn die Maschine auf Betriebstemperatur ist. Muster und Zusammenhänge zwischen Variablen werden sichtbar.

## Variablenstatus

Jede Variable in ENLYZE durchläuft drei Status:

| Status          | Bedeutung                                                                                                   |
| --------------- | ----------------------------------------------------------------------------------------------------------- |
| **Inaktiv**     | In der Datenquelle erkannt, aber nicht ausgelesen.                                                          |
| **Exploration** | Wird ausgelesen und aufgezeichnet, aber noch nicht für Plattform-Services freigegeben. Dient zur Bewertung. |
| **Aktiv**       | Wird ausgelesen und steht allen Diensten zur Verfügung (Dashboards, Alarme, OEE, Exporte).                  |

## Kontextualisierung

Damit eine Variable für andere verständlich ist, wird sie bei der Aktivierung kontextualisiert:

* **Display-Name**: Ein lesbarer Name (z. B. "Extruder Durchsatz Ist" statt `DB1.DBD24`)
* **Einheit**: Die physikalische Einheit (z. B. kg/h, °C, m/min)
* **Skalierungsfaktor**: Falls der Rohwert umgerechnet werden muss

{% hint style="info" %}
ENLYZE speichert Variablen immer unskaliert (als Rohwert). Die Skalierung wird erst bei der Abfrage angewendet. Das bedeutet: Wenn ein Skalierungsfaktor falsch gewählt wurde, kannst du ihn jederzeit korrigieren, ohne dass die gespeicherten Daten davon betroffen sind. Die historischen Werte werden dann automatisch korrekt angezeigt.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
Wie du Variablen auswählst und kontextualisierst, erfährst du unter [Variable Mapping](broken://pages/o4dKv1Z01ZZCTVxp2xzB).
{% endhint %}

## Was Variablen erzählen (und was nicht)

Zeitreihen zeigen Muster und Ereignisse: Anfahrphasen, stabilen Betrieb, Unterbrechungen, Geschwindigkeitswechsel. Die Daten zeigen dir das **Wie** der Produktion.

Was Zeitreihen allein nicht zeigen: **Was** produziert wurde, **für wen** und **mit welchem Soll-Wert**. Dafür braucht es den [Produktionskontext](/konzepte/produktionskontext).

## Berechnete Variablen

Nicht alle relevanten Kennzahlen lassen sich direkt aus den Rohdaten ablesen. Manchmal muss ein Rohwert umgerechnet werden, manchmal braucht es eine Kombination mehrerer Variablen.

### Einfache Umrechnungen

Bei der Kontextualisierung einer Variable kann ein **Skalierungsfaktor** hinterlegt werden. Damit lassen sich Rohwerte direkt umrechnen, z. B. von einer internen Einheit in °C oder kg/h. Das reicht für viele Anwendungsfälle.

### Komplexere Berechnungen

Wenn einfache Skalierung nicht ausreicht, erstellt ENLYZE berechnete Variablen. Typische Beispiele:

* **Ratenberechnung**: Aus einem laufenden Zählerstand die aktuelle Produktionsrate berechnen (z. B. Stück pro Minute)
* **Summen und Differenzen**: Mehrere Variablen verrechnen (z. B. Gesamtdurchsatz aus Einzelkomponenten)
* **Ausreißer entfernen**: Sensorfehlwerte (z. B. 9999) als ungültig markieren
* **Status-Mapping**: Codes in lesbare Texte umwandeln (z. B. Code 3 = "Technische Störung")
* **Glättung**: Ratenberechnung über ein Zeitfenster für stabilere Werte

Die Konfiguration erfolgt durch ENLYZE. Du definierst, welche Kennzahlen benötigt werden, und stellst die nötigen Informationen zu den Rohdaten bereit. ENLYZE setzt die Umsetzung um und validiert die Ergebnisse.

{% hint style="warning" %}
Berechnete Variablen hängen von den aufgezeichneten Rohdaten ab. Wenn für einen Zeitraum keine Daten vorliegen (z. B. weil das Edge Device offline war), können auch keine berechneten Werte erzeugt werden.
{% endhint %}

## Weiterführende Themen

* [Produktionskontext](/konzepte/produktionskontext): Wie Auftragsdaten den Maschinendaten Bedeutung geben.
* [Variable Mapping](broken://pages/o4dKv1Z01ZZCTVxp2xzB): Variablen auswählen und kontextualisieren (Anleitung).


# Produktionskontext

Wie Auftragsdaten den Maschinendaten Bedeutung geben und welche Analysen dadurch möglich werden.

Maschinendaten zeigen, **wie** produziert wurde. Auftragsdaten zeigen, **was** produziert wurde. Zusammen ergeben sie den Produktionskontext, der die Grundlage für aussagekräftige Analysen bildet.

## Was Maschinendaten zeigen

Zeitreihen aus den Steuerungen beantworten Fragen wie:

* Wie schnell lief die Maschine?
* Welche Temperaturen und Drücke lagen an?
* Wann gab es Unterbrechungen?
* Wie lange dauerten bestimmte Phasen?

## Was Maschinendaten nicht zeigen

Ohne Kontext bleiben wichtige Fragen offen:

* **Welches Produkt** wurde gefertigt?
* **Für welchen Auftrag** wurde produziert?
* **Welche Produktvorgaben** gelten (Einstelldatenblatt)?
* **War eine Unterbrechung** geplant (Rüstzeit) oder ungeplant (Störung)?

Diese Informationen stammen aus dem ERP- oder MES-System und werden als Auftragsdaten in ENLYZE übertragen.

## Was Auftragsdaten enthalten

Ein Auftrag beschreibt einen Zeitabschnitt, in dem ein bestimmtes Produkt auf einer Maschine gefertigt wird. Die wichtigsten Informationen:

| Attribut              | Beschreibung                              |
| --------------------- | ----------------------------------------- |
| **Auftragsnummer**    | Eindeutige Kennung des Fertigungsauftrags |
| **Produkt**           | Was gefertigt wird                        |
| **Start und Ende**    | Zeitraum des Auftrags                     |
| **Maschine**          | Auf welcher Maschine gefertigt wird       |
| **Mengen** (optional) | Gutmenge, Ausschussmenge, Gesamtmenge     |

## Maschinendaten + Auftragsdaten = Produktionskontext

Wenn Auftragsdaten als Zeitfenster über den Maschinendaten liegen, ergibt alles Sinn:

* Eine Geschwindigkeitsänderung wird erklärbar, weil ein Produktwechsel stattfand.
* Eine Unterbrechung wird als geplante Rüstzeit erkennbar.
* Die tatsächlichen Maschineneinstellungen können mit den Produktvorgaben aus dem Einstelldatenblatt verglichen werden.

## Welche Analysen der Produktionskontext ermöglicht

| Analyse                         | Voraussetzung                                           | Ergebnis                                      |
| ------------------------------- | ------------------------------------------------------- | --------------------------------------------- |
| **OEE**                         | Maschinendaten + Auftragsdaten + Konfiguration          | Verfügbarkeit, Leistung, Qualität pro Auftrag |
| **Einstelldatenblatt-Abgleich** | Maschinendaten + Produktvorgaben aus Einstelldatenblatt | Abweichungen von definierten Grenzen erkennen |
| **Produktanalyse**              | Maschinendaten + Auftragsdaten                          | Alle Aufträge eines Produkts vergleichen      |
| **Energiekennzahlen**           | Leistungsdaten + Mengendaten + Auftragsdaten            | kWh pro kg, pro Auftrag oder pro Produkt      |
| **Stillstandanalyse**           | Maschinendaten + Stillstandskategorisierung             | Ursachen, Dauern und Häufigkeiten             |

## Auch ohne Auftragsdaten wertvoll

Auftragsdaten sind nicht zwingend erforderlich. Auch nur mit Maschinendaten lassen sich viele Analysen durchführen:

* Live-Monitoring von Prozessparametern
* Historische Trends und Muster
* Alarme bei Grenzwertüberschreitungen
* Vergleich von Zeiträumen
* Korrelationsanalysen zwischen Variablen

Der Einstieg mit Maschinendaten allein ist sinnvoll. Auftragsdaten können zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt werden, wenn der Bedarf entsteht.

{% hint style="info" %}
Wie du Auftragsdaten mit ENLYZE verbindest, erfährst du unter [IT-Connectivity](/connect/it-connectivity).
{% endhint %}

## Weiterführende Themen

* [OEE verstehen](/konzepte/oee-verstehen): Wie aus dem Produktionskontext die OEE berechnet wird.
* [IT-Connectivity](/connect/it-connectivity): Auftragsdaten anbinden (Anleitung).
* [Stillstände](/konzepte/stillstaende): Wie Stillstände im Produktionskontext eingeordnet werden.


# Stillstände

Was Stillstände in der Produktion bedeuten und wie ENLYZE sie erkennt und klassifiziert.

Ein Stillstand ist ein Zeitraum, in dem eine Maschine nicht produziert. Stillstände sind unvermeidlich (Rüstvorgänge, Wartung, Pausen), aber ihre Analyse ist der Schlüssel zur Steigerung der Verfügbarkeit und damit der OEE.

## Warum Stillstände erfassen?

Ohne Daten zu Stillständen fehlt die Antwort auf grundlegende Fragen:

* Wie viel Zeit geht durch Stillstände verloren?
* Was sind die häufigsten Ursachen?
* Wie lange dauert ein typischer Produktwechsel?
* Welche Stillstände sind vermeidbar?

Die automatische Erfassung von Stillständen liefert diese Antworten objektiv und lückenlos, ohne dass Mitarbeitende manuell Zeiten notieren müssen.

## Zwei Schritte: Erkennung und Zuordnung

Die Stillstandserfassung in ENLYZE besteht aus zwei Teilen:

1. [**Erkennung**](/konzepte/stillstaende/erkennung): Eine Leitvariable wird überwacht. Fällt ihr Wert unter einen definierten Schwellwert, erkennt das System automatisch einen Stillstand. Die Erkennung erfolgt sekundengenau und objektiv.
2. [**Kategorien & Zuordnung**](/konzepte/stillstaende/kategorien-und-zuordnung): Jedem erkannten Stillstand wird ein Grund zugewiesen. Die Gründe sind in Kategorien organisiert (geplant, ungeplant, keine Produktion geplant), die unterschiedlich in die OEE-Berechnung einfließen.

## Stillstände in der OEE

Stillstände beeinflussen direkt die [Verfügbarkeit](/konzepte/oee-verstehen/verfugbarkeit) als Komponente der OEE. Dabei gilt:

* **Geplante und ungeplante Stillstände** während der geplanten Produktionszeit reduzieren die Verfügbarkeit.
* **Keine Produktion geplant** (z. B. Wochenenden, Feiertage) wird bei der OEE-Berechnung nicht berücksichtigt.

## Weiterführende Themen

* [Erkennung](/konzepte/stillstaende/erkennung): Wie die automatische Stillstandserkennung funktioniert.
* [Kategorien & Zuordnung](/konzepte/stillstaende/kategorien-und-zuordnung): Welche Stillstandskategorien es gibt und wie Gründe zugewiesen werden.
* [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee): Stillstandserkennung in der App konfigurieren (Anleitung).
* [Stillstandskatalog aufbauen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-definieren): Den Katalog der Stillstandsgründe einrichten und pflegen (Anleitung).
* [Stillständen Gründe zuweisen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-zuweisen): Gründe zuweisen (Anleitung).


# Erkennung

Wie ENLYZE Stillstände automatisch aus Maschinendaten erkennt.

ENLYZE erkennt Stillstände automatisch anhand von Maschinendaten. Das Prinzip: Eine Variable, die zuverlässig anzeigt, ob die Maschine produziert, wird kontinuierlich überwacht. Fällt ihr Wert unter einen definierten Schwellwert, wird ein Stillstand erkannt.

## Leitvariable und Schwellwert

Die Grundlage der Stillstandserkennung sind zwei Konfigurationsparameter:

* **Leitvariable**: Eine Variable, die eindeutig anzeigt, ob die Maschine produziert. Typischerweise eine Geschwindigkeit, ein Durchsatz oder ein Takt.
* **Schwellwert**: Der Grenzwert, unterhalb dessen ein Stillstand erkannt wird.

### Beispiel

Eine Extrusionslinie hat eine Wicklergeschwindigkeit als Leitvariable. Der Schwellwert ist auf 5 m/min konfiguriert:

* Werte **unter 5 m/min**: Die Maschine steht (Stillstand).
* Werte **ab 5 m/min**: Die Maschine produziert.

Die Erkennung erfolgt sekundengenau und vollständig automatisch. Es ist keine manuelle Eingabe erforderlich.

### Typische Leitvariablen nach Maschinentyp

| Maschinentyp  | Typische Leitvariable                         |
| ------------- | --------------------------------------------- |
| Extrusion     | Abzugsgeschwindigkeit, Wicklergeschwindigkeit |
| Druckmaschine | Liniengeschwindigkeit                         |
| Montagelinie  | Stück pro Minute                              |
| Verpackung    | Taktzeit, Stückzähler                         |

## Mindestdauer

Um kurzzeitiges "Flackern" zu vermeiden (z. B. wenn die Geschwindigkeit kurz unter den Schwellwert fällt und sofort wieder steigt), kann eine Mindestdauer konfiguriert werden. Nur Stillstände, die länger als die Mindestdauer andauern, werden erfasst.

## Boolean-Variablen

Neben numerischen Variablen können auch Boolean-Variablen (True/False) als Leitvariable genutzt werden. In diesem Fall wird konfiguriert, ob `True` oder `False` einen Stillstand darstellt.

## Vorteile der automatischen Erkennung

* **Objektiv**: Keine subjektive Einschätzung durch Mitarbeitende.
* **Lückenlos**: Jeder Stillstand wird erfasst, auch nachts oder am Wochenende.
* **Sekundengenau**: Genaue Start- und Endzeiten statt geschätzter Angaben.
* **Automatisch**: Kein manueller Aufwand für die Grunderfassung.

{% hint style="info" %}
Wie du die Stillstandserkennung in der ENLYZE App konfigurierst, erfährst du unter [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee).
{% endhint %}

## Weiterführende Themen

* [Kategorien & Zuordnung](/konzepte/stillstaende/kategorien-und-zuordnung): Wie erkannte Stillstände mit Gründen versehen werden.
* [Verfügbarkeit](/konzepte/oee-verstehen/verfugbarkeit): Wie Stillstände die OEE-Verfügbarkeit beeinflussen.


# Kategorien & Zuordnung

Stillstandskategorien und wie Gründe zu Stillständen zugeordnet werden.

Nachdem ein Stillstand automatisch erkannt wurde, stellt sich die Frage: **Warum** stand die Maschine? Die Zuordnung von Gründen zu Stillständen macht den Unterschied zwischen einer bloßen Verfügbarkeitszahl und einer echten Analyse.

## Stillstandskategorien

ENLYZE unterscheidet drei Kategorien von Stillständen:

### Geplant

Geplante Stillstände sind vorgesehene Unterbrechungen, die Teil des regulären Betriebs sind. Beispiele:

* Rüstvorgänge und Produktwechsel
* Geplante Wartung
* Reinigung
* Pausen (wenn als geplanter Stillstand konfiguriert)

### Ungeplant

Ungeplante Stillstände treten unerwartet auf und sind typischerweise die größten Hebel für Verbesserungen. Beispiele:

* Technische Störungen
* Materialmangel
* Prozessfehler
* Personalmangel

### Keine Produktion geplant

Diese Kategorie umfasst Zeiträume, in denen gar nicht produziert werden sollte. Beispiele:

* Wochenenden und Feiertage
* Abgesagte oder nicht eingeplante Schichten
* Betriebsferien

{% hint style="info" %}
Stillstände der Kategorie "Keine Produktion geplant" werden bei der OEE-Berechnung nicht berücksichtigt. Nur Stillstände während geplanter Produktionszeiten beeinflussen die Verfügbarkeit.
{% endhint %}

## Der Stillstandskatalog

Alle konfigurierten Stillstandsgründe bilden zusammen den **Stillstandskatalog**. Innerhalb der drei Kategorien lassen sich die Gründe in Gruppen organisieren, etwa nach Anlagenbereich oder Störungsart.

Der Katalog ist die verbindliche Auswahlliste für die Zuordnung: Wer einem Stillstand einen Grund zuweist, wählt immer aus dem Katalog. Neue Gründe lassen sich dabei nicht spontan anlegen, und Nutzer mit der Operator-Rolle können den Katalog nicht bearbeiten (siehe [Rollen & Berechtigungen](/administration/nutzerverwaltung#rollen-and-berechtigungen)). Fehlt eine Ursache im Katalog, erhält der Stillstand einen unpassenden Grund oder gar keinen. Ein möglichst vollständiger Katalog ist deshalb die Voraussetzung für eine aussagekräftige Stillstandsanalyse.

Wie du einen vollständigen Katalog aufbaust und weiterentwickelst, zeigt [Stillstandskatalog aufbauen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-definieren).

## Zuordnung von Gründen

Erkannten Stillständen einen Grund zuzuweisen ist die Grundlage jeder Stillstandsanalyse. Es gibt verschiedene Wege, wie Stillstandsgründe zugewiesen werden:

### Manuelle Zuordnung

Im Standard weist ein Mitarbeitender in der ENLYZE App jedem Stillstand einen Grund zu. Die konfigurierten Gründe sind dabei in Kategorien und Gruppen organisiert. Ein Stillstand kann auch in mehrere Abschnitte unterteilt werden, wenn verschiedene Gründe zutreffen (z. B. 30 Minuten Rüsten, dann 45 Minuten Störung).

### Automatisierung über Schichtpläne

Schichtzeiten können in ENLYZE hinterlegt werden. Stillstände außerhalb der Schichtzeiten werden automatisch als "Keine Produktion geplant" klassifiziert. Das reduziert den manuellen Aufwand erheblich.

### Automatisierung über Maschinensignale

Bei manchen Maschinen liefert die Steuerung selbst Informationen über den Grund eines Stillstands (Störcodes, Statusmeldungen). Diese Signale können über [berechnete Variablen](/konzepte/maschinendaten-verstehen/variablen-und-zeitreihen#berechnete-variablen) ausgewertet und automatisch den passenden Stillstandsgründen zugeordnet werden.

## Warum die Zuordnung wichtig ist

Ohne Zuordnung zeigt die Analyse nur, **dass** die Maschine stand und **wie lange**. Erst mit Gründen wird sichtbar:

* Welche Stillstandsursachen am häufigsten auftreten (Pareto-Analyse)
* Wo der größte Hebel für Verbesserungen liegt
* Ob Rüstzeiten systematisch zu lang sind
* Wie sich die Verteilung über die Zeit verändert

{% hint style="info" %}
Wie du den Stillstandskatalog in der ENLYZE App einrichtest, erfährst du unter [Stillstandskatalog aufbauen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-definieren). Wie du Gründe zuweist, steht unter [Stillständen Gründe zuweisen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-zuweisen).
{% endhint %}

## Weiterführende Themen

* [Erkennung](/konzepte/stillstaende/erkennung): Wie Stillstände automatisch erkannt werden.
* [Verfügbarkeit](/konzepte/oee-verstehen/verfugbarkeit): Wie Stillstände die OEE beeinflussen.
* [6 Big Losses](/konzepte/oee-verstehen/6-big-losses): Stillstände im Kontext der sechs großen Verlustquellen.


# Leistung

Was Leistung im Produktionskontext bedeutet und wie sie gemessen wird.

Leistung beschreibt, wie schnell eine Maschine produziert. Im OEE-Kontext ist der Leistungsfaktor das Verhältnis zwischen der tatsächlich erreichten Geschwindigkeit und der maximal möglichen Geschwindigkeit.

## Warum Leistung messen?

Wenn eine Maschine langsamer produziert als möglich, entstehen Leistungsverluste. Das sind Zeitverluste, die nicht durch Stillstände verursacht werden, sondern durch eine zu niedrige Produktionsgeschwindigkeit während des laufenden Betriebs.

Typische Ursachen für Leistungsverluste:

* Suboptimale Maschineneinstellungen
* Qualitätsprobleme, die eine Drosselung erfordern
* Materialunterschiede zwischen Chargen
* Anfahrverluste nach einem Stillstand

## Wie ENLYZE Leistung misst

ENLYZE misst die Leistung anhand eines konfigurierten **Leistungsparameters**. Das ist eine Variable, die die Produktionsgeschwindigkeit widerspiegelt, zum Beispiel:

* Durchsatz in kg/h
* Geschwindigkeit in m/min
* Stückzahl pro Minute

Der Leistungsparameter wird zusammen mit einer Mengen- und Zeiteinheit konfiguriert, damit Leistung und Gesamtmenge korrekt berechnet werden können.

## Leistungsreferenz: Maximum Demonstrated Speed

Eine zentrale Frage bei der Leistungsmessung ist: **Was ist 100%?** Welcher Wert gilt als maximal mögliche Geschwindigkeit?

ENLYZE nutzt dafür das Konzept des [Maximum Demonstrated Speed (MDS)](/konzepte/leistung/maximum-demonstrated-speed): die höchste Geschwindigkeit, die für ein bestimmtes Produkt auf einer bestimmten Maschine stabil erreicht wurde.

Der entscheidende Vorteil: Der MDS ist **produktbezogen**. Verschiedene Produkte haben unterschiedliche maximal erreichbare Geschwindigkeiten. Eine maschinenbasierte Pauschalreferenz würde zu irreführenden Leistungswerten führen.

Mehr dazu unter:

* [Leistungsmessung](/konzepte/leistung/leistungsmessung): Details zur Berechnung des Leistungsfaktors.
* [Maximum Demonstrated Speed](/konzepte/leistung/maximum-demonstrated-speed): Wie der MDS berechnet wird und warum er die faire Referenz ist.

## Leistung in der OEE

Der Leistungsfaktor ist eine der drei Komponenten der [OEE](/konzepte/oee-verstehen). Er wird pro Auftrag berechnet:

$$
\text{Leistungsfaktor} = \frac{\text{Erreichte Geschwindigkeit}}{\text{MDS}}
$$

Die detaillierte Erklärung mit Berechnungsbeispielen findest du unter [Leistung (OEE)](/konzepte/oee-verstehen/leistung).

{% hint style="info" %}
Wie du die Leistungserfassung in der ENLYZE App konfigurierst, erfährst du unter [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee).
{% endhint %}


# Leistungsmessung

Wie die Fertigungsleistung gemessen und der Leistungsfaktor berechnet wird.

Der Leistungsfaktor zeigt, wie nah eine Maschine an ihrer maximalen Geschwindigkeit produziert hat. Er wird pro Auftrag berechnet und fließt als eine der drei Komponenten in die OEE ein.

## Berechnungsgrundlage

Für die Leistungsmessung braucht ENLYZE zwei Informationen:

1. **Die tatsächlich erreichte Geschwindigkeit** (gemessen über den konfigurierten Leistungsparameter)
2. **Die maximal mögliche Geschwindigkeit** (der [Maximum Demonstrated Speed](/konzepte/leistung/maximum-demonstrated-speed) für das jeweilige Produkt)

Der Leistungsfaktor ergibt sich aus dem Verhältnis:

$$
\text{Leistungsfaktor} = \frac{\text{Mittlere Geschwindigkeit während Produktion}}{\text{MDS}}
$$

{% hint style="info" %}
Die mittlere Geschwindigkeit bezieht sich nur auf produktive Zeiträume. Stillstände beeinflussen die mittlere Geschwindigkeit nicht.
{% endhint %}

## Beispiel

Für Produkt A liegt der MDS bei **300 kg/h**. Während eines Auftrags wurde im Durchschnitt **250 kg/h** erreicht.

$$
\text{Leistungsfaktor} = \frac{250}{300} = 83{,}3%
$$

Bei einer Gesamtmenge von 3.000 kg ergibt sich ein Leistungsverlust von 2 Stunden:

* Produktionszeit bei MDS: 3.000 kg / 300 kg/h = **10 h**
* Tatsächliche Produktionszeit: 3.000 kg / 250 kg/h = **12 h**
* Leistungsverlust: 12 h - 10 h = **2 h**

## Voraussetzungen

Damit ENLYZE die Leistung berechnen kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

* Ein **Leistungsparameter** ist konfiguriert (Variable, die die Produktionsgeschwindigkeit misst).
* **Auftragsdaten** sind synchronisiert (damit der MDS pro Produkt ermittelt werden kann).
* Es existiert mindestens ein abgeschlossener Auftrag für das Produkt (damit ein MDS-Wert vorliegt).

## Weiterführende Themen

* [Maximum Demonstrated Speed](/konzepte/leistung/maximum-demonstrated-speed): Wie der MDS als produktbezogene Referenz berechnet wird.
* [Leistung (OEE)](/konzepte/oee-verstehen/leistung): Leistungsverluste im OEE-Kontext.
* [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee): Leistungsparameter konfigurieren (Anleitung).


# Maximum Demonstrated Speed

Was Maximum Demonstrated Speed (MDS) ist und wie ENLYZE ihn als Leistungsreferenz nutzt.

Der Maximum Demonstrated Speed (MDS) ist die maximale, stabil erreichte Fertigungsgeschwindigkeit für ein bestimmtes Produkt auf einer bestimmten Maschine. ENLYZE nutzt den MDS als produktbezogene Referenz für die Berechnung des Leistungsfaktors.

## Warum nicht einfach eine feste Maximalgeschwindigkeit?

In der Praxis werden verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gefertigt. Eine maschinenbasierte Pauschalreferenz (z. B. "die Maschine schafft 400 kg/h") führt bei langsameren Produkten zu scheinbaren Leistungsverlusten, die in Wirklichkeit gar nicht existieren.

Der MDS löst dieses Problem: Er ist **produktbezogen** und basiert auf der tatsächlichen Fertigungshistorie.

## Wie der MDS berechnet wird

Der MDS wird automatisch aus der Fertigungshistorie berechnet. Der Prozess besteht aus zwei Schritten:

### Maximum Run Speed (MRS) pro Auftrag

Für jeden abgeschlossenen Auftrag wird der **Maximum Run Speed (MRS)** ermittelt: die höchste, stabil erzielte Geschwindigkeit innerhalb dieses Auftrags.

"Stabil" wird durch ein Sliding-Window-Verfahren sichergestellt. Ein Zeitfenster (Optimierungsintervall, typischerweise 10 Minuten) wird über die Leistungskurve des Auftrags geschoben. In jedem Schritt wird der niedrigste Wert im Fenster erfasst. Der MRS ist der höchste dieser Minimalwerte.

Dieses Verfahren filtert kurzzeitige Spitzen heraus und stellt sicher, dass nur Geschwindigkeiten berücksichtigt werden, die über die gesamte Länge des Optimierungsintervalls stabil gehalten wurden.

### MDS aus allen MRS-Werten

Der MDS für ein Produkt ist der höchste MRS über alle Aufträge dieses Produkts auf der Maschine.

## Dynamische Anpassung

Der MDS wird **kontinuierlich und automatisch** aktualisiert. Wenn durch Optimierungsmaßnahmen eine höhere stabile Geschwindigkeit erreicht wird, steigt der MDS. Das bedeutet:

* Der Leistungsfaktor älterer Aufträge kann sich rückwirkend ändern.
* Ziele sollten als **relative Verbesserung** formuliert werden (z. B. "5 Prozentpunkte besser in 6 Monaten"), nicht als absoluter Zielwert.

{% hint style="info" %}
Die ausführliche Beschreibung des Sliding-Window-Verfahrens mit Visualisierungen findest du unter [Maximum Demonstrated Speed (OEE)](/konzepte/oee-verstehen/leistung/maximum-demonstrated-speed).
{% endhint %}

## Weiterführende Themen

* [Leistungsmessung](/konzepte/leistung/leistungsmessung): Wie der MDS in die Leistungsberechnung einfließt.
* [Maximum Demonstrated Speed (OEE)](/konzepte/oee-verstehen/leistung/maximum-demonstrated-speed): Detaillierte Berechnungslogik mit Sliding-Window-Visualisierungen.
* [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee): Optimierungsintervall konfigurieren (Anleitung).


# OEE

OEE-Management mit Maschinendaten zur Steigerung der Maschineneffektivität

Im folgenden erfährst du, wie du mit der ENLYZE Manufacturing Data Platform einen kennzahlenbasierten und kontinuierlichen Verbesserungsprozess zur Steigerung der Maschineneffektivität umsetzen kannst.

Die Grundlage dafür bildet die Kombination aus OEE-Management und [Maschinendaten](/konzepte/maschinendaten-verstehen).

## Warum OEE-Management und Maschinendaten?

Das OEE-Management ermöglicht es dir, systematisch Verlustursachen als Abweichungen von der idealen Anlageneffektivität zu analysieren und durch gezielte Maßnahmen zu reduzieren.

Maschinendaten liefern eine präzise und verlässliche Grundlage für die Kennzahlenberechnung und verringern gleichzeitig den sonst hohen manuellen Aufwand der Datenerfassung und Datenpflege.

Mit ENLYZE kannst du den OEE sowie die einzelnen Verluste automatisiert und genau auf Basis realer Maschinendaten erfassen. So kannst du den Daten vertrauen und dich auf die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen konzentrieren, statt auf manuelle Datenpflege.

## Effizienz vs. Effektivität vs. Produktivität

Der OEE misst die **Effektivität** deiner Fertigung. Oft wird der OEE jedoch auch als Produktivitäts- oder Effizienzkennzahl bezeichnet. Um Missverständnissen vorzubeugen, gehen wir auf die Begriffe Effizienz, Effektivität und Produktivität näher ein.

### Effizienz

Die Effizienz betrachtet die Eingangsgrößen (Input-Seite) eines Prozesses. Sie beschreibt, wie viele Ressourcen (Zeit, Geld, Rohmaterial oder Energie) eingesetzt werden, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.

Wird derselbe Output mit weniger Energie, weniger Personal oder weniger Material erreicht, ist der Prozess effizienter.

### Effektivität

Die Effektivität betrachtet Ausgangsgrößen (Output-Seite) des Prozesses. Sie vergleicht, was theoretisch hätte produziert werden können, mit dem tatsächlich erzielten Output.

Die Effektivität sagt jedoch nichts über die Effizienz aus, d. h. über die Menge an Ressourcen, die eingesetzt werden müssen, um diesen Output zu erzielen. Wird beispielsweise die Tagesproduktion gesteigert, dabei aber mehr Energie pro produziertem Kilogramm verbraucht, steigt die Effektivität, während die Effizienz sinkt.

### Produktivität

Die Produktivität ist die Kombination aus Effizienz und Effektivität. Die Produktivität wird ermittelt, indem die erzielte Produktion (Effektivität) dem dafür nötigen Aufwand (Effizienz) gegenübergestellt wird.

Einfach gesagt: Mehr Output bei geringerem Input bedeutet höhere Produktivität.

<figure><img src="/files/8Q5EqPjuXw7PzvgwQ2iS" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

## Welche Daten werden für die automatisierte OEE-Berechnung benötigt?

Um die automatisierte OEE- und Verlustberechnung in ENLYZE durchführen zu können, werden folgende Datenpunkte benötigt:

* Buchungsinformationen (Start und Ende des Fertigungsauftrags, Fertigungsauftragsnummer und Produkt). Siehe [Produktionskontext](/konzepte/produktionskontext).
* Leistungsparameter der Maschine. Siehe [Leistung](/konzepte/leistung).
* Ausschussbuchung auf Auftragsbasis

## Die drei Komponenten der OEE

| Komponente        | Beschreibung                                                               | Konzept                                      |
| ----------------- | -------------------------------------------------------------------------- | -------------------------------------------- |
| **Verfügbarkeit** | Anteil der geplanten Produktionszeit, in der die Maschine tatsächlich lief | [Stillstände](/konzepte/stillstaende)        |
| **Leistung**      | Verhältnis zwischen erreichter und maximal möglicher Geschwindigkeit       | [Leistung](/konzepte/leistung)               |
| **Qualität**      | Anteil der Gutmenge an der Gesamtproduktion                                | [Qualität](/konzepte/oee-verstehen/qualitat) |


# Das Konzept OEE

Das Konzept der Overall Equipment Effectiveness.

Die grundlegende Idee des OEE ist einfach. Der OEE gibt in Prozent die Zeit an, in welcher die Maschine voll produktiv gefertigt hat.

{% hint style="info" %}
Ein OEE von 100% bedeutet, dass die Maschine ohne Stillstand mit maximaler Geschwindigkeit und ohne Ausschuss gefertigt hat.
{% endhint %}

Ein OEE von 100 % ist in der Realität nicht möglich, denn es fallen immer Verluste an. Verluste werden in die folgenden drei Kategorien unterteilt:

1. [**Verfügbarkeitsverluste**](/konzepte/oee-verstehen/verfugbarkeit#verfugbarkeitsverluste)**:** Umfassen alle Stillstände der Maschine. Der Verfügbarkeitsfaktor zeigt an, wie viel Prozent der geplanten Zeit die Maschine tatsächlich lief.
2. [**Leistungsverluste**](/konzepte/oee-verstehen/leistung#leistungsverluste)**:** Entstehen durch reduzierte Produktionsgeschwindigkeiten. Der Leistungsfaktor gibt an, wie viel Prozent der Zeit notwendig gewesen wäre, wenn man konstant mit maximaler Leistung gefertigt hätte.
3. [**Qualitätsverluste**](/konzepte/oee-verstehen/qualitat#qualitatsverluste)**:** Entstehen durch die Herstellung von Ausschuss. Der Qualitätsfaktor gibt an, welcher Anteil der Produktionszeit zur Herstellung von Gut-Ware genutzt wurde.

## Berechnung des OEE

Die OEE-Berechnung beginnt mit dem Betrachtungszeitraum, also der gesamten verfügbaren Produktionszeit. Davon wird zunächst die Zeit abgezogen, in der keine Produktion geplant ist – dargestellt als grau schraffierte Fläche.

Anschließend werden Schritt für Schritt die einzelnen Verlustarten berücksichtigt:

1. **Verfügbarkeitsverluste** – durch Stillstände
2. **Leistungsverluste** – durch langsamen Betrieb
3. **Qualitätsverluste** – durch Ausschuss

Als Ergebnis erhält man die Produktionszeit, welche eine **absolut effektive Maschine** benötigt hätte, um die gleiche Menge an Gutmaterial herzustellen.

<figure><img src="/files/gOF5PR2qW5T52q67r0ix" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

### Zeitbasierte OEE Berechnung

Die einfachste Berechnungsformel des OEE lautet:

$$
\text{OEE} = \frac{\text{Produktionszeit absolut effektive Maschine}}{\text{Planbelegungszeit}}
$$

Ein OEE von 50 % bedeutet also, dass eine vollkommen effektive Maschine nur die Hälfte der Zeit gebraucht hätte, um die gleiche Menge an Gutteilen zu produzieren.

### Verlustbasierte OEE Berechnung

Mehr Transparenz über die einzelnen Verlustarten bietet die klassische Formel:

$$
\text{OEE} = \text{Verfügbarkeitsfaktor } \cdot \text{Leistungsfaktor } \cdot \text{Qualitätsfaktor}
$$

Der große Vorteil dieser Darstellung: Alle wesentlichen Verlustarten werden erfasst – und es ist nicht möglich, eine schlechte Qualität oder häufige Stillstände durch hohe Geschwindigkeit auszugleichen.\
Eine echte Verbesserung des OEE erfordert Fortschritte in mindestens einer Kategorie, ohne sich in den anderen Bereichen zu verschlechtern.

Die anfallenden Verluste können immer aus zwei verschiedenen Perspektiven dargestellt werden:

* **Absolut:** als konkrete Zeitverluste (z. B. Minuten Stillstand)
* **Relativ:** als prozentuale Faktoren (z. B. 90 % Verfügbarkeit)

Wenn du mehr über die drei Verlustkategorien – Verfügbarkeit, Leistung und Qualität – erfahren möchtest, findest du weiterführende Informationen in unserer Dokumentation zu den jeweiligen Themen.

<table data-view="cards"><thead><tr><th align="center"></th><th data-hidden data-card-target data-type="content-ref"></th></tr></thead><tbody><tr><td align="center">Verfügbarkeit</td><td><a href="/pages/A2rXstrvUU99Qp1nhbDu">/pages/A2rXstrvUU99Qp1nhbDu</a></td></tr><tr><td align="center">Leistung</td><td><a href="/pages/J84YbiuCg8YXgNmMB8wA">/pages/J84YbiuCg8YXgNmMB8wA</a></td></tr><tr><td align="center">Qualität</td><td><a href="/pages/T02HaZsJzGmQnepeQ7Va">/pages/T02HaZsJzGmQnepeQ7Va</a></td></tr></tbody></table>


# Verfügbarkeit

Verluste durch Stillstandszeiten deiner Maschine

<figure><img src="/files/d1Tlvxu187rBwx1TFLQR" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

## Verfügbarkeitsverluste

Um die Verfügbarkeitsverluste zu berechnen, muss zunächst die Planbelegungszeit definiert werden. Diese entspricht der Zeit, in welcher die Maschine für die Produktion verplant ist.

Verfügbarkeitsverluste sind alle Stillstände, die während dieser Planbelegungszeit auftreten. Zeiten, in denen keine Produktion geplant ist (z. B. weil kein Auftrag vorliegt – erkennbar an der grau schraffierten Fläche), gelten nicht als Verfügbarkeitsverluste im Sinne des OEE.

**Warum?** Der OEE ist eine Kennzahl für den Bereich Operations. Nicht verplante Zeit kann jedoch nicht dem Operations-Bereich zugeschrieben werden. Es kann beispielsweise aufgrund von Auftragsmangel zur Abschaltung der Maschine kommen. Diese Abschaltungen würden eine OEE Absenkung zur Folge haben, welche aber nicht durch Operations beeinflusst werden könnte.

{% hint style="warning" %}
Zeiträume in welchen **Keine Produktion geplant** ist, sollten für die OEE Berechnung **ignoriert** werde&#x6E;**.**
{% endhint %}

## Verfügbarkeitsfaktor

Der Verfügbarkeitsfaktor gibt an, wie viel Prozent der Planbelegungszeit die Maschine tatsächlich läuft – also effektiv produziert.

Er berechnet sich wie folgt:

$$
\text{Verfügbarkeitsfaktor} = \frac{\text{Tatsächliche Produktionszeit in h}}{\text{Planbelegungszeit in h}}
$$

* **Planbelegungszeit:** Betrachtungszeitraum abzüglich aller Zeiten, in denen keine Produktion geplant ist
* **Tatsächliche Laufzeit:** Zeitraum, in dem die Maschine tatsächlich produziert

**Pausenzeiten** sollten als Verfügbarkeitsverluste berücksichtigt werden. Das schafft Anreize durch geschickte Mitarbeiterrotation, die Maschinen durch die Pausenzeiten durchzufahren.

## Stillstandserfassung

In vielen Betrieben erfolgt die Stillstandserfassung heute noch manuell – entweder im MES/BDE-System oder handschriftlich in einem Schichtprotokoll. Der große Nachteil: Die Daten sind oft ungenau, da sie manuell und subjektiv durch das Bedienpersonal eingetragen werden.

## **Vollautomatische Stillstandserfassung mit ENLYZE**

Statt Stillstände manuell zu erfassen, können mit ENYLZE Stillstände **vollautomatisch** auf Basis von Maschinendaten erfasst werden. Sekundengenau, objektiv und nicht manipulierbar.

Die Verfügbarkeit einer Maschine wird mit den hinterlegten Daten aus der [Stillstandskonfiguration](/produktionsoptimierung/oee#stillstandserkennung-konfigurieren) berechnet. Sobald der dort definierte Stillstandsparameter unter einen bestimmten Schwellwert fällt, wird der entsprechende Zeitraum als Stillstand in die ENLYZE-Datenbank eingetragen. Wenn wir nun von einem bestimmten Zeitraum die Verfügbarkeit berechnen möchten, muss zunächst sichergestellt werden, dass für die Berechnung nicht relevante Stillstände, also Zeiträume in denen keine Produktion geplant war, entsprechend markiert wurden. Dafür kannst du Stillstände in die Kategorie "keine Produktion geplant" einteilen. Wie das abläuft, erfährst du [hier](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-zuweisen).


# Leistung

Verluste durch verringerte Fertigungsgeschwindigkeiten

<figure><img src="/files/G56hQE7gjyHyYNk9rLXi" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

## Leistungsverluste

Leistungsverluste entstehen, wenn eine Maschine nicht mit ihrer maximal möglichen Geschwindigkeit produziert. Anschaulich gesprochen ist es die zusätzliche Zeit, die benötigt wird, weil nicht mit voller theoretisch möglicher Leistung produziert wird.

#### **Beispiel**

Für Produkt A liegt die maximale Leistung bei **300 kg/h**. Während des letzten Fertigungsauftrags wurde im Durchschnitt jedoch nur **250 kg/h** erreicht.\
Wichtig: Die *mittlere Leistung* bezieht sich **nur auf produktive Zeit** – also Zeiträume ohne Stillstand. Stillstände beeinflussen **nicht** die mittlere Geschwindigkeit und damit auch nicht die Leistung.

Für den Auftrag müssen insgesamt **3.000 kg** hergestellt werden.

1. Produktionszeit bei maximaler Leistung:

$$
\text{Produktionszeit maximale Leistung} = \frac{3000kg}{300 \frac{kg}{h}} = 10h
$$

2. Tatsächliche Produktionszeit bei durchschnittlicher Leistung von 250 kg/h:

$$
\text{Tatsächliche Produktionszeit} = \frac{3000kg}{250 \frac{kg}{h}} = 12h
$$

3. Leistungsverlust:

$$
\text{Leistungsverlust} = 12h-10h=2h
$$

Die Fertigung hat also 2 Stunden länger gedauert, als bei maximaler Leistung nötig gewesen wäre.

## Leistungsfaktor

Der Leistungsfaktor beschreibt, wie viel Prozent der maximalen Leistung erreicht wurde.

$$
\text{Leistungsfaktor} = \frac{\text{Erreichte Leistung}}{\text{Maximale Leistung}} = \frac{250 \frac{kg}{h}}{300 \frac{kg}{h}} = 83,3%
$$

***

**Was ist die „maximale Leistung“?**

In diesem Beispiel wurde ein fester Wert für die maximale Leistung angenommen. In der Praxis ist die Definition der „maximal möglichen Leistung“ jedoch häufig Gegenstand von Diskussionen – besonders bei kontinuierlichen Fertigungsverfahren.

Eine fundierte und einheitliche Definition ist entscheidend, um Leistungsverluste korrekt analysieren und vergleichen zu können.

## Automatische Leistungserfassung mit ENLYZE

ENLYZE kann je Auftrag, Maschine und Standort die Leistung deiner Produktion berechnen. Dafür muss zum einen die [Leistungskonfiguration](/produktionsoptimierung/oee#leistungserfassung-konfigurieren) abgeschlossen sein, damit wir wissen, welcher Paramter zur Messung der Leistung genutzt werden soll. Zusätzlich müssen Zeiträume von Produktionsaufträgen in der ENLYZE App synchronisiert sein, da dort Informationen zu dem in jedem Zeitraum gefertigten Produkt hinterlegt sind. Informiere dich dazu gerne [hier](/connect/it-connectivity).


# Definition der maximalen Leistung

Die richtige Definition der Leistungsreferenz

## **Warum die richtige Leistungsreferenz entscheidend ist**

In der kontinuierlichen Fertigung ist es üblich, eine maschinenbasierte maximale Leistung als Referenz für die Leistungsbewertung zu verwenden. Dabei wird allerdings kein Unterschied zwischen verschiedenen Produkten gemacht – alle werden über denselben Maßstab beurteilt.

Doch jeder aus der Praxis weiß: Verschiedene Produkte können – und müssen – auf derselben Maschine mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten produziert werden. Eine maschinenbasierte Betrachtung führt daher zu scheinbaren Leistungsverlusten, die in Wirklichkeit gar nicht existieren. Das Ergebnis: Geringes Vertrauen in die Kennzahlen und die gesamte Datengrundlage.

<figure><img src="/files/693Ii6z4nz6Y92UfUtmq" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

## Maximale Leistung bei ENLYZE

Um dieser Herausforderung zu begegnen, haben wir bei ENLYZE das Konzept des [Maximum Demonstrated Speed (MDS)](/konzepte/oee-verstehen/leistung/maximum-demonstrated-speed) entwickelt – inspiriert vom Prinzip der **Ideal Cycle Time** aus der diskontinuierlichen Fertigung.

Hierbei analysieren wir basierend auf der Fertigungshistorie alle Aufträge des gleichen Produkts und identifizieren die maximale Leistung, welche stabil für das Produkt erreicht wurde. Diese maximal stabil erreichte Leistungen nennen wir **MDS (Maximum Demonstrated Speed)** und wird dann als **produktbezogene Leistungsreferenz** hinterlegt.

<figure><img src="/files/owChA3rZsqFZubkQzONf" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

Der MDS wird dabei **kontinuierlich** und **automatisch** im Hintergrund ermittelt. Es ist somit ausdrücklich möglich, dass der Wert des Maximum Demonstrated Speed aufgrund von Optimierungsmaßnahmen im Laufe der Zeit steigt. Durch das kontinuierliche Anpassen garantieren wir, dass zu jeder Zeit mit dem aktuellsten MDS alle Leistungsfaktoren und Leistungsverluste berechnet werden. Diese Anpassungen führen jedoch auch zu Veränderungen der Berechnungsgrundlage.

Dadurch werden Leistungsverluste korrekt und nachvollziehbar abgebildet. Das stärkt das Vertrauen in die OEE-Kennzahlen und schafft eine verlässliche Grundlage für Verbesserungen.

#### Beispiel: MDS in der Praxis

Ein Auftrag mit **Produkt A** wurde im Januar mit **250 kg/h** gefertigt.\
Zu diesem Zeitpunkt lag der MDS bei **263 kg/h** und der Leistungsfaktor somit bei:

$$
\text{Leistungsfaktor} = \frac{\text{250}}{\text{263}} = 95%
$$

Im Laufe des Jahres wurde die Produktion optimiert, und der neue MDS beträgt nun **275 kg/h**.\
Wird der Januar-Auftrag heute betrachtet, ergibt sich ein aktualisierter Leistungsfaktor von:

$$
\text{Leistungsfaktor} = \frac{\text{250}}{\text{275}} = 91%
$$

Obwohl sich die tatsächliche Leistung nicht geändert hat, ist der Leistungsfaktor durch die neue Bezugsgröße gesunken – eine Folge der dynamischen Berechnung.

#### Was bedeutet das für Zielvorgaben?

Da sich der MDS laufend anpasst, handelt es sich bei allen Leistungskennzahlen stets um **Momentaufnahmen**. Das hat direkte Auswirkungen auf die Formulierung von Zielen und die Bewertung von Fortschritten.

* :x: **Schlechte Zielvorgabe**\
  „Wir wollen einen Leistungsfaktor von 95% bis zum Ende des Jahres erreichen!“\
  → Diese Zahl kann sich durch MDS-Anpassungen laufend verändern.
* :white\_check\_mark: **Gute Zielvorgabe**\
  „Wir wollen unseren Leistungsfaktor in den nächsten 6 Monaten um 5 Prozentpunkte steigern.“

  → Fokus auf relative Verbesserung über die Zeit – unabhängig von Verschiebungen der Referenzwerte.

{% hint style="success" %}
Mit dem MDS-Ansatz von ENLYZE erhältst du eine faire, produktbezogene und dynamisch aktualisierte Basis für die Leistungsbewertung. So lassen sich Leistungsverluste realistisch analysieren – und Optimierungspotenziale fundiert ableiten.
{% endhint %}


# Maximum Demonstrated Speed

Referenzgröße für den Leistungsfaktor in der kontinuierlichen Fertigung

Der Maximum Demonstrated Speed (MDS) ist die zentrale Referenz zur Berechnung des Leistungsfaktors in der ENLYZE Plattform. Ein Verständnis der Berechnungsgrundlage ist hilfreich, um den Leistungsfaktor und die Leistungsverluste richtig einzuordnen.

## Was ist der Maximum Demonstrated Speed?

Der MDS (Maximum Demonstrated Speed) ist die **maximale, stabil erreichte Fertigungsgeschwindigkeit für ein bestimmtes Produkt auf einer spezifischen Maschine** – also die höchste real beobachtete Leistung. Das Konzept ist angelehnt an die *Ideal Cycle Time* aus der diskontinuierlichen Fertigung, wurde aber für kontinuierliche Prozesse optimiert.

Der MDS wird für die Berechnung des Leistungsfaktors herangezogen:

$$
\text{Leistungsfaktor} = \frac{\text{Erreichte Geschwindigkeit}}{MDS}
$$

$$
\text{Leistungsfaktor} = \frac{\frac{\text{Produzierte Menge}}{MDS}}{\text{Benötigte Produktionszeit}} = \frac{\text{Produktionszeit mit MDS}}{\text{Benötigte Produktionszeit}}
$$

$$
\text{Leistungsverluste} = \text{Benötigte Produktionszeit} - \text{Produktionszeit mit MDS}
$$

{% hint style="info" %}
Wenn ein Produkt während eines gesamten Auftrags mit MDS-Geschwindigkeit gefertigt wird, ergibt sich ein Leistungsfaktor von 100 %.
{% endhint %}

## Maximum Run Speed – die Grundlage des MDS

Der **Maximum Run Speed (MRS)** ist die höchste, stabil erzielte Geschwindigkeit *innerhalb eines einzelnen Auftrags*.

### Wie wird der Maximum Run Speed berechnet?

Für die Berechnung des Maximum Run Speed (MRS) nutzen wir das Konzept eines Sliding-Windows (Optimierungsintervall). Beim Sliding-Window Ansatz wird ein Intervall definiert, das man sich wie eine Box vorstellen kann, diese wird Stück für Stück über die Daten geschoben. Die Länge des Optimierungsintervalls definiert die Breite der Box und kann angepasst werden.

<figure><img src="/files/jjJtdZpVgfw2OcifcfKo" alt="" width="375"><figcaption></figcaption></figure>

Die Box wird Schritt für Schritt über die Leistungskurve des jeweiligen Auftrags geschoben. Wir betrachten alle Datenpunkte, welche sich zu jeweils einem Schritt innerhalb der Box befinden. Der **kleinste Wert**, welcher innerhalb der Box liegt, wird vermerkt und als blauer Punkt in einen neuen Graphen überführt.

<figure><img src="/files/5o6hnV7vhSpzliiFLocA" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

Die Box wird Schritt für Schritt (z. B. alle 10 Sekunden) über den gesamten Auftrag verschoben. Bei jedem Schritt wiederholen wir den Prozess, den kleinsten Datenpunkt in der Box zu finden, und notieren diesen als blauen Punkt in einem neuen Graphen. Der Prozess wird so lange wiederholt, bis die graue Box am Ende des Auftrags angekommen ist:

<figure><img src="/files/0vIldlYUaB6ysLRjOtoY" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

Der unterste Graph ist die Kurve aller Minima und daraus wird **der höchste Wert** ermittelt, was der MRS für diesen Auftrag entspricht.

### Warum wird der kleinste Wert im Intervall genommen?

Das Vorgehen macht die Berechnung robust gegenüber kurzzeitigen [Ausreißern](https://de.wikipedia.org/wiki/Ausrei%C3%9Fer) nach oben.

Der Effekt wird in der folgenden Darstellung klar:

<figure><img src="/files/GFcQVLALVwZhIEcLbgDD" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

Wenn wir in diesem Fall den höchsten Wert innerhalb des Intervalls gewählt hätten, wäre ein deutlich höherer Durchsatz ermittelt worden. Allerdings war dieser Spitzenwert nicht stabil – die Leistung fiel direkt nach dem Erreichen wieder ab.

Bei unserem Ansatz wird deshalb nur ein Wert berücksichtigt, der über die gesamte Länge des Optimierungsintervalls stabil bleibt. Auch nach unten abweichende Ausreißer beeinflussen das Ergebnis nicht – da am Ende das *Maximum der Minima* verwendet wird. So stellen wir sicher, dass nur realistische und dauerhaft erreichbare Leistungen in die Bewertung eingehen.

## Berechnung des Maximum Demonstrated Speed (MDS)

Nachdem der MRS für jeden Auftrag eines Produkts berechnet wurde, ist der MDS nun der höchste MRS über alle Aufträge für das Produkt.

<figure><img src="/files/Ss8IlU5KdRGG669ogb0S" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

Die Darstellung aller MRS Punkte sowie der MDS für ein Produkt kannst du in der [Produktübersicht](https://app.enlyze.com/products) in der ENLYZE App finden:

<figure><img src="/files/s4fbJSlRbgvesiZzad3D" alt=""><figcaption><p>MDS (Eigenschaften) und alle MRS (Leistungsverteilung) für ein Produkt</p></figcaption></figure>

### Anforderungen an die Daten für die MRS Bestimmung

Damit ein MRS berechnet werden kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

* [ ] Intervalllänge muss kleiner als die Auftragslänge sein
* [ ] Zeiträume, in welchen keine Daten vorliegen, werden vernachlässigt
* [ ] Zeiträume mit überlappenden Buchungen werden vernachlässigt

#### Optimierungsintervall: Wahl der richtigen Länge

Das Optimierungsintervall kann individuell für jede Maschine in der ENLYZE App unter `Einstellungen` *>* `Leistungserfassung` angepasst werden.

Es ist wichtig, die korrekte Länge des Optimierungsintervalls zu definieren.

* Wenn das Intervall zu kurz gewählt ist, können kurzfristige Produktionsspitzen ausgewählt werden, bei denen kein stabiler Produktionszustand erreicht wird.
* Wenn das Intervall zu lang gewählt ist, können ganze Produktionsläufe verworfen werden, weil das Optimierungsintervall länger als der Produktionsauftrag ist.

Als Faustregel gilt: Analysiere die Verteilung der Auftragslängen und wähle das Optimierungsintervall so, dass mindestens 95 % deiner Aufträge länger sind als das Intervall. So wird nur ein kleiner Teil der Aufträge verworfen.

Aufträge, die kürzer als das Optimierungsintervall sind, haben kein MRS. Damit taucht der Auftrag auch nicht in der Produktübersicht auf. Er wird somit als Auftrag markiert, welcher eine schlechte Datenqualität hat.

<figure><img src="/files/WByaXPqJ9xbKBHbCB6C9" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

{% hint style="info" %}
Falls du Hilfe bei der Wahl der idealen Länge des Optimierungsintervalls benötigst, einfach jederzeit bei uns melden!
{% endhint %}

#### **Keine Daten**

Wenn es innerhalb eines Auftrags für einen Zeitraum keine Daten gibt (Datenlücke), dann wird dieser Zeitraum vernachlässigt. Anschaulich gesprochen hüpft die graue Box über den Zeitraum ohne Daten.

<figure><img src="/files/6EHFh2UAiXTqRO5fQNmc" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

{% hint style="info" %}
Datenlücken, die kürzer als 5 Minuten sind, werden per Forward-Filling aufgefüllt (der letzte bekannte Wert wird fortgeschrieben). Sie gelten daher nicht als Datenlücke und führen nicht dazu, dass ein Schritt verworfen wird.
{% endhint %}

#### **Überlappende Buchungen**

Zeiträume, in welchen die Maschine mit mehreren Aufträgen gleichzeitig belegt sind, werden ebenfalls vernachlässigt. Zu diesem Zeitpunkt ist es nicht möglich, eindeutig zu definieren, zu welchem Produkt dieser Zeitraum zugeordnet werden soll. Daher kann die graue Box nicht in Zeitbereiche eindringen, in welchen mehrere Aufträge gebucht sind:

<figure><img src="/files/zNgXd5sfCskMZYn9dzF8" alt=""><figcaption></figcaption></figure>


# Qualität

Verluste durch Ausschussfertigung

<figure><img src="/files/lsJfFPi4EZez8zWsEs3y" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

## Qualitätsverluste

Qualitätsverluste erfassen die Zeitverluste, welche durch die Produktion von Ausschuss entstehen.

Zur Berechnung der Qualitätsverluste wird die Zeit berechnet, welche notwendig war, um die Ausschussmenge herzustellen. Da der genaue Zeitpunkt, zu welchem Ausschuss anfällt, nicht exakt definiert werden kann, wird für die Berechnung von der mittleren Fertigungsgeschwindigkeit für den jeweiligen Auftrag ausgegangen.

#### Beispiel: Berechnung von Qualitätsverlusten

Es wurden **750 kg** Rohmaterial in **3h 30min** für den Auftrag verarbeitet. Davon sind **700 kg** Gut-Menge und **50 kg** Ausschuss. Zudem gab es einen Stillstand von **30min** innerhalb des Auftrags.

1. Durchschnittliche Leistung:

$$
\varnothing \text{ Leistung} = \frac{\text{Gesamtmenge}}{\text{Laufzeit} - \text{Stillstände}}=\frac{750 kg}{3h30min - 30min}=250\frac{kg}{h}
$$

2. Zeitverlust durch Ausschuss:

$$
\text{Qualitätsverluste} = \frac{\text{Ausschussmenge}}{\varnothing \text{Leistung}} = \frac{50kg}{250\frac{kg}{h}}= 12\text{min}
$$

{% hint style="info" %}
Stillstände werden bei der Berechnung der mittleren Leistung ausgeschlossen, da sie nicht zur tatsächlichen Produktionszeit zählen.
{% endhint %}

## Qualitätsfaktor

Der Qualitätsfaktor stellt die Gutmenge ins Verhältnis zur gesamten produzierten Menge.

$$
\text{Qualitätsfaktor} = \frac{\text{Gutmenge}}{\text{Gesamtmenge}}=\frac{700kg}{750kg}=93%
$$

## Qualitätsberechnung mit ENLYZE

Die Qualitätsdaten über gelaufene Aufträge werden i.d.R. über die [Buchungsdaten](/connect/it-connectivity) mitgeteilt. In manchen Fällen können diese Daten auch direkt auf der Maschine abgefragt werden.

Dabei ist zu beachten, dass die Ausschussmenge in der gleichen Einheit wie die Leistung erfasst werden muss. D. h. wenn der Durchsatz in kg/h ermittelt wird, muss der Ausschuss auch in kg erfasst werden.

Falls Leistung und Ausschuss in unterschiedlichen Einheiten erfasst werden, muss ein Zwischenschritt zur Umrechnung der Einheiten implementiert werden. Das ist grundsätzlich immer möglich. Führt jedoch unweigerlich zu Ungenauigkeiten, denn für die Umrechnung sind immer Näherungen und Annahmen notwendig.

Was wir in der Praxis beobachten können, ist, dass diese Näherungen sich in einer ähnlichen Größenordnung bewegen wie die Ausschusszahlen. Dieser Umstand führt zu Problemen in der Aussagekraft der Qualitätsverluste, Ausschussquote und des Qualitätsfaktors.

{% hint style="success" %}
Wenn deine Produktion keine Qualitätsdate liefert, kann der OEE auch nur basierend auf Verfügbarkeit und Leistung berechnet werden. Der Qualitätsfaktor wird dann konstant als 1 angenommen.
{% endhint %}


# OEE Aggregation mit ENLYZE

OEE-Aggregation über mehrere Aufträge und Maschinen.

Nachdem du erfahren hast, wie der OEE und seine Bestandteile berechnet werden, erklären wir dir hier, wie OEEs verschiedener Aufträge und Maschinen zusammengefasst werden können.

## OEE eines Produktionsauftrags

Für den OEE eines Produktionsauftrags nutzen wir die Berechnung mit den 3 Faktoren:

* [Verfügbarkeit](/konzepte/oee-verstehen/verfugbarkeit)
* [Leistung](/konzepte/oee-verstehen/leistung)
* [Qualität](/konzepte/oee-verstehen/qualitat)

Da innerhalb eines Auftrags keine Produktwechsel stattfinden, müssen keine Zeiträume mit unterschiedlichen Leistungsreferenzen zusammengefasst werden.

## OEE einer Maschine

Um den OEE einer Maschine für einen bestimmten Zeitraum zu berechnen, ist es wichtig zu beachten, dass in diesem Zeitraum möglicherweise mehrere Produktionsaufträge mit unterschiedlichen Leistungsreferenzen und Qualitätsdaten liegen. Deshalb werden für die Berechnung der Leistung und Qualität die absoluten Zeitverluste pro Auftrag genutzt.

<figure><img src="/files/fxJepweVJA00L2Pc5ZJk" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

Definition der Zeitabschnitte pro Verlustkategorie:

* Verfügbarkeitsverluste: Gesamtdauer aller Stillstände im geplanten Zeitraum
* Geschwindigkeitsverluste: Summe aller Zeitverluste durch Geschwindigkeitsverlust je Auftrag
* Qualitätsverluste: Summe aller Zeitverluste durch Qualitätsverlust je Auftrag

Der OEE und seine drei Faktoren ergeben sich dann aus folgenden Formeln:

$$
\text{Verfügbarkeit} = \frac{\text{Tatsächliche Laufzeit}}{\text{Planbelegzeit}}
$$

$$
\text{Leistung} =  \frac{\text{Produktionszeit mit maximaler Leistung}}{\text{Tatsächliche Laufzeit}}
$$

$$
\text{Qualität} = \frac{\text{Produktionszeit absolut effektive Maschine}}{\text{Produktionszeit mit maximaler Leistung}}
$$

$$
\text{OEE} = \text{Verfügbarkeit} \times \text{Leistung} \times \text{Qualität} = \frac{\text{Produktionszeit absolut effektive Maschine}}{\text{Planbelegzeit}}
$$

#### Warum kann man nicht einfach die OEEs mehrerer Aufträge in einem Zeitraum mitteln?

In der ENLYZE App zeigen wir dir für jeden Auftrag den jeweiligen OEE. Allerdings würde die Mittelung der OEEs aller Aufträge eines Zeitraums zu einem verfälschten Ergebnis führen, da die Dauer von Aufträgen nicht berücksichtigt wird. Ein kurzer Auftrag mit niedrigem OEE wird also gleich gewichtet, wie ein langer Auftrag mit hohem OEE.

#### Was passiert wenn Buchungsdaten fehlen?

Ohne Buchungsdaten gibt es keinen Bezug zu einem bestimmten Produkt und Qualitätsdaten. Für diese Zeiträume kann lediglich die Verfügbarkeit berechnet werden. Über Leistung und Qualität kann keine Aussage getroffen werden. Das heißt, selbst wenn eine Maschine Leistungsdaten wie Durchsatz oder Liniengeschwindigkeit liefert, kann der Leistungsfaktor erst berechnet werden, wenn diese Daten einem Auftrag und damit einem Produkt zugeordnet werden können. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Leistungsreferenz für jedes Produkt separat berechnet wird.

<figure><img src="/files/hOqv6v9nan3JSiK5gJHK" alt=""><figcaption><p>Beispiel: Leistungsdaten ohne Auftragsbezug in der App<br>Leistungsdaten außerhalb der violetten Balken (Aufträge) werden nicht im OEE berücksichtigt</p></figcaption></figure>

## OEE eines Standorts

Um den OEE über mehrere Maschinen zu mitteln, haben wir uns entschieden, die OEE-Faktoren Leistung und Qualität der Maschinen mit ihrer jeweiligen Verfügbarkeit zu gewichten. Das dient dazu, dass Maschinen mit geringer Verfügbarkeit, d.h. wenig tatsächlicher Laufzeit, weniger Einfluss auf den aggregierten OEE haben als Maschinen mit hoher Verfügbarkeit.

Die einzelnen Faktoren werden, wie folgt, berechnet:

$$
\text{Verfügbarkeit} = \frac{ \text{Summe Verfügbarkeit aller Maschinen}}{\text{Anzahl Maschinen}}
$$

$$
\text{Leistung} = \frac{\sum\_{i=1}^{M} \text{Verfügbarkeit Maschine }i \times \text{Leistung Maschine }i}{\text{Summe Verfügbarkeit aller Maschinen}}
$$

$$
\text{Qualität} = \frac{\sum\_{i=1}^{M} \text{Verfügbarkeit Maschine }i \times \text{Qualität Maschine }i}{\text{Summe Verfügbarkeit aller Maschinen}}
$$

Der OEE ergibt sich dann, wie gewohnt, aus

$$
\text{OEE}=\text{Verfügbarkeit}\times\text{Leistung}\times\text{Qualität}
$$


# 6 Big Losses

Verlustkategorien für eine systematische Ursachenanalyse

Das Konzept der **6 Big Losses** dient der systematischen Unterteilung von Verlusten in der Produktion. Es gliedert die drei zentralen OEE-Verlustbereiche – **Verfügbarkeit**, **Leistung** und **Qualität** – in spezifischere Kategorien und schafft damit eine fundierte Basis für Ursachenanalysen und gezielte Verbesserungsmaßnahmen.

<figure><img src="/files/dOrpz60vt4J7Z7fOI1O7" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

## Verfügbarkeitsverluste

Verfügbarkeitsverluste werden unterteilt in:

* **Geplante Stillstände**\
  Dazu zählen z. B. geplante Wartungen, Rüstzeiten oder Pausen.
* **Ungeplante Stillstände**\
  Etwa durch technische Störungen, fehlendes Personal oder fehlendes Material.

Die Unterscheidung zwischen geplant und ungeplant führt in der Praxis häufig zu Diskussionen. Mehr dazu findest du in unserem Guide [Stillstandskatalog aufbauen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-definieren).

## Leistungsverluste

Diese lassen sich wie folgt aufteilen:

* **Verringerte Fertigungsgeschwindigkeit**\
  Die Maschine läuft unterhalb der maximal möglichen Geschwindigkeit ([Maximum Demonstrated Speed, MDS](/konzepte/oee-verstehen/leistung/maximum-demonstrated-speed)).
* **Micro Stops**\
  Ursprünglich definiert als sehr kurze Stillstände unter 30 Sekunden – typisch für die Stückfertigung.

{% hint style="info" %}
Micro Stops treten aufgrund der Prozess-Trägheit **nicht** auf. Diese Kategorie entfällt daher – aus den „6 Big Losses“ werden **5 Big Losses**.
{% endhint %}

## Qualitätsverluste

Hier wird unterschieden zwischen:

* **Einfahrt-Ausschuss**\
  Verluste beim Anfahren der Produktion – etwa zu Schichtbeginn oder nach einem Rüstvorgang. Auch Materialverluste durch Proben für die Qualitätssicherung zählen hierzu.
* **Laufender Ausschuss**\
  Fehlerhafte Produkte während der laufenden Produktion, z. B. außerhalb der Toleranzen oder durch die Qualitätskontrolle gesperrtes Material.

{% hint style="info" %}
Auch wenn Ausschussware durch Nachbearbeitung oder Sonderfreigabe doch noch ausgeliefert wird – im OEE zählt sie als Qualitätsverlust.
{% endhint %}

## Übersicht

Die 6 bzw. 5 Big Losses von kontinuierlichen Fertigungsprozessen in der Übersicht:

<figure><img src="/files/hehl9HNFHlcU46URO9pD" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

Diese Kategorien können mit speziellen Gründen und damit den vorliegenden Ursachen weiter unterteilt werden. Das Hinterlegen mit konkreten Gründen hilft dann in der Analyse-Phase, die Ursachen für Verluste zu verstehen, um dann die richtigen Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten.


# OEE steigern

Von der Theorie zur Praxis: Kontinuierliche Verbesserung mit Datenfokus

Um die Produktivität in der Fertigung nachhaltig zu steigern, braucht es mehr als nur die richtigen Kennzahlen – es braucht ein strukturiertes Vorgehen. Wir empfehlen eine Kombination aus kontinuierlicher Verbesserung und datengetriebener Ursachenanalyse.

Dazu verbinden wir zwei bewährte Konzepte: den PDCA-Zyklus und die Biggest Loss Analyse auf Basis des Frameworks der [6 Big Losses](/konzepte/oee-verstehen/6-big-losses).

## Was ist ein PDCA Zyklus?

Der PDCA-Zyklus ist ein Werkzeug für die kontinuierliche Verbesserung. Er besteht aus vier aufeinanderfolgenden Phasen:

{% stepper %}
{% step %}

#### Planen (Plan)

Ein konkretes Problem oder eine Verbesserungschance wird identifiziert und ein Plan wird erstellt. Dies umfasst das Festlegen von Zielen, die Bestimmung von Ressourcen, die Erstellung von Zeitplänen und die Entwicklung von Strategien.
{% endstep %}

{% step %}

#### **Umsetzen (Do)**

Der Plan wird in die Praxis umgesetzt. Es ist wichtig, die Umsetzung genau zu überwachen, um sicherzustellen, dass sie gemäß den Vorgaben verläuft.
{% endstep %}

{% step %}

#### **Überprüfen (Check)**

Die Ergebnisse werden mit den ursprünglichen Zielen verglichen. Dies beinhaltet das Sammeln von Daten und das Identifizieren von Abweichungen. Die Überprüfung soll herausfinden, ob die angewendeten Maßnahmen erfolgreich waren und ob zusätzliche Anpassungen oder Verbesserungen erforderlich sind.
{% endstep %}

{% step %}

#### **Handeln (Act/Adjust)**

Auf Basis der Ergebnisse werden in dieser Phase Maßnahmen ergriffen, um die Prozesse zu optimieren. Dies kann zur Anpassung des Plans, Identifizierung von neuen Lösungen oder Optimierung der bestehenden Abläufe führen. Daher verwenden wir das Wort **Adjust** (Anpassen) anstatt Act.
{% endstep %}
{% endstepper %}

## PDCA-Zyklus mit 6 Big Losses kombinieren

Indem der PDCA-Zyklus mit einer Analyse der **6 Big Losses** kombiniert wird, entsteht ein starkes Werkzeug zur kontinuierlichen Effizienzsteigerung.

* **Fokus auf die größten Hebel:**\
  Durch die strukturierte Unterteilung in Verlustkategorien können die Bereiche gezielt mit dem höchsten Verbesserungspotenzial adressiert werden.
* **Nachhaltige Verbesserung:**\
  Durch wiederholte Anwendung des PDCA-Zyklus werden Maßnahmen dauerhaft im Prozess verankert – und die OEE langfristig gesteigert.

<figure><img src="/files/2dQL7pWj2EHLVvpiHF2Z" alt=""><figcaption></figcaption></figure>


# Glossar

Definitionen der wichtigsten Begriffe rund um ENLYZE und die Fertigungsdatenanalyse.

## A

#### Aktive Variable

Eine Maschinenvariable, die aufgezeichnet wird und für alle ENLYZE Plattform-Services zugänglich ist.

#### Berechnete Variablen

Variablen, die nicht direkt von der Steuerung gelesen werden, sondern durch Berechnungen aus Rohdaten entstehen (z. B. Raten aus Zählerständen, Summen, Status-Mapping). Siehe [Berechnete Variablen](/konzepte/maschinendaten-verstehen/variablen-und-zeitreihen#berechnete-variablen) für Details.

#### Auftrag

Ein Zeitabschnitt, der die tatsächliche Ausführung eines Produkts an einer Maschine widerspiegelt. Aufträge sind die Basiseinheit zur Berechnung und Nachverfolgung der OEE. Jeder Auftrag ist einer Maschine zugeordnet, produziert ein Produkt und wird zwischen einem klar definierten Start- und Endzeitpunkt ausgeführt.

#### Ausschuss

Fehlerhafte Produkte, die nicht den Qualitätsanforderungen entsprechen. Die durch Ausschuss verursachten Verluste fließen als [Qualitätsverluste](/konzepte/oee-verstehen/qualitat) in die OEE-Berechnung ein.

## C

#### Chargenprotokoll

Dokumentation eines Produktionsauftrags. Basiert auf dem SOP/Einstelldatenblatt und vergleicht die tatsächlichen Werte mit den definierten Grenzen.

#### Co-Pilot

Operator-Assistent in der ENLYZE App. Zeigt die im SOP/Einstelldatenblatt definierten Variablen mit konfigurierten Grenzen im Vergleich zu den aktuellen Maschinendaten an. Hebt Abweichungen für den Bediener hervor.

## D

#### Datenquelle

Ein physisches oder virtuelles OT-Gerät, das über einen Konnektor der ENLYZE Manufacturing Data Platform angebunden wird, um Prozessdaten zu erfassen. Beispiele: SPS (Siemens S7-1200), Modbus-Energiezähler, OPC-UA-Server.

#### Display-Name

Ein in der ENLYZE Manufacturing Data Platform vergebener Anzeigename für eine Variable. Liegt nicht auf der Datenquelle vor, sondern wird bei der Kontextualisierung vergeben.

## E

#### Einstelldatenblatt / SOP

Maschineneinstellungen für ein bestimmtes Produkt. Definiert Zielwerte, Grenzen und Limits für Variablen je Produkt. Basis für Co-Pilot und Chargenprotokoll.

#### Edge Device

Das ENLYZE Edge Device. Ein Gerät, das vor Ort installiert wird, eine Verbindung zu Datenquellen herstellt und die ausgelesenen Datenpunkte in die ENLYZE Manufacturing Data Platform streamt. In früheren Versionen unter dem Produktnamen SPARK bekannt.

#### ENLYZE EDGE

Die Software, die auf dem Edge Device läuft. Ermöglicht die Netzwerkkonfiguration, Routenverwaltung und Anbindung von Datenquellen.

## F

#### Fertigungsauftrag

Die übergeordnete Anweisung, eine bestimmte Menge eines Produkts zu fertigen. Stammt typischerweise aus dem ERP- oder Planungssystem.

## G

#### Golden Run

Der Auftrag für ein Produkt, der die beste Kombination aus Leistung und Qualität erzielt hat. In der ENLYZE App mit einem Pokal gekennzeichnet. Stillstände werden bei der Bestimmung des Golden Run nicht berücksichtigt.

## L

#### Leitvariable

Eine Variable, die als Grundlage für die automatische Stillstandserkennung dient. Typischerweise eine Geschwindigkeit, ein Durchsatz oder ein Takt. Fällt der Wert unter einen konfigurierten Schwellwert, wird ein Stillstand erkannt. Siehe [Erkennung](/konzepte/stillstaende/erkennung) für Details.

## K

#### Kontextualisierung

Hat zwei Bedeutungen je nach Kontext:

1. **Für Stillstände:** Zuordnen von Gründen zu Stillstandsereignissen.
2. **Für Variablen:** Auswahl eines Parameters und Vergabe von Display-Name, Einheit und Skalierungsfaktor.

## M

#### Maschinendaten

Daten, die in Form von Zeitreihen aus einer Datenquelle extrahiert und einer bestimmten Maschine zugeordnet werden.

#### Maximum Demonstrated Speed (MDS)

Die maximale, stabil erreichte Fertigungsgeschwindigkeit für ein bestimmtes Produkt auf einer spezifischen Maschine. Wird automatisch aus der Fertigungshistorie berechnet und als produktbezogene Leistungsreferenz für die OEE verwendet. Siehe [Maximum Demonstrated Speed](/konzepte/oee-verstehen/leistung/maximum-demonstrated-speed) für Details.

## O

#### OEE (Overall Equipment Effectiveness)

Kennzahl für die Maschineneffektivität. Berechnet sich aus Verfügbarkeit x Leistung x Qualität. Ein OEE von 100% bedeutet: keine Stillstände, maximale Geschwindigkeit, kein Ausschuss. Siehe [OEE verstehen](/konzepte/oee-verstehen/das-konzept-oee) für Details.

#### OT (Operational Technology)

Technologien zur Steuerung physischer Prozesse, Geräte und Infrastrukturen in der Fertigung. Beispiele: SPS (speicherprogrammierbare Steuerungen) und Sensoren.

## P

#### Produktionskontext

Die Verbindung von Maschinendaten mit Auftragsdaten. Maschinendaten zeigen, wie produziert wurde. Auftragsdaten zeigen, was produziert wurde. Zusammen ermöglichen sie Analysen wie OEE, Soll-Ist-Vergleiche und Produktanalysen. Siehe [Produktionskontext](/konzepte/produktionskontext) für Details.

#### Platform Grafana

Die von ENLYZE gehostete Grafana-Instanz, in der Produktionsdaten als Dashboards visualisiert werden können.

## S

#### SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung)

Ein Computersystem in der Industrie, das Maschinen und Maschinen steuert. Liest Signale von Sensoren ein, verarbeitet sie nach einem gespeicherten Programm und gibt Steuerbefehle aus. Im Englischen: PLC (Programmable Logic Controller).

#### Stillstand

Ein Zeitraum, in dem eine Maschine nicht produziert. Wird automatisch erkannt, sobald ein definierter Stillstandsparameter unter einen konfigurierten Schwellwert fällt. Siehe [Stillstände](/konzepte/stillstaende) für Details.

## Z

#### Zeitreihe

Eine Abfolge von Messwerten mit Zeitstempeln, die den Verlauf einer Variable über die Zeit dokumentiert. ENLYZE zeichnet Variablen als Zeitreihen auf, indem alle 10 Sekunden der aktuelle Wert von der Datenquelle abgefragt wird. Siehe [Variablen & Zeitreihen](/konzepte/maschinendaten-verstehen/variablen-und-zeitreihen) für Details.

## V

#### Variable

Eine sich über die Zeit ändernde Mess- oder Regelgröße, die von einer Datenquelle bereitgestellt wird. Variablen werden zentral in der ENLYZE Manufacturing Data Platform verwaltet und können aufgezeichnet werden.

#### Variable Discovery

Ein automatisierter Prozess, bei dem ein Edge Device die auf einer Datenquelle verfügbaren Variablen abfragt und in der ENLYZE Manufacturing Data Platform registriert. Unterstützt von Protokollen wie S7+, OPC-UA, OPC-DA, PVI und Beckhoff ADS.

#### Verfügbarkeit

OEE-Komponente, die angibt, wie viel Prozent der geplanten Produktionszeit die Maschine tatsächlich lief. Siehe [Verfügbarkeit](/konzepte/oee-verstehen/verfugbarkeit) für Details.


# Überblick

Die Objekte, mit denen die ENLYZE Manufacturing Data Platform deine Produktion abbildet, und wie sie zusammenhängen.

Die ENLYZE Manufacturing Data Platform bildet deine Produktion über eine Reihe von **Ressourcen** ab: Standorte, Maschinen, Datenquellen, Edge-Devices, Aufträge und mehr. Dieser Bereich erklärt, was jede Ressource bedeutet, wo sie in der Hierarchie sitzt und wo du sie in der ENLYZE App findest.

{% hint style="info" %}
**Plattform und App:** Du nutzt ENLYZE über die **ENLYZE App**, die Weboberfläche. Sie hat zwei Bereiche, zwischen denen du über das Menü unten links wechselst:

* Im **Plattform**-Bereich richtest du deine Dateninfrastruktur ein und verwaltest sie organisationsweit (Standorte, Maschinen, Datenquellen, Edge-Devices, Topologie).
* Im **App**-Bereich arbeitest du standort-bezogen mit deinen Daten: OEE, Stillstände, Analysen, Co-Pilot und Reports.
  {% endhint %}

## Die Hierarchie deiner Produktion

Die Ressourcen bauen aufeinander auf. Ein Unternehmen gruppiert seine Standorte, Standorte gruppieren Maschinen, Maschinen werden über Datenquellen mit Daten versorgt, und Datenquellen liefern einzelne Variablen:

```
Unternehmen (Organisation)
└── Standort
    └── Maschine
        └── Datenquelle
            └── Variable
```

Die oberste Ebene ist das **Unternehmen**. Jedes Unternehmen wird in ENLYZE als eigene **Organisation** dargestellt: Alle Standorte, Maschinen und Daten liegen innerhalb dieser einen Organisation und sind von anderen Unternehmen isoliert. Nutzer werden dabei ebenfalls der Organisation zugeordnet. Die Verwaltung von Nutzern und deren Rollen findest du unter [Nutzerverwaltung](/administration/nutzerverwaltung).

Dieses Hierarchiemodell orientiert sich am Industriestandard ISA-95 (IEC 62264), der Produktionsanlagen von der Unternehmens- bis zur Geräteebene strukturiert. ENLYZE nutzt davon die für die Datenerfassung relevanten Ebenen.

## Ressourcen im Überblick

[**Produktionshierarchie**](/ressourcen/produktionshierarchie) beschreibt, was beim Kunden physisch existiert:

* [**Standorte**](/ressourcen/produktionshierarchie/standorte): die oberste Gruppierung deiner Produktionsumgebung.
* [**Maschinen**](/ressourcen/produktionshierarchie/maschinen): entspricht den einzelnen Maschinen oder Linien, für die Kennzahlen wie der OEE etc. berechnet werden.

[**Dateninfrastruktur**](/ressourcen/dateninfrastruktur) beschreibt, wie ENLYZE die Daten erfasst:

* [**Datenquellen**](/ressourcen/dateninfrastruktur/datenquellen): werden unterschieden in OT Datenquellen wie die Steuerungen/SPS, Zähler und Sensoren, aus denen Prozessdaten gelesen werden und IT Datenquellen wie ERP, MES und QMS Systeme aus denen der Produktionskontext ausgelesen wird.
* [**Edge-Devices**](/ressourcen/dateninfrastruktur/edge-devices): die Geräte, die Datenquellen anbinden und Daten in die Plattform streamen.

[**Produktionskontext**](/ressourcen/produktionskontext) beschreibt, was in der Produktion passiert:

* [**Aufträge**](/ressourcen/produktionskontext/auftraege): ordnen Maschinendaten einem Produkt und Zeitraum zu.
* [**Produkte**](/ressourcen/produktionskontext/produkte): das, was gefertigt wird.
* [**Stillstände**](/ressourcen/produktionskontext/stillstaende): Zeiträume, in denen eine Maschine nicht produziert.
* [**Einstelldatenblätter**](/ressourcen/produktionskontext/einstelldatenblaetter): die Maschineneinstellungen je Produkt.

## Zusammenhänge visualisieren: der Topology View

Der **Topology View** in der Plattform zeigt alle Ressourcen und ihre Beziehungen als interaktiven Graphen. Standorte, Maschinen, Edge-Devices und Datenquellen erscheinen als Knoten, ihre Verbindungen als Kanten.

<figure><img src="/files/untPoE5FeHZJqLn6j3Aj" alt="Der Topology View mit Datenquellen, die über ein Edge Device angebunden sind"><figcaption><p>Der Topology View zeigt Ressourcen und ihre Verbindungen als Graph.</p></figcaption></figure>

So siehst du auf einen Blick, welche Datenquelle über welches Edge-Device angebunden ist und zu welcher Maschine an welchem Standort sie gehört. Du kannst nach Knoten suchen, nach Standort filtern und Verbindungsfehler direkt im Graphen erkennen. Der Topology View eignet sich daher gut, um deine Infrastruktur zu überprüfen und Anbindungsprobleme einzugrenzen.

Die Topologie Ansicht ist auch ideal, um Probleme in der Infrastruktur zu erkennen und die Fehlerursachen zu identifizieren. Verbindungsprobleme, werden durch rot eingefärbte Nodes dargestellt. Um weitere Details über die Ursachen zu erfahren, einfach auf die Node klicken. Dort sind dann weitere Details zur Ursache angegeben.

[**In der App öffnen**](https://app.enlyze.com/platform/infrastructure/topology-view)


# Produktionshierarchie

Standorte und Maschinen bilden die physische Struktur deiner Produktion ab.

Um deine Produktion in die digitale Welt zu überführen, modellierst du sie in ENLYZE als hierarchische Struktur aus Standorten und Maschinen:

* [**Standorte**](/ressourcen/produktionshierarchie/standorte): die oberste Gruppierung deiner Produktionsumgebung nach physischen Orten.
* [**Maschinen**](/ressourcen/produktionshierarchie/maschinen): die Assets, auf denen du deine Produkte herstellst und für die später Kennzahlen wie OEE berechnet werden.

Die Produktionshierarchie ist das Fundament: Alle weiteren Ressourcen bauen darauf auf oder werden mit diesen Elementen verknüpft. Du kannst die Struktur jederzeit anpassen, indem du Ressourcen umbenennst, löschst oder in der Hierarchie verschiebst.

Wie du deine Maschinen sinnvoll zuschneidest (eine Linie als eine Maschine oder aufgeteilt in mehrere), erklärt der Abschnitt [Deine Produktion modellieren](/ressourcen/produktionshierarchie/maschinen#deine-produktion-modellieren) auf der Maschinen-Seite.


# Standorte

Standorte gruppieren deine Produktionsumgebung nach physischen Orten.

Ein **Standort** ist die oberste Gruppierung innerhalb der ENLYZE Produktionsmodellierung. Er kann Folgendes darstellen:

* ein physisches Produktionswerk,
* eine einzelne Fabrik,
* einen Bereich oder eine Abteilung innerhalb einer größeren Einrichtung.

## Warum Standorte wichtig sind

Standorte ermöglichen es dir, Daten auf Basis physischer oder logischer Produktionszonen zu isolieren und zu verwalten.

{% hint style="info" %}
Ein [Edge Device](/ressourcen/dateninfrastruktur/edge-devices) kann nur einem einzigen Standort zugeordnet werden. Wenn du deine Produktion in separate Standorte aufteilen möchtest, benötigst du mindestens ein Edge Device pro Standort und musst sicherstellen, dass die Datenquellen für den jeweiligen Standort vom jeweiligen Edge Device aus erreichbar sind.
{% endhint %}

Standorte begegnen dir in beiden Bereichen der [ENLYZE App](/ressourcen/ressourcen), mit unterschiedlichem Zweck: Im **Plattform**-Bereich verwaltest du sie standortübergreifend, im **App**-Bereich wählst du genau einen Standort, auf den alle Daten gescoped sind.

## Standorte im Plattform-Bereich

Im Plattform-Bereich siehst du in der Standort-Übersicht alle Standorte deiner Organisation als Tabelle, jeweils mit der Anzahl der zugeordneten Maschinen. Hier verwaltest du deine Infrastruktur über alle Standorte hinweg: Maschinen, Datenquellen und Edge-Devices werden standortübergreifend für die gesamte Organisation angezeigt. Die Detailansicht eines Standorts zeigt seine Maschinen und den Verbindungsstatus ihrer Datenquellen (online, offline oder unbekannt).

<figure><img src="/files/r0C0YLnaQCOpq1yBRSvv" alt="Die Standort-Übersicht im Plattform-Bereich als Tabelle"><figcaption><p>Der Plattform-Bereich listet alle Standorte der Organisation.</p></figcaption></figure>

[**In der App öffnen**](https://app.enlyze.com/platform/sites)

## Standortauswahl im App-Bereich

Im App-Bereich, mit dem die Operations-Nutzenden arbeiten, wählst du zunächst deinen Standort. Anders als im Plattform-Bereich sind hier alle Daten, Kennzahlen und Insights auf den gewählten Standort gescoped, sodass jede Person genau die Produktion ihres Standorts sieht.

Den Standort wechselst du über das Menü oben links: dort wählst du zuerst die Organisation und darunter den Standort.

<figure><img src="/files/4kbjntzHEBwYUkBK18G2" alt="Auswahl von Organisation und Standort im Menü der ENLYZE App" width="280"><figcaption><p>Im App-Bereich wählst du Organisation und Standort; alle Daten sind auf den gewählten Standort gescoped.</p></figcaption></figure>

## Beziehungen

* Ein Standort enthält eine oder mehrere [Maschinen](/ressourcen/produktionshierarchie/maschinen).
* Einem Standort sind die [Edge-Devices](/ressourcen/dateninfrastruktur/edge-devices) zugeordnet, die dort Datenquellen anbinden.

Wie du Standorte und Maschinen für deinen konkreten Fall zuschneidest, erklärt der Abschnitt [Deine Produktion modellieren](/ressourcen/produktionshierarchie/maschinen#deine-produktion-modellieren).


# Maschinen

Maschinen sind die Einheiten, für die ENLYZE Kennzahlen wie OEE berechnet.

Innerhalb jedes [Standorts](/ressourcen/produktionshierarchie/standorte) definierst du eine oder mehrere **Maschinen**. Eine Maschine ist die kleinste Einheit, für die ENLYZE Kennzahlen berechnet. Sie ist nicht zwingend eine physische Maschine, sondern kann Folgendes bedeuten:

* eine einzelne physische Maschine,
* eine logische Darstellung mehrerer physischer Maschinen (z. B. eine Produktionslinie),
* Peripheriegeräte, die zwar nicht direkt produzieren, aber die Produktion beeinflussen (z. B. ein Energiezähler für die gesamte Produktionshalle oder Sensoren, die Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit messen).

## Anwendungsfälle

* Wenn deine Produktion in Linien organisiert ist (z. B. Abfüllen → Etikettieren → Verpacken), kann jeder Schritt als separate Maschine modelliert werden.
* Alternativ kannst du die gesamte Linie als eine Maschine modellieren, wenn deine Nachverfolgung und Berichterstattung auf Linienebene erfolgt.

Welche Variante für dich passt, erklärt der Abschnitt [Deine Produktion modellieren](#deine-produktion-modellieren) weiter unten.

## Einblicke auf Maschinenebene

* [**OEE**](/konzepte/oee-verstehen) (Overall Equipment Effectiveness) wird pro Maschine berechnet.
* [**Stillstände**](/ressourcen/produktionskontext/stillstaende) werden auf Maschinenebene erfasst und kategorisiert.
* [**Aufträge**](/ressourcen/produktionskontext/auftraege) werden Maschinen zugeordnet, was eine präzise Nachverfolgung ermöglicht, was wo und wann produziert wurde.

{% hint style="info" %}
In Produktionslinien, bei denen die Produktionsschritte auf mehrere Maschinen verteilt sind, kannst du Aufträge nur einer repräsentativen Maschine in der Linie zuordnen.
{% endhint %}

## Maschinen im Plattform-Bereich

Im Plattform-Bereich siehst du in der Maschinen-Übersicht alle Maschinen über alle Standorte hinweg, jeweils mit Standortname und dem Verbindungsstatus ihrer Datenquellen (online, offline oder unbekannt). Die Detailansicht einer Maschine zeigt ihre Datenquellen und die zugeordneten Edge-Devices.

<figure><img src="/files/bWorBG8PU4CbZDbj2wn1" alt="Die Maschinen-Übersicht im Plattform-Bereich als Tabelle"><figcaption><p>Der Plattform-Bereich listet alle Maschinen der Organisation mit Standort und Datenquellen-Status.</p></figcaption></figure>

[**In der App öffnen**](https://app.enlyze.com/platform/machines)

## Maschinen im App-Bereich

Im App-Bereich gibt es keine Verwaltungsübersicht wie im Plattform-Bereich. Stattdessen begegnen dir Maschinen auf zwei Arten:

* **Als Filter:** Maschinen sind überall präsent. Du konfigurierst deine Ansichten, Kennzahlen und Analysen, indem du sie auf einzelne Maschinen einschränkst.
* **In der Home-Übersicht:** Dort siehst du alle Maschinen deines Standorts auf einen Blick, mit Produktionsmonitoring, Maschinenstatus und OEE.

<figure><img src="/files/ZR5IKTIW5Hxs7amfhHer" alt="Die Home-Übersicht im App-Bereich mit allen Maschinen des Standorts"><figcaption><p>Die Home-Übersicht zeigt alle Maschinen des Standorts mit Produktionsmonitoring und OEE.</p></figcaption></figure>

[**In der App öffnen**](https://app.enlyze.com/)

## Beziehungen

* Eine Maschine gehört zu genau einem [Standort](/ressourcen/produktionshierarchie/standorte).
* Eine Maschine kann mehrere [Datenquellen](/ressourcen/dateninfrastruktur/datenquellen) haben.
* Einer Maschine werden [Aufträge](/ressourcen/produktionskontext/auftraege) zugeordnet.

## Deine Produktion modellieren

Eine der ersten Entscheidungen beim Modellieren ist der Zuschnitt deiner Maschinen: Modellierst du eine Linie als eine einzige Maschine oder teilst du sie in mehrere auf? Die folgenden zwei Beispiele zeigen, wann welche Variante sinnvoll ist.

### Beispiel 1: Linie als eine einzige Maschine

**Szenario**\
Du betreibst eine Kunststoff-Extrusionslinie mit folgenden Komponenten:

* Extruder
* Kalibrator
* Abzug
* Schneider

Diese Komponenten laufen **immer gemeinsam** als eng integrierte Einheit, und du verfolgst **die Leistung auf Linienebene** und nicht pro Station.

**ENLYZE Modellierung**

* **Standort:** „Haupt-Extrusionswerk“
* **Maschine:** „Extrusionslinie 1“
* **Datenquellen:** mehrere SPSen (z. B. eine für den Extruder, eine für Abzug & Kalibrator, eine für den Schneider), alle der Maschine zugeordnet
* **Aufträge:** zu „Extrusionslinie 1“ zugeordnet

**Vorteile:**

* Vereinfachte Nachverfolgung
* Entspricht der Geschäftslogik, wenn die Leistung der Linie als Ganzes bewertet wird
* Verluste im OEE lassen sich ganzheitlicher zuordnen.

### Beispiel 2: Linie aufgeteilt in mehrere Maschinen

**Szenario**\
Deine Extrusionslinie besteht aus denselben vier Komponenten, aber:

* Stillstände treten oft isoliert auf (z. B. der Schneider stoppt, während der Extruder weiter Ausschuss produziert)
* Du möchtest einzelne Schritte im Prozess optimieren (z. B. Kalibrierzeit reduzieren oder Schlupf im Abzug minimieren)

**ENLYZE Modellierung**

* **Standort:** „Haupt-Extrusionswerk“
* **Maschinen:**
  * „Extruder“
  * „Kalibrator“
  * „Abzugseinheit“
  * „Schneider“
* **Datenquellen:** Jede SPS ist der entsprechenden Maschine zugeordnet (oder geklont, falls notwendig)
* **Aufträge:** einer bestimmten Maschine zugeordnet (z. B. dem Extruder), während andere unterstützend wirken

**Vorteile:**

* Detaillierter Einblick in Schwachstellen
* Ermöglicht stationsspezifische Optimierungen
* Nützlich bei häufigen Teil-Stillständen der Linie

{% hint style="info" %}
**Noch unsicher, wie du deine Produktion am besten modellieren sollst?**\
Zögere nicht, uns zu kontaktieren. Wir besprechen deinen konkreten Fall gerne mit dir.
{% endhint %}


# Dateninfrastruktur

Datenquellen und Edge-Devices erfassen die Prozessdaten deiner Maschinen.

Die Dateninfrastruktur beschreibt, wie ENLYZE die Daten aus deiner Produktion erfasst. Während [Standorte und Maschinen](/ressourcen/produktionshierarchie) abbilden, was physisch existiert, beschreibt dieser Bereich die Anbindungsschicht: woher die Rohdaten kommen und über welches Edge Device sie in die Plattform gelangen.

* [**Datenquellen**](/ressourcen/dateninfrastruktur/datenquellen): die Steuerungen, Zähler, Sensoren und IT-Systeme aus denen Daten ausgelesen werden.
* [**Edge-Devices**](/ressourcen/dateninfrastruktur/edge-devices): die Geräte, die Datenquellen anbinden und die Daten in die ENLYZE Manufacturing Data Platform streamen.


# Datenquellen

Datenquellen sind die Geräte und Systeme, aus denen ENLYZE Daten erfasst.

Eine **Datenquelle** ist ein Gerät oder System, das ENLYZE über einen Konnektor anbindet, um dessen Daten zugänglich zu machen. Aus den angebundenen Datenquellen extrahiert ENLYZE die Daten, bereitet sie auf, modelliert und harmonisiert sie.

ENLYZE unterscheidet zwei Arten von Datenquellen:

* **OT-Datenquellen** sind Geräte auf dem Shopfloor, etwa Steuerungen (SPS), Sensoren oder Energiezähler. Aus ihnen erhält ENLYZE Zeitreihen- bzw. Prozessdaten. Welche OT-Datenquellen unterstützt werden und wie die Anbindung erfolgt, erfährst du unter [OT-Connectivity](/connect/ot-connectivity).
* **IT-Datenquellen** sind IT-Systeme, etwa ERP-, MES- oder QMS-Systeme. Aus ihnen erhält ENLYZE typischerweise den Produktionskontext (Auftrag, Produkt, Ausschuss usw.). Wie IT-Systeme angebunden und ausgelesen werden, erfährst du unter [IT-Connectivity](/connect/it-connectivity).

In der App werden aktuell nur **OT-Datenquellen** dargestellt: Sie werden in ENLYZE modelliert und über Konnektoren angebunden, sodass du nachvollziehst, von wo welche Daten kommen. **IT-Systeme** werden von ENLYZE über individuelle ETL-Jobs (Extract, Transform, Load) angebunden und ausgelesen und tauchen nicht explizit in der App auf.

{% hint style="info" %}
ENLYZE kann grundsätzlich auch Daten an angebundene Systeme zurückschreiben.
{% endhint %}

## Datenquellen in der Plattform

In der Datenquellen-Übersicht siehst du alle Datenquellen über alle Maschinen hinweg, eingeordnet nach Standort und Maschine, mit Konnektor-Typ und Verbindungsstatus.

<figure><img src="/files/bzW43oiSc2ArjHVx4S5P" alt="Die Datenquellen-Übersicht im Plattform-Bereich als Tabelle"><figcaption><p>Die Datenquellen-Übersicht mit Standort, Maschine, Host, Konnektor, letztem Auslesezeitpunkt und Edge Device.</p></figcaption></figure>

Die Detailansicht einer Datenquelle zeigt Hersteller und Gerätemodell, die Verbindungsdetails, den zugeordneten Konnektor und das [Edge Device](/ressourcen/dateninfrastruktur/edge-devices) sowie den Status der letzten Auslesung samt möglicher Fehler.

[**In der App öffnen**](https://app.enlyze.com/platform/data-sources)

## Variablen

Eine **Variable** ist ein konkreter Datenpunkt, den ENLYZE aus einer Datenquelle ausliest, zum Beispiel eine Temperatur, eine Geschwindigkeit oder ein Zählerstand. Eine Datenquelle stellt typischerweise mehrere Variablen bereit, von denen du gezielt die relevanten aufzeichnest.

Aufgezeichnete Variablen erhalten in ENLYZE einen Anzeige-Namen, eine Einheit und bei Bedarf einen Skalierungsfaktor und stehen anschließend in Nahechtzeit sowie historisch zur Verfügung.

## Beziehungen

* Eine Datenquelle gehört zu genau einer [Maschine](/ressourcen/produktionshierarchie/maschinen).
* OT-Datenquellen werden über ein [Edge Device](/ressourcen/dateninfrastruktur/edge-devices) angebunden.
* OT-Datenquellen liefern eine oder mehrere Variablen.

## Anbindung von Datenquellen

Wie du Datenquellen technisch anbindest, erklären die Bereiche [OT-Connectivity](/connect/ot-connectivity) und [IT-Connectivity](/connect/it-connectivity).


# Edge-Devices

Edge Devices binden Datenquellen an und streamen ihre Daten in die ENLYZE Plattform.

Ein **Edge Device** ist die von ENLYZE bereitgestellte Hardware, die deine [Datenquellen](/ressourcen/dateninfrastruktur/datenquellen) anbindet und ihre Daten in die ENLYZE Manufacturing Data Platform streamt. Es wird in die Netzwerkinfrastruktur an deinem Standort integriert.

Das Edge Device verbindet dabei zwei Netze:

* Auf der einen Seite ist es mit dem **OT-Netz** bzw. direkt mit der Datenquelle verbunden.
* Auf der anderen Seite ist es mit einem **Netz mit Internetzugang** verbunden, über das es die Daten an die Manufacturing Data Platform streamt.

Diese beiden Netze sind **voneinander getrennt**. Dadurch hängen deine Steuerungen, Datenquellen und Maschinen nicht direkt im Internet.

Auf dem Edge Device läuft die ENLYZE-Software samt der **Konnektoren**, über die die Verbindung zu den Datenquellen hergestellt wird. ENLYZE spielt kontinuierlich Sicherheits-Updates auf und stellt den sicheren Betrieb der Geräte sicher. Mehr dazu erfährst du unter [Sicherheit](/connect/sicherheit).

{% hint style="info" %}
Frühere Bezeichnung: „SPARK“. In der Plattform und in dieser Dokumentation heißt das Gerät durchgängig **Edge Device**.
{% endhint %}

## Edge Devices in der Plattform

In der Edge-Device-Übersicht siehst du alle Edge Devices mit ihrem Standort, ihrem Verbindungsstatus (online, offline oder unbekannt), dem Zeitpunkt der letzten Verbindung sowie der Anzahl der angebundenen Datenquellen. Die Detailansicht zeigt die Konfiguration eines Edge Devices und die Datenquellen, die darüber angebunden sind.

<figure><img src="/files/0DVt6FlB9TX74GFFxAvr" alt="Die Edge-Device-Übersicht im Plattform-Bereich als Tabelle"><figcaption><p>Die Edge-Device-Übersicht mit Standort, letzter Verbindung und Status der angebundenen Datenquellen.</p></figcaption></figure>

So erkennst du schnell, ob ein Edge Device erreichbar ist und welche Datenquellen betroffen sind, falls eine Verbindung ausfällt.

{% hint style="info" %}
Edge Devices können nicht aus der App erstellt werden, da es sich um Hardware handelt. Wenn du weitere Edge Devices benötigst, nimm Kontakt mit ENLYZE auf.
{% endhint %}

[**In der App öffnen**](https://app.enlyze.com/platform/edge-devices)

## Beziehungen

* Ein Edge Device gehört zu genau einem [Standort](/ressourcen/produktionshierarchie/standorte).
* Ein Edge Device bindet eine oder mehrere [Datenquellen](/ressourcen/dateninfrastruktur/datenquellen) an.

## Einrichtung

Wie viele Edge Devices du benötigst und welche Integrationsszenarien möglich sind (inklusive Vor- und Nachteilen), erfährst du unter [Integrationsszenarios](/connect/integrationsszenarios). Wie du ein Edge Device vorbereitest, installierst und mit der Plattform verbindest, erklärt der Bereich [Edge Device](/connect/edge-device) unter Connect.


# Produktionskontext

Aufträge, Produkte, Stillstände und Einstelldatenblätter geben den Maschinendaten Bedeutung.

Der Produktionskontext beschreibt, was in der Produktion passiert. Diese Ressourcen geben den reinen Maschinendaten Bedeutung: Sie ordnen jeden Datenpunkt einem Produkt, einem Zeitraum und einem Betriebszustand zu und sind die Grundlage für Kennzahlen wie OEE.

* [**Aufträge**](/ressourcen/produktionskontext/auftraege): ordnen Maschinendaten einem Produkt und einem Zeitraum zu.
* [**Produkte**](/ressourcen/produktionskontext/produkte): das, was auf deinen Maschinen gefertigt wird.
* [**Stillstände**](/ressourcen/produktionskontext/stillstaende): Zeiträume, in denen eine Maschine nicht produziert.
* [**Einstelldatenblätter**](/ressourcen/produktionskontext/einstelldatenblaetter): die Maschineneinstellungen je Produkt.


# Aufträge

Aufträge und Produkte in der ENLYZE Plattform verwalten.

In ENLYZE ist ein Auftrag ein zentrales Konzept zur Leistungsnachverfolgung und zur Berechnung wichtiger Kennzahlen wie der **OEE** (Overall Equipment Effectiveness).

Fertigungsaufträge geben den Maschinendaten einen **Kontext**. Auf diese Weise wird jeder aufgezeichnete Datenpunkt einem bestimmten Produkt zugeordnet, für das bestimmte Produktionsbedingungen erwartet werden können.

<figure><img src="/files/qRhJ4f19LmqFHQKBH6mI" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

## Fertigungsaufträge in ENLYZE

Ein Auftrag in ENLYZE ist durch folgende Merkmale definiert:

* er ist einer in ENLYZE registrierten Maschine zugeordnet,
* er produziert ein [Produkt](/ressourcen/produktionskontext/produkte), und
* er wird ununterbrochen zwischen einem klar definierten Start- und Endzeitpunkt ausgeführt.

Aufträge, die demselben Produkt zugeordnet sind, werden in ENLYZE auf verschiedene nützliche Arten verwendet:

* sie werden mit einer maximalen produktspezifischen Leistung gemessen, um deren Leistung zu bestimmen,
* sie dienen zur Berechnung der [Qualitäts](/konzepte/oee-verstehen/qualitat)-KPI,
* sie ermöglichen die Identifikation des [Golden Run](/produktionsoptimierung/golden-run),
* sie erlauben eine produktspezifische Prozesssteuerung dank des [Einstelldatenblatts](/produktionsoptimierung/einstelldatenblatt) und [Co-Pilot](/produktionsoptimierung/co-pilot)-Funktion.

Darüber hinaus sind Aufträge die Basiseinheit zur Berechnung und Nachverfolgung der OEE. Hier kannst du mehr darüber erfahren, wie die OEE und ihre Bestandteile für einen Fertigungsauftrag berechnet werden.

### Eindeutigkeit von Fertigungsaufträgen

Ein Auftrag in ENLYZE muss eindeutig benannt sein. Das ist notwendig, um die im Hintergrund laufenden Berechnungen durchführen zu können. Diese Anforderung gilt für alle Aufträge über sämtliche Produkte, Maschinen und Standorte hinweg.

In der Realität gibt es jedoch viele Situationen, in denen sich ein Fertigungsauftrag zeitlich wiederholt oder auf verschiedenen Maschinen ausgeführt wird. Hier sind einige typische Fälle und wie wir sie lösen.

#### **Chargen und Batches**

Ein einzelner Fertigungsauftrag kann aufgrund von Größen-, Lager- oder nachgelagerten Prozessbeschränkungen in mehreren separaten Chargen oder Batches abgeschlossen werden. Chargen desselben Auftrags werden nicht immer direkt hintereinander produziert, und es ist üblich, Fertigungsaufträge zu sehen, die über mehrere Zeiträume hinweg ausgeführt werden.

{% hint style="success" %}
**Unsere Lösung:**\
Wir definieren Teilauftragsnamen. Auf diese Weise bleibt der Fertigungsauftrag eindeutig, aber du kannst die verschiedenen Blöcke deines Auftrags jederzeit nachverfolgen.
{% endhint %}

<figure><img src="/files/6M6lDM6FJjx2pVGpdcpt" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

#### **Rückverfolgbarkeit**

Ein Fertigungsauftrag wird auf mehreren Maschinen bearbeitet. Um die Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten, behält der Auftrag oft seinen Namen und wiederholt sich über die Maschinen hinweg.

{% hint style="success" %}
**Unsere Lösung:**\
Wir fügen den Aufträgen ein Präfix oder ein Suffix hinzu, das zur Maschine passt, auf der sie laufen, z. B.:\
**EX1-FA-72EC** und **EX2-FA-72EC**.
{% endhint %}

## Das könnte dich interessieren

{% content-ref url="/pages/7z3AADhoxONhCSyphqtt" %}
[IT-Connectivity](/connect/it-connectivity)
{% endcontent-ref %}

{% content-ref url="/pages/GyeIwfSLfHhLstWJUjxZ" %}
[Überlappende Aufträge analysieren](/produktionsoptimierung/datenqualitaet/ueberlappende-auftraege)
{% endcontent-ref %}


# Produkte

Produkte sind das, was auf deinen Maschinen gefertigt wird.

Ein **Produkt** ist das, was auf deinen Maschinen gefertigt wird. Jeder [Auftrag](/ressourcen/produktionskontext/auftraege) ist genau einem Produkt zugeordnet. Dadurch weiß ENLYZE, was zu einem bestimmten Zeitpunkt produziert wurde, und kann produktspezifische Erwartungen an die Produktion ableiten.

## Warum Produkte wichtig sind

Aufträge desselben Produkts werden in ENLYZE zusammen betrachtet. Das ermöglicht eine Reihe von Auswertungen:

* **Leistung:** Jedes Produkt hat eine eigene maximale Leistung, an der die tatsächliche [Leistung](/konzepte/leistung) gemessen wird (Maximum Demonstrated Speed).
* **Qualität:** Die [Qualitäts](/konzepte/oee-verstehen/qualitat)-KPI wird produktspezifisch berechnet.
* **Golden Run:** Über alle Aufträge eines Produkts lässt sich der [Golden Run](/produktionsoptimierung/golden-run) identifizieren, also der beste bisher gefahrene Lauf.
* **Prozesssteuerung:** Je Produkt lassen sich im [Einstelldatenblatt](/ressourcen/produktionskontext/einstelldatenblaetter) Zielwerte und Grenzen für Variablen hinterlegen.

## Beziehungen

* Ein Produkt wird über einen oder mehrere [Aufträge](/ressourcen/produktionskontext/auftraege) gefertigt.
* Einem Produkt kann ein [Einstelldatenblatt](/ressourcen/produktionskontext/einstelldatenblaetter) je Maschine zugeordnet sein.


# Stillstände

Stillstände sind Zeiträume, in denen eine Maschine nicht produziert.

Ein **Stillstand** ist ein Zeitraum, in dem eine [Maschine](/ressourcen/produktionshierarchie/maschinen) nicht produziert. ENLYZE erkennt Stillstände automatisch und ordnet sie der jeweiligen Maschine zu. Jedem Stillstand kann ein **Stillstandsgrund** zugewiesen werden, der die Ursache kategorisiert.

Stillstände sind eine zentrale Grundlage für die Verfügbarkeit als Bestandteil der [OEE](/konzepte/oee-verstehen) und helfen dir, wiederkehrende Ursachen für Produktionsausfälle zu erkennen.

## Stillstände in der Plattform

In der Stillstandsliste siehst du die erkannten Stillstände einer Maschine mit Zeitraum und zugewiesenem Grund. Von dort weist du Gründe zu und analysierst Ausfallmuster.

## Mehr zu Stillständen

Diese Seite beschreibt den Stillstand als Ressource. Die Details findest du hier:

* [**Erkennung**](/konzepte/stillstaende/erkennung): wie ENLYZE Stillstände automatisch erkennt.
* [**Kategorien & Zuordnung**](/konzepte/stillstaende/kategorien-und-zuordnung): wie Stillstandsgründe strukturiert sind.
* [**Stillstandskatalog aufbauen**](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-definieren) und [**Gründe zuweisen**](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-zuweisen): wie du im Alltag mit Stillständen arbeitest.


# Einstelldatenblätter

Einstelldatenblätter halten die Maschineneinstellungen je Produkt fest (auch SOP genannt).

Ein **Einstelldatenblatt** (auch **SOP**, Standard Operating Procedure) hält die Maschineneinstellungen für ein bestimmtes [Produkt](/ressourcen/produktionskontext/produkte) fest. Es definiert Zielwerte, Sollbereiche und Grenzen für Variablen, sodass eine Maschine reproduzierbar im optimalen Zustand gefahren werden kann.

Das Einstelldatenblatt ist die Grundlage für zwei weitere Funktionen:

* den [**Co-Pilot**](/produktionsoptimierung/co-pilot), der den Bedienenden die im Einstelldatenblatt definierten Sollwerte im Vergleich zu den Live-Maschinendaten anzeigt und Abweichungen hervorhebt,
* das [**Chargenprotokoll**](/produktionsoptimierung/chargenprotokoll), das die tatsächlichen Werte einer Charge gegen die definierten Bereiche dokumentiert.

## Beziehungen

* Ein Einstelldatenblatt gehört zu genau einem [Produkt](/ressourcen/produktionskontext/produkte) je Maschine.

## Mehr zu Einstelldatenblättern

Diese Seite beschreibt das Einstelldatenblatt als Ressource. Wie du ein Einstelldatenblatt anlegst und pflegst, erklärt die Seite [Einstelldatenblatt](/produktionsoptimierung/einstelldatenblatt) unter Produktionsoptimierung.


# Plattform vorbereiten

Verstehe die Struktur deiner individuellen ENLYZE Plattform

Die ENLYZE Manufacturing Data Platform sammelt und kombiniert Produktionsdaten aus verschiedenen Quellen, um produktionsrelevante Erkenntnisse zu liefern. Sie ist rund um zentrale Entitäten wie Standorte, Maschinen, Datenquellen und Edge Devices strukturiert.

Diese Anleitung zeigt, wie die Struktur und Konfiguration deiner individuellen ENLYZE Plattform eingesehen und verstanden werden können.

## Deine Edge Devices

Ein Edge Device ist ein Gerät, das vor Ort installiert wird und Produktionsanlagen mit der ENLYZE Plattform verbindet. Abhängig vom individuellen Set-up kann ein oder mehrere Edge Devices in deiner Produktion installiert sein. Jedes Edge Device verfügt über:

* einen eindeutigen Hostnamen,
* portspezifische Konfigurationen
* und eine Verbindung zu einer oder mehreren Datenquellen.

Weitere Informationen zur Edge Device-Hardware, zu Port-Funktionen und zu Konfigurationsdetails findest du in der [Edge Device Dokumentation](/connect/edge-device).

### Edge Device-Übersicht

In der [ENLYZE Web Application](https://app.enlyze.com/) lässt sich eine Übersicht der installierten Edge Devices aufrufen. Dafür unter `Einstellungen > Edge Devices` navigieren. Der Abschnitt zeigt alle vorhandenen Edge Devices mit Verbindungsstatus und den zugehörigen Datenquellen:

<figure><img src="/files/I199xlMnYVDP8743dl7Y" alt=""><figcaption><p>Edge Device Übersicht</p></figcaption></figure>

### Edge Device-Detailansicht

Ein Edge Device in der Liste kann ausgewählt werden, um eine Detailansicht in der Seitenleiste zu öffnen. Diese liefert wichtige Informationen, wie:

* den aktuellen Verbindungsstatus mit Zeitstempel der letzten Datenabfrage,
* Details zur Port-Konfiguration
* sowie die angeschlossenen Datenquellen mit ihrem jeweiligen Verbindungsstatus.

<figure><img src="/files/4t447LfBTZqkZVvcuLXd" alt=""><figcaption><p>Edge Device Detailansicht</p></figcaption></figure>

## IoT-Topologie (Plattformstruktur)

Eine schematische Darstellung der Plattformstruktur befindet sich unter `Einstellungen > IoT-Topologie`. Diese Ansicht zeigt die Beziehungen zwischen Maschinen, Datenquellen und Edge Devices.

<figure><img src="/files/CuPufYiqTOvQhJhyGh2t" alt=""><figcaption><p>IOT-Topologie Ansicht</p></figcaption></figure>

{% hint style="info" %}
**Hinweis**: Die IoT-Topologie ist standortspezifisch. Zum Wechsel des Standorts den Standortselektor in der oberen linken Ecke der Navigationsleiste verwenden.
{% endhint %}


# Integrationsszenarios

Das passende Integrationsszenario für dein Edge Device auswählen.

Im Folgenden erhältst du einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zur Anbindung von Datenquellen an ENLYZE und die Installation des Edge Device [Edge Device](/connect/edge-device). Abhängig von der vorhandenen Netzwerkarchitektur kann der Anschluss von Datenquellen direkt Punkt-zu-Punkt oder über Netzwerk-Switches erfolgen. Die Installationsszenarien sind beliebig kombinierbar und richten sich stets nach den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort.

## Systemaufbau

Zentraler Bestandteil ist der [Edge Device](/connect/edge-device). Er stellt eine Verbindung zu [Datenquellen](/ressourcen/dateninfrastruktur/datenquellen) her, liest ausgewählte Datenpunkte aus und streamt diese in die ENLYZE Manufacturing Data Platform. Zwei gegeneinander abgesicherte Subnetze (zwei physische Netzwerkkarten) stellen sicher, dass die Maschine nicht mit dem Internet verbunden wird. Mehr dazu hier: [Sicherheit](/connect/sicherheit)

## Anforderungen an den Installationsort

Unabhängig des Einbauszenarios muss am Installationsort folgendes gegeben sein:

1. Stromversorgung über 230V via Schuko-Stecker oder Hutschiene
2. Internet-Zugang via Ethernet oder WLAN

Weitere Details befinden sich hier: [Edge Device](/connect/edge-device)

## **Direkte Verbindung mit einer Steuerung** <a href="#direkte-verbindung-mit-einer-steuerung" id="direkte-verbindung-mit-einer-steuerung"></a>

<div data-full-width="false"><figure><img src="/files/FeUMKrV3JVOeZTqNup3U" alt=""><figcaption></figcaption></figure></div>

**Typischer Einbauort**

Das Edge Device wird im Schaltschrank einer Linie installiert.

**Besonderheiten**

Dieses Installationsszenario ermöglicht es, über serielle Schnittstellen kommunizierende Steuerungen im Schaltschrank anzuschließen.

Da eine Punkt-zu-Punkt Verbindung mit der Steuerung und dem Edge Device hergestellt wird, lassen sich bei diesem Szenario lediglich jeweils eine Ethernet- und eine seriell gestützte Datenquelle einbinden.

**Ggf. nachzurüsten**

Falls im Schaltschrank noch keine Internetverbindung über Ethernet oder WLAN vorhanden ist, muss eine Vernetzung vorgenommen werden, sodass das Edge Device eine Verbindung mit der ENLYZE Plattform aufbauen kann.

## **Anbindung über einen maschineninternen Netzwerk-Switch** <a href="#anbindung-uber-einen-anlagen-internen-netzwerk-switch" id="anbindung-uber-einen-anlagen-internen-netzwerk-switch"></a>

<div data-full-width="false"><figure><img src="/files/xNTE4VYvs9b2kZSjBYDA" alt=""><figcaption></figcaption></figure></div>

**Typischer Einbauort**

Das Edge Device wird im Schaltschrank einer Linie installiert. Anders bei der direkten Verbindung zur SPS wird das Edge Device mit einem im Schaltschrank befindlichen Netzwerk-Switch verbunden.

**Besonderheiten**

Bei diesem Installationsszenarien lassen sich sämtliche über den Netzwerk-Switch erreichbaren Steuerungen über einen Edge Device einbinden.

Darüber hinaus lassen sich ebenfalls über serielle Schnittstellen kommunizierende Steuerungen im Schaltschrank anzuschließen.

**Ggf. nachzurüsten**

Falls im Schaltschrank noch keine Internetverbindung über Ethernet oder WLAN vorhanden ist, muss eine Vernetzung vorgenommen werden.

Sollen Steuerungen eingebunden werden, die noch nicht über den Netzwerk-Switch erreichbar sind, muss diese Verbindung nachgerüstet werden.

## **Anbindung über ein Maschinen-Netzwerk**

<figure><img src="/files/aP3Vw7crYuLRqAE40hMU" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

**Typischer Einbauort**

Das Edge Device wird in einem Serverschrank installiert, der durch einen Netzwerk-Switch Zugang zu einem Maschinen-Netzwerk hat.

**Besonderheiten**

In diesem Installationsszenario lassen sich sämtliche im Maschinen-Netzwerk verfügbaren Steuerungen über einen Edge Device einbinden.

Darüber hinaus können zu einem späteren Zeit weitere Steuerungen und Maschinen eingebunden werden, ohne neue Edge Devices zu installieren.

**Ggf. nachzurüsten**

Falls im Serverschrank noch keine Stromversorgung oder Internetverbindung vorhanden ist, müssen diese Komponenten nachgerüstet werden.

Sollte der Adressraum des Maschinen-Netzwerks nicht ausreichen, um sämtliche Steuerungen zu einzubinden, muss eine Erweiterung des Netzwerks vorgenommen werden.

Weiterhin ist sicherzustellen, dass relevante Steuerungen in dem Subnetz eingebunden sind, um eine vollständige Datenintegration zu gewährleisten.

## **Anbindung über mehrere Subnetze** <a href="#anbindung-uber-mehrere-subnetze" id="anbindung-uber-mehrere-subnetze"></a>

<div data-full-width="false"><figure><img src="/files/CoPVnMnLOENOBNjNcuGC" alt=""><figcaption></figcaption></figure></div>

**Typischer Einbauort**

Das Edge Device wird in einem Serverschrank installiert, der durch einen Netzwerk-Switch Zugang zu einem Maschinen-Netzwerk hat.

**Besonderheiten**

Bei diesem Installationsszenario können verschiedene Subnetze über einen einzigen Edge Device integriert werden. Dies erlaubt eine flexible Anbindung von Steuerungen, die sich in unterschiedlichen Netzwerksegmenten befinden.

Darüber hinaus können zu einem späteren Zeit weitere Steuerungen und Maschinen eingebunden werden, ohne neue Edge Devices zu installieren.

**Ggf. nachzurüsten:**

Falls im Serverschrank noch keine ausreichende Stromversorgung oder Internetverbindung vorhanden ist, müssen diese Komponenten nachgerüstet werden.

Sollte das Netzwerk nicht alle relevanten Subnetze abdecken, muss eine Erweiterung oder Anpassung der Netzwerkarchitektur vorgenommen werden, um alle benötigten Steuerungen anzubinden.

### Weiterführende Guides

* [Netzwerk konfigurieren](/connect/edge-device/enlyze-edge/netzwerk-konfigurieren)


# Edge Device

Hardware, Software und Inbetriebnahme des ENLYZE Edge Devices

Die Edge-Funktionalitäten der ENLYZE Plattform basieren auf zwei Komponenten:

* der Hardware, dem **Edge Device**
* der **Benutzeroberfläche ENLYZE EDGE**

Gemeinsam bilden sie die zentrale Schnittstelle zwischen deiner OT-Welt (z. B. Maschinen, SPS, Sensoren) und der ENLYZE Manufacturing Data Platform. Das Edge Device sammelt relevante Betriebs- und Maschinendaten direkt vor Ort ("at the edge") und überträgt sie sicher in die ENLYZE Cloud.

{% hint style="info" %}
Das Edge Device wurde in früheren Versionen unter dem Produktnamen SPARK geführt. Falls du in bestehenden Dokumenten oder Anleitungen auf den Namen SPARK stößt, ist damit dasselbe Gerät gemeint.
{% endhint %}

<figure><img src="/files/84VEIvHfCZ0CfyHbqMH5" alt=""><figcaption><p>Darstellung ENLYZE Edge Device</p></figcaption></figure>

## Die Hardware

Das ENLYZE Edge Device stellt die Hardware-Komponente der ENLYZE Plattform dar. Mithilfe des Edge-Geräts kann die physische Verbindung zwischen den Datenquellen (Maschinen, SPS, Sensoren, MES, ERP) und der Manufacturing Data Platform hergestellt werden.

Das Edge-Device wird vollumfänglich von ENLYZE betrieben, weiterentwickelt und mit neuen Funktionen und Sicherheitsupdates über [Over-The-Air (OTA) Updates](https://de.wikipedia.org/wiki/Over-the-Air-Update) bespielt.

ENLYZE legt größten Wert auf Datenschutz und Netzwerksicherheit. Unsere Geräte sind so konzipiert, dass sie sich sicher in IT- und OT-Netzwerke integrieren lassen, ohne bestehende Strukturen zu kompromittieren. Daher werden Edge Devices nicht als Router betrieben. Das bedeutet: **Segmentierte Netzwerke bleiben segmentiert, dein OT-Netzwerk bleibt also vom Internet isoliert.** Weitergehende Informationen findest du in unserem [IT-Security Whitepaper](/connect/sicherheit).

### Hardwarekonfiguration

Das Edge Device wird derzeit auf Grundlage eines passiv gekühlten, energieeffizienten Single Board Computers (SBC) mit Quad-Core AMD-Prozessoren, 4 GByte RAM sowie 3 Netzwerkschnittstellen entwickelt.

### Physische Anschlüsse

<figure><img src="/files/Z0QCcktBRTz0wMLmQpe9" alt=""><figcaption><p>Schematische Rückansicht auf ein Edge Device</p></figcaption></figure>

Die obige Illustration stellt die Anschlussmöglichkeiten des Edge Device dar:

* **Serial** - Wird ausschließlich von ENLYZE genutzt (z. B. für Wartung vor Ort)
* **Internet / eth0** - Verbindung zum Internet
* **Machine / eth1** - Verbindung zum Maschinennetz oder zur direkten Verbindung mit der Steuerung
* **Service / eth2** - Zugang zur [ENLYZE EDGE](/connect/edge-device/enlyze-edge) Benutzeroberfläche zur Konfiguration
* **USB** - Einbindung externer Geräte, z. B. Modbus via Serial-to-USB Adapter und für die Zurücksetzung auf Werkseinstellungen
* **Strom** - Stromanschluss des Edge Device

### Betriebssystem

Bei dem Betriebssystem des Edge Device handelt es sich um ein auf dem [Yocto Project](https://www.yoctoproject.org/) aufbauendes, eigens von ENLYZE konfiguriertes Betriebssystem. Dies ermöglicht es, die Angriffsoberfläche unserer Edge Devices in Kundennetzen zu minimieren und volle Kontrolle über die auf den Geräten laufenden Dienste zu haben. Dies ermöglicht es ebenfalls, [CVE Patches](https://www.redhat.com/de/topics/security/what-is-cve) schnellstmöglich auf alle Geräte auszurollen.

## Inbetriebnahme

Die folgende Abbildung stellt einen integrierten Edge Device in eine beispielhafte Kunden-Infrastruktur dar. Grundsätzlich lässt sich die Inbetriebnahme eines Edge Devices in zwei Teilschritte mit verschiedenen Zielen unterteilen:

* **Integration in ein Netzwerk mit Internetzugriff** - Hierbei ist das Ziel, eine Verbindung zwischen dem Edge Device und der ENLYZE Manufacturing Data Platform herzustellen.
* **Anbinden von Datenquellen bzw. Integration in ein OT/Maschinennetz** - Bei diesem Schritt geht es darum, eine Verbindung zu relevanten Datenquellen (SPS, Sensoren etc.) herzustellen, welche ausgelesen werden sollen.

<figure><img src="/files/Kt7SOKCcSfs6FeNXNBaE" alt=""><figcaption><p>Schematische Darstellung eines in die Kunden-Netzwerkinfrastruktur integrierten Edge Devices</p></figcaption></figure>

Im Folgenden wirst du durch alle notwendigen Schritte für eine erfolgreiche Integration geleitet:

1. [Vorbereitung](/connect/edge-device/vorbereitung) - sollten vor der eigentlichen Integration erledigt werden
2. [Installation](/connect/edge-device/installation) - physischer Einbau und Vernetzung des Edge Device
3. [Verbinden mit der Manufacturing Data Platform](/connect/edge-device/verbinden) - Netzwerkkonfiguration und Verbindungsaufbau


# Vorbereitung

Vorbereitung zur Integration der ENLYZE Edge Geräte (Edge Device)

Damit dein ENLYZE Edge Device reibungslos in dein Netzwerk integriert und mit der ENLYZE Manufacturing Data Platform verbunden werden kann, sind einige grundlegende Voraussetzungen notwendig. Dieser Guide führt dich Schritt für Schritt durch alles Wichtige – vom Installationsort über Netzwerkanforderungen bis hin zu Firewallregeln.

**Gut zu wissen:**\
Alle Informationen aus diesem Guide hast du zusätzlich auch per E-Mail erhalten – gemeinsam mit dem Versand deiner Edge Devices. Bei Fragen stehen wir dir jederzeit unter <support@enlyze.com> zur Verfügung.

## 1. Installationsort klären

Je nach Aufbau deiner Maschinen und Netzwerkstruktur gibt es zwei Installationsszenarien:

#### **Variante 1: Installation direkt an der Maschine**

* **Wann?** Wenn nur eine Maschine angebunden werden soll oder kein übergreifendes Maschinennetzwerk existiert.
* **Wo?** Im Schaltschrank der jeweiligen Maschine, möglichst nah an der Steuerung.

#### Variante 2: Zentrale Installation im Netzwerk

* **Wann?** Wenn mehrere Maschinen angebunden werden oder ein zentrales Maschinennetzwerk besteht.
* **Wo?** Am zentralen Switch im Maschinen-Netzwerk.

👉 Weitere Infos findest du unter [Integrationsszenarios](/connect/integrationsszenarios).

**Unsicher, welcher Ort der richtige ist?** Schreib uns einfach – wir helfen dir gerne weiter!

***

## 2. Notwendige Voraussetzungen am Installationsort

Stelle sicher, dass an dem vorgesehenen Installationsort folgende Bedingungen erfüllt sind:

* [ ] **Zugang zu einem Netzwerk mit Internetzugang**
* [ ] **Zugang zum Maschinennetzwerk** oder **direkter Zugang zur Datenquelle** (SPS, Sensor etc.)
* [ ] **Stromanschluss (230V Schuko-Stecker)**

***

## 3. Netzwerkvoraussetzungen

Damit sich das Edge Device erfolgreich mit der ENLYZE Manufacturing Data Platform verbinden kann, muss sichergestellt sein, dass es zu keinen Adresskonflikten kommt.

{% hint style="warning" %}
Das Edge Device ist Teil eines internen ENLYZE-VPN mit der Netzwerkadresse: `10.21.0.0/16`. D.h. In deinem Netzwerk darf **kein Subnetz mit `10.21.x.x`** verwendet werden, da es sonst zu Adresskonflikten kommt.
{% endhint %}

**Tipp:** Bei Unsicherheit genügt eine kurze Mail an <support@enlyze.com> und wir klären die Voraussetzungen mit deiner IT.

***

## 4. Firewalleinstellungen prüfen

Um eine Verbindung zur ENLYZE Manufacturing Data Platform aufzubauen, benötigt das Edge Device Zugriff auf bestimmte Services, welche in üblichen Firmennetzwerken Freigaben in der Firewall erfordern. Hiezu benötigt die IT die MAC Adressen der Geräte, welche wir dir mitteilen, sobald wir diese and ich versandt haben.

### Erforderliche Freigaben in der Firewall

Sobald du die Liste der MAC Adressen erhalten hast, kannst du dich mit der Bitte um die Einrichtung von folgenden Firewall-Regeln an deine IT wenden:

| Host                                             | Port                | Transport       | Zweck                                                                                |
| ------------------------------------------------ | ------------------- | --------------- | ------------------------------------------------------------------------------------ |
| 1.1.1.1                                          | 53 (DNS)            | TCP **und** UDP | Auflösung von Hostnamen zu IP-Adressen                                               |
| 8.8.4.4                                          | 53 (DNS)            | TCP **und** UDP | Auflösung von Hostnamen zu IP-Adressen                                               |
| 8.8.8.8                                          | 53 (DNS)            | TCP **und** UDP | Auflösung von Hostnamen zu IP-Adressen                                               |
| <p>iot-edge-1.enlyze.com<br>(159.69.177.150)</p> | 51821 (Wireguard)   | UDP             | Datentransfer in die ENLYZE-Cloud, Edge Device-Konfiguration, Einspielen von Updates |
| <p>ntp1.enlyze.com<br>(157.90.230.207)</p>       | <p>123<br>(NTP)</p> | UDP             | Synchronisierung Systemzeit                                                          |
| <p>ntp2.enlyze.com<br>(162.55.43.234)</p>        | 123 (NTP)           | UDP             | Synchronisierung Systemzeit                                                          |

### Whitelisting im UDP Flood Attack Modul der Firewall

Viele marktübliche Firewalls verfügen über eine Sicherheitsfunktion namens [**UDP Flood Attack Protection**](https://en.wikipedia.org/wiki/UDP_flood_attack). Diese soll Systeme vor Angriffen schützen, bei denen eine große Anzahl an UDP-Anfragen gestellt wird, um Server zu überlasten (eine sogenannte *Denial-of-Service-Attacke*).

Um eine reibungslose Kommunikation zu gewährleisten, ist es notwendig, die **Edge Devices im UDP Flood Protection-Modul zu whitelisten**.

<details>

<summary>Warum muss ein UPD Flood Attack Protection Whitelisting der Edge Devices erfolgen?</summary>

Unsere **Edge Device Edge Geräte** kommunizieren über ein sicheres, von ENLYZE betriebenes **WireGuard VPN** – und dieses basiert auf dem **UDP-Protokoll**.

Wenn die **UDP Flood Protection** ohne Ausnahme-Regeln aktiv ist, kann sie die Kommunikation des Edge Devices mit der ENLYZE Manufacturing Data Platform stark **einschränken** oder **vollständig blockieren.**

Eine Vielzahl von marktüblichen Firewalls unterstützen eine sogenannte [UDP Flood Attack Protection](https://en.wikipedia.org/wiki/UDP_flood_attack), die eine Form der Cyber-Attacke darstellt, bei der Angreifer eine sehr hohe Anzahl an UDP Abfragen an ein System stellen, um dieses zu überlasten.

</details>

***

## 5. IP-Adressvergabe

{% hint style="info" %}
Wenn dein Edge Device in ein Maschinen / OT Netzwerk integriert wird, um mehrere Maschinen zu erreichen, benötigst du die aufgeführten Informationen ebenfalls für das OT Netzwerk.
{% endhint %}

Bitte kläre mit deiner IT, **wie die IP-Adressvergabe** in den Netzwerken erfolgt, in die das Edge Device integriert werden soll:

* **Dynamisch über DHCP**\
  → Keine weiteren Angaben nötig.
* **Statische IP-Vergabe**\
  → Frage folgende Infos ab:
  * CIDR
  * Gateway-IP

Du benötigtst diese Informationen bei der Einrichtung der Edge Devices.

***

## Checkliste

Nutze die folgende Checklist, um zu klären, ob alle relevanten Vorbereitungen getroffen wurden und dir alle notwendigen Informationen zur Verfügung stehen.

* [ ] Installationsort definiert
* [ ] Am Installationsort sind folgende Voraussetzungen gegeben:
  * [ ] **Steckdose** für Stromversorgung ist vorhanden
  * [ ] **Zugang zum Internetnetzwerk** (z. B. Firmennetz)
  * [ ] **Zugang zum Maschinennetzwerk** oder **direkter Zugang zur Datenquelle** (SPS, Sensor etc.)
* [ ] Kein kollidierendes Netzwerk mit **`10.21.0.0/16`**
* [ ] Notwendige Firewallregeln wurden hinterlegt
* [ ] Edge Devices sind in der Netzwerk-Infrastruktur von der "UDP Flood Attack Protection" ausgenommen (whitelisted).
* [ ] Die IP-Adressvergabe ist geklärt. Falls IPs statisch vergeben werden, hast du die CIDR und Gateway IP von deiner IT für jedes Gerät erhalten.

{% hint style="success" %}
Sobald du alle Punkte der Checkliste abgehakt hast, kanst du mit der Installation des Edge Device fortfahren und dich mit der ENLYZE Manufacturing Data Platform verbinden
{% endhint %}


# Installation

Deine Schritt-für-Schritt Anleitung zur Integration eines Edge Devices in dein Netzwerk mit Internetzugang

In diesem Schritt zeigen wir dir, wie du dein ENLYZE Edge-Gerät Edge Device in dein Netzwerk mit Internetzugang integrierst und erfolgreich mit der **ENLYZE Manufacturing Data Platform** verbindest. Für die Einrichtung nutzt du die **ENLYZE EDGE** Benutzeroberfläche, auf die du lokal über deinen Browser zugreifen kannst.

## Bevor du startest

{% hint style="info" %}
In dieser Anleitung zeigen wir dir die **Installation über eine kabelgebundene Verbindung (Ethernet)** mit einem klassischen Netzwerkkabel.

> 🔧 Eine Einrichtung **über WLAN ist aktuell nicht über ENLYZE EDGE möglich.**

Wenn du dennoch eine WLAN-basierte Einrichtung benötigst, wende dich bitte an unser Support-Team:\
📧 [**support@enlyze.com**](mailto:support@enlyze.com)
{% endhint %}

Bitte prüfe mit der folgenden Checkliste, ob alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration erfüllt sind:

### Checkliste

* [ ] Installationsort ist definiert
* [ ] Am Installationsort sind folgende Voraussetzungen gegeben:
  * [ ] Steckdose für Stromversorgung ist vorhanden
  * [ ] Zugang zum Internetnetzwerk (z. B. Firmennetz)
  * [ ] Zugang zum Maschinennetzwerk oder direkter Zugang zur Datenquelle (SPS, Sensor etc.)
* [ ] Die Netzwerke, in die das Edge Device integriert wird, liegen außerhalb **`10.21.0.0/16`**
* [ ] Notwendige Firewallregeln wurden, basierend auf den per Mail zugesendeten MAC-Adressen, hinterlegt
* [ ] Edge Devices sind in der Netzwerk-Infrastruktur von der "UDP Flood Attack Protection" ausgenommen (whitelisted).
* [ ] IP-Adressvergabe ist geklärt. Falls IPs statisch vergeben werden, hast du die CIDR und Gateway IP von deiner IT für jedes Gerät erhalten.
* [ ] Laptop mit Ethernet-Anschluss ist verfügbar und du hast Zugriffsrechte, um die Netzwerkadapter deines Endgeräts anzupassen.
* [ ] Zwei Ethernet-Kabel, um das Edge Device mit deinem Laptop zu verbinden und das Edge Device mit dem Internet zu verbinden

***

## Strom und Vernetzung herstellen

Im Folgenden verbinden wir das Edge Device mit dem Netzwerk mit Internetzugang sowie mit deinem Laptop und versorgen das Edge Device mit Strom. Diese Schritte werden idealerweise direkt am Einbauort durchgeführt.

Hier eine schematische Übersicht des Edge Devices mit allen Anschlüssen:

<figure><img src="/files/Z0QCcktBRTz0wMLmQpe9" alt=""><figcaption><p>Schematische Abbildung der Anschlüsse eines Edge Devices</p></figcaption></figure>

1. **Verbinde das Edge Device mit einem Netzwerk mit Internetzugang:**\
   → Verbinde den mit **"Internet"** gekennzeichneten Ethernet-Port des Edge Devices mit einem Netzwerk mit Internetzugriff.
2. **Stromversorgung anschließen**

Das Edge Device fährt nun automatisch hoch. Grüne LEDs vorne links zeigen den Startvorgang an. Der Boot-Vorgang kann bis zu **5 Minuten** dauern.

Im nächsten Schritt verbinden wir das Edge Device mit der Manufacturing Data Platform. Klicke auf Weiter.


# Verbinden mit der Manufacturing Data Platform

Im folgenden verbindest du das Edge Device mit dem Internet und der Manufacturing Data Platform

Sobald dein **Edge Device**:

* am vorgesehenen Ort installiert,
* mit dem Netzwerk verbunden,
* und an die Stromversorgung angeschlossen ist,

musst du abschließend das **Netzwerk konfigurieren**, um eine Verbindung zur **ENLYZE Manufacturing Data Platform** herzustellen.

Dazu verwenden wir die **ENLYZE EDGE** Oberfläche – das Konfigurationstool, das direkt auf dem Edge Device verfügbar ist.

{% hint style="success" %}
Falls die Addressvergabe ausschließlich über DHCP erfolgt und du dich bereits vergewissern konntest, dass das Edge Device im Netzwerk auftaucht, kannst du diesen Schritt überspringen. Dein Edge Device ist jetzt schon erfolgreich mit der Manufacturing Data Platform verbunden.
{% endhint %}

## Verbindung zum Edge Device herstellen

Du kannst dich entweder direkt mit Edge Device (Peer-to-Peer) über ein Ethernet Kabel verbinden (empfohlen) oder dich über das Netzwerk verbinden.

### Option 1: Direkte Verbindung via Service-Port (Peer-to-Peer)

Verbinde deinen Laptop mit einem Ethernet-Kabel mit dem Port am Edge Device, der mit **„Service“** gekennzeichnet ist.

<figure><img src="/files/bNAEMREpjgl6s5uuMehJ" alt=""><figcaption><p>Service Port des Edge Devices</p></figcaption></figure>

#### Netzwerkadapter deines Laptops konfigurieren

Damit du die Benutzeroberfläche ENLYZE EDGE erreichen kannst, muss der Netzwerk-Port deines Laptops, mit dem du dich mit dem Edge Device verbunden hast, mit der IP `10.96.96.2` und der Netzwerk-Maske `255.255.255.0` konfiguriert werden.

Im Folgenden findest du eine passende Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du unter deinem Betriebssystem eine statische IP-Adresse für den Netzwerkport deines Laptops hinterlegen kannst.

<details>

<summary>Anleitung: IP-Adresse unter Windows konfigurieren</summary>

**Voraussetzungen:**

* Administratorrechte auf deinem Laptop
* Du solltest wissen, welchen Netzwerkadapter du ändern willst (relevant bei mehreren LAN Adaptern)

***

**Schritte unter Windows 10 oder 11:**

1. **Netzwerk- und Freigabecenter öffnen:**
   * Klicke auf **„Netzwerk und Internet“** → dann auf **„Netzwerk- und Freigabecenter“**.
2. **Adaptereinstellungen ändern:**
   * Wähle links **„Adaptereinstellungen ändern“**.
3. **Netzwerkadapter auswählen:**
   * Rechtsklick auf deinen aktiven Netzwerkadapter (**Ethernet** ) und wähle **„Eigenschaften“**.
4. **IPv4-Einstellungen aufrufen:**
   * Doppelklicke auf **„Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4)“** in der Liste.
5. **IP-Adresse manuell eintragen:**
   * Aktiviere **„Folgende IP-Adresse verwenden“**.
   * Trage folgende Werte ein:

     ```
     IP-Adresse:        10.96.96.2
     Subnetzmaske:      255.255.255.0
     Standardgateway:   10.96.96.1

     ```
6. **Einstellungen speichern:**
   * Bestätige alles mit **„OK“** → **„Schließen“** → Fenster schließen.

***

**📌 Tipp:**

Falls du irgendwann wieder automatisch eine IP beziehen willst, setze die Einstellungen einfach zurück auf **„IP-Adresse automatisch beziehen“** und **„DNS-Serveradresse automatisch beziehen“**.

</details>

<details>

<summary>Anleitung: IP-Adresse bei einem Mac konfigurieren</summary>

**Voraussetzungen:**

* Du solltest wissen, welchen Netzwerkadapter du ändern willst und benötigst vermutlich einen Ethernet-Adapeter

***

1. **Öffne die Systemeinstellungen**\
   → Klicke auf das Apple-Menü oben links\
   → Wähle **„Systemeinstellungen“** (bzw. „System Settings“ bei neueren macOS-Versionen)
2. **Gehe zu „Netzwerk“**\
   → In älteren macOS-Versionen: Direkt im Hauptmenü\
   → In neueren Versionen: Unter **„Netzwerk“** oder über die Suche finden
3. **Wähle die passende Verbindung aus**\
   → Wähle links den Ethernet-Adapter aus, mit dem du das Edge Device verbunden hast\
   → Falls nicht sichtbar: Stelle sicher, dass dein Mac über ein LAN-Kabel verbunden ist
4. **Klicke auf „Details“ / „Weitere Optionen“ / „Erweitert“**\
   → Je nach macOS-Version kann der Button unterschiedlich benannt sein
5. **IP-Adresse manuell konfigurieren**
   * Reiter: **„TCP/IP“**
   * Einstellung: **„IPv4 konfigurieren“** → auf **„Manuell“** setzen
   * Trage die folgenden Werte ein:
     * **IP-Adresse:** `10.96.96.2`
     * **Teilnetzmaske:** `255.255.255.0`
     * **Router/Gateway:** kann leer bleiben oder `10.96.96.1`
6. **Einstellungen speichern**\
   → Klicke auf **„OK“** und dann auf **„Anwenden“**

</details>

### Option 2: Verbindung über das Netzwerk

Alternativ kannst du auf ENLYZE EDGE zugreifen, wenn sich dein Laptop im selben Subnetz wie das Edge Device befindet – oder wenn eine entsprechende Route dorthin existiert. Verwende hierzu die **lokale IP-Adresse des Edge Devices mit dem Port 443**.

***

## ENLYZE EDGE Benutzeroberfläche im Browser öffnen

* Öffne deinen Browser und rufe folgende Seite auf: [**https://10.96.96.1**](https://10.96.96.1)
* Dir wird eine Sicherheitswarnung angezeigt, die dich auf eine unsichere Verbindung hinweist. Dies ist **erwartet und unbedenklich,** da ENLYZE EDGE ein selbstsigniertes Zertifikat verwendet, um auch offline den Verkehr verschlüsseln. Mehr Informationen findest du [hier](https://github.com/enlyze/enlyze-docs/blob/main/de/connect/sicherheit/verbindungswarnung.md).

  <figure><img src="/files/UqilvZEyPVbPdIBxP2Mg" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

Um fortzufahren und die ENLYZE EDGE Seite aufzurufen:

1. Klicke auf **„Erweitert“**
2. Nach dem Klick taucht unten ein Link mit der Adresse auf. Klicke auf den Link **„Weiter zu 10.96.96.1 (unsicher)“**, um zur Benutzeroberfläche von ENLYZE Edge zu gelangen.

***

## Erste Anmeldung bei ENLYZE Edge

<figure><img src="/files/19SxDcNyHB9EmDhAbLfK" alt=""><figcaption><p>Anmeldung bei ENLYZE EDGE</p></figcaption></figure>

Nach dem ersten Start meldest du dich mit den folgenden Zugangsdaten an:

* **Benutzername:** `admin`
* **Passwort:** Der Hostname des Edge Device (steht auf dem Gehäuse, z. B. `youthful-gabbana`)

> ℹ️ **Hinweis:**\
> Du findest den Hostname direkt auf dem Gehäuse des Edge Device aufgedruckt.

**Nach dem Login wirst du aufgefordert, ein neues Passwort zu vergeben.**\
→ Bitte wähle ein sicheres Passwort und speichere es im **Corporate Passwortmanager**.\
→ Teile das neue Passwort mit deiner IT oder dem zuständigen Team.

***

## Konfiguration des Internetzugangs

Nach dem Login wirst du automatisch vom **Installations-Wizard** durch die Einrichtung des Internet-Uplinks geführt.

Je nach Netzwerkeinstellung:

* Bei **DHCP** wird automatisch eine IP-Adresse bezogen.
* Bei **statischer IP** wirst du nach CIDR und Gateway IP gefragt.

<div align="left"><figure><img src="/files/0wJxcTTLZsFzvkpPd9A2" alt=""><figcaption><p>IP-Vergabe via DHCP</p></figcaption></figure> <figure><img src="/files/WXgYjVexjt846zAbHOPb" alt=""><figcaption><p>Statische IP Vergabe</p></figcaption></figure></div>

Nach erfolgtem Anwenden der Konfiguration wird die Verbindung zur ENLYZE Manufacturing Data Platform überprüft.

Falls nach dem Verbindungstest **keine** Fehlermeldung auftaucht, ist dein Edge Device mit der ENLYZE Manufacturing Data Platform verbunden – und kann sicher Daten aus deinem Shopfloor in die Cloud übertragen. Dein Edge Device ist nun einsatzbereit und ist in der [ENLYZE App](https://app.enlyze.com/settings/topology) als online vermerkt.

***

## Verbindungsfehler

Falls es zu einem Verbindungsfehler kommt, wird dir eine Fehlermeldung angezeigt:

<figure><img src="/files/5JWokhOrdnv58OH1zCgF" alt=""><figcaption><p>ENLYZE EDGE mit einem fehlgeschlagenen Verbindungstest - die DNS Auflösung schlägt fehl</p></figcaption></figure>

Nutze unseren Troubleshooting Guide bei Verbindungsproblemen, um eine Fehlerbehebung durchzuführen:

{% content-ref url="/pages/i65YvYEKhs86ncmXp07y" %}
[Troubleshooting](/connect/edge-device/enlyze-edge/troubleshooting)
{% endcontent-ref %}


# ENLYZE EDGE

Verwaltungsoberfläche des Edge Device für Netzwerkkonfiguration und Diagnose

<figure><img src="/files/BGBGSMbN8qJCjajUsdHR" alt=""><figcaption><p>ENLYZE EDGE Übersicht</p></figcaption></figure>

**ENLYZE EDGE** ist die webbasierte Benutzeroberfläche des Edge Device und dient als zentrales Werkzeug zur **Konfiguration**, **Integration** und **Diagnose** in deiner IT- und OT-Netzwerkinfrastruktur. Der Zugriff erfolgt direkt über einen Webbrowser.

Verwende ENLYZE EDGE bei folgenden Anwendungsfällen:

* **Einrichtung und Anpassung** der Netzwerkkonfiguration des Edge Device
* **Einrichtung und Anpassung statischer Routen** zur Anbindung weiterer Netzwerksegmente
* **Fehlerdiagnose** bei Verbindungsproblemen

## Inhaltsverzeichnis

* [Oberfläche aufrufen](/connect/edge-device/enlyze-edge/oberflache-aufrufen)
* [Netzwerk konfigurieren](/connect/edge-device/enlyze-edge/netzwerk-konfigurieren)
* [Routen einrichten](/connect/edge-device/enlyze-edge/routen-einrichten)
* [Routen verwalten](/connect/edge-device/enlyze-edge/routen-verwalten)
* [Netzwerk-Tools](/connect/edge-device/enlyze-edge/netzwerk-tools)
* [Troubleshooting](/connect/edge-device/enlyze-edge/troubleshooting)


# Oberfläche aufrufen

Die ENLYZE EDGE Benutzeroberfläche im Browser aufrufen.

Dieser Guide beschreibt, wie du die Web-Oberfläche von ENLYZE EDGE auf deinem Edge Device aufrufen kannst. Hierbei hast du zwei Optionen, die verschiedene Voraussetzungen mit sich bringen.

## Direkte Verbindung über den Service-Port des Edge Devices

**Verbinde den Laptop mit dem Edge Device Ethernet-Port Service**\
Verbinde deinen Laptop über ein Ethernet-Kabel mit dem Service-Port des Edge Device.

**Richte eine statische IP for den Ethernet-Anschluss deines Rechners ein**\
Stelle sicher, dass der Ethernet-Anschluss deines Laptops eine statische IP-Adresse aus dem gleichen Subnetz verwendet, um auf die ENLYZE EDGE Benutzeroberfläche zugreifen zu können.\
Beispielsweise kannst du folgende IP-Adresse konfigurieren: `10.96.96.4`

<details>

<summary>Anleitung für Mac</summary>

1. **Systemeinstellungen öffnen:** Klicke auf das Apple-Menü in der oberen linken Ecke deines Bildschirms und wähle "Systemeinstellungen".
2. **Netzwerk auswählen:** Klicke in den Systemeinstellungen auf "Netzwerk".
3. **Ethernet-Adapter auswählen:** Wähle den Ethernet-Adapter (z.B. "Ethernet" oder "USB 10/100/1000 LAN"), der mit deinem Ethernet-Adapter verbunden ist.
4. **Details öffnen:** Klicke auf die Schaltfläche "Details" neben dem ausgewählten Netzwerkdienst.
5. **Reiter TCP/IP wählen:** Im neuen Fenster klicke auf den Reiter "TCP/IP".
6. **IPv4 konfigurieren:** Wähle unter "IPv4 konfigurieren" die Option "Manuell".
7. **Statische IP-Adresse eingeben:** Gib die gewünschte statische IP-Adresse `10.96.96.4`, Subnetzmaske `255.255.255.0` ein. Die restlichen Felder sind optional und könne leer gelassen werden.

   ![](/files/qCNWUKAVw18r9b8WexAM)
8. **Änderungen übernehmen:** Klicke auf "OK" oder "Anwenden", um die Änderungen zu speichern

</details>

<details>

<summary>Anleitung für Windows PC</summary>

Anleitung folgt

</details>

\
**Öffne ENLYZE EDGE über den Browser**\
Öffne deinen Browser und gebe `https://{{ IP des Service Ports }}` ein.\
Ab Werk erreichst du ENLYZE EDGE über den Service Port über <https://10.96.96.1>.

## Indirekter Zugriff über das Firmennetz

Falls dein Rechner eine Route auf eine der IPs des Edge Devices hat, kannst du die Weboberfläche von ENLYZE EDGE noch bequemer aufrufen:

1. Öffne hierzu deinen Browser
2. Rufe ENLYZE EDGE über `https://{{ IP des Edge Device }}` auf
3. Die IP-Adresse findest du in der ENLYZE APP in der Edge Device-Übersicht oder der IoT-Topologie

## ENLYZE EDGE vertrauen

Gegebenenfalls zeigt dir dein Browser eine Sicherheitswarnung an, die dich auf eine unsichere Verbindung hinweist. Dies ist **erwartet und unbedenklich,** da ENLYZE EDGE ein selbstsigniertes Zertifikat verwendet, um auch offline den Verkehr verschlüsseln. Mehr Informationen findest du [hier](https://github.com/enlyze/enlyze-docs/blob/main/de/connect/sicherheit/verbindungswarnung.md).

<figure><img src="/files/UqilvZEyPVbPdIBxP2Mg" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

## Anmeldeinformationen

<figure><img src="/files/19SxDcNyHB9EmDhAbLfK" alt=""><figcaption><p>Anmeldung bei ENLYZE EDGE</p></figcaption></figure>

Für den Zugriff auf ENLYZE EDGE ist eine Authentifizierung erforderlich:

* **Nutzername:** `admin`
  * Der Nutzername ist unveränderlich
* **Passwort**
  * Das initiale Passwort ist der Hostname des Edge Devices. Du findest den Hostname in der Login Ansicht unter der Überschrift "Anmelden".
  * Falls du das Passwort bereits geändert hast, nutze dieses, um dich einzuloggen


# Netzwerk konfigurieren

Netzwerkkonfiguration des ENLYZE Edge Device.

Im ENLYZE EDGE kannst du die Netzwerkeinstellungen für jede verfügbare Schnittstelle individuell konfigurieren. Das System unterstützt verschiedene Schnittstellen mit unterschiedlichen Verwendungszwecken, die du je nach deinen Netzwerkanforderungen einrichten kannst.

{% hint style="warning" %}
Falsche Netzwerkeinstellungen können dazu führen, dass du den Zugriff auf ENLYZE EDGE verlierst. Stelle sicher, dass die eingegebenen Daten korrekt sind!
{% endhint %}

### Verfügbare Netzwerkschnittstellen

Das ENLYZE EDGE-Gerät verfügt über mehrere Netzwerkschnittstellen, die über Tabs im oberen Bereich ausgewählt werden können:

* **Internet (eth0)** - Für die Verbindung mit dem Internet
* **Machine (eth1)** - Für die Verbindung mit dem OT Netzwerk
* **Service (eth2)** - Für Service-Zugriffe
* **Wi-Fi (wlan0)** - Eine Alternative Verbindung zum Internet

### Netzwerkkonfiguration des Interfaces aufrufen

Die Einrichtung statischer Routen findet über die Ansicht der Netzwerkkonfiguration des Interfaces statt. Naviere hierzu zur Seite "Interfaces" im ENLYZE EDGE Web-Interface und wähle das Interface aus, für das du eine statische Route einrichten möchtest - in folgendem Beispiel `Internet(eth0)`.

<figure><img src="/files/JZlPiQbqFuhD4ZJ55yWn" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

### Konfigurationsoberfläche aufrufen

<figure><img src="/files/rA7nXNdSY00mTDEqPnkg" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

Klicke auf die Schaltfläche "Bearbeiten" rechts oben unter den Netzwerkschnittstellen-Tabs, um auf die Konfigurationsoberfläche für das jeweilige Interface zu gelangen.

### IP-Zuweisung festlegen

In der Konfigurationsoberfläche des jeweiligen Netzwerks hast du wie gewohnt zwei Optionen für die IP-Zuweisung.

<div align="left"><figure><img src="/files/0wJxcTTLZsFzvkpPd9A2" alt=""><figcaption><p>IP-Vergabe via DHCP</p></figcaption></figure> <figure><img src="/files/WXgYjVexjt846zAbHOPb" alt=""><figcaption><p>Statische IP Vergabe</p></figcaption></figure></div>

**Option 1: DHCP**

1. Wähle den Radiobutton "DHCP" aus

**Option 2: Statische IP-Adresse**

1. Wähle den Radiobutton "Statische IP Adresse" aus
2. Gib folgende Informationen ein:
   * **CIDR**: Die IP-Adresse im CIDR-Format (z.B. `192.168.1.23/24`)
   * **Gateway IP**: Die IP-Adresse des Netzwerk-Gateways

Klicke auf "Anwenden", um die Einstellungen zu speichern und einen automatischen Verbindungstest durchzuführen. Dieser Verbindungstest stellt sicher, dass das Edge Device die ENLYZE Manufacturing Data Platform erreicht und somit voll funktionsfähig ist.

### Problembehandlung

Falls du Probleme mit der Routenkonfiguration hast, hilft dir unser Troubleshooting Guide weiter:

{% content-ref url="/pages/i65YvYEKhs86ncmXp07y" %}
[Troubleshooting](/connect/edge-device/enlyze-edge/troubleshooting)
{% endcontent-ref %}


# Routen einrichten

Netzwerkrouten auf dem Edge Device einrichten.

ENLYZE EDGE erlaubt dir die Konfiguration statischer Routen, um Datenquellen in anderen Subnetzen zu erreichen. Die folgende Anleitung führt dich durch die notwendigen Schritte, um statische Routen einzurichten.

{% hint style="warning" %}
Beim Einrichten statischer Routen besteht die Gefahr, dass du dich aus ENLYZE EDGE aussperrst, wenn die Konfiguration fehlerhaft ist. Stelle sicher, dass du die korrekten Netzwerkdetails eingibst, bevor du Änderungen speicherst.
{% endhint %}

### Voraussetzungen

* Zugriff und Login Daten für ENLYZE EDGE
* Kenntnis des Zielnetzwerks und der Gateway-IP
* Kenntnis, für welches Netzwerkinterface des Edge Device die Route eingerichtet werden soll
* Das Zielnetzwerk ist nicht im IP Bereich von `10.21.0.0/16`

{% hint style="warning" %}
`10.21.0.0/16` wird von ENLZYE als VPN Netzwerk genutzt und wird somit nicht unterstützt.
{% endhint %}

### Netzwerkkonfiguration des Interfaces aufrufen

Die Einrichtung statischer Routen findet über die Ansicht der Netzwerkkonfiguration des Interfaces statt. Naviere hierzu zur Seite "Interfaces" im ENLYZE EDGE Web-Interface und wähle das Interface aus, für das du eine statische Route einrichten möchtest - in folgendem Beispiel `Internet(eth0)`.

<figure><img src="/files/JZlPiQbqFuhD4ZJ55yWn" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

### Netzwerkkonfiguration prüfen

Bevor du die neue Routen hinzufügst, solltest du dich mit der aktuellen Netzwerkkonfiguration vertraut machen und die einzurichtende Route auf mögliche Probleme prüfen:

* Ist das Zielnetzwerk im Bereich `10.21.0.0/16` ?
* Ist bereits eine Route eingerichtet, die ein Supernet des Zielnetzwerks darstellt? Falls ja, ist dies gewollt?
* Gibt es Subnetzwerk Kollisionen aufgrund von redundanten CIDRs?

### Statische Routen hinzufügen

Klicke im Unterabschnitt "Routen" auf den Button "+ Route hinzufügen", um die Einrichtung der Netzwerkroute zu starten.

<figure><img src="/files/opbbgqXJ3FjFIgsbftcb" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

#### Eingabe der Routeninformationen

<figure><img src="/files/yizDoSG8k1i13p0Kj9x4" alt="" width="447"><figcaption></figcaption></figure>

Gebe nun die folgenden Informationen in die Maske ein:

1. **Zielnetzwerk (CIDR)**: Gib das Zielnetzwerk im CIDR-Format ein
   * Beispiel: `192.168.1.0/24`
2. **Gateway IP**: Gib die IP-Adresse des Gateways ein
   * Beispiel: `192.168.1.1`
3. Klicke auf "Speichern", um die Route hinzuzufügen

### Problembehandlung

Falls du Probleme mit der Routenkonfiguration hast, hilft dir unser Troubleshooting Guide weiter:

{% content-ref url="/pages/i65YvYEKhs86ncmXp07y" %}
[Troubleshooting](/connect/edge-device/enlyze-edge/troubleshooting)
{% endcontent-ref %}


# Routen verwalten

Bestehende Netzwerkrouten auf dem Edge Device verwalten.

Der folgende Abschnitt beschreibt, wie du angelegt Routen in ENLYZE Edge verwaltest. Für jede Route stehen folgende Aktionen zur Verfügung:

* Bearbeiten
* Löschen

{% hint style="warning" %}
Durch Anpassen oder Löschen statischer Routen besteht die Gefahr, dass du dich aus ENLYZE Edge aussperrst, wenn die Konfiguration fehlerhaft ist. Stelle sicher, dass du die korrekten Netzwerkdetails eingibst, bevor du Änderungen speicherst.
{% endhint %}

### Voraussetzungen

* Zugriff und Login Daten für ENLYZE Edge
* Im Falle einer Änderung benötigst du Kenntnis über das Zielnetzwerk und die zu verwendende Gateway IP. Stelle hierzu sicher, dass das Zielnetzwerk außerhalb von `10.21.0.0/16` liegt.

### Netzwerkkonfiguration aufrufen

Analog zur Einrichtung findet die Verwaltung von Routen in der Ansicht Netzwerkkonfiguration statt. Naviere hierzu zur Seite "Interfaces" im ENLYZE Edge Web-Interface und wähle das Interface aus, für welches du eine Route bearbeiten oder löschen möchtest.

<figure><img src="/files/JZlPiQbqFuhD4ZJ55yWn" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

### Verwaltungsmenü aufrufen

Klicke nun auf das durch drei Punkte gekennzeichnete Overflow Menü der ausgewählten Route und wähle eine der beiden Aktionen "Bearbeiten" oder "Löschen" aus.

<figure><img src="/files/VEDUgbZ85eXp3tqyqeBD" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

### Problembehandlung

Falls du Probleme mit der Routenkonfiguration hast, hilft dir unser Troubleshooting Guide weiter:

{% content-ref url="/pages/i65YvYEKhs86ncmXp07y" %}
[Troubleshooting](/connect/edge-device/enlyze-edge/troubleshooting)
{% endcontent-ref %}


# Netzwerk-Tools

Überprüfe die Erreichbarkeit von Datenquellen im Netzwerk

## Ping für IPv4-Adressen

Mit Hilfe der ENLYZE Edge Ping-Abfrage lässt sich die Verbindung zu einer IPv4-Adresse überprüfen.

{% stepper %}
{% step %}

#### Netzwerk-Tools aufrufen

Um eine ping Abfrage über ENLYZE Edge auszuführen, rufe die [Oberfläche](/connect/edge-device/enlyze-edge/oberflache-aufrufen) für den jeweiligen Edge Device auf und navigiere anschließend auf "Netzwerk-Tools".

<figure><img src="/files/x13yLQ4JeGvgpVqY31L2" alt=""><figcaption><p>ENLYZE EDGE Startseite</p></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### IP Adresse eingeben und Abfrage starten

Gebe die IP Adresse des Geräts an, an welches eine `ping` Abfrage gesendet werden soll und klicke auf die Schaltfläche "Ping senden".

<figure><img src="/files/73cweTFanQKfrNaL3LIj" alt=""><figcaption></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Terminal Ausgabe der ping Abfrage wird dargestellt

ENLYZE Edge stellt die Terminal Ausgabe der `ping` Abfragen dar. Diese gibt Aufschluss darüber, ob das Netzwerkgerät via ICMP Echo Abfragen erreichbar ist.

Eine erfolgreiche `ping` Abfrage bestätigt die Erreichbarkeit des anderen Netzwerkteilnehmers über die angegebene IP ausgehend vom Edge Device. Somit kann in einem weiteren Schritt das Hinzufügen der anzubindenden Datenquelle erfolgen.

<figure><img src="/files/DjfpbfuNFDQ2DKEPRLrp" alt=""><figcaption></figcaption></figure>
{% endstep %}
{% endstepper %}

## Interpretation der Terminal Ausgabe

Eine erfolgreiche `ping` Abfrage bestätigt die Erreichbarkeit des anderen Netzwerkteilnehmers über die angegebene IP ausgehend vom Edge Device. Somit kann in einem weiteren Schritt das Hinzufügen der anzubindenden Datenquelle erfolgen.

```
PING 8.8.8.8 (8.8.8.8): 56 data bytes
64 bytes from 8.8.8.8: icmp_seq=0 ttl=117 time=19.646 ms
64 bytes from 8.8.8.8: icmp_seq=1 ttl=117 time=18.460 ms
64 bytes from 8.8.8.8: icmp_seq=2 ttl=117 time=21.537 ms

--- 8.8.8.8 ping statistics ---
3 packets transmitted, 3 packets received, 0.0% packet loss
round-trip min/avg/max/stddev = 18.460/19.881/21.537/1.267 ms
```

Schlägt die Abfrage wie im Folgenden dargestellt fehl, lässt sich daraus nicht direkt folgern, dass es netzwerktechnisch keine Verbindung zwischen dem Edge Device und dem anderen gibt.

```
PING 172.192.20.2 (172.192.20.2): 56 data bytes
Request timeout for icmp_seq 0
Request timeout for icmp_seq 1

--- 172.192.20.2 ping statistics ---
3 packets transmitted, 0 packets received, 100.0% packet loss

```

## Mögliche Gründe für fehlschlagende `ping` Abfragen

1. **Gerät ist ausgeschaltet**\
   Das Zielgerät ist möglicherweise ausgeschaltet, oder ist nicht mit dem Netzwerk verbunden.
2. **Das Gerät blockiert ICMP**

   Netzwerkteilnehmer selbst können ICMP Echo Antworten unterbinden.

   > **Hinweis:** Das Deaktivieren von ICMP Echo Antworten kann auf dem Gerät direkt (z. B. über OS-Einstellungen) erfolgen und hierüber auch wieder aktiviert werden.
3. **Eine Firewall blockiert ICMP**

   Fließt der Traffic zwischen Edge Device und Gerät über eine Firewall, können spezifische Regeln eine ICMP Echo Antwort unterbinden.

   > **Hinweis:** Das Deaktivieren von ICMP-Echo-Antworten in der Firewall erfolgen und hierüber auch wieder aktiviert werden.
4. **Keine oder falsche Route**\
   Befindet sich das Gerät in keinem der link-local Netzwerke des Edge Devices, ist eine fehlende oder falsch konfigurierte Route eine mögliche Fehlerquelle für fehlschlagende `ping` Abfragen. Routen lassen sich bequem über die Weboberfläche von ENLYZE Edge konfigurieren und verwalten.

{% hint style="info" %}
Wenn eine `ping` Abfrage fehlschlägt, kann das Gerät durchaus Dienste auf TCP- oder UDP-Ebene anbieten. Tools wie `telnet <host> <port>`, `curl` oder Port-Scanner wie `nmap` helfen, alternative Protokolle zu überprüfen.
{% endhint %}


# Troubleshooting

Fehlerbehebung für das ENLYZE Edge Device.

Falls ein Edge Device in der ENLYZE App als offline angezeigt wird oder keine Verbindung bei der initialen Integration hergestellt werden kann, hilft dir die folgende Seite, schnell die Ursache zu finden und zu beheben.

{% hint style="warning" %}
Ab Werk ist die Netzwerkkommunikation eines Edge Devices eingeschränkt. Jedes Edge Device kann mit anderen Netzwerkteilnehmern kommunizieren, falls diese

* sich im selben Netzwerk wie eines der Netzwerkinterfaces des Edge Devices befinden
* über ein Gateway Zugriff auf das `Internet (eth0)` Netzwerk des Edge Devices haben

Um aus anderen Netzwerken auf das Edge Device zuzugreifen, muss eine manuelle Route eingerichtet werden. Erfahre [hier](/connect/edge-device/enlyze-edge/routen-einrichten) wie du Routen einrichten kannst.
{% endhint %}

## **Ausschlusskriterien:**

Vor dem Troubleshooting über ENLYZE EDGE, überprüfe bitte folgende Punkte:

* [ ] **Ist das Edge Device mit Strom versorgt?**\
  → Das Edge Device ist mit Strom versorgt, wenn **vorne links eine grüne LED** dauerhaft leuchtet.
* [ ] **Ist das Ethernet-Kabel korrekt angeschlossen?**\
  → Das **Ethernet-Kabel mit Internetzugang** muss im Edge Device-Port mit der Aufschrift **„Internet“** eingesteckt sein.\
  ⚠️ Über alle anderen Ports am Edge Device kann **kein Internet-Uplink** hergestellt werden.
* [ ] **Ist das andere Ende des Ethernet-Kabels korrekt angeschlossen?**\
  → Prüfe, ob das Kabel mit einem **aktiven Netzwerkport mit Internetzugang** verbunden ist (z. B. Switch, Router oder Wanddose).

Wenn alle Punkte zutreffen, kannst du mit dem Diagnoseprozess starten.

## Diagnose

Unser Diagnoseprozess hilft dir dabei, die Ursache für den Verbindungsfehler Schritt-für-Schritt einzugrenzen und zu beheben.

#### ENLYZE EDGE aufrufen und Diagnose Prozess beginnen

Rufe ENLYZE EDGE auf dem jeweiligen Edge Device auf. Falls du Hilfestellung benötigst, findest du [hier](/connect/edge-device/enlyze-edge/oberflache-aufrufen) den passenden Guide. Der Verbindungstest zur ENLYZE Manufacturing Data Platform wird automatisch gestartet, sobald du dich erfolgreich eingeloggt hast und stellt dar, in welchem Schritt die Verbindung fehlschlägt. Durch ein Klicken auf die Schaltfläche "Verbindung prüfen" kannst du jederzeit einen neuen Verbindungstest ausführen.

<figure><img src="/files/N7OVZ0bhYOrKLT2j2qrQ" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

Die Verbindungstests bauen aufeinander auf und laufen sequenziell ab, sodass du dir sicher sein kannst, dass du das Troubleshooting an der richtigen Stelle startest. Behebe den ersten Fehler, der die angezeigt wird und prüfe erneut die Verbindung, um zu sicherzustellen, dass das Edge Device wieder mit der ENLYZE Manufacturing Data Platform verbunden ist.

{% hint style="info" %}
Es kann sein, dass du die oben beschriebenen Schritte mehrmals durchlaufen musst, bis das Edge Device wieder online ist.
{% endhint %}

### Erweiterter Troubleshooting Prozess

Arbeite Schritt-für-Schritt durch den im folgenden dargestellten Prozess.

```mermaid
%%{init: {'themeCSS': '.mermaid > svg { height: auto !important; margin-bottom: 0 !important; }'}}%%
flowchart TD
    A(Start) --> B{Ist die Netzwerkkonfiguration korrekt?}
    B -- Nein --> C[Netzwerkkonfiguration korrekt einstellen]
    C --> D[Führe Verbindungstest durch]
    B -- Ja --> D

    D --> E{War der Verbindungstest erfolgreich?}
    E -- Ja --> F[Gerät ist online ✅]
    E -- Nein --> G{Ist Traffic in den Firewall-Logs für Edge Device sichtbar?}

    G -- Ja --> H{Stimmt die MAC-Adresse mit eth0 überein?}
    H -- Nein --> I[Passe MAC-Adresse in den Firewall-Regeln an]
    I --> J[Führe Verbindungstest erneut durch]
    H -- Ja --> J

    G -- Nein --> K{Sind die Routen auf dem Edge Device korrekt eingerichtet?}
    K -- Nein --> L[Korrigiere die Routing-Tabelle]
    L --> J
    K -- Ja --> M{Hat die Firewall eine UDP Flood Protection?}
    M -- Ja --> N{Ist das Edge Device davon ausgenommen?}
    N -- Nein --> O[Whiteliste das Edge Device im UDP Flood Modul]
    N -- Ja --> P[Kontaktiere ENLYZE Support]
    M -- Nein --> P

    J --> Q{War der Verbindungstest erfolgreich?}
    Q -- Ja --> F
    Q -- Nein --> P

```

## **Übersicht Firewall Einstellungen**

Fehlerhafte Einstellungen in der Firewall sind der häufigste Grund, warum es zu einem Verbindungsproblem kommt. Stelle sicher, dass die folgenden Regeln eingestellt sind.

| Host                                             | Port                | Transport       | Zweck                                                                                |
| ------------------------------------------------ | ------------------- | --------------- | ------------------------------------------------------------------------------------ |
| 1.1.1.1                                          | 53 (DNS)            | TCP **und** UDP | Auflösung von Hostnamen zu IP-Adressen                                               |
| 8.8.4.4                                          | 53 (DNS)            | TCP **und** UDP | Auflösung von Hostnamen zu IP-Adressen                                               |
| 8.8.8.8                                          | 53 (DNS)            | TCP **und** UDP | Auflösung von Hostnamen zu IP-Adressen                                               |
| <p>iot-edge-1.enlyze.com<br>(159.69.177.150)</p> | 51821 (Wireguard)   | UDP             | Datentransfer in die ENLYZE-Cloud, Edge Device-Konfiguration, Einspielen von Updates |
| <p>ntp1.enlyze.com<br>(157.90.230.207)</p>       | <p>123<br>(NTP)</p> | UDP             | Synchronisierung Systemzeit                                                          |
| <p>ntp2.enlyze.com<br>(162.55.43.234)</p>        | 123 (NTP)           | UDP             | Synchronisierung Systemzeit                                                          |
|                                                  |                     |                 |                                                                                      |

**Edge Devices müssen in der UDP Flood Attack Protection ausgenommen werden**

Um eine reibungslose Kommunikation zu gewährleisten, ist es notwendig, die **Edge Devices im UDP Flood Protection-Modul zu whitelisten**. Mehr Information findest du [hier](https://github.com/enlyze/enlyze-docs/blob/main/de/connect/edge-device/spark-inbetriebnahme/vorbereitung.md#whitelisting-im-udp-flood-attack-modul-der-firewall).

{% hint style="info" %}
Falls das Verbindungsproblem nicht gelöst werden kann, du dir unsicher bist oder nicht weiterkommst, melde dich bei uns unter [**support@enlyze.com**](mailto:support@enlyze.com). Wir helfen dir schnell und unkompliziert weiter!
{% endhint %}


# Verbindungswarnung

Verbindungswarnungen des ENLYZE Edge Device verstehen.

Beim Öffnen der Adresse für die ENLYZE Edge Oberfläche im Browser erscheint folgenden Warnung:

<figure><img src="/files/UqilvZEyPVbPdIBxP2Mg" alt=""><figcaption><p>Screenshot: Keine sichere Verbindung im Browser</p></figcaption></figure>

Das kann verunsichern – ist in diesem Fall aber **völlig normal** und **kein Hinweis auf ein tatsächliches Sicherheitsproblem**.

## Was passiert im Hintergrund?

Jedes Edge Device Edge Gerät nutzt zur verschlüsselten Kommunikation ein sogenanntes **SSL-/TLS-Zertifikat**. Dieses Zertifikat:

* sorgt dafür, dass die Verbindung zwischen Browser und dem Gerät **verschlüsselt** ist

## Was führt dazu, dass dennoch die Fehlermeldung angezeigt wird?

Damit ein Browser ein Zertifikat **automatisch akzeptiert**, muss es von einer **offiziellen Zertifizierungsstelle (Certificate Authority / CA)** stammen – etwa von Unternehmen wie *Let's Encrypt*, *DigiCert* oder *Sectigo*. Diese vertrauenswürdigen Stellen garantieren die Echtheit von Webseiten und Domains im Internet. Die Zertifikate der Edge Devices besitzen aber kein, von einer offiziellen Zertifizierungsstelle, akkreditiertes Zertifikat. Daher taucht der Warnhinweis auf.

## Warum ist ein offizielles Zertifitkat auf den Edge Geräten **nicht praktikabel?**

Die ENLYZE Edge Setup Oberfläche wird im **lokalen Netzwerk** oder **offline** verwendet. Dabei gibt es:

* **keinen öffentlichen Domainnamen**
* **keinen Zugriff auf das Internet**, um ein offizielles Zertifikat zu beziehen
* eine **dynamische IP-Adresse**, die sich je nach Gerät unterscheiden kann

Daher kann das Edge Device kein Zertifikat verwenden, das von einer öffentlichen Zertifizierungsstelle signiert ist.

Stattdessen erstellt das Edge Device bei der Inbetriebnahme **ein eigenes Zertifikat**, das auf die lokale IP-Adresse abgestimmt ist. Dieses wird vom Browser nicht automatisch als „vertrauenswürdig“ eingestuft, obwohl es technisch **genau dieselbe sichere Verschlüsselung** bietet wie ein offiziell signiertes Zertifikat.

***

## Was bedeutet das für Dich?

* **Die Verbindung ist verschlüsselt:** Ihre Daten sind geschützt vor Zugriffen Dritter.
* **Die Warnung ist technisch bedingt:** Sie erscheint, weil das Zertifikat nicht von einer Zertifizierungsstelle akkreditiert wurde – **nicht**, weil etwas Unsicheres passiert.


# Passwort zurücksetzen

Falls du dein Passwort vergessen hast, um dich bei ENLYZE EDGE anzumelden, folge diesem Guide

### Passwort vergessen

Alle Informationen erhältst du ebenfalls, wenn du bei der Anmeldung auf `Passwort vergessen?` klickst.

<figure><img src="/files/Dgn6KQh27Fd41LyCgqdZ" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

## Voraussetzungen

Bevor du beginnst, stelle Folgendes sicher:

* Direkten Zugriff auf die USB-Anschlüsse des SPARKs
* Einen USB-Stick, dessen Daten du komplett löschen kannst

***

## Passwort zurücksetzen

{% stepper %}
{% step %}

### USB-Stick formatieren

Formatiere den USB-Stick mit dem Dateisystem **FAT32**. Das geht indem du den USB-Stick in deinen Laptop einsteckst und dort neu formartierst.
{% endstep %}

{% step %}

### Reset-Datei erstellen

Nachdem der USB-Stick neu formatiert wurde erstelle darauf eine Datei mit dem Namen **`password-reset.txt`**

> **Hinweis für Windows-Nutzer:** Windows blendet Dateiendungen standardmäßig aus. Beim Erstellen der Datei kann es passieren, dass die Endung versehentlich doppelt angehängt wird – z. B. `password-reset.txt.txt`. Prüfe den Dateinamen daher sorgfältig, bevor du fortfährst.
> {% endstep %}

{% step %}

### Stecke den USB Stick in einen der USB-Ports des Edge Geräts

Stecke den USB-Stick in einen der USB-Ports auf der Rückseite des Edge Geräts. Daraufhin wird das Passwort automatisch zurückgesetzt. Der Vorgang wird mit **zwei Signaltönen** bestätigt.
{% endstep %}

{% step %}

### Melde dich mit den Standard-Zugangsdaten an

| Feld          | Wert                                                                                                |
| ------------- | --------------------------------------------------------------------------------------------------- |
| Benutzername  | `admin`                                                                                             |
| Passwort      | Hostname des Edge Geräts (Schema: `adjektiv-wissenschaftler`). Der Hostname ist auf den aufgeklebt. |
| {% endstep %} |                                                                                                     |

{% step %}

### Lege neue Zugangsdaten an

Du wirst aufgefordert einen neuen Benutzernamen und Passwort anzulegen. In Zukunft kannst dich dann mit diesen neuen Zugangsdaten anmelden. Die Standard-Zugangsdaten können für Anmeldungen nicht mehr genutzt werden, so wird eine hohe Sicherheit gewährleistet.
{% endstep %}
{% endstepper %}


# OT-Connectivity

OT Datenquellen anbinden und Prozessdaten in der Manufacturing Data Platform verfügbar machen

Die folgenden Anleitungen helfen dir, Prozessdaten in der ENLYZE Manufacturing Data Platform (MDP) verfügbar zu machen indem du deine OT [Datenquellen](/ressourcen/dateninfrastruktur/datenquellen) integrierst. Es werden dabei eine Vielzahl industrieller Protokolle unterstützt, um Konnektivität auch im heterogenen Maschinenpark zu garantieren.

## Anleitungen zur Anbindung von Datenquellen

Der **Anbindungsprozess** hängt maßgeblich vom verwendeten **Kommunikationsprotokoll** ab, dieses wiederum wird in der Regel durch den Hersteller der Datenquelle bzw. des anzubindenden Geräts vorgegeben.

Je nachdem, welche Informationen vorliegen (z. B. Maschinenhersteller, Gerätehersteller oder Kommunikationsprotokoll), kannst du mit der folgenden Dokumentation prüfen ob Konnektivität hergestellt werden kann und gelangst gezielt zur passenden Anleitung, um deine Datenquelle korrekt anzubinden.

<table data-view="cards"><thead><tr><th></th><th></th><th data-hidden data-card-target data-type="content-ref"></th></tr></thead><tbody><tr><td><strong>Übersicht unterstütze Maschinenhersteller</strong></td><td>Finde die passende Anleitung zur Integration deiner Datenquelle, basierend auf dem Hersteller der Maschine.</td><td><a href="/pages/yzrPNvWm5fzP5shmRvdQ">/pages/yzrPNvWm5fzP5shmRvdQ</a></td></tr><tr><td><strong>Übersicht unterstützte Steuerungshersteller</strong></td><td>Finde die passende Anleitung zur Integration deiner Datenquelle, basierend auf dem Hersteller der Datenquelle.</td><td><a href="/pages/5nVJyYCVSggG7asLtVo7">/pages/5nVJyYCVSggG7asLtVo7</a></td></tr><tr><td><strong>Übersicht unterstützte Protokolle</strong></td><td>Finde die passende Anleitung zur Integration deiner Datenquelle, basierend auf dem Protokoll der Datenquelle.</td><td><a href="/pages/qsBg9Zl9DrsinkOClua5">/pages/qsBg9Zl9DrsinkOClua5</a></td></tr></tbody></table>

Falls relevante Prozessdaten heute noch nicht erfasst werden oder es sich um eine alte Maschine ohne zentrale SPS handelt kannst du dich über Retro-Fit Optionen informieren:

<table data-view="cards"><thead><tr><th></th><th></th><th data-hidden data-card-target data-type="content-ref"></th></tr></thead><tbody><tr><td><strong>Retro-Fit Optionen</strong></td><td>Erfahre mehr über mögliche Retro-Fit Optionen.</td><td><a href="/pages/hIUQF4hU6uJGJpMsYxrr">/pages/hIUQF4hU6uJGJpMsYxrr</a></td></tr></tbody></table>

## Prozessübersicht

{% stepper %}
{% step %}

#### **Datenquelle mit Edge Device verbinden**

Prozessdaten einer Datenquelle werden stets von einem [Edge Device](/connect/edge-device) ausgelesen, der sich am selben Standort wie die Datenquelle befindet. Der erste Schritt ist somit die Verbindung der Datenquelle mit einem [Edge Device](/connect/edge-device) über eines der von ENLYZE unterstützten [Integrations-Szenarios](/connect/integrationsszenarios). Falls das Edge Device bereits mit der Datenquelle verbunden ist, kann dieser Schritt übersprungen werden.
{% endstep %}

{% step %}

#### Datenquelle anlegen und Verbindungsdetails hinterlegen

Die Datenquelle wird in der ENLYZE Manufacturing Data Platform angelegt und dabei einem Edge Device und einer Maschine zugeordnet. Bei diesem Schritt werden Informationen über das Gerät, die Netzwerkkonfiguration und protokollspezifische Einstellungen benötigt.
{% endstep %}

{% step %}

#### Variablen hinzufügen

Um Prozessdaten aus der Datenquelle auszulesen, müssen [Variablen](/variable-mapping/kontextualisierung) hinzugefügt werden. Dieser Schritt erfolgt abhängig vom Protokoll automatisiert über [Variable Discovery](#variable-discovery) oder [manuell](#manuelle-registrierung) über eine Eingabemaske.
{% endstep %}
{% endstepper %}

## Variablen registrieren

Die auf einer Datenquelle verfügbaren Variablen werden auf zwei Wegen in der ENLYZE Manufacturing Data Platform registriert. Welcher Weg zutrifft, hängt vom zur Anbindung gewählten Protokoll ab.

### Variable Discovery

Bei der Variable Discovery handelt es sich um einen automatisierten Prozess, bei dem ein der Datenquelle zugeordnetes Edge Device die auf der Datenquelle verfügbaren Variablen abfragt und in der ENLYZE MDP registriert.

**Zutreffende Protokolle:**

* S7+ (OMS+)
* PVI
* OPC-DA
* OPC-UA
* Beckhoff ADS

### Manuelle Registrierung

Wird eine Datenquelle über ein Protokoll angebunden, das keine Variable Discovery unterstützt, werden die verfügbaren Variablen manuell registriert. Oftmals werden weitere Hilfsmittel wie Datenblätter oder Projekt-Dateien benötigt.

**Zutreffende Protokolle:**

* S7 (Step 7)
* Modbus


# Maschinenhersteller

Übersicht unterstützte Maschinenhersteller

Nachfolgend findest du eine Liste von Maschinenherstellern, für die wir Konnektivität bereits erfolgreich umgesetzt haben und deren Maschinen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit integrieren können.

{% hint style="info" %}
Bitte beachte: Entscheidend für eine erfolgreiche Anbindung ist nicht allein der Hersteller, sondern vor allem das verwendete Kommunikationsprotokoll. Deshalb ist diese Liste nicht abschließend – grundsätzlich können auch Maschinen vieler weiterer Hersteller angebunden werden. Umgekehrt kann es vorkommen, dass einzelne Maschinen eines hier aufgeführten Herstellers nicht unterstützt werden.
{% endhint %}

Zu jedem Hersteller geben wir zusätzliche Informationen an, z. B. welche Datenquellen und Protokolle typischerweise verwendet werden. Hierzu einfach auf den Link des Herstellers klicken.

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Diese Seite befindet sich aktuell im Aufbau, daher sind aktuell nicht alle Informationen vollständig.
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Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.

| Maschinenhersteller                                             |
| --------------------------------------------------------------- |
| Battenfeld- Cincinatti                                          |
| Bobst                                                           |
| Breyer                                                          |
| Collin                                                          |
| Digicolor/Ferlin Gravimix                                       |
| EMBA Wellpappenmaschinne                                        |
| Gerlach Maschinenbau                                            |
| Greiner Extrusionsanlagen                                       |
| Hosokawa Alpine                                                 |
| K-Design                                                        |
| Krauss Maffei                                                   |
| Kuhne                                                           |
| Leistritz                                                       |
| Macchi                                                          |
| Manroland                                                       |
| Motan                                                           |
| Müller                                                          |
| Octagon                                                         |
| Özgülmak                                                        |
| Plastcontrol                                                    |
| Reifenhäuser                                                    |
| Rosendahl Knill Gruppe                                          |
| TSM                                                             |
| Weber                                                           |
| Windmöller & Hölscher                                           |
| [Zumbach](/connect/ot-connectivity/maschinenhersteller/zumbach) |


# Zumbach

Zumbach Messköpfe mit der ENLYZE Plattform verbinden.

Zumbach Electronic ist ein Schweizer Hersteller berührungsloser Mess- und Regelsysteme für die Draht-, Kabel-, Rohr- und Extrusionsindustrie. Am häufigsten begegnen uns Zumbach Geräte als laserbasierte Durchmesser-Messköpfe der **ODAC** Reihe, die direkt in der Produktionslinie verbaut sind.

Ein solcher Messkopf liefert kontinuierlich Messwerte (z.B. Durchmesser und Ovalität) und lässt sich in der ENLYZE Plattform wie eine eigene Datenquelle anbinden.

Die folgende Tabelle zeigt die unterstützten Zumbach Geräte und den jeweils empfohlenen Konnektor. Dabei gilt:

* **Ein Gerät kann häufig über mehrere Konnektoren angebunden werden.** Alle möglichen Konnektoren werden dir auf der Geräte-Seite angezeigt.
* **Wir sprechen stets eine Empfehlung aus**, welcher Konnektor für die jeweilige Datenquelle den besten Datendurchsatz und die höchste Stabilität bietet.

| Gerät                                                             | Empfohlener Konnektor                            |
| ----------------------------------------------------------------- | ------------------------------------------------ |
| [ODAC](/connect/ot-connectivity/maschinenhersteller/zumbach/odac) | [ODAC](/connect/ot-connectivity/protokolle/odac) |

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Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.


# ODAC

Zumbach ODAC Messkopf anbinden.

ODAC bezeichnet Zumbachs Reihe laserbasierter Durchmesser-Messköpfe. Sie messen berührungslos den Durchmesser, die Ovalität und die Lage von runden Produkten und Profilen. Eingesetzt werden sie typischerweise in der Draht-, Kabel- und Schlauchextrusion sowie in der Kunststoff- und Gummiverarbeitung.

Die Zahl im Modellnamen gibt das Messfeld (den maximal messbaren Durchmesser) in Millimetern an. Ein **ODAC 34XY** misst also bis ca. 34 mm, ein **ODAC 64XY** bis ca. 64 mm. Das `XY` steht für die zweiachsige Messung.

## Unterstützte Protokolle

Klicke auf den Konnektor, mit dem du deinen ODAC anbinden möchtest, um auf die Anleitung zu gelangen.

| Konnektor                                        | Empfohlen            | Kommentar                                                                     |
| ------------------------------------------------ | -------------------- | ----------------------------------------------------------------------------- |
| [ODAC](/connect/ot-connectivity/protokolle/odac) | :white\_check\_mark: | Liest die Messwerte direkt über die Ethernet-Schnittstelle des Messkopfs aus. |

## Relevante Informationen

Diese Informationen werden zur Erstellung einer Datenquelle für einen ODAC Messkopf benötigt:

| Information | Kommentar                                                                            |
| ----------- | ------------------------------------------------------------------------------------ |
| Hersteller  | Zumbach                                                                              |
| Modell      | Das Modell des Messkopfs, z.B. `ODAC 34XY`. Auf dem Typenschild des Geräts vermerkt. |


# Steuerungshersteller

Übersicht unterstützte Steuerungshersteller

Nachfolgend findest du eine Liste der Steuerungshersteller, die du mit der ENLYZE Plattform verbinden kannst.

{% hint style="info" %}
Bitte beachte: Auch hier gilt, dass nicht allein der Hersteller entscheidend ist, sondern das konkrete System und die verwendete Protokollvariante. Die Liste ist daher nicht abschließend. Es können auch Steuerungen weiterer Hersteller angebunden werden, während einzelne Modelle der gelisteten Hersteller eventuell Einschränkungen aufweisen.
{% endhint %}

Zu jedem Hersteller geben wir zusätzliche Informationen an, z. B. welche Protokolle typischerweise verwendet werden. Hierzu einfach auf den Link des Herstellers klicken.

Zu jedem Hersteller geben wir an, welche Kommunikationsprotokolle von diesem Hersteller genutzt werden und welche Konnektoren für die Integration genutzt werden müssen.

{% hint style="warning" %}
Diese Seite befindet sich derzeit im Aufbau – daher sind noch nicht alle Angaben vollständig.
{% endhint %}

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.

| Hersteller Datenquellen                                                                  |
| ---------------------------------------------------------------------------------------- |
| ABB                                                                                      |
| [Allen-Bradley](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/allen-bradley)             |
| B\&R                                                                                     |
| Beckhoff                                                                                 |
| Digicolor/Ferlin Gravimix                                                                |
| Feller Engineering                                                                       |
| KDesing VarioCool                                                                        |
| [Mitsubishi Electric](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/mitsubishi-electric) |
| Motan                                                                                    |
| Octagon                                                                                  |
| [Omron](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/omron)                             |
| Plastcontrol                                                                             |
| [Siemens](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/siemens)                         |
| Wago                                                                                     |
| Weintek                                                                                  |
| [Yaskawa (VIPA)](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/yaskawa)                  |


# Allen-Bradley

Allen-Bradley-Steuerungen mit der ENLYZE Plattform verbinden.

Allen-Bradley ist die Steuerungsmarke von **Rockwell Automation** und im nordamerikanischen Raum der führende Anbieter von Automatisierungstechnik. Die Marke gibt es seit 1903, seit der Übernahme durch Rockwell (1985) erscheinen die Steuerungen unter dem Namen Allen-Bradley, während die Programmiersoftware (Studio 5000, früher RSLogix) und das Plattformökosystem (FactoryTalk) unter Rockwell laufen. Begegnet dir der Name **Rockwell** im Feld, ist damit also in aller Regel eine Allen-Bradley-Steuerung gemeint.

Die aktuellen Steuerungen gehören zur **Logix**-Plattform und werden alle mit Studio 5000 programmiert. Sie organisieren ihre Daten über symbolische **Tags** (benannte Variablen) statt über absolute Speicheradressen.

ENLYZE bindet Allen-Bradley-Steuerungen über das native **EtherNet/IP**-Protokoll per Ethernet an (CIP über TCP, Standard-Port `44818`). Die Anbindung erfolgt über den [EtherNet/IP](/connect/ot-connectivity/protokolle/ethernet-ip)-Konnektor.

{% hint style="info" %}
Maßgeblich ist nicht der Hersteller allein, sondern das konkrete Gerät und die verwendete Adressierung. Die EtherNet/IP-Anbindung von ENLYZE liest **symbolische Tags** der Logix-Generation aus. Ältere Steuerungen der Generationen PLC-5, SLC 500 und MicroLogix adressieren ihre Daten dagegen über das PCCC-Verfahren (Dateien wie `N7:0`) und werden vom symbolischen Konnektor nicht direkt abgedeckt.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
**Automatische Variablenerkennung**

Das EtherNet/IP-Protokoll unterstützt [Variable Discovery](/connect/ot-connectivity#variable-discovery). Die Tags der Steuerung werden automatisch erkannt, einschließlich der program-spezifischen Tags und der Strukturmember zusammengesetzter Datentypen (UDTs). Anders als bei rein adressbasierten Protokollen müssen die Speicheradressen nicht vorab bekannt sein.
{% endhint %}

## Geräteübersicht

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Allen-Bradley-Familien und typische Geräte. Die Spalte **Generation** unterscheidet die aktuelle Logix-Generation (symbolische Tags, programmiert mit Studio 5000) von den klassischen Generationen (PCCC-Adressierung) und bestimmt, ob die EtherNet/IP-Anbindung greift. Die Spalte **Status** gibt an, ob wir die Familie bereits im Feld angebunden haben.

| Serie                 | Typische Geräte                                      | Generation        | Empfohlener Konnektor                                          | Status                                    |
| --------------------- | ---------------------------------------------------- | ----------------- | -------------------------------------------------------------- | ----------------------------------------- |
| CompactLogix          | 5370 (L1/L2/L3), 5380, Compact GuardLogix 5380       | Logix             | [EtherNet/IP](/connect/ot-connectivity/protokolle/ethernet-ip) | ✅ Unterstützt                             |
| ControlLogix          | 1756 ControlLogix 5570, 5580, GuardLogix 5570 / 5580 | Logix             | [EtherNet/IP](/connect/ot-connectivity/protokolle/ethernet-ip) | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| Micro800              | Micro820, Micro850, Micro870                         | Logix (CCW)       | [EtherNet/IP](/connect/ot-connectivity/protokolle/ethernet-ip) | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| FlexLogix / SoftLogix | 1794 FlexLogix, SoftLogix 5800                       | Logix             | [EtherNet/IP](/connect/ot-connectivity/protokolle/ethernet-ip) | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| MicroLogix            | 1100, 1200, 1400, 1500                               | Legacy (PCCC)     | auf Anfrage prüfen                                             | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| SLC 500               | 1747 SLC 5/03, 5/04, 5/05                            | Legacy (PCCC)     | auf Anfrage prüfen                                             | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| PLC-5                 | 1785 PLC-5                                           | Legacy (PCCC/DH+) | auf Anfrage prüfen                                             | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |

{% hint style="success" %}
**Faustregel:** Steuerungen der Logix-Generation (ControlLogix, CompactLogix, GuardLogix, Micro800) bindest du über **EtherNet/IP** an. Die Steuerung benötigt dafür eine Ethernet-Schnittstelle (integriert oder als Kommunikationsmodul).
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
Bisher im Feld angebunden haben wir die **CompactLogix**-Familie. Die übrigen Logix-Familien (**ControlLogix**, **Micro800**, **FlexLogix / SoftLogix**) sind über EtherNet/IP technisch ebenfalls anbindbar, wurden von uns aber noch nicht im Feld erprobt. Die klassischen Generationen **PLC-5**, **SLC 500** und **MicroLogix** adressieren über PCCC und müssen im Einzelfall geprüft werden. Möchtest du ein solches Gerät anbinden, melde dich gerne unter <support@enlyze.com>, damit wir die Anbindung gemeinsam prüfen.
{% endhint %}

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.


# Siemens

Siemens-Steuerungen mit der ENLYZE Plattform verbinden.

Siemens ist im europäischen Raum der führende Anbieter von Automatisierungstechnik, entsprechend häufig begegnen uns Siemens-Geräte. Die Steuerungen werden seit den 1980er-Jahren unter dem Namen **SIMATIC** geführt. Daraus ist eine breite Produktlandschaft entstanden, die vom kleinen Logikmodul (LOGO!) über kompakte und modulare SPS bis zu großen, hochverfügbaren Systemen reicht.

ENLYZE bindet Siemens-Steuerungen über zwei native Protokolle per Ethernet an. Beide laufen über RFC1006 (ISO-on-TCP, Standard-Port `102`):

* **S7+** (S7CommPlus): das native und performantere Protokoll der TIA-Portal-Generation (S7-1200, S7-1500 und Varianten). Es ist erforderlich, um auf optimierte Datenbausteine zuzugreifen, und ist für diese Geräte die empfohlene Anbindung. Die Anbindung erfolgt über den [S7+](/connect/ot-connectivity/protokolle/s7+)-Konnektor.
* **S7 Classic** (S7comm über RFC1006): das klassische S7-Protokoll der Generationen S7-300 und S7-400. Es adressiert Daten über absolute Adressen (z. B. `DB1.DBW0`).

Als herstellerneutrale Alternative bieten viele Siemens-Steuerungen zusätzlich einen [OPC-UA](/connect/ot-connectivity/protokolle/opc-ua)-Server. Auf der S7-1500 sowie auf der S7-1200 (ab Firmware V4.4) lässt sich dieser aktivieren und muss auf der Steuerung lizenziert werden.

{% hint style="warning" %}
**OPC-UA-Server auf S7-1200 / S7-1500: eingeschränkte Performance**

Der integrierte OPC-UA-Server läuft auf der CPU der Steuerung selbst. Das begrenzt die Zahl der gleichzeitig lesbaren Variablen und das minimale Abtastintervall und erzeugt zusätzliche CPU-Last auf der Steuerung. Siemens empfiehlt für die meisten S7-1500-CPUs maximal rund 4.000 Monitored Items bei einem minimalen Abtastintervall von 100 ms, und das nur unter der Annahme von höchstens 50 % Kommunikationslast (siehe [OPC UA system limits](https://support.industry.siemens.com/cs/ww/en/view/109755846), Siemens Industry Online Support). In Vergleichsmessungen liest die native S7-Anbindung deutlich mehr Datenpunkte bei geringerer CPU-Last als der OPC-UA-Server, etwa 2.600 Datenpunkte in rund 200 ms bei etwa 5 % zusätzlicher CPU-Last, während der OPC-UA-Server bereits bei rund 300 Variablen alle zwei Sekunden an seine Grenzen stößt ([Benchmark: S7-Treiber vs. OPC UA](https://industrialmonitordirect.com/blogs/knowledgebase/ignition-s7-driver-vs-opc-ua-tag-limit-performance)).

Für die S7-1200 und S7-1500 empfehlen wir daher das native **S7+**-Protokoll. Es liest mehr Variablen aus und belastet die Steuerung weniger.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
Maßgeblich ist nicht der Hersteller allein, sondern das konkrete Gerät und die verfügbare Schnittstelle. Steuerungen ohne integrierte Ethernet-Schnittstelle (etwa ältere, rein serielle S7-200 oder reine PROFIBUS-CPUs der S7-300) lassen sich nur dann anbinden, wenn sie um eine entsprechende Netzwerkbaugruppe (CP) ergänzt werden.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
**S7-300 / S7-400 ohne Ethernet-Schnittstelle**

Verfügt eine S7-300 oder S7-400 nur über eine PROFIBUS- oder MPI-Schnittstelle, setzen wir einen **PROFIBUS/MPI-Adapter zur Ethernet-Anbindung von S7-Steuerungen** ein. Dieser stellt die Verbindung zwischen der seriellen Schnittstelle der Steuerung und dem Edge Device her, sodass die Anbindung anschließend über den S7-Classic-Konnektor erfolgt.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
**Automatische Variablenerkennung**

Das S7+-Protokoll unterstützt [Variable Discovery](/connect/ot-connectivity#variable-discovery). Die Variablen der Steuerung werden also automatisch erkannt, anders als bei rein adressbasierten Protokollen müssen die Speicheradressen nicht vorab bekannt sein. Ist die Steuerung passwortgeschützt, wird das Passwort für den Zugriff benötigt.
{% endhint %}

## Geräteübersicht

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Siemens-Familien und typische Geräte. Die Spalte **Generation** unterscheidet die klassische Generation (programmiert mit STEP 7 Classic / SIMATIC Manager) von der TIA-Portal-Generation und bestimmt, welches Protokoll zum Einsatz kommt. Die Spalte **Empfohlener Konnektor** nennt den Konnektor mit dem besten Datendurchsatz und der höchsten Stabilität für die jeweilige Familie. Die Spalte **Status** gibt an, ob wir die Familie bereits im Feld angebunden haben.

| Serie           | Typische Geräte                                                                                                         | Generation         | Empfohlener Konnektor                          | Status                                    |
| --------------- | ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | ------------------ | ---------------------------------------------- | ----------------------------------------- |
| S7-1500         | CPU 1511, 1513, 1515, 1516, 1517, 1518 (inkl. F- / T-Varianten), R/H (redundant), Drive Controller, Software Controller | TIA Portal         | [S7+](/connect/ot-connectivity/protokolle/s7+) | ✅ Unterstützt                             |
| ET 200SP (CPU)  | CPU 1510SP, 1512SP, 1515SP PC (Open Controller)                                                                         | TIA Portal         | [S7+](/connect/ot-connectivity/protokolle/s7+) | ✅ Unterstützt                             |
| S7-1200         | CPU 1211C, 1212C, 1214C, 1215C, 1217C                                                                                   | TIA Portal         | [S7+](/connect/ot-connectivity/protokolle/s7+) | ✅ Unterstützt                             |
| S7-300          | CPU 312, 314, 315-2 PN/DP, 317-2 PN/DP, 319-3 PN/DP, 31xC (kompakt)                                                     | Classic            | S7 Classic (RFC1006)                           | ✅ Unterstützt                             |
| S7-400          | CPU 412, 414, 416, 417 (inkl. H-Varianten für Redundanz)                                                                | Classic            | S7 Classic (RFC1006)                           | ✅ Unterstützt                             |
| S7-200 SMART    | SR20, SR30, SR40, SR60, ST20, ST30, ST40, ST60                                                                          | Micro/WIN SMART    | S7 Classic (RFC1006)                           | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| S7-200 (Legacy) | CPU 221, 222, 224, 224XP, 226                                                                                           | Legacy             | seriell, Ethernet nur über CP243-1             | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| S5              | S5-90U, S5-95U, S5-100U, S5-115U, S5-135U, S5-155U                                                                      | Legacy (STEP 5)    | S5 (SINEC H1, passiv)                          | ✅ Unterstützt                             |
| C7              | C7-621, C7-633, C7-635, C7-636 (HMI + S7-300-CPU)                                                                       | Classic            | S7 Classic (RFC1006)                           | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| LOGO! 8         | LOGO! 8 (0BA8) mit Ethernet-Schnittstelle                                                                               | LOGO! Soft Comfort | Modbus TCP                                     | ✅ Unterstützt                             |

{% hint style="info" %}
**SIMATIC S5**

Die SIMATIC S5 ist Siemens' Steuerungsgeneration vor der S7 (programmiert mit STEP 5). ENLYZE bindet sie über das **SINEC-H1**-Protokoll an. Die Anbindung erfolgt passiv: Das Edge Device hört den Netzwerkverkehr zwischen Steuerung und Kommunikationspartner mit und liest die Werte aus den Speicherbereichen (DB, MB, EB, AB). Voraussetzung ist daher, dass die S5 über einen Kommunikationsprozessor (z. B. CP 1430) SINEC-H1-Verkehr erzeugt, den das Edge Device empfangen kann.

Für die Anbindung einer S5 ist zusätzliche Hardware in Form eines Adapters erforderlich, die mit weiteren Einschränkungen einhergeht. In diesen Fällen ist daher immer ein Vor-Ort-Einsatz nötig.
{% endhint %}

{% hint style="success" %}
**Faustregel:** Steuerungen der TIA-Portal-Generation (S7-1200, S7-1500 und ihre Varianten) bindest du über **S7+** an, klassische Steuerungen (S7-300, S7-400) über **S7 Classic**. Ist auf der Steuerung ein OPC-UA-Server lizenziert, ist **OPC UA** die herstellerneutrale Alternative, für die S7-1200 und S7-1500 ist das native S7+ aber performanter.
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
Die Familien **S7-200 SMART**, **S7-200** und **C7** sowie die S7-1500-Varianten R/H, Drive Controller und Software Controller sind technisch anbindbar, wurden von uns aber teils noch nicht im Feld erprobt. Möchtest du ein solches Gerät anbinden, melde dich gerne unter <support@enlyze.com>, damit wir die Anbindung gemeinsam prüfen.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
Die Steuerungen von [Yaskawa (VIPA)](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/yaskawa) sind weitgehend kompatibel zur Siemens S7-300 und werden über denselben S7-Classic-Konnektor angebunden.
{% endhint %}

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.


# S7 300

Siemens S7-300 Steuerung anbinden.


# S7 400

Siemens S7-400 Steuerung anbinden.


# Omron

Omron-Steuerungen mit der ENLYZE Plattform verbinden.

Omron zählt zu den weltweit etablierten Anbietern von Automatisierungstechnik. Seine Steuerungen werden seit 1971 durchgängig unter dem Namen **SYSMAC** geführt. Über die Jahrzehnte ist daraus eine breite Produktlandschaft entstanden, die von kompakten Mikro-SPS bis zu großen, rackbasierten Systemen reicht.

ENLYZE bindet Omron-Steuerungen über das Omron-eigene Protokoll **FINS** an. Die Verbindung erfolgt über FINS over Ethernet (TCP, Standard-Port `9600`) und setzt voraus, dass die Steuerung über eine Ethernet-Schnittstelle verfügt (integriert oder als Netzwerkbaugruppe). Die Anbindung erfolgt über den [FINS](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins)-Konnektor.

Bei der Konfiguration wird ein **Target PLC** ausgewählt. Diese Einstellung legt das FINS-Speichermodell der Steuerung fest und unterscheidet zwei Generationen:

* **Classic**: Omron-Steuerungen, die vor der CS1 (1999) eingeführt wurden, vor allem die CV- / CVM1-Serie.
* **CS1 or newer** (Standard): die CS1 und alle nachfolgenden Generationen, also CS1, CJ1, CJ2, die CP-Serie sowie die modernen Sysmac-Familien NJ, NX und NY.

{% hint style="info" %}
Maßgeblich ist nicht der Hersteller allein, sondern das konkrete Gerät und die verfügbare Schnittstelle. Ältere, rein serielle Geräte lassen sich über FINS over Ethernet nur dann anbinden, wenn sie um eine entsprechende Netzwerkbaugruppe ergänzt werden.
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
**Voraussetzung: Kenntnis der Speicherbereiche**

FINS adressiert Daten über Speicherbereiche (z. B. D, CIO, W) und nicht über symbolische Tags. Um die richtigen Variablen aufzuzeichnen, benötigen wir daher die relevanten Speicheradressen der Steuerung. Dafür gibt es zwei Wege:

* Der Maschinenhersteller oder Steuerungsprogrammierer teilt uns die relevanten Speicheradressen direkt mit.
* Wir erhalten das Projektfile der Steuerung (CX-Programmer `.cxp` bei Classic-, CS1-, CJ- und CP-Steuerungen, Sysmac Studio `.smc2` bei NJ und NX) und leiten die Speicherbereiche daraus ab.
  {% endhint %}

## Geräteübersicht

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Omron-Familien und typische Geräte. Die Spalte **Empfohlener Konnektor** nennt den Konnektor, über den die Anbindung erfolgt. Die Spalte **Target PLC** zeigt, welche Einstellung bei der [FINS-Konfiguration](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins) für das jeweilige Gerät gewählt werden sollte. Die Spalte **Status** gibt an, ob wir die Familie bereits im Feld angebunden haben.

| Serie                | Typische Geräte                       | Empfohlener Konnektor                            | Target PLC   | Status                                    |
| -------------------- | ------------------------------------- | ------------------------------------------------ | ------------ | ----------------------------------------- |
| CV / CVM1            | CV500, CV1000, CV2000, CVM1           | [FINS](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins) | Classic      | ✅ Unterstützt                             |
| SYSMAC C (klassisch) | C200H, C200HS, C200HX / HG / HE, CQM1 | [FINS](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins) | Classic      | ✅ Unterstützt                             |
| CPM (Micro)          | CPM1 / CPM1A, CPM2A / CPM2C           | [FINS](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins) | Classic      | ✅ Unterstützt                             |
| CS1                  | CS1G, CS1H, CS1D                      | [FINS](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins) | CS1 or newer | ✅ Unterstützt                             |
| CJ1                  | CJ1G, CJ1H, CJ1M                      | [FINS](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins) | CS1 or newer | ✅ Unterstützt                             |
| CJ2                  | CJ2H, CJ2M                            | [FINS](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins) | CS1 or newer | ✅ Unterstützt                             |
| CP-Serie             | CP1H, CP1L (-EL / -EM), CP1E, CP2E    | [FINS](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins) | CS1 or newer | ✅ Unterstützt                             |
| NJ-Serie (Sysmac)    | NJ101, NJ301, NJ501                   | [FINS](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins) | CS1 or newer | ✅ Unterstützt                             |
| NX-Serie (Sysmac)    | NX701, NX102, NX1P2, NX502            | [FINS](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins) | CS1 or newer | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| NY-Serie (IPC)       | NY512, NY532                          | [FINS](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins) | CS1 or newer | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |

{% hint style="success" %}
**Faustregel:** Ab der CS1 (1999) wählst du **CS1 or newer**, für ältere Steuerungen (vor allem CV / CVM1) **Classic**. Bis einschließlich der NJ-Serie haben wir Omron-Steuerungen erfolgreich über FINS angebunden.
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
Die Sysmac-Familien **NX** und **NY** sind über FINS vermutlich anbindbar, wurden von uns aber bislang noch nicht im Feld angebunden. Möchtest du ein solches Gerät anbinden, melde dich gerne unter <support@enlyze.com>, damit wir die Anbindung gemeinsam prüfen.
{% endhint %}

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.


# Mitsubishi Electric

Mitsubishi Electric-Steuerungen mit der ENLYZE Plattform verbinden.

Mitsubishi Electric zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Automatisierungstechnik und ist vor allem im asiatischen Raum stark verbreitet. Die Steuerungen werden seit den 1980er-Jahren unter dem Namen **MELSEC** geführt. Daraus sind zwei Produktlinien entstanden: die kompakten Steuerungen der **FX**-Reihe (heute MELSEC iQ-F) und die modularen, rackbasierten Systeme von der MELSEC-A über die MELSEC-Q und MELSEC-L bis zur aktuellen MELSEC iQ-R.

ENLYZE bindet Mitsubishi-Steuerungen über zwei Wege an:

* **SLMP** (SeamLess Message Protocol): das Mitsubishi-eigene Ethernet-Protokoll aus der MC-Protokoll-Familie. Es ist die empfohlene Anbindung für alle Steuerungen mit Ethernet-Schnittstelle und läuft über TCP (Standard-Port `5001`). Die Anbindung erfolgt über den [SLMP](/connect/ot-connectivity/protokolle/slmp)-Konnektor.
* **MELSEC seriell**: für ältere Kompaktsteuerungen der FX-Reihe ohne Ethernet-Schnittstelle. Die Anbindung erfolgt über die Programmier- bzw. RS-Schnittstelle der Steuerung.

{% hint style="info" %}
Maßgeblich ist nicht der Hersteller allein, sondern das konkrete Gerät und die verfügbare Schnittstelle. Steuerungen ohne integrierte Ethernet-Schnittstelle (etwa ältere FX-Steuerungen oder modulare CPUs ohne Ethernet-Baugruppe) lassen sich über SLMP nur dann anbinden, wenn sie um eine entsprechende Netzwerkbaugruppe (z. B. FX5-ENET, QJ71E71, RJ71EN71) ergänzt werden. Andernfalls erfolgt die Anbindung seriell.
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
**Voraussetzung: Kenntnis der Speicherbereiche**

Mitsubishi-Steuerungen adressieren Daten über Gerätecodes (z. B. `D` für Datenregister, `M` für Merker, `X` / `Y` für Ein- und Ausgänge) und nicht über symbolische Tags. Um die richtigen Variablen aufzuzeichnen, benötigen wir daher die relevanten Geräteadressen der Steuerung. Dafür gibt es zwei Wege:

* Der Maschinenhersteller oder Steuerungsprogrammierer teilt uns die relevanten Geräteadressen direkt mit.
* Wir erhalten das Projektfile der Steuerung (GX Works2 oder GX Works3) und leiten die Geräteadressen daraus ab.
  {% endhint %}

## Geräteübersicht

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Mitsubishi-Familien und typische Geräte. Die Spalte **Generation** unterscheidet die kompakte FX-Linie von den modularen Systemen und nennt die zugehörige Programmiersoftware. Die Spalte **Empfohlener Konnektor** nennt den Konnektor, über den die Anbindung erfolgt. Die Spalte **Status** gibt an, ob wir die Familie bereits im Feld angebunden haben.

| Serie                | Typische Geräte                       | Generation           | Empfohlener Konnektor                            | Status                                    |
| -------------------- | ------------------------------------- | -------------------- | ------------------------------------------------ | ----------------------------------------- |
| MELSEC iQ-F (FX5)    | FX5U, FX5UC, FX5UJ, FX5S              | Kompakt (GX Works3)  | [SLMP](/connect/ot-connectivity/protokolle/slmp) | ✅ Unterstützt                             |
| MELSEC FX3           | FX3U, FX3UC                           | Kompakt (GX Works2)  | MELSEC seriell                                   | ✅ Unterstützt                             |
| MELSEC FX (Legacy)   | FX2N, FX2NC, FX1N, FX1S, FX0N         | Kompakt (Legacy)     | MELSEC seriell                                   | ✅ Unterstützt                             |
| MELSEC FX3 (weitere) | FX3G, FX3GE, FX3GC, FX3S              | Kompakt (GX Works2)  | MELSEC seriell                                   | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| MELSEC iQ-R          | R04, R08, R16, R32, R120 (CPU)        | Modular (GX Works3)  | [SLMP](/connect/ot-connectivity/protokolle/slmp) | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| MELSEC-Q             | Q03UD(E), Q06UDH, Q13UDH, Q26UDH, QnA | Modular (GX Works2)  | [SLMP](/connect/ot-connectivity/protokolle/slmp) | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| MELSEC-L             | L02, L06, L26 (CPU)                   | Baseless (GX Works2) | [SLMP](/connect/ot-connectivity/protokolle/slmp) | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| MELSEC-A / QnA       | A1S, A2N, A3N, AnS, Q2AS              | Legacy               | MC-Protokoll (Ethernet-Modul)                    | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |

{% hint style="success" %}
**Faustregel:** Steuerungen mit Ethernet-Schnittstelle bindest du über **SLMP** an (TCP, Port `5001`). Ältere FX-Kompaktsteuerungen ohne Ethernet (FX2N, FX3U) bindest du über die serielle Programmierschnittstelle an. Im Feld erprobt haben wir bislang die FX5U (SLMP) sowie die FX2N und FX3U (seriell).
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
Die modularen Familien **MELSEC iQ-R**, **MELSEC-Q** und **MELSEC-L** sowie die übrigen FX3-Varianten und die ältere **MELSEC-A** sind über SLMP bzw. das MC-Protokoll vermutlich anbindbar, wurden von uns aber bislang noch nicht im Feld angebunden. Möchtest du ein solches Gerät anbinden, melde dich gerne unter <support@enlyze.com>, damit wir die Anbindung gemeinsam prüfen.
{% endhint %}

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.


# Yaskawa (VIPA)

Yaskawa- und VIPA-Steuerungen mit der ENLYZE Plattform verbinden.

VIPA wurde 1985 in Deutschland gegründet und 2012 von Yaskawa übernommen (2019 vollständig in die YASKAWA Europe GmbH integriert). Die Steuerungen werden heute unter der Marke **Yaskawa** geführt, sind aber weiterhin häufig als **VIPA** bekannt.

Das Besondere: Die SPEED7-Steuerungen von Yaskawa (VIPA) sind weitgehend **kompatibel zur Siemens S7-300**. Sie verwenden denselben S7-300-Befehlssatz, lassen sich mit Siemens STEP 7 oder dem TIA Portal (sowie mit SPEED7 Studio) programmieren und sprechen das **S7-Kommunikationsprotokoll** (S7comm über RFC1006, Standard-Port `102`).

Für ENLYZE bedeutet das: Yaskawa-(VIPA-)Steuerungen mit Ethernet-Schnittstelle bindest du genau wie eine Siemens S7-300 über den **S7 Classic** ([RFC1006](/connect/ot-connectivity/protokolle))-Konnektor an. Die Mechanik der Anbindung ist identisch zur [Siemens S7-300](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/siemens).

{% hint style="info" %}
Da die SPEED7-Steuerungen wie eine Siemens S7-300 angesprochen werden, gelten dieselben Voraussetzungen. Eine ausführliche Beschreibung des S7-Classic-Konnektors findest du auf der [Siemens-Seite](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/siemens).
{% endhint %}

## Geräteübersicht

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Yaskawa-(VIPA-)Familien und typische Geräte. Die Spalte **Kompatibel zu** ordnet die Familie der entsprechenden Siemens-Generation zu. Die Spalte **Status** gibt an, ob wir die Familie bereits im Feld angebunden haben.

| Serie               | Typische Geräte                                           | Kompatibel zu    | Empfohlener Konnektor | Status                                    |
| ------------------- | --------------------------------------------------------- | ---------------- | --------------------- | ----------------------------------------- |
| System 300S / 300S+ | CPU 315SN/PN (315-4PN12), 317SN/PN (317-4PN12), 315-4NE12 | Siemens S7-300   | S7 Classic (RFC1006)  | ✅ Unterstützt                             |
| System SLIO         | CPU 013C, 014, 015 / 015PN, 017PN, 019PN                  | S7-300 (kompakt) | S7 Classic (RFC1006)  | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| System MICRO        | CPU M13C (M13-CCF0000)                                    | S7-1200-Klasse   | S7 Classic (RFC1006)  | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |
| System 100V / 200V  | CPU 214, 215, 216 (z. B. 21x-2xxxx)                       | S7-200 / S7-300  | S7 Classic (RFC1006)  | 🧪 Vermutlich möglich, noch nicht erprobt |

{% hint style="success" %}
**Faustregel:** Die SPEED7-Familien (System 300S/300S+, SLIO, MICRO) verwenden den Siemens-S7-300-Befehlssatz und das S7-Kommunikationsprotokoll. Sie werden daher wie eine Siemens S7-300 über den **S7 Classic**-Konnektor angebunden.
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
Die Familien **System SLIO**, **System MICRO** und **System 100V/200V** sind technisch anbindbar, wurden von uns aber teils noch nicht im Feld erprobt. Ältere CPUs der Reihen 100V/200V verfügen zudem nicht immer über eine integrierte Ethernet-Schnittstelle. Möchtest du ein solches Gerät anbinden, melde dich gerne unter <support@enlyze.com>, damit wir die Anbindung gemeinsam prüfen.
{% endhint %}

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.


# Protokolle

Unterstützte Kommunikationsprotokolle für die Maschinenanbindung.

## Verfügbare Konnektoren

Nachfolgend findest du eine Liste der Protokolle, die du mit der ENLYZE Plattform verbinden kannst.

{% hint style="warning" %}
Diese Seite befindet sich derzeit im Aufbau – daher sind noch nicht alle Angaben vollständig.
{% endhint %}

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.

<table><thead><tr><th>Konnektor</th><th>Beschreibung</th><th data-hidden></th></tr></thead><tbody><tr><td>CODESYS</td><td>Konnektor für Codesys Systeme</td><td></td></tr><tr><td>DDE</td><td>Konnektor für Geräte mit DDE Schnittstelle</td><td></td></tr><tr><td><a href="/pages/vnPcvFx9yhK7YGdIBo2D">EtherNet/IP</a></td><td>Konnektor für Allen-Bradley Logix-Steuerungen (ControlLogix, CompactLogix, Micro800)</td><td></td></tr><tr><td>Feller Engineering FE3-BUS</td><td>Konnektor für Feller Engineering Steuerungen und Temperaturregler.</td><td></td></tr><tr><td><a href="/pages/emWMkOjopK4kaV5hxMLh">FINS</a></td><td>Konnektor für Omron Steuerungen (CV/CVM1, CS1, CJ, CP, NJ, NX)</td><td></td></tr><tr><td>IO-Link</td><td>Konnektor für IO Link Geräte</td><td></td></tr><tr><td>Modbus RTU</td><td>Konnektor für Modbus RTU Geräte</td><td></td></tr><tr><td>Modbus TCP</td><td>Konnektor für Modbus TCP Geräte</td><td></td></tr><tr><td>MQTT</td><td>Konnektor für MQTT Broker</td><td></td></tr><tr><td><a href="/pages/NaqBJo2q7qU0BXlNkltf">ODAC</a></td><td>Konnektor für Zumbach ODAC Messköpfe</td><td></td></tr><tr><td><a href="/pages/1FcJLzAEhCAy7rjUpuEe">OPC DA</a></td><td>Konnektor für OPC DA Server</td><td></td></tr><tr><td><a href="/pages/c83Ms3StoELoT1OW2Ewl">OPC-UA</a></td><td>Konnektor für OPC UA Server</td><td></td></tr><tr><td>PROFINET</td><td>Konnektor für Profinet Geräte</td><td></td></tr><tr><td>PROFIBUS</td><td>Konnektor für Profibus Geräte</td><td></td></tr><tr><td>S7 Classic (RFC1006)</td><td>Konnektor für Siemens S7-300 und S7-400</td><td></td></tr><tr><td><a href="/pages/zdh0ROAFegRXcZpMN12K">S7+</a></td><td>Konnektor für Siemens S7-1200 und S7-1500 SPS</td><td></td></tr><tr><td><a href="/pages/EBWqvRQFpTded0fPKJJo">SLMP</a></td><td>Konnektor für Mitsubishi MELSEC Steuerungen (iQ-F/FX5, iQ-R, Q, L)</td><td></td></tr></tbody></table>


# EtherNet/IP

Konfiguration des EtherNet/IP-Protokolls für ENLYZE.

Die folgende Anleitung führt dich durch die Anbindung von Datenquellen, die über das EtherNet/IP-Protokoll kommunizieren. EtherNet/IP ist das offene, auf dem Common Industrial Protocol (CIP) basierende Protokoll, über das die [Allen-Bradley](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/allen-bradley)-Steuerungen der Logix-Generation von Rockwell Automation kommunizieren. ENLYZE bindet diese Steuerungen über EtherNet/IP per Ethernet an (CIP über TCP, Standard-Port `44818`).

{% hint style="info" %}
**Symbolische Tags statt absoluter Adressen**

EtherNet/IP adressiert die Daten der Logix-Steuerungen über symbolische **Tags** (benannte Variablen), nicht über absolute Speicheradressen. Der Konnektor erkennt sowohl steuerungsweite (controller-scoped) als auch program-spezifische (program-scoped) Tags und löst zusammengesetzte Datentypen (UDTs) bis auf ihre einzelnen Member auf.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
**Automatische Variablenerkennung**

Das EtherNet/IP-Protokoll unterstützt [Variable Discovery](/connect/ot-connectivity#variable-discovery). Die Tags der Steuerung werden automatisch erkannt, sodass die Speicheradressen nicht vorab bekannt sein müssen.
{% endhint %}

## Unterstützte Geräte

EtherNet/IP wird von den Allen-Bradley-Steuerungen der Logix-Generation unterstützt, darunter:

* ControlLogix (1756 ControlLogix 5570 / 5580, GuardLogix)
* CompactLogix (5370, 5380, Compact GuardLogix)
* Micro800 (Micro820, Micro850, Micro870)

Eine vollständige Übersicht der Familien und Geräte findest du auf der [Allen-Bradley-Seite](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/allen-bradley). Die klassischen Generationen PLC-5, SLC 500 und MicroLogix adressieren über PCCC und werden vom symbolischen EtherNet/IP-Konnektor nicht direkt abgedeckt.

## Benötigte Informationen

<table><thead><tr><th width="293.6058349609375">Information</th><th>Kommentar</th></tr></thead><tbody><tr><td>Name</td><td>Vergebe einen ausdrucksstarken Namen für deine Datenquelle</td></tr><tr><td>Auswahl des Edge Devices, über den die Anbindung erfolgt</td><td>Als Aufkleber auf jedem Edge Device vermerkt. Folgt dem Schema <code>adjektiv-wissenschaftler</code></td></tr><tr><td>Maschine</td><td>Jede Datenquelle ist genau einer Maschine zugeordnet</td></tr><tr><td>Hersteller</td><td>Allen-Bradley</td></tr><tr><td>IP-Adresse</td><td>Die IPv4-Adresse der Steuerung. Sie muss von dem Edge Device aus <a href="/pages/pqdhNnCi1SoieHLfaqJl">erreichbar</a> sein</td></tr><tr><td>Port</td><td>Standard: <code>44818</code> (EtherNet/IP, TCP)</td></tr></tbody></table>

{% stepper %}
{% step %}

#### Datenquelle vernetzen

Falls noch nicht erfolgt, muss zunächst eine Netzwerkverbindung zwischen der Datenquelle und dem jeweiligen Edge Device hergestellt werden. Die möglichen Vernetzungsszenarien findest du [hier](/connect/integrationsszenarios).
{% endstep %}

{% step %}

#### Datenquelle anlegen

Rufe die [ENLYZE Manufacturing Data Platform](https://app.enlyze.com/platform) auf, wähle die Maschine aus, für welche diese Datenquelle hinzugefügt werden soll und klicke auf die Schaltfläche *+ Datenquelle*

Hinterlege zunächst die Geräte-Details der Datenquelle.
{% endstep %}

{% step %}

#### Verbindungsdetails hinterlegen

Damit eine Verbindung zur Datenquelle hergestellt werden kann und die Datenaufzeichnung startet, müssen die Verbindungsdetails eingetragen werden.

Klicke dazu auf die Schaltfläche *Verbindungsdetails hinzufügen* und hinterlege IP-Adresse und Port. S*peicher* die Angaben anschließend ab.
{% endstep %}

{% step %}

#### Variablen hinzufügen

Das EtherNet/IP-Protokoll unterstützt [Variable Discovery](/connect/ot-connectivity#variable-discovery), sodass das Hinzufügen von Variablen automatisiert erfolgt. Die erste Variable Discovery wird nach dem Hinterlegen der Verbindungsdetails angestoßen.

{% hint style="warning" %}
Nach erfolgter Variable Discovery werden noch keine Daten aufgezeichnet. Hierzu müssen zunächst [Variablen](/variable-mapping/kontextualisierung) zur Aufzeichnung ausgewählt werden. Folge hierfür unserem Variablen Onboarding Flow.
{% endhint %}
{% endstep %}
{% endstepper %}


# S7+

Konfiguration des S7+ Protokolls für ENLYZE.

Die folgende Anleitung führt dich durch die Anbindung von Datenquellen, die über das S7+ Protokoll kommunizieren. Bei diesem handelt es sich um ein [Siemens](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/siemens) spezifisches Protokoll.

## Unterstützte Geräte

* Siemens S7-1200
* Siemens S7-1500
* Siemens ET 200SP

## Benötigte Informationen

<table><thead><tr><th width="293.6058349609375">Information</th><th>Kommentar</th></tr></thead><tbody><tr><td>Name</td><td>Vergebe einen ausdrucksstarken Namen für deine Datenquelle</td></tr><tr><td>Auswahl des Edge Devices, über den die Anbindung erfolgt</td><td>Als Aufkleber auf jedem Edge Device vermerkt. Folgt dem Schema <code>adjektiv-wissenschaftler</code></td></tr><tr><td>Maschine</td><td>Jede Datenquelle ist genau einer Maschine zugeordnet</td></tr><tr><td>Hersteller</td><td>Siemens</td></tr><tr><td>Geräteinformationen</td><td>Hier wird das CPU-Modell verwendet. Vergleiche mit der jeweiligen Geräteseite.</td></tr><tr><td>IP</td><td>Die IP muss von dem Edge Device aus <a href="/pages/pqdhNnCi1SoieHLfaqJl">erreichbar</a> sein</td></tr><tr><td>Port</td><td>Standard: <code>102</code></td></tr><tr><td>Passwort (optional)</td><td>Notwendig, falls die Steuerung passwortgeschützt ist</td></tr></tbody></table>

{% stepper %}
{% step %}

#### Datenquelle vernetzen

Falls noch nicht erfolgt, muss zunächst eine Netzwerkverbindung zwischen der Datenquelle und dem jeweiligen Edge Device hergestellt werden. Die möglichen Vernetzungsszenarien findest du [hier](/connect/integrationsszenarios).
{% endstep %}

{% step %}

#### Datenquelle anlegen

Rufe die [ENLYZE Manufacturing Data Platform](https://app.enlyze.com/platform) auf, wähle die Maschine aus, für welche diese Datenquelle hinzugefügt werden soll und klicke auf die Schaltfläche *+ Datenquelle*

Hinterlege zunächst die Geräte-Details der Datenquelle. Für das Freitextfeld "Geräteinformationen" verwendest du das CPU-Modell.

<figure><img src="/files/vLzGSvK1p2zqRLH9LweK" alt="" width="312"><figcaption><p>Anlegen einer Datenquelle in der ENLYZE Plattform</p></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Verbindungsdetails hinzufügen

Damit eine Verbindung zur Datenquelle hergestellt werden kann und die Datenaufzeichnung startet, müssen zunächst die Verbindungsdetails eingetragen werden.

Klicke dazu auf die Schaltfläche *Verbindungsdetails hinzufügen***:**

<figure><img src="/files/5Vsm7QvipBcsfLHwqXBb" alt=""><figcaption><p>Hinzufügen von Verbidnungsdetails bei einer Datenquelle</p></figcaption></figure>

Hinterlege dann alle Verbindungsdetails und s*peicher* diese ab.

<figure><img src="/files/vjF0407MP0c3U1UcITie" alt=""><figcaption><p>Hinterlegen von Verbindungsdetails</p></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Variablen hinzufügen

Das `S7+` Protokoll unterstützt [Variable Discovery](/connect/ot-connectivity#variable-discovery), sodass das Hinzufügen von Variablen automatisiert erfolgt. Die erste Variable Discovery wird nach dem Hinterlegen der Verbindungsdetails angestoßen.

{% hint style="warning" %}
Nach erfolgter Variable Discovery werden noch keine Daten aufgezeichnet. Hierzu müssen zunächst [Variablen](/variable-mapping/kontextualisierung) zur Aufzeichnung ausgewählt werden. Folge hierfür unserem Variablen Onboarding Flow.
{% endhint %}
{% endstep %}
{% endstepper %}

## Weiterführend

* [Praxistipps & Hinweise](/connect/ot-connectivity/protokolle/s7+/known-issues): Hinweise zum Betrieb des S7+ Connectors und das jeweils empfohlene Vorgehen.


# Praxistipps & Hinweise

Praxistipps und Hinweise für den Betrieb des S7+ Connectors.

Diese Seite bündelt Praxistipps und Hinweise für den Betrieb des S7+ Connectors mit Siemens S7-Steuerungen über das [S7+ Protokoll](/connect/ot-connectivity/protokolle/s7+).

## HMI wechselt in den Transfer Mode

### Symptom

Während der S7+ Connector eine aktive Verbindung zu einer S7-CPU aufbaut oder aufrechterhält, wechselt eine Siemens HMI (z.B. Comfort Panel, MP277/377) im selben Netzwerk aus dem Runtime-Betrieb in den **Transfer Mode**. Auf dem Panel erscheint der Dialog **"Connecting to host..."** mit einem Cancel-Button.

Die Maschine ist über die HMI in diesem Zustand nicht mehr bedienbar.

<figure><img src="/files/1lXcBW7ao8aujL8X6Sdw" alt="Siemens HMI mit Transfer-Dialog &#x27;Connecting to host&#x27;"><figcaption><p>Siemens HMI im Transfer Mode.</p></figcaption></figure>

### Ursache

In der Konfiguration als **Engineering Station** identifiziert sich der S7+ Connector gegenüber der S7-CPU als PG-Verbindung mit denselben Verbindungsparametern, die auch WinCC flexible oder TIA Portal nutzen. Das ermöglicht eine stabile und prioritätskonforme Datenanbindung.

Wenn auf einer HMI im gleichen Netz die Einstellungen **Automatic Transfer** und **Remote Control** aktiv sind, reagiert das Panel auf erkennbare Engineering-Aktivität im Netzwerk und wechselt proaktiv in den Transfer Mode, in der Annahme, dass gleich ein Projekt-Download erfolgt. Eine direkte Kommunikation zwischen Connector und HMI ist dafür nicht erforderlich.

{% hint style="info" %}
Für neue S7+ Datenquellen ist **HMI** der Standard-Connection-Type, um diesen Effekt zu vermeiden. Bei bestehenden Datenquellen, die noch als `Engineering Station` konfiguriert sind, kann das Problem weiterhin auftreten.
{% endhint %}

{% hint style="info" %}
Der Effekt entsteht ausschließlich durch den aktiven S7+ Connector als Engineering-Endpoint im Netzwerk. Andere ENLYZE-Tools (z.B. der Flex Configuration Extractor) arbeiten rein lokal auf heruntergeladenen Projektdateien und kommunizieren zu keinem Zeitpunkt mit Panel oder Maschine.
{% endhint %}

### Lösungsoptionen

Es gibt zwei Wege, das Problem zu beheben. Welcher passt, hängt davon ab, ob du an der Connector-Konfiguration oder an der HMI ansetzen willst.

{% tabs %}
{% tab title="Connector als HMI konfigurieren (empfohlen)" %}
In den Verbindungseinstellungen der Datenquelle lässt sich der S7+ Connector so konfigurieren, dass er sich gegenüber der CPU nicht als Engineering Station, sondern als zusätzliche **HMI** ausgibt. In diesem Modus wird der Effekt nicht ausgelöst, da das Panel keine Engineering-Aktivität im Netz erkennt.

{% stepper %}
{% step %}

#### Datenquelle öffnen

In der [ENLYZE Manufacturing Data Platform](https://app.enlyze.com/platform) die betroffene S7+ Datenquelle auswählen.
{% endstep %}

{% step %}

#### Connection Type umstellen

In den Verbindungseinstellungen das Feld **Connection Type** von `Engineering Station` auf `HMI` ändern.
{% endstep %}

{% step %}

#### Konfiguration speichern

Speichern. Der Connector baut die Verbindung automatisch neu auf.
{% endstep %}
{% endstepper %}

Diese Option ist nicht-invasiv für die Maschine und vermeidet, dass das Problem bei künftigen Reconnects oder weiteren HMIs im Netz erneut auftritt.
{% endtab %}

{% tab title="Automatic Transfer an der HMI deaktivieren" %}
Alternativ kann die Einstellung direkt auf dem Panel deaktiviert werden. Das ist im Produktivbetrieb ohnehin Best Practice, da sonst jede Engineering-Aktivität im Netz das Panel aus der Runtime werfen kann.

{% stepper %}
{% step %}

#### Transfer Settings öffnen

Am Panel im **Control Panel** den Eintrag **Transfer Settings** öffnen.
{% endstep %}

{% step %}

#### Optionen deaktivieren

Die Optionen **Automatic** und **Remote Control** deaktivieren.
{% endstep %}

{% step %}

#### Runtime neu starten

Einstellungen übernehmen und die Runtime neu starten.
{% endstep %}
{% endstepper %}

{% hint style="info" %}
Bei dieser Option läuft der Connector weiterhin als Engineering Station. Wenn weitere HMIs in der Maschine bestehen oder später hinzukommen, müssen die Einstellungen dort ebenfalls geprüft werden.
{% endhint %}
{% endtab %}
{% endtabs %}

### Akute Behebung im laufenden Betrieb

Tritt der Effekt gerade auf? So bringst du das Panel zurück in die Runtime:

* **Cancel** im Transfer-Dialog drücken. Das Panel kehrt in den Runtime-Betrieb zurück.
* Falls Cancel nicht reagiert: Panel neu starten (Power Cycle). Beim Hochfahren lädt es die letzte gültige Runtime.

Am Panel selbst wird durch den Transfer Mode nichts beschädigt.

### Vor der Installation prüfen

Bevor du einen S7+ Connector an eine S7-CPU mit angebundenen HMIs anbindest, empfehlen wir folgende Prüfung:

* Sind im Netzwerk Siemens HMIs an dieselbe CPU angebunden?
* Falls ja: Der Standard-Connection-Type `HMI` vermeidet den Effekt. Wir empfehlen, ihn beizubehalten.
* Falls bewusst `Engineering Station` gewählt wird (z.B. für höhere Priorität): Sind auf allen betroffenen Panels **Automatic Transfer** und **Remote Control** deaktiviert?


# SLMP

Konfiguration des SLMP-Protokolls für ENLYZE.

Die folgende Anleitung führt dich durch die Anbindung von Datenquellen, die über das SLMP-Protokoll kommunizieren. SLMP (SeamLess Message Protocol) ist das [Mitsubishi Electric](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/mitsubishi-electric)-eigene Ethernet-Protokoll aus der MC-Protokoll-Familie (MELSEC Communication Protocol). Es wird von den MELSEC-Steuerungen mit Ethernet-Schnittstelle verwendet, von der kompakten iQ-F (FX5) bis zu den modularen Familien iQ-R, Q und L. ENLYZE bindet diese Steuerungen über SLMP over Ethernet (TCP, Standard-Port `5001`) an.

{% hint style="warning" %}
**Voraussetzung: Kenntnis der Speicherbereiche**

SLMP adressiert Daten über Gerätecodes (z. B. `D`, `M`, `X`, `Y`) und nicht über symbolische Tags. Um die richtigen Variablen aufzuzeichnen, benötigen wir daher die relevanten Geräteadressen der Steuerung. Dafür gibt es zwei Wege:

* Der Maschinenhersteller oder Steuerungsprogrammierer teilt uns die relevanten Geräteadressen direkt mit.
* Wir erhalten das Projektfile der Steuerung (GX Works2 oder GX Works3) und leiten die Geräteadressen daraus ab.
  {% endhint %}

## Unterstützte Geräte

SLMP wird von einem breiten Spektrum an Mitsubishi-Steuerungen mit Ethernet-Schnittstelle unterstützt. Eine vollständige Übersicht der Familien und Geräte sowie die jeweils passende **Target PLC**-Einstellung findest du auf der [Mitsubishi-Electric-Seite](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/mitsubishi-electric). Anbindbar sind alle SLMP-fähigen Geräte mit Ethernet-Schnittstelle, darunter:

* Mitsubishi MELSEC iQ-F (FX5U, FX5UC, FX5UJ)
* Mitsubishi MELSEC iQ-R (R04, R08, R16, R32 CPU mit RJ71EN71 oder integriertem Ethernet)
* Mitsubishi MELSEC-Q (mit QJ71E71-Baugruppe)
* Mitsubishi MELSEC-L (L02, L06, L26 mit integriertem Ethernet)

{% hint style="info" %}
Im Feld erprobt haben wir bislang die **FX5U** (iQ-F). Die modularen Familien **iQ-R**, **Q** und **L** sind über SLMP vermutlich ebenfalls anbindbar, wurden bislang aber noch nicht im Feld angebunden. Ältere FX-Steuerungen ohne Ethernet (FX2N, FX3U) werden stattdessen über die serielle Schnittstelle angebunden.
{% endhint %}

## Benötigte Informationen

<table><thead><tr><th width="293.6058349609375">Information</th><th>Kommentar</th></tr></thead><tbody><tr><td>Name</td><td>Vergebe einen ausdrucksstarken Namen für deine Datenquelle</td></tr><tr><td>Auswahl des Edge Devices, über den die Anbindung erfolgt</td><td>Als Aufkleber auf jedem Edge Device vermerkt. Folgt dem Schema <code>adjektiv-wissenschaftler</code></td></tr><tr><td>Maschine</td><td>Jede Datenquelle ist genau einer Maschine zugeordnet</td></tr><tr><td>Hersteller</td><td>Mitsubishi Electric</td></tr><tr><td>IP-Adresse</td><td>Die IPv4-Adresse der Steuerung. Sie muss von dem Edge Device aus <a href="/pages/pqdhNnCi1SoieHLfaqJl">erreichbar</a> sein</td></tr><tr><td>Port</td><td>Standard: <code>5001</code> (SLMP over Ethernet, TCP)</td></tr><tr><td>Target PLC</td><td>Modell der Mitsubishi-Steuerung, z. B. <em>FX5U</em>.<br><a href="#target-plc">→ So findest du den richtigen Target-PLC-Typ</a></td></tr></tbody></table>

## Konnektordetails verstehen

### Target PLC

Das **Target PLC** legt fest, welches Mitsubishi-Modell die Datenquelle verwendet. Die Auswahl bestimmt, wie der Konnektor die Gerätebereiche (z. B. `D`, `M`, `X`, `Y`, `R`) der Steuerung adressiert, da sich das Speichermodell und der verfügbare Adressbereich zwischen den Modellen unterscheiden.

Aktuell im Feld erprobt und auswählbar ist die **FX5U** (MELSEC iQ-F). Weitere Modelle binden wir auf Anfrage an. Welche Einstellung für dein Gerät zu wählen ist, entnimmst du der [Geräteübersicht auf der Mitsubishi-Electric-Seite](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/mitsubishi-electric).

{% stepper %}
{% step %}

#### Datenquelle vernetzen

Falls noch nicht erfolgt, muss zunächst eine Netzwerkverbindung zwischen der Datenquelle und dem jeweiligen Edge Device hergestellt werden. Die möglichen Vernetzungsszenarien findest du [hier](/connect/integrationsszenarios).

{% hint style="info" %}
SLMP läuft über TCP auf Port `5001`. Achte bei Firewalls darauf, dass dieser Port zwischen Edge Device und Steuerung freigegeben ist. Auf der Steuerung selbst muss zudem eine SLMP-Verbindung konfiguriert sein (in GX Works3 unter den Ethernet-Einstellungen der CPU bzw. der Ethernet-Baugruppe).
{% endhint %}
{% endstep %}

{% step %}

#### Datenquelle anlegen

Rufe die [ENLYZE Manufacturing Data Platform](https://app.enlyze.com/platform) auf, wähle die Maschine aus, für welche diese Datenquelle hinzugefügt werden soll und klicke auf die Schaltfläche *+ Datenquelle*

Hinterlege zunächst die Geräte-Details der Datenquelle.
{% endstep %}

{% step %}

#### Verbindungsdetails hinterlegen

Damit eine Verbindung zur Datenquelle hergestellt werden kann und die Datenaufzeichnung startet, müssen die Verbindungsdetails eingetragen werden.

Klicke dazu auf die Schaltfläche *Verbindungsdetails hinzufügen* und hinterlege IP-Adresse, Port und Target PLC wie oben beschrieben. S*peicher* die Angaben anschließend ab.
{% endstep %}

{% step %}

#### Variablen hinzufügen

SLMP adressiert Daten über Gerätecodes und nicht über symbolische Tags. Variablen werden daher anhand ihrer Geräteadresse und ihres Datentyps manuell angelegt. Häufig verwendete Gerätecodes sind:

* `D` – Datenregister (Wort)
* `M` – Merker (Bit)
* `X` / `Y` – Ein- und Ausgänge (Bit, oktale Adressierung)
* `R` – Erweiterungsregister (Wort)
* `T` / `C` – Timer und Zähler (Wort)

Als Datentyp stehen `Bit`, `Int16`, `UInt16`, `Int32`, `UInt32` und `Float32` zur Verfügung. Halte die relevanten Adressen aus dem SPS-Programm (GX Works2 / GX Works3) bereit.

{% hint style="warning" %}
Es werden erst Daten aufgezeichnet, nachdem [Variablen](/variable-mapping/kontextualisierung) zur Aufzeichnung ausgewählt wurden. Folge hierfür unserem Variablen Onboarding Flow.
{% endhint %}
{% endstep %}
{% endstepper %}

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.


# OPC-UA

Konfiguration des OPC-UA Protokolls für ENLYZE.

Die folgende Anleitung führt dich durch die Anbindung von Datenquellen, die über OPC UA kommunizieren.

## Unterstützte Geräte

OPC-UA ist ein offenes, **herstellerunabhängiges Protokoll, welches von einer Vielzahl von Herstellern und Geräten unterstützt** wird. Wenn du dir unsicher bist, ob dein Gerät OPC-UA fähig ist, setze dich mit dem Hersteller in Verbindung.

## Benötigte Informationen

<table><thead><tr><th width="293.6058349609375">Information</th><th>Kommentar</th></tr></thead><tbody><tr><td>Name</td><td>Vergebe einen ausdrucksstarken Namen für deine Datenquelle</td></tr><tr><td>Name des Edge Devices, über den die Anbindung erfolgt</td><td>Als Aufkleber auf jedem Edge Device vermerkt. Folgt dem Schema <code>adjektiv-wissenschaftler</code></td></tr><tr><td>Maschine</td><td>Jede Datenquelle ist genau einer Maschine zugeordnet</td></tr><tr><td>Hersteller</td><td>Hersteller des Geräts, z.B. B&#x26;R, Siemens, Allen Bradley</td></tr><tr><td>Geräteinformationen</td><td>Modellnummer, z.B. X20 PLC</td></tr><tr><td>IP</td><td>Die IP muss von dem Edge Device aus <a href="/pages/pqdhNnCi1SoieHLfaqJl">erreichbar</a> sein</td></tr><tr><td>Port</td><td>Standard: <code>4840</code></td></tr><tr><td>Endpoint URL</td><td><a href="https://reference.opcfoundation.org/Core/Part4/v105/docs/3.1.4">Zur OPC-UA Dokumentation</a></td></tr><tr><td>Security mode (optional)</td><td><a href="https://reference.opcfoundation.org/Core/Part2/v104/docs/4.8">Zur OPC-UA Dokumentation</a></td></tr><tr><td>Security policy (optional)</td><td><a href="https://reference.opcfoundation.org/Core/Part2/v104/docs/4.6">Zur OPC-UA Dokumentation</a></td></tr><tr><td>Token Security Policy (optional)</td><td><a href="https://reference.opcfoundation.org/Core/Part2/v104/docs/4.6">Zur OPC-UA Dokumentation</a></td></tr><tr><td>Username (optional)</td><td><a href="https://reference.opcfoundation.org/Core/Part4/v105/docs/7.41">Zur OPC-UA Dokumentation</a></td></tr><tr><td>Passwort (optional)</td><td><a href="https://reference.opcfoundation.org/Core/Part4/v105/docs/7.41">Zur OPC-UA Dokumentation</a></td></tr></tbody></table>

{% stepper %}
{% step %}

#### Datenquelle vernetzen

Falls noch nicht erfolgt, muss zunächst eine Netzwerkverbindung zwischen der Datenquelle und dem jeweiligen Edge Device hergestellt werden. Die möglichen Vernetzungsszenarien findest du [hier](/connect/integrationsszenarios).
{% endstep %}

{% step %}

#### Datenquelle anlegen

Rufe die [ENLYZE Manufacturing Data Platform](https://app.enlyze.com/platform) auf, wähle die Maschine aus, für welche diese Datenquelle hinzugefügt werden soll und klicke auf die Schaltfläche *+ Datenquelle*

Hinterlege zunächst die Geräte-Details der Datenquelle. Für das Freitextfeld "Geräteinformationen" verwendest du das CPU-Modell.

<figure><img src="/files/vLzGSvK1p2zqRLH9LweK" alt="" width="312"><figcaption><p>Anlegen einer Datenquelle in der ENLYZE Plattform</p></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Verbindungsdetails hinterlegen

Damit eine Verbindung zur Datenquelle hergestellt werden kann und die Datenaufzeichnung startet, müssen zunächst die Verbindungsdetails eingetragen werden.

Klicke dazu auf die Schaltfläche *Verbindungsdetails hinzufügen***:**

<figure><img src="/files/5Vsm7QvipBcsfLHwqXBb" alt=""><figcaption><p>Hinzufügen von Verbidnungsdetails bei einer Datenquelle</p></figcaption></figure>

Hinterlege dann alle Verbindungsdetails und s*peicher* diese ab.
{% endstep %}

{% step %}

#### Variablen hinzufügen

Das `OPC-UA` Protokoll unterstützt [Variable Discovery](/connect/ot-connectivity#variable-discovery), sodass das Hinzufügen von Variablen automatisiert erfolgt. Die erste Variable Discovery wird nach dem Hinterlegen der Verbindungsdetails angestoßen.

{% hint style="warning" %}
Nach erfolgter Variable Discovery werden noch keine Daten aufgezeichnet. Hierzu müssen zunächst [Variablen](/variable-mapping/kontextualisierung) zur Aufzeichnung ausgewählt werden. Folge hierfür unserem Variablen Onboarding Flow.
{% endhint %}
{% endstep %}
{% endstepper %}


# FINS

Konfiguration des FINS-Protokolls für ENLYZE.

Die folgende Anleitung führt dich durch die Anbindung von Datenquellen, die über das FINS-Protokoll kommunizieren. FINS (Factory Interface Network Service) ist das [Omron](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/omron)-eigene Protokoll und wird von den klassischen SYSMAC-Familien bis hin zu den modernen Sysmac-Steuerungen verwendet. ENLYZE bindet diese Steuerungen über FINS over Ethernet (TCP, Standard-Port `9600`) an.

{% hint style="warning" %}
**Voraussetzung: Kenntnis der Speicherbereiche**

FINS adressiert Daten über Speicherbereiche (z. B. D, CIO, W) und nicht über symbolische Tags. Um die richtigen Variablen aufzuzeichnen, benötigen wir daher die relevanten Speicheradressen der Steuerung. Dafür gibt es zwei Wege:

* Der Maschinenhersteller oder Steuerungsprogrammierer teilt uns die relevanten Speicheradressen direkt mit.
* Wir erhalten das Projektfile der Steuerung (CX-Programmer `.cxp` bei Classic-, CS1-, CJ- und CP-Steuerungen, Sysmac Studio `.smc2` bei NJ und NX) und leiten die Speicherbereiche daraus ab.
  {% endhint %}

## Unterstützte Geräte

FINS wird von einem breiten Spektrum an Omron-Steuerungen unterstützt. Eine vollständige Übersicht der Familien und Geräte sowie die jeweils passende **Target PLC**-Einstellung findest du auf der [Omron-Seite](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/omron). Anbindbar sind alle FINS-fähigen Geräte, die über eine Ethernet-Schnittstelle verfügen, darunter:

* Omron CV / CVM1 (Target PLC: *Classic*)
* Omron CS1 (CS1G, CS1H, CS1D)
* Omron CJ1 (CJ1G, CJ1H, CJ1M) und CJ2 (CJ2H, CJ2M)
* Omron CP-Serie mit Ethernet (CP1L-EL / -EM, CP2E-N, CP1H mit Ethernet-Option)
* Omron Sysmac NJ (über den Ethernet-Port per FINS angebunden)

{% hint style="info" %}
Bis einschließlich der NJ-Serie haben wir Steuerungen erfolgreich über FINS angebunden. Die Familien **NX** und **NY** sind über FINS vermutlich ebenfalls anbindbar, wurden bislang aber noch nicht im Feld angebunden. Für alle Steuerungen ab der CS1 (1999), einschließlich NJ, NX und NY, gilt die Einstellung *CS1 or newer*.
{% endhint %}

## Benötigte Informationen

<table><thead><tr><th width="293.6058349609375">Information</th><th>Kommentar</th></tr></thead><tbody><tr><td>Name</td><td>Vergebe einen ausdrucksstarken Namen für deine Datenquelle</td></tr><tr><td>Auswahl des Edge Devices, über den die Anbindung erfolgt</td><td>Als Aufkleber auf jedem Edge Device vermerkt. Folgt dem Schema <code>adjektiv-wissenschaftler</code></td></tr><tr><td>Maschine</td><td>Jede Datenquelle ist genau einer Maschine zugeordnet</td></tr><tr><td>Hersteller</td><td>Omron</td></tr><tr><td>IP-Adresse</td><td>Die IPv4-Adresse der Steuerung. Sie muss von dem Edge Device aus <a href="/pages/pqdhNnCi1SoieHLfaqJl">erreichbar</a> sein</td></tr><tr><td>Port</td><td>Standard: <code>9600</code> (FINS over Ethernet, TCP)</td></tr><tr><td>Target PLC</td><td>Generation der Omron-Steuerung, z. B. <em>CS1 or newer</em>.<br><a href="#target-plc">→ So findest du den richtigen Target-PLC-Typ</a></td></tr><tr><td>Local address</td><td>FINS-Adresse des Edge Devices in der Form <code>NETZWERK.KNOTEN.UNIT</code>.<br><a href="#local-und-remote-address">→ So findest du die Local address heraus</a></td></tr><tr><td>Remote address</td><td>FINS-Adresse der Steuerung in der Form <code>NETZWERK.KNOTEN.UNIT</code>.<br><a href="#local-und-remote-address">→ So findest du die Remote address heraus</a></td></tr></tbody></table>

## Konnektordetails verstehen

Bei der Anbindung über FINS werden zusätzlich zur IP-Adresse und zum Port drei FINS-spezifische Angaben benötigt: das **Target PLC**, die **Local address** und die **Remote address**.

<figure><img src="/files/G0P74oTFViIBPvn5S5zu" alt="Konnektordetails für eine Omron-Datenquelle mit IP-Adresse, Port, Target PLC, Local address und Remote address"><figcaption><p>Konnektordetails einer Omron-Datenquelle in der ENLYZE Plattform</p></figcaption></figure>

### Target PLC

Das **Target PLC** legt fest, welche Omron-Generation die Datenquelle verwendet. Die Auswahl bestimmt, wie der Konnektor die Speicherbereiche (z. B. D, CIO, W, H) der Steuerung adressiert, da sich das FINS-Speichermodell zwischen den Generationen unterscheidet. Es stehen zwei Optionen zur Verfügung:

* **Classic**: Omron-Steuerungen, die vor der CS1 (1999) eingeführt wurden, vor allem die CV- / CVM1-Serie.
* **CS1 or newer** (Standard): die CS1 und alle nachfolgenden Generationen, also CS1, CJ1, CJ2, die CP-Serie sowie die Sysmac-Familien NJ, NX und NY.

Welche Einstellung für dein Gerät zu wählen ist, entnimmst du der [Geräteübersicht auf der Omron-Seite](/connect/ot-connectivity/steuerungshersteller/omron). Im Zweifel gilt: Alles ab der CS1 (1999) verwendet *CS1 or newer*.

### Local und Remote address

FINS adressiert jedes Gerät über eine dreiteilige Adresse in der Form `NETZWERK.KNOTEN.UNIT` (z. B. `1.240.0`). Die beiden Felder beschreiben die beiden Endpunkte der Kommunikation:

* **Local address**: die FINS-Adresse, unter der sich das **Edge Device** im FINS-Netzwerk meldet. So „sieht" die Steuerung das Edge Device.
* **Remote address**: die FINS-Adresse der **Steuerung**, mit der das Edge Device kommunizieren soll.

Die drei Bestandteile der Adresse bedeuten:

<table><thead><tr><th width="200">Bestandteil</th><th>Bedeutung</th></tr></thead><tbody><tr><td><strong>NETZWERK</strong></td><td>Adresse des FINS-Netzwerks (0–127). In der Praxis hat sich der Wert <code>0</code> bewährt und passt für die allermeisten Aufbauten. In seltenen Fällen wird <code>1</code> benötigt, etwa wenn am Rack zusätzliche Baugruppen belegt sind.</td></tr><tr><td><strong>KNOTEN</strong></td><td>Knotenadresse des Geräts im Netzwerk (1–254). Bei FINS over Ethernet entspricht die Knotenadresse häufig dem letzten Oktett der IP-Adresse (z. B. IP <code>192.168.0.220</code> → Knoten <code>220</code>). Das ist jedoch nicht zwingend und gilt nicht für alle Steuerungen.</td></tr><tr><td><strong>UNIT</strong></td><td>Unit-Adresse innerhalb des Geräts. Die CPU ist über <code>0</code> erreichbar. Kommunikationsbaugruppen besitzen abweichende Unit-Nummern.</td></tr></tbody></table>

#### Beispiel

Angenommen, die Steuerung hat die IP-Adresse `192.168.0.220`:

* **Remote address** (Steuerung): Die Knotenadresse entspricht dem letzten Oktett der IP, also `220`. Mit Netzwerk `0` und Unit `0` (CPU) ergibt sich `0.220.0`.
* **Local address** (Edge Device): Die Schnittstelle des Edge Devices im Netz der Steuerung hat in diesem Beispiel die IP-Adresse `192.168.0.250`. Daraus ergibt sich die Knotenadresse `250` und mit Netzwerk `0` und Unit `0` die Local address `0.250.0`. Entscheidend ist nur, dass die Knotenadresse im Netzwerk eindeutig ist.

{% hint style="info" %}
**Wo finde ich die Werte für die Remote address?** Die Knoten- und Unit-Adresse der Steuerung sind in der Konfiguration der Ethernet-Baugruppe bzw. des integrierten Ethernet-Ports hinterlegt (z. B. in CX-Programmer oder Sysmac Studio, teilweise über Drehschalter an der Baugruppe). Häufig ist die Knotenadresse so eingestellt, dass sie dem letzten Oktett der IP-Adresse entspricht. Die Netzwerkadresse ist in Aufbauten ohne FINS-Routing in der Regel `0`.
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
Die **Local address** des Edge Devices muss im FINS-Netzwerk eindeutig sein und darf nicht mit der Knotenadresse der Steuerung oder anderer Geräte kollidieren. Bei Steuerungen, die feste IP-zu-Knoten-Tabellen verwenden, muss der Knoten des Edge Devices dort hinterlegt sein, damit eine Kommunikation zustande kommt.
{% endhint %}

{% stepper %}
{% step %}

#### Datenquelle vernetzen

Falls noch nicht erfolgt, muss zunächst eine Netzwerkverbindung zwischen der Datenquelle und dem jeweiligen Edge Device hergestellt werden. Die möglichen Vernetzungsszenarien findest du [hier](/connect/integrationsszenarios).

{% hint style="info" %}
FINS over Ethernet nutzt zwei Kanäle: Über **TCP** auf Port `9600` wird die Verbindung aufgebaut und gesteuert (Kontrollkanal). Den eigentlichen Datenstrom liefert die Steuerung anschließend über einen zweiten **UDP**-Port (Datenkanal). Beide Kanäle müssen zwischen Edge Device und Steuerung erreichbar sein. Achte daher bei Firewalls darauf, dass nicht nur der TCP-Port freigegeben ist.
{% endhint %}
{% endstep %}

{% step %}

#### Datenquelle anlegen

Rufe die [ENLYZE Manufacturing Data Platform](https://app.enlyze.com/platform) auf, wähle die Maschine aus, für welche diese Datenquelle hinzugefügt werden soll und klicke auf die Schaltfläche *+ Datenquelle*

Hinterlege zunächst die Geräte-Details der Datenquelle.

<figure><img src="/files/vLzGSvK1p2zqRLH9LweK" alt="" width="312"><figcaption><p>Anlegen einer Datenquelle in der ENLYZE Plattform</p></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Verbindungsdetails hinterlegen

Damit eine Verbindung zur Datenquelle hergestellt werden kann und die Datenaufzeichnung startet, müssen die Verbindungsdetails eingetragen werden.

Klicke dazu auf die Schaltfläche *Verbindungsdetails hinzufügen* und hinterlege IP-Adresse, Port, Target PLC, Local address und Remote address wie oben beschrieben. S*peicher* die Angaben anschließend ab.

<figure><img src="/files/G0P74oTFViIBPvn5S5zu" alt="Verbindungsdetails einer Omron-Datenquelle mit Edge Device, Konnektor und Konnektordetails"><figcaption><p>Verbindungsdetails einer Omron-Datenquelle in der ENLYZE Plattform</p></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Variablen hinzufügen

FINS adressiert Daten über Speicherbereiche (z. B. DM, CIO) und nicht über symbolische Tags. Variablen werden daher anhand ihrer FINS-Speicheradresse manuell angelegt. Halte die relevanten Adressen aus dem SPS-Programm bereit.

{% hint style="warning" %}
Es werden erst Daten aufgezeichnet, nachdem [Variablen](/variable-mapping/kontextualisierung) zur Aufzeichnung ausgewählt wurden. Folge hierfür unserem Variablen Onboarding Flow.
{% endhint %}
{% endstep %}
{% endstepper %}

## Weiterführend

* [Praxistipps & Hinweise](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins/known-issues): Hinweise zum Betrieb des FINS-Konnektors, z. B. wie du eine Steuerung mit unbekannter Adresse findest.


# Praxistipps & Hinweise

Praxistipps und Hinweise für den Betrieb des FINS-Konnektors.

Diese Seite bündelt Praxistipps und Hinweise für den Betrieb des FINS-Konnektors mit Omron-Steuerungen über das [FINS-Protokoll](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins).

## Steuerung mit unbekannter Adresse finden

### Ausgangslage

Manchmal sind weder die IP-Adresse noch der FINS-Knoten einer Steuerung dokumentiert. Ohne diese Angaben lässt sich keine Datenquelle anlegen.

### Vorgehen

FINS over Ethernet nimmt Verbindungen auf TCP-Port `9600` entgegen. Statt Adressen zu raten, durchsuchst du das Maschinennetz von einem Rechner mit Zugang zu diesem Netz aus mit einem Port-Scanner gezielt nach Geräten mit offenem Port `9600`:

* Scanne das relevante Subnetz mit einem Port-Scanner. Geeignet sind zum Beispiel [Nmap](https://nmap.org/) (etwa `nmap -p 9600 --open 192.168.0.0/24`), [masscan](https://github.com/robertdavidgraham/masscan) für große Adressbereiche oder [Angry IP Scanner](https://angryip.org/) mit grafischer Oberfläche.
* Jeder Treffer ist ein Kandidat für eine FINS-fähige Steuerung. Über die gefundene IP-Adresse lässt sich anschließend die FINS-Adresse ableiten.

{% hint style="info" %}
Grenze den Scan-Bereich vorab so weit wie möglich ein und scanne gezielt das bekannte Subnetz (z. B. einen `/24`-Bereich). Den gesamten Adressraum blind abzusuchen ist zwar möglich, dauert aber sehr lange.
{% endhint %}

### Adresse ableiten

Sobald die IP-Adresse bekannt ist, leitest du die FINS-Adresse wie folgt ab:

* **Knoten**: häufig das letzte Oktett der IP-Adresse (z. B. IP `192.168.0.220` → Knoten `220`).
* **Netzwerk**: in der Regel `0`.
* **Unit**: `0` für die CPU.

Ein vollständiges Beispiel findest du unter [Local und Remote address](/connect/ot-connectivity/protokolle/fins#local-und-remote-address).

## Verbindung kommt trotz korrekter IP nicht zustande

Antwortet die Steuerung nicht, obwohl die IP-Adresse erreichbar ist, prüfe folgende Punkte:

* **Netzwerkadresse**: In den meisten Aufbauten ist `0` korrekt. In seltenen Fällen, etwa wenn am Rack zusätzliche Baugruppen belegt sind, wird `1` benötigt. Teste beide Werte.
* **Eindeutige Local address**: Die FINS-Adresse des Edge Devices muss im Netzwerk eindeutig sein und darf nicht mit dem Knoten der Steuerung oder anderer Geräte kollidieren.
* **IP-zu-Knoten-Tabelle**: Bei Steuerungen mit fester IP-zu-Knoten-Zuordnung muss der Knoten des Edge Devices in der Konfiguration der Steuerung hinterlegt sein, damit eine Kommunikation zustande kommt.

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.


# ODAC

Konfiguration des ODAC Konnektors für ENLYZE.

Die folgende Anleitung führt dich durch die Anbindung von [Zumbach](/connect/ot-connectivity/maschinenhersteller/zumbach) ODAC Messköpfen. Der ODAC Konnektor liest die Messwerte des Messkopfs (z.B. Durchmesser, Abweichung und Produktionslänge) direkt über dessen Ethernet-Schnittstelle aus.

## Unterstützte Geräte

* [Zumbach ODAC](/connect/ot-connectivity/maschinenhersteller/zumbach/odac) Messköpfe mit Ethernet-Schnittstelle

Der Zumbach ODAC Messkopf kommuniziert wahlweise über das native **ODAC** Protokoll oder das **ANSI Host** Protokoll. Welches Protokoll aktiv ist, erkennt ENLYZE beim Verbindungsaufbau automatisch. In den meisten Fällen musst du dich darum nicht kümmern. Hintergründe dazu findest du unter [Praxistipps & Hinweise](/connect/ot-connectivity/protokolle/odac/known-issues).

## ODAC Datenquelle anbinden

{% stepper %}
{% step %}

#### Datenquelle vernetzen

Falls noch nicht erfolgt, muss zunächst eine Netzwerkverbindung zwischen dem ODAC Messkopf und dem jeweiligen Edge Device hergestellt werden. Die möglichen Vernetzungsszenarien findest du [hier](/connect/integrationsszenarios).

{% hint style="info" %}
Für die Anbindung benötigst du die IP-Adresse des Messkopfs. Sie lässt sich nicht automatisch ermitteln. Stattdessen liest du sie direkt an der HMI aus:

1. Melde dich an der HMI an. Das Passwort findest du im Handbuch des Geräts. Wurde es geändert, erfrage es bei der für die Maschine verantwortlichen Person.
2. Navigiere im Menü zur Konsole.
3. Frage die IP-Adresse über das passende Kommando ab: `SL` im ODAC Modus, `a930` im ANSI Host Modus (Serviceport) oder `a940` im ANSI Host Modus (Hostport).
   {% endhint %}
   {% endstep %}

{% step %}

#### Datenquelle anlegen

Rufe die [ENLYZE Manufacturing Data Platform](https://app.enlyze.com/platform) auf, wähle die Maschine aus, für welche diese Datenquelle hinzugefügt werden soll und klicke auf die Schaltfläche **+ Datenquelle**.

Fülle anschließend das Formular **Details der Datenquelle** aus. Die folgende Tabelle zeigt für jedes Feld einen Beispielwert für die Anbindung eines Zumbach ODAC Messkopfs:

| Feld                  | Beispiel                  | Kommentar                                                                                          |
| --------------------- | ------------------------- | -------------------------------------------------------------------------------------------------- |
| **Name**              | `Zumbach ODAC 18XY`       | Vergebe einen ausdrucksstarken Namen für die Datenquelle                                           |
| **Maschine**          | `Test Machine ABC - Köln` | Jede Datenquelle ist genau einer Maschine zugeordnet (vorausgewählt aus dem vorherigen Schritt)    |
| **Gerätehersteller**  | `Zumbach`                 | Name des Geräteherstellers                                                                         |
| **Geräteinformation** | `ODAC 18XY`               | Modellnummer, Version oder CPU des Messkopfs                                                       |
| **Notiz**             | (optional)                | Kommentare oder wichtige Bemerkungen                                                               |
| **Edge Device**       | `quirky-keller`           | Als Aufkleber auf jedem Edge Device vermerkt. Folgt dem Schema `adjektiv-wissenschaftler`          |
| **Konnektor**         | `ODAC`                    | Wähle den ODAC Konnektor                                                                           |
| **IP-Adresse**        | `192.168.17.2`            | Die IP muss vom Edge Device aus [erreichbar](/connect/edge-device/enlyze-edge/netzwerk-tools) sein |
| **Port**              | `2020`                    | Standard: `2020`. Der Port ist am ODAC fest auf `2020` eingestellt                                 |

<figure><img src="/files/w5odu2Lf6rA0aWJARUmH" alt="Verbindungsdetails einer ODAC Datenquelle"><figcaption><p>Verbindungsdetails einer ODAC Datenquelle</p></figcaption></figure>

Klicke abschließend auf **Speichern**.
{% endstep %}

{% step %}

#### Variablen hinzufügen

Der ODAC Konnektor unterstützt [Variable Discovery](/connect/ot-connectivity#variable-discovery), sodass das Hinzufügen von Variablen automatisiert erfolgt. Die erste Variable Discovery wird angestoßen, sobald du die Datenquelle gespeichert hast.

Die Variablen des ODAC tragen kurze Kennungen aus zwei Buchstaben (z.B. `DA` für den gemessenen Durchmesser). Zu jeder Variable wird eine Beschreibung mitgeliefert, sodass du die relevanten Messwerte zuordnen kannst.

{% hint style="warning" %}
Nach erfolgter Variable Discovery werden noch keine Daten aufgezeichnet. Hierzu müssen zunächst [Variablen](/variable-mapping/kontextualisierung) zur Aufzeichnung ausgewählt werden. Folge hierfür unserem Variablen Onboarding Flow.
{% endhint %}
{% endstep %}
{% endstepper %}

## Häufig genutzte Messwerte

Die folgenden Variablen werden in der Praxis am häufigsten aufgezeichnet. Welche davon ein konkreter Messkopf bereitstellt, hängt vom Modell und der Konfiguration ab.

| Kennung | Messwert                              |
| ------- | ------------------------------------- |
| `DA`    | Durchmesser (Messwert 1)              |
| `DB`    | Abweichung 1 (RMS Durchmesser)        |
| `DC`    | Messwert 2                            |
| `DE`    | Messwert 3                            |
| `DR`    | Produktionslänge                      |
| `MJ`    | Zähler für Einschnürungen (Neckdowns) |
| `MK`    | Zähler für Verdickungen (Lumps)       |
| `EB`    | Fehlercode des Geräts                 |

## Weiterführend

* [Praxistipps & Hinweise](/connect/ot-connectivity/protokolle/odac/known-issues): Hinweise zum Betrieb des ODAC Konnektors und das jeweils passende Vorgehen.


# Praxistipps & Hinweise

Praxistipps und Hinweise für den Betrieb des ODAC Konnektors.

Diese Seite bündelt Praxistipps und Hinweise für den Betrieb des ODAC Konnektors mit [Zumbach ODAC](/connect/ot-connectivity/protokolle/odac) Messköpfen.

## Variablenbenennung je nach Protokoll

### Symptom

Nach der Variable Discovery tragen die Variablen kryptische numerische Kennungen (z.B. `a925`) und lassen sich nur schwer den gewünschten Messwerten zuordnen.

### Ursache

Ein ODAC Messkopf kann über zwei Protokolle kommunizieren: das native **ODAC** Protokoll und das **ANSI Host** Protokoll. Der Variablenumfang ist in beiden Protokollen identisch. Er hängt allein von den Fähigkeiten des Geräts ab. Ein Messkopf mit zwei Messstellen lässt zum Beispiel die Variablen der Messstellen 3 und 4 unabhängig vom Protokoll leer.

Unterschiedlich ist nur die Benennung der Variablen:

* Im nativen **ODAC** Protokoll tragen alle Variablen systematische Kennungen aus zwei Buchstaben (z.B. `DL` oder `UG`) und lassen sich direkt zuordnen.
* Im **ANSI Host** Protokoll sind die Variablen rein numerisch kodiert (z.B. `a925`). Es gibt keine durchgängige Systematik, sodass sich die Werte nur schwer identifizieren lassen.

ENLYZE erkennt das aktive Protokoll beim Verbindungsaufbau automatisch.

### Lösungsoptionen

* Die in den [häufig genutzten Messwerten](/connect/ot-connectivity/protokolle/odac#haufig-genutzte-messwerte) aufgeführten Kennungen beziehen sich auf das ODAC Protokoll.
* Erscheinen die Variablen mit numerischen Kennungen, läuft der Messkopf im ANSI Host Protokoll. Damit die Variablen systematisch benannt und leichter zuzuordnen sind, kann ENLYZE das Gerät auf das ODAC Protokoll umstellen. Das Umstellen des Protokolls ist ein dauerhafter Schreibzugriff. Er ist portspezifisch und betrifft daher ausschließlich die Verbindung zum Edge Device, nicht andere Geräte oder HMIs am Messkopf. Die Umstellung erfolgt in Abstimmung mit ENLYZE. Melde dich dazu unter <support@enlyze.com>.

{% hint style="info" %}
Im Normalbetrieb liest der ODAC Konnektor ausschließlich Messwerte aus und verändert die Konfiguration des Messkopfs nicht.
{% endhint %}

## Messwerte nur bei Produkt im Messfeld gültig

### Symptom

Der aufgezeichnete Durchmesser zeigt unplausible Werte (z.B. `0` oder einen Fehlercode), obwohl die Verbindung steht.

### Ursache

Ein ODAC misst berührungslos das Produkt, das sich in seinem Messfeld befindet. Liegt kein Produkt im Messfeld (z.B. bei Stillstand der Linie oder beim Einfädeln), kann das Gerät keinen gültigen Durchmesser liefern und meldet stattdessen einen Fehlercode oder einen Wert außerhalb des Messbereichs.

### Lösungsoptionen

* Dieses Verhalten ist erwartbar und kein Verbindungsfehler. Sobald wieder ein Produkt im Messfeld liegt, liefert der Messkopf gültige Werte.
* Über die Variable `EB` (Fehlercode) lässt sich der Gerätestatus mit aufzeichnen, um solche Phasen später nachvollziehen zu können.


# OPC DA

Konfiguration des OPC DA Protokolls für ENLYZE.

Die folgende Anleitung führt dich durch die Anbindung von Datenquellen, die über OPC DA (OPC Data Access) kommunizieren. OPC DA ist der klassische, COM/DCOM-basierte OPC-Standard und damit ein Windows-Verfahren. Es ist herstellerunabhängig und wird vor allem von älteren Steuerungs-, SCADA- und Visualisierungssystemen über einen OPC-DA-Server bereitgestellt.

Da OPC DA auf COM/DCOM aufsetzt, kann das Linux-basierte Edge Device nicht direkt mit einem OPC-DA-Server sprechen. ENLYZE bindet OPC DA daher über das **EnlyzeDA-Gateway** an: eine Windows-Komponente, die einen oder mehrere OPC-DA-Server entgegennimmt und sie dem Edge Device über TCP (Standard-Port `54554`) bereitstellt.

{% hint style="info" %}
OPC DA ist ein offenes, herstellerunabhängiges Protokoll, das von einer Vielzahl von Herstellern und Geräten unterstützt wird. Wenn du dir unsicher bist, ob dein Gerät einen OPC-DA-Server bereitstellt, setze dich mit dem Hersteller in Verbindung. Für neuere Geräte ist häufig auch [OPC-UA](/connect/ot-connectivity/protokolle/opc-ua) verfügbar und in der Regel die einfachere Wahl.
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
**Voraussetzung: EnlyzeDA-Gateway**

Für die Anbindung über OPC DA wird das EnlyzeDA-Gateway benötigt. Es wird auf einem Windows-Rechner installiert, der Zugriff auf den OPC-DA-Server hat (lokal auf demselben Rechner oder per DCOM auf einem anderen Rechner im Netz). Das Edge Device verbindet sich anschließend mit dem Gateway, nicht direkt mit dem OPC-DA-Server. Die Bereitstellung des Gateways erfolgt gemeinsam mit ENLYZE.
{% endhint %}

## Unterstützte Geräte

OPC DA wird von vielen älteren, Windows-basierten Steuerungs- und Leitsystemen sowie von SCADA- und Visualisierungssoftware unterstützt, die einen OPC-DA-Server bereitstellen. Anbindbar ist grundsätzlich jeder OPC-DA-Server, der für das EnlyzeDA-Gateway erreichbar ist.

Welcher OPC-DA-Server auf einem Rechner verfügbar ist und unter welchem Namen er angesprochen wird, kann ENLYZE über das Gateway auslesen. Im Zweifel hilft dir das ENLYZE-Team, den richtigen Server zu ermitteln.

## Benötigte Informationen

<table><thead><tr><th width="293.6058349609375">Information</th><th>Kommentar</th></tr></thead><tbody><tr><td>Name</td><td>Vergebe einen ausdrucksstarken Namen für deine Datenquelle</td></tr><tr><td>Auswahl des Edge Devices, über den die Anbindung erfolgt</td><td>Als Aufkleber auf jedem Edge Device vermerkt. Folgt dem Schema <code>adjektiv-wissenschaftler</code></td></tr><tr><td>Maschine</td><td>Jede Datenquelle ist genau einer Maschine zugeordnet</td></tr><tr><td>Hersteller</td><td>Hersteller des Geräts bzw. Leitsystems, z. B. Siemens, B&#x26;R, Allen Bradley</td></tr><tr><td>Geräteinformationen</td><td>Modellnummer oder Bezeichnung des Leitsystems</td></tr><tr><td>IP-Adresse</td><td>Die IPv4-Adresse des <strong>EnlyzeDA-Gateways</strong>, nicht des OPC-DA-Servers. Sie muss von dem Edge Device aus <a href="/pages/pqdhNnCi1SoieHLfaqJl">erreichbar</a> sein</td></tr><tr><td>Port</td><td>Standard: <code>54554</code> (EnlyzeDA-Gateway, TCP)</td></tr><tr><td>DA-Server-Name</td><td>Programm-ID (ProgID) des anzusprechenden OPC-DA-Servers, z. B. <code>Matrikon.OPC.Simulation.1</code>.<br><a href="#da-server-name">→ So findest du den DA-Server-Namen</a></td></tr></tbody></table>

## Konnektordetails verstehen

Bei der Anbindung über OPC DA verbindet sich das Edge Device mit dem EnlyzeDA-Gateway und gibt an, welchen OPC-DA-Server das Gateway ansprechen soll. Dafür werden drei Angaben benötigt: die **IP-Adresse** und der **Port** des Gateways sowie der **DA-Server-Name**.

### DA-Server-Name

Auf einem Rechner können mehrere OPC-DA-Server installiert sein. Der **DA-Server-Name** legt fest, welchen davon das Gateway ansprechen soll. Es handelt sich um die Programm-ID (ProgID) des OPC-DA-Servers, also die eindeutige Kennung, unter der der Server im COM-System registriert ist (z. B. `Matrikon.OPC.Simulation.1` oder `OPC.SimaticNET`).

Welche OPC-DA-Server auf dem Rechner des Gateways registriert sind, kann ENLYZE über das Gateway auflisten. Den passenden Namen ermittelst du gemeinsam mit dem ENLYZE-Team oder dem Hersteller des Leitsystems.

{% stepper %}
{% step %}

#### Datenquelle vernetzen

Falls noch nicht erfolgt, muss zunächst eine Netzwerkverbindung zwischen dem Edge Device und dem EnlyzeDA-Gateway hergestellt werden. Das Edge Device muss das Gateway über TCP-Port `54554` erreichen. Das Gateway selbst benötigt Zugriff auf den OPC-DA-Server. Die möglichen Vernetzungsszenarien findest du [hier](/connect/integrationsszenarios).

{% hint style="info" %}
Die Verbindung zwischen Gateway und OPC-DA-Server läuft über COM/DCOM. Hinweise zur DCOM-Konfiguration findest du unter [Praxistipps & Hinweise](/connect/ot-connectivity/protokolle/opc-da/known-issues).
{% endhint %}
{% endstep %}

{% step %}

#### Datenquelle anlegen

Rufe die [ENLYZE Manufacturing Data Platform](https://app.enlyze.com/platform) auf, wähle die Maschine aus, für welche diese Datenquelle hinzugefügt werden soll und klicke auf die Schaltfläche *+ Datenquelle*

Hinterlege zunächst die Geräte-Details der Datenquelle.

<figure><img src="/files/vLzGSvK1p2zqRLH9LweK" alt="" width="312"><figcaption><p>Anlegen einer Datenquelle in der ENLYZE Plattform</p></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Verbindungsdetails hinterlegen

Damit eine Verbindung zur Datenquelle hergestellt werden kann und die Datenaufzeichnung startet, müssen die Verbindungsdetails eingetragen werden.

Klicke dazu auf die Schaltfläche *Verbindungsdetails hinzufügen* und hinterlege die IP-Adresse und den Port des EnlyzeDA-Gateways sowie den DA-Server-Namen wie oben beschrieben. S*peicher* die Angaben anschließend ab.
{% endstep %}

{% step %}

#### Variablen hinzufügen

Das `OPC DA` Protokoll unterstützt [Variable Discovery](/connect/ot-connectivity#variable-discovery), sodass das Hinzufügen von Variablen automatisiert erfolgt. Die erste Variable Discovery wird nach dem Hinterlegen der Verbindungsdetails angestoßen.

{% hint style="info" %}
OPC-DA-Server laufen häufig auf älteren Rechnern und antworten langsam. Die erste Variable Discovery kann daher einige Minuten dauern. Hinweise dazu findest du unter [Praxistipps & Hinweise](/connect/ot-connectivity/protokolle/opc-da/known-issues).
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
Nach erfolgter Variable Discovery werden noch keine Daten aufgezeichnet. Hierzu müssen zunächst [Variablen](/variable-mapping/kontextualisierung) zur Aufzeichnung ausgewählt werden. Folge hierfür unserem Variablen Onboarding Flow.
{% endhint %}
{% endstep %}
{% endstepper %}

## Weiterführend

* [Praxistipps & Hinweise](/connect/ot-connectivity/protokolle/opc-da/known-issues): Hinweise zum Betrieb des OPC-DA-Konnektors, z. B. zur DCOM-Konfiguration und zu langsamen OPC-DA-Servern.

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.


# Praxistipps & Hinweise

Praxistipps und Hinweise für den Betrieb des OPC-DA-Konnektors.

Diese Seite bündelt Praxistipps und Hinweise für den Betrieb des OPC-DA-Konnektors über das EnlyzeDA-Gateway und das [OPC DA Protokoll](/connect/ot-connectivity/protokolle/opc-da).

## DCOM-Konfiguration

OPC DA setzt auf COM/DCOM auf. Greift das EnlyzeDA-Gateway auf einen OPC-DA-Server zu, der auf einem anderen Rechner läuft, läuft diese Kommunikation über DCOM. DCOM ist erfahrungsgemäß die häufigste Fehlerquelle bei der Anbindung über OPC DA.

Achte daher auf folgende Punkte:

* **Berechtigungen**: Das Benutzerkonto, unter dem das Gateway läuft, benötigt auf dem Rechner des OPC-DA-Servers die DCOM-Zugriffs- und Startberechtigungen für den Server.
* **Firewall**: DCOM nutzt neben dem Endpoint Mapper auf Port `135` einen dynamischen Portbereich. Beide müssen zwischen Gateway-Rechner und OPC-DA-Server erreichbar sein.
* **Gleicher Rechner als einfachster Fall**: Läuft das Gateway auf demselben Windows-Rechner wie der OPC-DA-Server, entfällt die DCOM-Konfiguration über Rechnergrenzen hinweg. Das ist die robusteste Variante.

{% hint style="info" %}
Die Einrichtung des EnlyzeDA-Gateways und der DCOM-Berechtigungen erfolgt gemeinsam mit ENLYZE. Bei Fragen zur Konfiguration unterstützt dich das ENLYZE-Team.
{% endhint %}

## Langsame OPC-DA-Server

OPC-DA-Server laufen häufig auf älteren Windows-Rechnern und antworten je nach Auslastung langsam. Das macht sich an zwei Stellen bemerkbar:

* **Variable Discovery**: Das Auslesen aller verfügbaren Variablen kann einige Minuten in Anspruch nehmen. Plane bei umfangreichen Servern entsprechend Zeit ein und warte den Abschluss der Discovery ab.
* **Erste Datenwerte**: Manche Server liefern erst nach einigen Lesezyklen sinnvolle Werte, während sie ihre internen Caches füllen. Es ist daher normal, wenn unmittelbar nach dem Verbindungsaufbau noch keine Daten erscheinen.

Liefert ein Server dauerhaft keine sinnvollen Werte, prüfe gemeinsam mit dem ENLYZE-Team, ob der richtige DA-Server-Name hinterlegt ist und der Server erreichbar ist.

## DA-Server-Name ermitteln

Ist nicht bekannt, unter welchem Namen der OPC-DA-Server registriert ist, kann ENLYZE über das EnlyzeDA-Gateway die auf dem Rechner verfügbaren OPC-DA-Server auflisten. Der Name entspricht der Programm-ID (ProgID) des Servers im COM-System. Alternativ teilt dir der Hersteller des Leitsystems die ProgID direkt mit.

Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter <support@enlyze.com>.


# Sensor Retro-Fit

Maschinen ohne Steuerung per Sensor nachrüsten.

Nicht jede Maschine liefert die benötigten Datenpunkte oder verfügt überhaupt über eine Steuerung. In solchen Fällen lassen sich zusätzliche Informationen einfach durch eine Nachrüstung von Sensoren erfassen. Damit können auch ältere Maschinen ohne großen Aufwand eingebunden und in Echtzeit überwacht werden.

Typische Szenarien:

* Es handelt sich um eine alte Maschine ohne zentrale Steuerung (SPS) mit einzelnen Reglereinheiten. Diese Reglereinheiten sollen nun ausgelesen werden.
* Es sollen weitere Datenpunkte an einer Maschine erfasst werden, welche heute noch nicht über einen Sensor erfasst werden
* Es sollen Datenpunkte über die Umgebungsbedinungen erfasst werden wie Lufttemperatur, Feuchtigkeit etc., da diese ebenfalls einen Einfluss auf die Fertigungsprozesse haben.

Wir bieten dabei die folgenden Retro-Fit Optionen an:

{% hint style="info" %}
**Der Einbau und die Auswahl der passenden Sensoren erfolgt nicht durch ENYLZE.** Diese Aufgabe erfolgt durch den Werkselektriker oder einen Automatisierungstechniker. Wir können hierbei gerne Kontakt zu unseren Partnerunternehmen in diesem Bereich herstellen.
{% endhint %}


# IT-Connectivity

Erfassen der Auftragsbelegung deiner Maschinen

## Warum der Produktionskontext unverzichtbar ist

**Maschinen- und Sensordaten allein reichen nicht aus**, um fundierte Analysen im Produktionsumfeld durchzuführen. Erst durch die Verknüpfung mit dem sogenannten **Produktionskontext** entsteht ein vollständiges Bild des Fertigungsprozesses. Dieser Kontext umfasst Informationen wie:

* Welcher Fertigungsauftrag oder Batch zu einem bestimmten Zeitpunkt produziert wurde
* Um welches Produkt es sich handelt
* Wie die Qualität des Endprodukts ausgefallen ist
* Weitere produktionsrelevante Metadaten wie Produktstammdaten oder Qualitätsrückmeldungen

Nur mit dieser zusätzlichen Ebene an Informationen sind präzise und aussagekräftige Analysen und akkurate Kennzahlen und Metriken möglich.

Als Resultat erhält man einen Zeitstrahl, mit allen fertigungsrelevanten Informationen:

<figure><img src="/files/M7b2DhjyUJNKs3ofHGfu" alt=""><figcaption><p>Maschinendaten verknüpft mit Produktionskontext: Auftragsbelegung (Lila Balken), Maschinenstillstände und Leistungsverlauf</p></figcaption></figure>

## Mehrwert durch die Verknüpfung von Maschinen- und Kontextdaten

Die Kombination von Produktionskontext mit Maschinen- und Sensordaten bildet die Grundlage für den Großteil der Anwendungsfälle in der Produktion:

* **Gezielte Datenanalysen**: Prozessdaten können nach Fertigungsauftrag, Produkt oder Qualitätsereignis gefiltert und verglichen werden – z. B. zur Ursachenanalyse bei Reklamationen.
* **Automatisierte OEE-Berechnung**: Die Overall Equipment Effectiveness wird automatisch, produktbezogen und für jede Maschine, jeden Auftrag und Standort berechnet.
* **Leistungsbenchmarking & Golden-Run-Erkennung**: Produktspezifische Leistung kann systematisch bewertet und Optimierungspotenziale durch Abgleich mit dem besten bekannten Produktionslauf (Golden Run) identifiziert werden.

Diese und viele weitere Use Cases werden erst durch die intelligente Verknüpfung von Prozessdaten mit dem Produktionskontext ermöglicht – und bilden die Grundlage für eine **datengetriebene Produktionsoptimierung**.

## Wie kann die Integration des Produktionskontexts erfolgen?

Den Produktionskontext beziehen wir typischerweise aus IT-Systemen wie **ERP**, **MES**, **BDE** oder **QMS**. Auch diese Systeme können über die **ENLYZE Platform** angebunden werden. So entsteht eine durchgängige Datenbasis, die sowohl OT- als auch IT-Daten umfasst.

Falls diese Informationen heute noch nicht digital erfasst werden, kann auch über die ENLYZE APP eine Auftragsbuchung erfolgen und so der notwendige Produktionskontext zur Verfügung gestellt werden.

Wir bieten die folgenden Möglichkeiten an, den Produktionskontext zu integrieren:

<table data-view="cards"><thead><tr><th></th><th></th><th data-hidden data-card-target data-type="content-ref"></th></tr></thead><tbody><tr><td><strong>Integration von MES, BDE, ERP System</strong></td><td>Automatische Synchronisierung des aktuellen Buchungssystems.</td><td><a href="https://github.com/enlyze/enlyze-docs/blob/main/de/connect/it-connectivity/integration-des-mes-bde-oder-erp-systems.md">https://github.com/enlyze/enlyze-docs/blob/main/de/connect/it-connectivity/integration-des-mes-bde-oder-erp-systems.md</a></td></tr><tr><td><strong>Integration über Maschinendaten</strong></td><td>Auslesen der Auftragsbelegung aus Variablen der Maschinensteuerung.</td><td><a href="https://github.com/enlyze/enlyze-docs/blob/main/de/connect/it-connectivity/synchronisierung-von-produktionskontext-uber-maschinendaten.md">https://github.com/enlyze/enlyze-docs/blob/main/de/connect/it-connectivity/synchronisierung-von-produktionskontext-uber-maschinendaten.md</a></td></tr><tr><td><strong>Buchen über die ENLYZE APP</strong></td><td>Manuelle Rückmeldungen über die ENLYZE APP.</td><td><a href="https://github.com/enlyze/enlyze-docs/blob/main/de/connect/it-connectivity/auftragsbuchung-uber-die-enlyze-app.md">https://github.com/enlyze/enlyze-docs/blob/main/de/connect/it-connectivity/auftragsbuchung-uber-die-enlyze-app.md</a></td></tr></tbody></table>

## Erforderliche Attribute

Um Produktionskontext in ENLYZE mit den Prozessdaten zu verknüpfen, sind gewisse Attribute zwingend erforderlich.

### **Zwingend erforderliche Attribute**

Ohne diese Attribute kann **keine** Integration erfolgen.

<table><thead><tr><th width="184.1171875">Attribut</th><th>Beschreibung</th></tr></thead><tbody><tr><td>order_code</td><td>Eindeutige Kennung des Fertigungsauftrags</td></tr><tr><td>product_code</td><td>Kennung des hergestellten Produkts, genutzt für produktspezifische Analysen wie Golden Runs und Datenblätter.</td></tr><tr><td>start</td><td>Startzeit Fertigungsauftrag (Timestamp).</td></tr><tr><td>end</td><td>Endzeit Fertigungsauftrag (Timestamp).</td></tr><tr><td>machine_code</td><td>Maschine, auf welcher der Fertigungsauftrag produziert wurde.</td></tr></tbody></table>

### **Optionale Attribute**

Weitere Attribute, welche synchronisiert werden könne, aber keine Pflicht sind.

<table><thead><tr><th width="187.5234375">Attribut</th><th>Beschreibung</th></tr></thead><tbody><tr><td>quantity_total</td><td>Hergestellte <strong>Gesamtmenge</strong> innerhalb des Fertigungsauftrags.</td></tr><tr><td>quantity_good</td><td>Hergestellte <strong>Gutmenge</strong> innerhalb des Fertigungsauftrags.</td></tr><tr><td>quantity_bad</td><td>Hergestellte <strong>Ausschussmenge</strong> innerhalb des Fertigungsauftrags.</td></tr></tbody></table>


# Integration ERP/MES

Automatische Synchronisierung des Produktionskontexts über eine direkte Integration des MES, BDE oder ERP Systems

{% hint style="info" %}
Die Integration deiner Buchungssysteme kann zum aktuellen Zeitpunkt nur durch einen Integrationsexperten von ENLYZE durchgeführt werden. Hierfür fällt ein nach Aufwand abgerechneter Tagessatz an. Melde dich bei deinem ENLYZE Ansprechpartner für weitere Informationen.
{% endhint %}

## Integrationsoptionen

### API Zugriff

Wenn dein Buchungssystem eine API bereitstellt, welche die [erforderlichen Attribute](/connect/it-connectivity#zwingend-erforderliche-attribute) zur Verfügung stellt, können wir uns über die API mit dem System verbinden.

Ein Integrationsexperte setzt sich dann mit einem Ansprechpartner zusammen. Definiert, welche Datenpunkte relevant sind und von wo diese kommen, wie die API angesprochen werden kann und entwickelt dann den notwendigen ETL Job, um die Daten in die ENLYZE Platform zu synchronisieren.

### Direkter Datenbankzugriff

Falls dein Buchungssystem On-Premise läuft, ist oft der einfachste Weg eine Integration über einen direkten Datenbankzugriff. Hierfür nutzen wir ebenfalls unser Edge-Gerät Edge Device und erstellen hierüber eine Verbindung zur Datenbank.

Die Anbindung erfolgt entweder über einen schon vorhandenen Edge Device aus dem Maschinennetz oder einen dedizierten Edge Device speziell für die Anbindung deines MES oder ERP Systems. Eine eventuell vorhandene Firmen-Firewall zwischen Edge Device und Buchungssystem muss so konfiguriert werden, dass eine Verbindung zu der IP-Adresse und dem TCP-Port des Servers aufgebaut und kommuniziert werden kann. Eingehende Verbindungen vom Buchungssystem zum Edge Device müssen dabei nicht erlaubt werden.

Zudem wird ein Benutzernamen mit rein lesendem Zugriff für die relevanten Bereiche des Datenbankservers benötigt. Dieses Vorgehen liegt in beiderseitigem Interesse, da somit Leseoperationen auf das Buchungssystem durch ENLYZE sauber von Operationen anderer Teilnehmer getrennt und nachvollzogen werden können. Kritische Daten werden so nur im nötigen Umfang geteilt. Zudem werden sämtliche Schreibzugriffe technisch unmöglich gemacht.

Die folgenden Datenbanken unterstützen wir aktuell:

| Unterstützte Datenbanken |
| ------------------------ |
| Microsoft SQL Server     |
| MySQL                    |
| Maria DB                 |
| Oracle Database          |
| PostgreSQL               |

## Unterstützte Datenstrukturen

Für die automatische Synchronisierung des Produktionskontexts unterstützen wir zwei Strukturen:

### **1. Auftragstabelle**

Enthält pro Auftrag genau eine Zeile, in der alle relevanten Informationen zusammengefasst sind:

| order\_code | product\_code | start                     | end                       | machine\_code |
| ----------- | ------------- | ------------------------- | ------------------------- | ------------- |
| AB-12345    | 25-1002       | 2022-01-11 06:27:00+00:00 | 2022-01-11 11:37:00+00:00 | M1            |
| AB-67890    | 25-1002       | 2022-01-11 12:10:00+00:00 | 2022-01-11 17:37:56+00:00 | M1            |

### **2. Buchungstabelle**

Enthält eine Zeile pro Buchungsvorgang. Mehrere Buchungen zu einem Auftrag werden über den gemeinsamen `order_code` gruppiert:

<table><thead><tr><th width="231.73046875">Timestamp</th><th>order_code</th><th>product_code</th><th>machine_code</th><th>event</th></tr></thead><tbody><tr><td>2022-01-11 06:27:00+00:00</td><td>AB-12345</td><td>25-1002</td><td>M1</td><td>START</td></tr><tr><td>2022-01-11 08:23:55+00:00</td><td>AB-12345</td><td>25-1002</td><td>M1</td><td>END</td></tr><tr><td>2022-01-11 12:10:00+00:00</td><td>AB-67890</td><td>25-1002</td><td>M1</td><td>START</td></tr><tr><td>2022-01-11 17:37:56+00:00</td><td>AB-67890</td><td>25-1002</td><td>M1</td><td>END</td></tr></tbody></table>

## Welche Informationen sind für eine Integration notwendig?

* [ ] IP des Datenbankservers
* [ ] Port des Datenbankservers
* [ ] Nutzer, unter dem sich die ENLYZE Platform anmelden kann
  * [ ] Nutzername
  * [ ] Passwort

## Wie erfolgt die Integration?

Da jedes System einzigartig ist, wird jede Integration an deine spezifische Konfiguration angepasst. Wenn du an einer automatischen Synchronisierung interessiert bist, empfehlen wir ein gemeinsames Gespräch mit uns und deinen Systemexperten, um die beste Vorgehensweise zu bestimmen.

Unsere Integrationsexperten definieren dann gemeinsam mit deinen Systemexperten, wie die Integration im Detail ausgestaltet wird. Es wird dann ein individueller ETL Job entwickelt, um die Daten konstant fließen zu lassen.


# Synchronisierung Maschinendaten

Produktionskontext über Maschinendaten synchronisieren.

Bei einigen Maschinen sind Informationen zum aktuell laufenden Fertigungsauftrag und zum hergestellten Produkt direkt auf der SPS oder einer anderen OT-Datenquelle verfügbar. In solchen Fällen können wir diese Informationen über die Anbindung der jeweiligen Datenquelle auslesen.

Dazu greifen wir gezielt auf die Variablen in der Steuerung zu, die den Fertigungsauftrag und das Produkt beschreiben. Diese Daten verknüpfen wir anschließend mit den aufgezeichneten Zeitreihendaten und übersetzen sie in eine strukturierte Auftragsbelegung.

Die Einrichtung dieser Funktion übernimmt einer unserer Integrationsexperten und erfolgt aufwandsbasiert. Für weitere Informationen und eine Kostenabschätzung wende dich einfach an deinen ENLYZE Ansprechpartner.


# Auftragsbuchung App

Fertigungsaufträge über die ENLYZE App buchen.

Falls zunächst keine automatische Synchronisierung der Buchungsdaten vorgesehen ist oder derzeit noch kein System zur digitalen Erfassung der Auftragsbelegung an den Maschinen existiert, kann alternativ die Buchungsfunktion der ENLYZE APP genutzt werden.

Hier können folgende Informationen manuell eingegeben werden:

* Fertigungsauftragsnummer
* Produktkennung
* Start- und Endzeit des Fertigungsauftrags
* Gesamtmenge und Gutmenge des Fertigungsauftrags

Unsere Kunden setzen hierfür typischerweise ein Tablet oder einen vorhandenen Rechner direkt auf dem Shopfloor ein, über den die Maschinenbediener die Buchungen bequem vornehmen können.


# Sicherheit

Sicherheitskonzept der ENLYZE Plattform.

## Allgemeine Informationen

Das Vertrauen unserer Kunden in die Informations- und Datensicherheit der ENLYZE Plattform stellt für uns einen entscheidenden Faktor für eine erfolgreiche und langfristige Kundenbeziehung dar. Die Sicherheit Ihrer Daten und Informationen ist daher ein zentrales Anliegen von uns und spielt im Entwicklungsprozess unserer Soft- und Hardware, dem produktiven Betrieb unserer Lösungen, sowie der Datenhaltung eine wesentliche Rolle.

Bezüglich allgemeiner Fragen rund um das Thema Datenschutz verweisen wir an dieser Stelle auf unsere [Nutzungsbedingungen](https://www.enlyze.com/AGB). Insbesondere Punkt 10 (Dateneigentum und Vertraulichkeit der Daten), Punkt 11 (Vertraulichkeit), Punkt 12 (Kundendaten und Freistellung) und Punkt 13 (Datenschutz und Informationssicherheit) stellen hier unser Selbstverständnis im Umgang mit Daten unserer Kunden im besonderen Maße heraus.

Technologisch übersetzt sich dieses Selbstverständnis wie folgt: Als Grundprinzip unseres Sicherheitskonzepts setzen wir technisch auf eine durchgängige *Defense-in-Depth-Strategie* aus mehreren Kontrollschichten (Defense). Durch interne und externe Risikoanalysen hinterfragen wir unser bisherigen Vorkehrungen permanent und implementieren bei Bedarf weitere technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen. Auf diese Weise können wir unseren Kunden ein Höchstmaß an technologisch gewährbarer Informations- und Datensicherheit anbieten.

## Systemaufbau

Zum Auslesen und Weiterleiten von Prozessdaten einer Produktionsanlage in die ENLYZE Plattform setzen wir unser eigenes Edge-Device ein, den ENLYZE Edge Device. Dieser wird in das Netzwerk unserer Kunden integriert, sodass zum einen eine Verbindung zu einer Maschine und zum anderen eine Weiterleitung der Prozessdaten in die ENLYZE Cloud stattfinden kann.

Uns ist bewusst, dass unser System durch die Integration ins Herzstück vieler produzierender Unternehmen besonderen sicherheitstechnischen Anforderungen genügen muss. Im Folgenden stellen wir einige unserer Grundprinzipien dieser Integration dar und bemühen uns somit um bestmögliche Transparenz.

<figure><img src="/files/AIc436T9NzFnZg0pt8kD" alt=""><figcaption><p>Schematische Darstellung des Systemaufbaus.</p></figcaption></figure>

### ENLYZE Edge Device

Das ENLYZE Edge Device verfügt über getrennte und gegeneinander abgesicherte Subnetze, eines für die Anbindung einer Maschine und eines für eine Internetverbindung. Durch diese Trennung wird sichergestellt, dass nur eines der Subnetze des ENLYZE Edge Device mit dem Internet verbunden wird, die Maschine aber weiterhin komplett getrennt von einer Internetverbindung bleibt.

Das Edge Device kommuniziert ausschließlich lesend mit Datenquellen der Maschine, wie bspw. einer Maschinensteuerung. **Ein schreibender Zugriff ist nicht implementiert.** Dadurch ist sichergestellt, dass auch eine mögliche Fehlfunktion der ENLYZE Edge Device-Software keine negativen Auswirkungen auf die Maschine hat, da das Edge Device „by-design“ keinen Einfluss auf die Ansteuerung der Maschine haben kann.

### ENLYZE Cloud & App

Alle Datencenter und Server, auf denen die ENLYZE Cloud & App aufbauen, stehen in Deutschland. Maschinendaten werden in der *Google Cloud Platform (GCP*) verarbeitet, wobei die hierfür eingesetzten Instanzen in Frankfurt am Main gehostet sind.

Darüber hinaus nutzen wir Virtual Machines des Cloud Providers *Hetzner* in Falkenstein und Nürnberg, um unsere Applikationsdatenbanken und Batchverarbeitungsprozesse zu hosten.

Die von uns eingesetzten Dienstleister sind nach ISO 27001 und weiteren Richtlinien zertifiziert und genügen damit höchsten Ansprüchen an IT Security, Datensicherheit und Vertraulichkeit.

* [Zertifizierungen der Google Cloud Platform](https://cloud.google.com/security/compliance/offerings)
* [Zertifizierungen Hetzner](https://www.hetzner.com/de/unternehmen/zertifizierung/)

### Trennung vom Operativen System und ENLYZE Plattform

{% hint style="info" %}
📌 Die ENLYZE Plattform nimmt Prozessdaten rein lesend auf und greift nicht aktiv in Ihre Produktionsprozesse ein. Ein theoretischer Ausfall der ENLYZE Infrastruktur hat daher keine direkten Auswirkungen auf Ihre Produktion im Sinne eines Ausfalls bzw. Stillstandes.
{% endhint %}

Trotz dieser Trennung zwischen Ihren Operativen Systemen und dem ENLYZE-System ist die ENLYZE GmbH im Eigentum einer branchenüblichen Haftpflichtversicherung für Vermögensschäden. Diese schützt unsere Kunden vor finanziellen Schäden, welche durch das Verschulden der ENLYZE GmbH auftreten könnten.

## Verbindungsaufbau im Detail

### Verbindung ENLYZE Edge Device ←→ Maschine

***

Zum Auslesen von Maschinendaten kann der Anschluss an eine Maschinensteuerung je nach vorhandener Netzwerkarchitektur **direkt** oder **indirekt** über zwischengeschaltete Firewalls/Switches erfolgen. Falls weitere Maschinensteuerungen über diesen Switch erreichbar sind, können (falls erwünscht) mehrere Maschinen durch einen einzigen Edge Device ausgelesen werden.

Falls die örtlichen Gegebenheiten und die Netzwerkarchitektur das Auslesen aller nötigen Maschinensteuerungen über einen einzigen Edge Device nicht zulassen, wird ein Edge Device pro Maschine bzw. Datenquelle installiert.

#### **Direkte Verbindung**

Bei der direkten Verbindung wird das Edge Device im Schaltschrank der anzubindenden Maschine verbaut. Die Verbindung wird direkt über ein Ethernet-Kabel oder eine serielle Schnittstelle hergestellt. Bei einer direkten Verbindung muss sichergestellt sein, dass zusätzlich ein Ethernet-Port mit Internet-Zugang im Schaltschrank vorhanden ist.

#### **Indirekte Verbindung**

Bei der indirekten Verbindung wird das Edge Device in ein vorhandenes Maschinennetzwerk integriert und nicht direkt mit der Maschinensteuerung verbunden.

Hierbei ist eine eventuell vorhandene Firmen-Firewall zwischen Edge Device und Maschine so zu konfigurieren, dass das Edge Device eine Verbindung zu den IP-Adressen und Ports der jeweiligen Maschinensteuerungen aufbauen und über diese kommunizieren kann. Eingehende bzw. Schreibende Verbindungen vom Edge Device zur Maschine finden nicht statt.

Gewöhnlicherweise sind die IP-Adressen der Steuerungen individuell je nach Netzwerkarchitektur vergeben worden und ENLYZE daher im Vorfeld mitzuteilen. Die genutzten TCP-Ports unterscheiden sich je nach Hersteller der Maschinensteuerung. Falls die Maschinensteuerung per OPC DA oder OPC UA angebunden werden soll, sind weitere individuelle TCP-Ports zu öffnen. Falls das Kommunikationsprotokoll, die IP-Adressen oder TCP-Ports nicht bekannt sind, kann dies auch bei einem Vor-Ort-Termin von uns herausgefunden werden.

### Verbindung ENLYZE Edge Device ←→ ENLYZE Cloud

Zur sicheren Speicherung und Weiterverarbeitung der ausgelesenen Maschinendaten stellt der ENLYZE Edge Device eine authentifizierte und verschlüsselte VPN-Verbindung zwischen dem Gerät und der ENLYZE Cloud her. Eingesetzt wird das so genannte WireGuard VPN-Protokoll, welches als Peer-to-Peer-Protokoll ausschließlich über UDP arbeitet. Das Umgehen von Firewalls per TCP, wie es OpenVPN auf den HTTP/HTTPS-Ports anbietet, ist nicht möglich. Weitere Informationen können Sie dem [WireGuard Whitepaper](https://www.wireguard.com/papers/wireguard.pdf) entnehmen.

Durch Firewallregeln (siehe unten) wird die Kommunikation der Edge Devices, abseits der initial notwendigen DNS- und NTP-Anfragen, exklusiv auf den freigegebenen VPN-Server beschränkt. Der VPN-Server selbst beschränkt weiterhin die Kommunikation durch den VPN-Tunnel auf eine Liste freigegebener Hosts. Somit wird im Sinne einer Defense-in-Depth-Strategie jegliche ungewöhnliche Netzwerkaktivität des Edge Devices blockiert. Eine Kommunikation der Edge Devices untereinander über das VPN ist ebenfalls nicht möglich.

Über den VPN-Tunnel ist es weiterhin möglich, das Edge Device-Status einzusehen, einen Edge Device aus der Ferne zu konfigurieren und die Edge Device-Software zu aktualisieren. Der Fern- bzw. Remote-Zugriff auf einen Edge Device ist lediglich für einzelne geschulte Mitarbeiter der ENLYZE GmbH über einen einzigen Server möglich. Dieser Server ist physisch durch eine elektronische Zugangskontrolle gegen den Zugang Dritter geschützt. Sämtliche Festplatten des Servers sind verschlüsselt.

#### Notwendige Firewall-Einstellungen

Zur Integration des Edge Devices sind folgende **ausgehende** Verbindungen in der Firewall zu erlauben. Die Edge Devices können dabei über ihre jeweiligen MAC-Adressen im Netzwerk identifiziert werden. Eingehende Verbindungen zum Edge Device (über Portfreigaben) sind grundsätzlich nicht notwendig.

<table><thead><tr><th width="217">Host</th><th width="123">Port</th><th width="128">Transport</th><th>Zweck</th></tr></thead><tbody><tr><td>1.1.1.1</td><td>53 (DNS)</td><td>TCP, UDP</td><td>Auflösung von Hostnamen zu IP-Adressen</td></tr><tr><td>8.8.8.8</td><td>53 (DNS)</td><td>TCP, UDP</td><td>Auflösung von Hostnamen zu IP-Adressen</td></tr><tr><td>8.8.4.4</td><td>53 (DNS)</td><td>TCP, UDP</td><td>Auflösung von Hostnamen zu IP-Adressen</td></tr><tr><td>iot-edge-1.enlyze.com<br>(159.69.177.150)</td><td>51821<br>(WireGuard)</td><td>UDP</td><td>Datentransfer in die ENLYZE-Cloud, Edge Device-Konfiguration, Einspielen von Updates</td></tr><tr><td>ntp1.enlyze.com<br>(157.90.230.207)</td><td>123<br>(NTP)</td><td>UDP</td><td>Synchronisierung Systemzeit</td></tr><tr><td>ntp2.enlyze.com<br>(162.55.43.234)</td><td>123<br>(NTP)</td><td>UDP</td><td>Synchronisierung Systemzeit</td></tr></tbody></table>

### Verbindung von Buchungssystemen

***

Die Anbindung von Buchungssystemen (ERP/MES/BDE) erfolgt i.d.R. ebenfalls über den ENLYZE Edge Device. Die Anbindung an das jeweilige Buchungssystemen dient zur Erfassung weiterer produktionsrelevanter Daten. Erst hierdurch lassen sich ausgelesene Maschinenparameter mit gefertigten Aufträgen bzw. Produkten und deren detaillierten Komponenten korrelieren.

Die Datenerfassung und -verarbeitung der ENLYZE Plattform umfasst ausdrücklich keine personenbezogenen Daten (Verweis: [ENLYZE Nutzungsbedingungen](https://enlyze.com/nutzungsbedingungen/), Punkt 13 „Datenschutz und Informationssicherheit“) **.** Falls diese heute innerhalb Ihres ERP-/MES-/BDE-Systems abgelegt werden, werden diese explizit nicht von ENLYZE ausgelesen, gespeichert oder in sonstiger Form verwertet.

Die konkrete Kommunikation des ENLYZE Edge Devices mit einem Buchungssystemen unterscheidet sich je nach verwendetem System, den notwendigen Daten und über welche Zugriffswege die relevanten Daten verfügbar sind. Eine Anbindung erfolgt entweder über vorhandene Schnittstellen oder über einen Zugriff auf die zugrundeliegenden Server-Datenbanken.

#### Anbindung über Server-Datenbanken

Die Anbindung erfolgt entweder über einen schon vorhandenen Edge Device aus dem Maschinennetz oder einen dedizierten Edge Device speziell für diese Anbindung. Eine eventuell vorhandene Firmen-Firewall zwischen Edge Device und Buchungssystem muss so konfiguriert werden, dass eine Verbindung zu der IP-Adresse und dem TCP-Port des Servers aufgebaut und kommuniziert werden kann. Eingehende Verbindungen vom Buchungssystem zum Edge Device müssen dabei nicht erlaubt werden.

Zudem wird ein Benutzernamen mit rein lesendem Zugriff für die relevanten Bereiche des Datenbankservers benötigt. Dieses Vorgehen liegt in beiderseitigem Interesse, da somit Leseoperationen auf das Buchungssystem durch ENLYZE sauber von Operationen anderer Teilnehmer getrennt und nachvollzogen werden können. Kritische Daten werden so nur im nötigen Umfang geteilt. Zudem werden sämtliche Schreibzugriffe technisch unmöglich gemacht.

Alternativ können die relevanten Daten beispielsweise auch in eine dedizierte .csv-Datei exportiert werden und diese mit ENLYZE über einen FTP/SMB-Server geteilt werden. Damit kann weiter sichergestellt werden, dass das ERP/BDE/MES-System unberührt bleibt.

Nach abgeschlossener Implementierung erhält der Kunde eine Liste aller Datenpunkte, welche durch das ENLYZE System ausgelesen werden. Im Falle einer Anpassung erhält der Kunde eine aktualisierte Liste und ist somit jederzeit vollständig über alle erfassten Datenpunkte aufgeklärt.

#### Anbindung über Schnittstellen

Falls Ihr vorhandenes ERP/MES/BDE-System über anderweitige Schnittstellen verfügt, können wir auch darüber eine Verbindung herstellen. Anbindungsmöglichkeiten müssen in diesem Fall besprochen werden. Bitte nehmen Sie hierzu Kontakt mit Ihrem Ansprechpartner bei ENLYZE auf und sprechen Sie die Option einer Anbindung über anderweitige Schnittstellen an.

## Weitere offene Fragen?

Wir hoffen, dass wir alle Ihre Fragen und Bedenken bezüglich der Integration eines Edge Device in Ihre Infrastruktur klären konnten. Falls weitere Fragen bzw. Bedenken bestehen schicken Sie uns gerne eine E-Mail an <support@enlyze.com> oder treten Sie mit Ihrem ENLYZE Ansprechpartner in Kontakt. Wir werden uns schnellstmöglich bei Ihnen zurückmelden.


# Troubleshooting

Hilfe bei Verbindungsproblemen und häufigen Fehlern

## Edge Device und Netzwerk

Bei Problemen mit der Verbindung zwischen Edge Device und der ENLYZE Manufacturing Data Platform findest du detaillierte Hilfe im ENLYZE EDGE Troubleshooting Guide:

[Troubleshooting](/connect/edge-device/enlyze-edge/troubleshooting)

## Keine Maschinendaten

Falls nach erfolgreicher Verbindung keine Maschinendaten angezeigt werden, wende dich an unser Support-Team unter <support@enlyze.com>.


# Kontextualisierung

Untersuche, aktiviere oder deaktiviere Maschinenvariablen

Variablen in ENLYZE repräsentieren Zeitreihendaten, die aus einer Datenquelle extrahiert und einer bestimmten Maschine zugeordnet sind. Damit eine Variable von Diensten genutzt werden kann, muss sie zunächst aktiviert werden. Diese Anleitung beschreibt, wie du Variablen findest, erkundest und aktivierst.

{% hint style="info" %}
Was Variablen und Zeitreihen sind und welche Status eine Variable durchlaufen kann, erfährst du unter [Variablen & Zeitreihen (Konzepte)](/konzepte/maschinendaten-verstehen/variablen-und-zeitreihen).
{% endhint %}

## Von Inaktiv zu Erkundung: Variablen finden

Die Suche nach Variablen zur Exploration erfolgt in der [ENLYZE App](https://app.enlyze.com/). So gehst du vor:

1. Navigiere zu [**Einstellungen > Maschinen**](https://app.enlyze.com/settings/appliances).

<figure><img src="/files/h3sB21lpPnbOMdeWFJB7" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

1. Öffne den Bereich `Auswahl` der entsprechenden Maschine
2. Verwende die Variablentabelle, um inaktive Variablen zu finden und für die Exploration auszuwählen
3. Nutze den Button `Explore`, um die gewählten Variablen in den Explorationsstatus zu verschieben (rechter Seitenbereich)

### Filterfunktionen

<figure><img src="/files/jjKaAsJj0BrUrMryDS6P" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

* **Ein-/Ausschließen nach Schlüsselwort**\
  Filtere nach Stichwörtern in: `Origin Name`, `Display Name` oder `Kommentar`

<figure><img src="/files/3GqZOhxRemAwWJDLfyDi" alt="" width="375"><figcaption></figcaption></figure>

* **Data Type and Status**

  Filter nach Typ: *String*, *numerisch* oder *Boolean*\
  Filter nach Status:

  * :dark\_sunglasses: *Fernglas* = Erkundung
  * 💎 *Diamant* = Aktiv

<figure><img src="/files/h40JjIdOu4gl03iywu7S" alt="" width="233"><figcaption></figcaption></figure>

* **Datenquellenfilter**\
  Jede Variable zeigt ihre Herkunft im Feld **Datenquelle Name**. Filtere gezielt nach bestimmten Quellen.

Sobald Variablen für die Exploration ausgewählt sind, erscheinen sie im rechten Panel. Mit einem Klick auf `Explore` wechselt ihr Status in Exploration.

## Von Exploration zu Aktiv: Variablen kontextualisieren

<figure><img src="/files/r4LjaVoVnzCEha4Z2ioH" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

Variablen im Erkundungsstatus lassen sich hier verwalten:

> **`Einstellungen > Maschinen > Deine_Maschine > Variablenauswahl > Exploration`**

In dieser Ansicht können die Werteverläufe über die Zeit eingesehen werden. Nutze den **Zeitfilter** oben rechts, um den dargestellten Zeitraum anzupassen.

{% hint style="warning" %}
**Wichtig:**\
Die Datenerfassung startet erst ab dem Zeitpunkt, an dem die Variable in den Explorationsstatus versetzt wurde. Frühere Werte sind nicht verfügbar.\
Wie lange sich eine Variable bereits im Explorationsstatus befindet, wird oben rechts auf der jeweiligen Kartenansicht angezeigt.
{% endhint %}

### So aktivierst du eine Variable

1. Ein Display-Name zuweisen. Dieser wird von externen Diensten verwendet.
2. Ein Skalierungsfaktor festlegen (falls notwendig)
3. Einheit konfigurieren
4. Auf `Übernehmen` klicken

Die Variable verschwindet aus der Explorationsliste und wechselt in den Status *Aktiv*.

### Variable verwerfen

Wenn eine Variable nicht weiter untersucht werden soll, kann sie verworfen werden. Dabei werden alle gesammelten Daten gelöscht. Die Variable bleibt jedoch weiterhin in der Auswahltabelle sichtbar.

## Aktive Variablen verwalten

<figure><img src="/files/2oCahssutm01vsDesLtC" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

Zugriff auf aktive Variablen über:\
`Einstellungen > Maschinen > Deine_Maschine > Übersicht`

Hier kannst du:

* **Metadaten bearbeiten**\
  über den *Bearbeiten*-Button in der rechten Spalte
* **Variable deaktivieren**\
  Dabei werden die historischen Daten gelöscht, und die Variable wird aus der Übersicht entfernt.

## Relevante Themen

{% embed url="<https://www.enlyze.com/stories/euromap-standards-datenblocke-tags-harmonisierten-daten>" %}

{% embed url="<https://www.enlyze.com/stories/daten-harmonisierung-visualisieren-kontextualisieren-namensschema>" %}


# Exploration & Discovery

Variablen auf Datenquellen finden und zur Exploration freigeben

Bevor Variablen in der ENLYZE Plattform genutzt werden können, müssen sie zunächst gefunden und zur Erkundung freigegeben werden. Je nach Protokoll geschieht das automatisch oder manuell.

{% hint style="info" %}
Was Variable Discovery ist und welche Protokolle sie unterstützen, erfährst du unter [Datenquellen (Konzepte)](/konzepte/maschinendaten-verstehen/datenquellen).
{% endhint %}

## Variable Discovery

Bei Datenquellen, die Variable Discovery unterstützen (z. B. S7+, OPC-UA, OPC-DA, Beckhoff ADS), fragt das Edge Device die verfügbaren Variablen automatisch ab und registriert sie in der ENLYZE Manufacturing Data Platform.

Die entdeckten Variablen erscheinen mit dem Status **Inaktiv** in der Variablentabelle der jeweiligen Maschine.

## Manuelle Registrierung

Wird eine Datenquelle über ein Protokoll ohne Variable Discovery angebunden (z. B. S7 Classic, Modbus), müssen die Variablen manuell registriert werden. Hierfür werden häufig Hilfsmittel wie Projektdateien oder Datenblätter benötigt.

Mehr zur manuellen Registrierung findest du unter [OT-Connectivity](/connect/ot-connectivity#manuelle-registrierung).

## Variablen zur Exploration freigeben

Sobald Variablen in der Plattform registriert sind, kannst du sie für die Erkundung freigeben:

1. Navigiere zu **Einstellungen > Maschinen** und öffne den Bereich **Auswahl** der entsprechenden Maschine.
2. Verwende die Variablentabelle, um inaktive Variablen zu finden.
3. Wähle die gewünschten Variablen aus und klicke auf **Explore**, um sie in den Explorationsstatus zu versetzen.

Eine ausführliche Anleitung mit Filterfunktionen findest du unter [Kontextualisierung](/variable-mapping/kontextualisierung#von-inaktiv-zu-erkundung-variablen-finden).

## Weiterführende Themen

* [Kontextualisierung](/variable-mapping/kontextualisierung): Variablen erkunden, benennen und aktivieren.
* [Datenquellen (Konzepte)](/konzepte/maschinendaten-verstehen/datenquellen): Hintergrund zu Datenquellen und Variable Discovery.
* [Variablen & Zeitreihen (Konzepte)](/konzepte/maschinendaten-verstehen/variablen-und-zeitreihen): Was Variablen und Zeitreihen sind.


# Überblick

Dein Shopfloor auf einen Blick

Der **Home Screen** gibt dir einen zentralen Überblick über deinen gesamten Shopfloor. Damit kannst du auf einen Blick erkennen, wie deine Maschinen arbeiten. Zusätzlich bietet der Home Screen eine kurze Zusammenfassung der OEE deines Standorts sowie der neuesten Ereignisse in deiner Produktion.

<figure><img src="/files/R4qmnlEInFgeAtYVYebi" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

## Maschinenübersicht

Dieser Bereich hilft dir, den aktuellen Zustand deines Shopfloors schnell zu erfassen.

Jede Maschine wird durch eine Maschinenkarte dargestellt, und der angezeigte Status spiegelt den Echtzeit-Zustand der Maschine wider.

Wenn du mehr über die verschiedenen Maschinenstatus erfahren möchtest, findest du [hier](#anlagenstatus) eine detaillierte Beschreibung.

## Produktionsübersicht

Die Produktionsübersicht hilft dir zu verstehen, welche Verluste deine [OEE (Overall Equipment Effectiveness)](/konzepte/oee-verstehen/das-konzept-oee) in einem bestimmten Zeitraum beeinflusst haben.

Sie unterstützt dich bei:

* der Analyse der Produktivität in den letzten Stunden und Schichten,
* der Identifikation problematischer **Aufträge** oder fehlerhafter **Buchungen**,
* und der Bewertung der aktuellen **Datenqualität**.

## Navigationsmenü

{% columns %}
{% column width="33.33333333333333%" %}

<figure><img src="/files/Q4gyfpQX1ldeo9qFMezc" alt=""><figcaption></figcaption></figure>
{% endcolumn %}

{% column width="66.66666666666667%" %}
Auf der linken Seite der ENLYZE App findest du das Navigationsmenü mit folgenden Optionen:

* Ein Dropdown-Menü zur Auswahl des Standorts und der Anzeigesprache der App.
* Ein Suchfeld, mit dem du nach Aufträgen und Produkten suchen kannst, die in ENLYZE erfasst wurden.
* Die verschiedenen App-Bereiche
* Die App-Einstellungen
  {% endcolumn %}
  {% endcolumns %}

## Maschinenstatus

In ENLYZE kann jede Maschine je nach Konfigurationsstand und verfügbarer Daten einen bestimmten Status haben. Diese Status werden auf dem [Homepage](#überblick) der ENLYZE App als **Maschinenkarten** angezeigt.

Maschinenkarten bieten dir Echtzeit-Einblicke darüber, was an jeder Maschine gerade passiert, und fordern dich zum Handeln auf, wenn es notwendig ist.

Auf dieser Seite findest du eine detaillierte Erklärung aller möglichen Maschinenstatus in ENLYZE. Für jeden Status, der eine Aktion erfordert, erklären wir, was er bedeutet und wie du ihn beheben kannst.

### Maschinenbetriebsstatus

#### Stillstand

{% columns %}
{% column width="58.333333333333336%" %}
Wenn sich eine Maschine im Stillstand befindet, wird ihre Maschinenkarte in rot dargestellt und zeigt an, wie lange der Stillstand bereits andauert.

* Wenn bereits ein Stillstandsgrund vergeben wurde, wird dieser auf der Karte angezeigt.
* Wenn kein Grund gesetzt wurde, steht dort `Kein Grund hintergelegt`

Mehr über das Zuweisen von Gründen zu Stillständen erfahren: [Stillständen Gründe zuweisen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-zuweisen)
{% endcolumn %}

{% column width="41.666666666666664%" %}

<figure><img src="/files/d2kF4RFF8uwA2BtzfCuc" alt=""><figcaption></figcaption></figure>
{% endcolumn %}
{% endcolumns %}

#### Einstelldatenblatt für Produkt nicht konfiguriert

{% columns %}
{% column width="41.66666666666667%" %}

<figure><img src="/files/QzpIHBjtGHp9X7dw2SGu" alt=""><figcaption></figcaption></figure>
{% endcolumn %}

{% column width="58.33333333333333%" %}
Dieser Status bedeutet, dass kein Einstelldatenblatt für das aktuell produzierte Produkt verfügbar ist. Das kann bedeuten:

* Es wurde noch keine Einstelldatenblatt-Vorlage für die Maschine konfiguriert: [Einstelldatenblatt](/produktionsoptimierung/einstelldatenblatt)
* Es wurde noch kein produktspezifisches Einstelldatenblatt definiert: [Einstelldatenblatt](/produktionsoptimierung/einstelldatenblatt)
  {% endcolumn %}
  {% endcolumns %}

#### Abweichung von der Zielvorgabe

{% columns %}
{% column width="50%" %}

<figure><img src="/files/8EOP1SXBoba8qbikgnLY" alt="" width="265"><figcaption></figcaption></figure>
{% endcolumn %}

{% column width="50%" %}

<figure><img src="/files/IsHCwmbEv0hNzJypMYn6" alt="" width="265"><figcaption></figcaption></figure>
{% endcolumn %}
{% endcolumns %}

Wenn für das aktuelle Produkt ein Einstelldatenblatt vorhanden ist, überwacht die Maschinenkarte die Abweichungen des Leistungsparameters von der Zielvorgabe:

* Liegt die Leistung innerhalb der Grenzwerte, zeigt die Karte eine grüne Linie.
* Wird die Leistung überschritten oder unterschritten, zeigt die Karte einen roten Bereich, der die Abweichung vom nächstgelegenen Grenzwert darstellt. Der Zielwert wird als rote Linie dargestellt.

Für eine genauere Analyse von Prozessabweichungen nutze den [Co-Pilot](/produktionsoptimierung/co-pilot) zur Live-Überwachung oder das **Chargenprotokoll**, um vergangene Fertigungsaufträge zu überprüfen.

### Fehlende Konfiguration

#### Maschine nicht eingerichtet - Fehlende Leistungskonfiguration

{% columns %}
{% column width="58.333333333333336%" %}
Dieser Status erscheint, wenn für eine Maschine noch keine Konfiguration zur Leistungserfassung vorgenommen wurde.

Klicke auf `Leistungserfassung einrichten`, um die Konfigurationsoberfläche zu öffnen.

Mehr zur Konfiguration der Leistungserfassung: [OEE](/produktionsoptimierung/oee#leistungserfassung-konfigurieren)
{% endcolumn %}

{% column width="41.666666666666664%" %}

<figure><img src="/files/MhwHpGUABGvgO9WbTgfD" alt=""><figcaption></figcaption></figure>
{% endcolumn %}
{% endcolumns %}

#### Stillstandserkennung nicht konfiguriert

<figure><img src="/files/DGQR0jAqoXwbTMd6ILr2" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

Diese Maschinenkarte erscheint im Bereich Produktionsübersicht auf dem Homepage. Wenn die Stillstandserkennung für eine Maschine noch nicht eingerichtet wurde, wird die Karte entsprechend angezeigt.

Klicke auf `Stillstandserfassung einrichten`, um mit der Konfiguration zu beginnen.\
Mehr zur Konfiguration der Stillstandserkennung: [OEE](/produktionsoptimierung/oee#stillstandserkennung-konfigurieren)

### Buchungsdaten

#### **Keine Buchungsdaten**

{% columns %}
{% column width="41.66666666666667%" %}

<figure><img src="/files/hJl3bfzFhPF1eiYEGNOu" alt=""><figcaption></figcaption></figure>
{% endcolumn %}

{% column width="58.33333333333333%" %}
Das bedeutet, dass ENLYZE keine Informationen über den aktuellen **Fertigungsauftrag** oder das **Produkt** auf der Maschine erhalten hat.

Ohne diese Daten kann ENLYZE keine Leinstungs-KPI berechnen, da diese **produktspezifisch** ist.

Erfahre, wie du Buchungsdaten in ENLYZE einbindest: [IT-Connectivity](/connect/it-connectivity)
{% endcolumn %}
{% endcolumns %}

**Du hast Buchungsdaten bereits synchronisiert, aber dieser Status wird weiterhin angezeigt?**

Mögliche Ursache ist eine Verzögerung beim Datenimport oder das Fehlen eines Live-Fertigungsauftrags. Obwohl ENLYZE mit verzögerten Buchungsdaten arbeiten kann, verarbeitet die Maschinenkarte Buchungsdaten in Echtzeit. Wenn die Daten nur einmal täglich oder nach Abschluss des Auftrags gesendet werden, zeigt die Karte weiterhin `Keine Buchungsdaten` an.

#### Überlappende Buchungen

{% columns %}
{% column width="58.333333333333336%" %}
Dieser Status erscheint, wenn zwei oder mehr Aufträge, die mit ENLYZE synchronisiert wurden, sich zeitlich überschneiden. Dies beeinträchtigt die Datenqualität und verhindert eine korrekte OEE-Berechnung, da nicht eindeutig ist, welcher Auftrag gerade läuft.

Klicke auf `Überlappung beheben`, um mehr über das Problem zu erfahren.
{% endcolumn %}

{% column width="41.666666666666664%" %}

<figure><img src="/files/iZurKup1lAWBwQE3bqep" alt=""><figcaption></figcaption></figure>
{% endcolumn %}
{% endcolumns %}

**Fixing overlapping bookings**

Ein Klick auf `Überlappung beheben` öffnet eine Übersicht aller offenen Buchungen, die der Maschine zugewiesen sind:

<figure><img src="/files/ZZ0GM7MKkAWpAN4AIXcm" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

In diesem Fenster findest du alle offenen Aufträge, die der Maschine zugewiesen wurden. Da keiner der Aufträge eine Endzeit hat, überschneiden sie sich. Eine Möglichkeit, dies zu beheben, besteht darin, eine Endzeit für die beiden ältesten Aufträge festzulegen – zum Beispiel, indem du die Endzeit auf den Startzeitpunkt des nächsten Auftrags setzt.

Für eine präzisere Definition der Endzeit empfehlen wir, die Prozessdaten der Maschine entweder im [Zeitstrahl](#zeitstrahl) oder über das Analyse-Dashboard zu überprüfen.

### Keine Daten

<figure><img src="/files/kont3siOSwstNDLcQsTn" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

Wenn ENLYZE keine Daten mehr vom Leistungsparameter einer Maschine empfängt, zeigt die Maschinenkarte eine gestrichelte Linie an. Der Zustand wird als Stillstand interpretiert, und die Dauer des Datenverlusts wird angezeigt.

Die Ursachen für fehlende Daten können je nach Infrastruktur variieren. Hier erfährst du, wie du fehlende Daten oder Verbindungsprobleme behebst: [Häufige Probleme](/hilfe/haeufige-probleme)

## Zeitstrahl

Der Zeitstrahl in der ENLYZE App bietet eine umfassende Übersicht, indem **Fertigungsaufträge** mit relevanten **Prozessparametern** für eine bestimmte Maschine in einer einzigen, anpassbaren Visualisierung kombiniert werden. Du kannst die angezeigten Parameter ganz einfach auswählen, ändern oder entfernen – so wird der Zeitstrahl zu deiner persönlichen Zusammenfassung jeder Maschine.

### Zeitstrahl-Visualisierung

Der Zeitstrahl zeigt Daten der letzten 7 Tage an.

* In der obersten Zeile siehst du die Fertigungsaufträge.
* Jede darunterliegende Zeile stellt einen ausgewählten Prozessparameter der Maschine dar.
* Alle Zeilen teilen sich die gleiche Zeitachse (x-Achse), wodurch sich Werte leicht zuordnen und vergleichen lassen.

<figure><img src="/files/TirWkQVdggNBdcLXkczD" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

#### Abtastrate

Die Daten werden mit einer **Abtastrate von 10 Minuten** dargestellt, um eine übersichtliche Darstellung über den Zeitraum von sieben Tagen zu ermöglichen. Tatsächlich erfasst ENLYZE deine Daten alle 10 Sekunden. Für eine detailliertere Analyse kannst du die [Analyse-Dashboards](/produktionsoptimierung/reports) oder externe Tools wie [Grafana](/integrations/grafana) nutzen.

#### Interaktive Funktionen

* Beim Bewegen der Maus über einen Parameter wird der Wert zu einem bestimmten Zeitpunkt angezeigt.
* Eine rote vertikale Linie markiert die aktuelle Ablesezeit und erleichtert die Zuordnung der Werte zu den jeweiligen Fertigungsaufträgen.
* Durch Klick auf einen Fertigungsauftrag öffnet sich ein Detailbericht in einem seitlichen Fenster.

<figure><img src="/files/gWfQ5idqv8KE5eV7LizS" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

#### Navigation

<figure><img src="/files/rYifhHACB07gktc42UMn" alt="" width="254"><figcaption></figcaption></figure>

Nutze das Navigationsmenü oben links (unterhalb der Maschinen-Tabs), um durch die Zeit zu navigieren:

* Einfacher Pfeil: springt einen Tag vor oder zurück
* Doppelter Pfeil: springt eine Woche
* Kalender-Symbol: beliebiges Datum auswählen
* `Heute` Button: kehrt zum aktuellen Tag zurück

### Konfiguration

{% hint style="info" %}
Deine Zeitstrahl-Einstellungen gelten nur für dein Profil – Änderungen wirken sich nicht auf andere Nutzer aus.
{% endhint %}

So personalisierst du die Ansicht:

1. Klicke auf das Zahnrad-Symbol oben rechts, um die Konfigurationsoberfläche zu öffnen.
2. Du kannst bis zu 6 Charts hinzufügen, jedes mit genau einem numerischen Prozessparameter.
3. Die verfügbaren Parameter findest du in der Liste auf der linken Seite. Per Drag & Drop kannst du sie den Charts zuweisen.
   * Bereits verwendete Parameter werden fett dargestellt.
   * Nutze das Suchfeld, um bestimmte Variablen schnell zu finden.
4. Jedes Chart benötigt einen Titel.
5. Die Reihenfolge der Charts lässt sich per Drag & Drop anpassen.
6. Mit einem Klick auf `Anpassungen anwenden` speicherst du die Konfiguration.

<figure><img src="/files/ECGlVfQ2wwUhEd7vhPNx" alt=""><figcaption></figcaption></figure>


# Datenqualität

Die Datenqualität deiner Aufträge verstehen und Probleme beheben.

Bevor ENLYZE belastbare Kennzahlen wie OEE oder den [Maximum Demonstrated Speed (MDS)](/konzepte/leistung/maximum-demonstrated-speed) berechnen kann, müssen die zugrunde liegenden Daten stimmen. Die **Datenqualitäts-Karte** zeigt dir für jeden Auftrag, wie verlässlich die Datengrundlage ist und was die Ursachen für schlechte Datenqualität sind.

## Die Datenqualitäts-Karte

Die Datenqualitäts-Karte findest du in den **Auftragsdetails**. Sie fasst die Datengrundlage eines Auftrags in drei Werten zusammen:

* **Datenqualität**: ein Prozentwert, der die gesamte Datengrundlage des Auftrags bewertet. Ist der Wert niedrig, wird er rot hervorgehoben.
* **Fehlende Maschinendaten**: der Anteil der Auftragslaufzeit, für den keine Maschinendaten für den Leistungswert vorliegen, angegeben als Dauer und Prozentwert.
* **Überlappende Buchung**: der Anteil der Auftragslaufzeit, in dem auf derselben Maschine eine weitere Buchung läuft, angegeben als Dauer und Prozentwert.

<figure><img src="/files/AgHnVQU0lxFdbH6DgN9R" alt="Datenqualitäts-Karte in den Auftragsdetails"><figcaption><p>Die Datenqualitäts-Karte in den Auftragsdetails</p></figcaption></figure>

## Wie sich die Datenqualität berechnet

Die Datenqualität kombiniert zwei Faktoren:

* die **Datenabdeckung**, also der Anteil der Auftragslaufzeit, für den Maschinendaten vorliegen, und
* den **Überlappungsanteil**, also der Anteil der Auftragslaufzeit, der von anderen Buchungen überlappt wird.

```
Datenqualität = Datenabdeckung × (1 − Überlappungsanteil)
```

Ein Auftrag erreicht 100 % nur dann, wenn für seine gesamte Laufzeit Maschinendaten vorliegen und keine andere Buchung in seinen Zeitraum fällt.

## Warum Datenqualität wichtig ist

ENLYZE ordnet jeden Maschinendatenpunkt dem Auftrag zu, der zu diesem Zeitpunkt läuft. Nur so lässt sich bestimmen, welches Produkt gefertigt wurde und mit welcher Leistung.

Zwei Probleme stören diese Zuordnung:

* **Fehlende Maschinendaten** bedeuten, dass für einen Teil der Laufzeit keine Messwerte vorliegen. Dieser Zeitraum kann nicht bewertet werden.
* **Überlappende Buchungen** bedeuten, dass zwei Aufträge denselben Zeitraum auf derselben Maschine beanspruchen. ENLYZE kann dann nicht eindeutig bestimmen, welches Produkt gerade gefertigt wird, und einige Kennzahlen (etwa die MDS) lassen sich für diesen Zeitraum nicht berechnen.

{% hint style="info" %}
Eine niedrige Datenqualität ist kein Fehler in ENLYZE, sondern ein Hinweis auf die Datengrundlage. Überlappende Buchungen entstehen beispielsweise aufgrund von fehlerhaften Buchungen im MES- oder ERP-System, ENLYZE zeigt die Fehler lediglich auf.
{% endhint %}

## In diesem Bereich

* [**Überlappende Aufträge analysieren**](/produktionsoptimierung/datenqualitaet/ueberlappende-auftraege): Nachvollziehen, welche Aufträge sich auf einer Maschine zeitlich überlappen und wie.


# Überlappende Aufträge analysieren

Nachvollziehen, welche Aufträge sich auf einer Maschine zeitlich überlappen.

Wenn die [Datenqualitäts-Karte](/produktionsoptimierung/datenqualitaet) eine **überlappende Buchung** ausweist, beanspruchen mehrere Aufträge denselben Zeitraum auf derselben Maschine. Die Überlappungsanalyse zeigt dir, welche Aufträge das sind und wie ihre Zeiträume zusammenhängen, damit du die Ursache in deiner Produktionsplanung oder deinem ERP-System finden kannst.

Die Analyse ist rein darstellend. Sie verändert oder behebt Überlappungen nicht. Die Korrektur erfolgt dort, wo die Aufträge gebucht werden (siehe [Auftragsbuchung](/connect/it-connectivity/auftragsbuchung-app)).

## Analyse öffnen

1. Öffne die **Auftragsdetails** eines Auftrags mit überlappender Buchung.
2. Klicke in der Datenqualitäts-Karte auf **Überlappung analysieren →**.

<div align="left"><figure><img src="/files/pqCzlTapyV6JwYVBkHkO" alt="Überlappung analysieren in der Datenqualitäts-Karte"><figcaption><p>Über <strong>Überlappung analysieren</strong> öffnest du die Analyse</p></figcaption></figure></div>

Die Analyse öffnet sich als Seitenansicht. Der Auftrag, von dem aus du die Analyse gestartet hast, ist der **Ausgangsauftrag**.

{% hint style="info" %}
Der Link **Überlappung analysieren** erscheint nur, wenn für den Auftrag tatsächlich eine Überlappung vorliegt.
{% endhint %}

<figure><img src="/files/NSqxhMHNb617FQBI27gq" alt="Überlappungsanalyse als Seitenansicht mit Tabelle und Diagramm"><figcaption><p>Die Überlappungsanalyse mit Tabelle und Diagramm</p></figcaption></figure>

## Die Überlappungstabelle

Die Tabelle listet den Ausgangsauftrag sowie alle Aufträge auf derselben Maschine, deren Zeitraum sich mit dem des Ausgangsauftrags überschneidet. Sie enthält folgende Spalten:

| Spalte       | Bedeutung                                                                         |
| ------------ | --------------------------------------------------------------------------------- |
| **Maschine** | Die Maschine, auf der die Aufträge laufen.                                        |
| **Auftrag**  | Der Auftragscode. Der Ausgangsauftrag ist mit **Ausgangsauftrag** gekennzeichnet. |
| **Produkt**  | Das gefertigte Produkt (Code und Name).                                           |
| **Laufzeit** | Die Dauer des Auftrags.                                                           |
| **Zeitraum** | Start- und Endzeitpunkt des Auftrags.                                             |
| **Status**   | **abgeschlossen** oder **andauernd** (für noch laufende Aufträge).                |

Der Ausgangsauftrag ist grün hinterlegt, damit du jederzeit erkennst, von welchem Auftrag du ausgegangen bist. Über das Symbol am Zeilenende öffnest du die Überlappungsanalyse für einen anderen Auftrag in einem neuen Tab.

## Das Überlappungsdiagramm

Unter der Tabelle stellt ein Diagramm alle Aufträge als waagerechte Balken auf einer gemeinsamen Zeitachse dar (ein Balken pro Auftrag). So erkennst du auf einen Blick, wie sich die Zeiträume überschneiden. Ergänzend zeigt das Diagramm die Durchsatzdaten der Maschine sowie erkannte Stillstände im selben Zeitraum.

Die Farben folgen einer festen Logik:

* **Grün**: der Ausgangsauftrag.
* **Grau**: andauernde Aufträge.
* **Lila**: weitere abgeschlossene Aufträge.

Damit auch sehr kurze Aufträge sichtbar und anklickbar bleiben, haben alle Balken eine Mindestbreite. Reicht ein Auftrag über den sichtbaren Bereich hinaus, zeigt ein doppeltes Pfeilsymbol (`«` oder `»`) an der Kante an, dass der Balken weiterläuft.

Wenn du mit der Maus über einen Balken im Diagramm fährst, wird die zugehörige Zeile in der Tabelle hervorgehoben. Das funktioniert auch umgekehrt: Fährst du über eine Tabellenzeile, wird der zugehörige Balken hervorgehoben.

## Zeitachse zoomen

Aufträge können Stunden, aber auch Monate auseinanderliegen. Damit du die Überlappung trotzdem im Detail betrachten kannst, bietet das Diagramm mehrere Möglichkeiten, den sichtbaren Zeitraum anzupassen:

* **Übersichtsleiste**: Mit der Leiste unterhalb des Diagramms zoomst und verschiebst du den sichtbaren Bereich stufenlos.
* **Aufziehen**: Ziehe direkt im Diagramm ein Rechteck auf, um schnell in einen bestimmten Bereich zu zoomen.
* **Zoom zurücksetzen**: Setzt die Ansicht auf den vollständigen Zeitraum zurück, in dem alle Aufträge sichtbar sind.

## Überlappung beheben

Die Analyse hilft dir, das Muster hinter einer Überlappung zu erkennen, zum Beispiel zwei Aufträge mit überlappenden Zeitstempeln oder ein nicht beendeter, andauernder Auftrag. Die eigentliche Korrektur nimmst du in der Quelle der Auftragsbuchung vor:

* Prüfe die Start- und Endzeitpunkte der beteiligten Aufträge in deiner Planung oder deinem ERP-System.
* Beende Aufträge, die fälschlicherweise als andauernd gelten.
* Korrigiere die Buchung und synchronisiere die Aufträge erneut mit ENLYZE.

Sobald sich die Zeiträume nicht mehr überschneiden, steigt die Datenqualität des Auftrags und die betroffenen Kennzahlen werden wieder berechnet.

## Weiterführende Themen

* [Datenqualität](/produktionsoptimierung/datenqualitaet): Wie sich die Datenqualität zusammensetzt und warum sie wichtig ist.
* [Auftrag](/ressourcen/produktionskontext/auftraege): Wie Aufträge in ENLYZE definiert sind und eindeutig bleiben.
* [Auftragsbuchung](/connect/it-connectivity/auftragsbuchung-app): Wie Aufträge in ENLYZE gebucht werden.


# Golden Run

Der produktivste Auftrag eines Produkts

Der Golden Run ist der Auftrag, welcher die **beste Kombination aus Leistung und Qualität** hat.

Also der Auftrag für ein Produkt wo mit einer möglichst hohen Leistung produziert wurde bei gleichzeitigem geringen Ausschuss.

In der ENLYZE App wird der Golden Run Auftrag mit einem Pokal gekennzeichnet:

<div align="left"><figure><img src="/files/TTaft03jPdCtKfJ3UrTp" alt=""><figcaption></figcaption></figure></div>

### Warum wird der Golden Run so hervorgehoben?

Mithilfe des [Co-Piloten](/produktionsoptimierung/co-pilot) können ideale Fertigungsparameter an den Werker kommuniziert werden. Die Prozessparameter sind unserer Ansicht nach die idealen Parameter welche kommuniziert werden sollten. Denn diese haben zur produktivsten Fertigung des Produkts geführt.

### Warum werden Stillstände bei der Festelegung des Gold Run nicht betrachtet?

Die Ursache eines Stillstands innerhalb eines Auftrags sind oft nicht auf die Einstellung der Prozessparameter bzw. auf den spezifischen Auftrag zurückzuführen. Da der Golden Run als Orientierungshilfe für ein ideales Einstellparameter-Set dient werden Stillstände nicht betrachtet.

## Unterschied Golden Run vs. Maximum Demonstrated Speed

Der *Maximum Demonstrated Speed (MDS)* definiert den Auftrag, bei dem die höchste Leistung für ein bestimmtes Produkt auf einer bestimmten Maschine erreicht wurde. Dabei wird nur die Leistungskomponente betrachtet. Mehr zur MDS erfährst du unter [Leistung (Konzepte)](/konzepte/leistung).

Der *Golden Run* definiert den Auftrag, bei dem die höchste Produktivität für ein bestimmtes Produkt auf einer bestimmten Maschine erreicht wurde. Dabei wird die Kombination aus Leistung und Qualität, also der Ausschussquote, bewertet.


# Einstelldatenblatt

Produktspezifische Sollwerte und Toleranzen definieren.

## Produkte

Im **Produktbereich** erhältst du einen vollständigen Überblick über alle von ENLYZE erfassten Daten – dargestellt aus der Perspektive jedes einzelnen Produkts. Hier kannst du:

* **Dein Produktportfolio einsehen:** Behalte alle Produkte im Blick, die in ENLYZE registriert sind.
* **Sensible Produkte frühzeitig erkennen:** In der [Produktübersicht](#produktubersicht) identifiziere Produkte, die aufgrund der Produktionsdaten besondere Aufmerksamkeit erfordern.
* **Einstelldatenblätter verwalten:** Einstelldatenblätter dienen als Vorlage für das Chargenprotokoll und den Co-Piloten und helfen dabei, eine optimale Produktion sicherzustellen.

### Produktliste

Die **Produktliste** ist deine zentrale Übersicht für alle Produkte und deren aktuellen Produktionsstatus. Sie hilft dir, Produktionsleistung und Qualität im Blick zu behalten. Für jedes Produkt werden folgende Informationen angezeigt:

* **Produkt:** Name oder Code des Produkts.
* **Maschine:** Die Maschine, auf der das Produkt gefertigt wurde.
* **Qualifizierte Aufträge:** Gesamtanzahl der Fertigungsaufträge, die definierte Kriterien erfüllen (z. B. Mindestlänge, kein negativer Ausschuss).
* **Streubreite Leistung:** Schwankung der Produktionsleistung über alle Aufträge hinweg.
* **Letzte Produktion:** Datum, an dem das Produkt zuletzt auf der jeweiligen Maschine gefertigt wurde.
* **Einstelldatenblatt:** Zeigt an, ob bereits ein Einstelldatenblatt für das Produkt erstellt wurde.

<figure><img src="/files/Qa4xE1oPBiXArfhiOO8o" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

#### Filteroptionen

Mit den verfügbaren Filterfunktionen findest du schnell und bequem die Informationen, die du suchst:

* **Maschine:** Zeigt nur Produkte, die auf einer bestimmten Maschine gefertigt wurden.
* **Vorgabe fehlt:** Zeigt Produkte an, für die noch kein Einstelldatenblatt konfiguriert wurde.
* **Suchfeld:** Ermöglicht die Suche nach Produktname oder -code.
* **Nicht qualifizierte Produkte:** Blendet Produkte ein oder aus, die zwar produziert wurden, aber noch keinen qualifizierten Fertigungsauftrag aufweisen. Diese Produkte sind standardmäßig ausgeblendet, da keine relevanten Daten vorliegen.

<figure><img src="/files/UxDFCAwpgxEtpcyhbIg9" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

{% hint style="info" %}
**Hinweis:** In der Produktliste erscheinen nur Produkte, die mindestens einmal produziert wurden, seit ENLYZE im Einsatz ist.
{% endhint %}

Es kann vorkommen, dass ein Produkt mehrfach angezeigt wird. Das liegt daran, dass die Kombination aus **Maschine und Produkt** dargestellt wird – denn dasselbe Produkt kann auf verschiedenen Maschinen unterschiedlich gefertigt werden.

## Produktübersicht

Die **Produktübersicht** in der ENLYZE App liefert dir wertvolle Einblicke, wie ein Produkt auf einer bestimmten Maschine produziert wurde.

{% hint style="info" %}
**Hinweis:** Wird ein Produkt auf mehreren Maschinen gefertigt, erhältst du für jede Maschine eine eigene Übersicht. So kannst du nachvollziehen, wie sich das Produkt je nach Maschine unterschiedlich verhält und welche Leistung es erbringt.
{% endhint %}

### Attribute

Im Bereich **Attribute** werden maschinenspezifische Produktionskennzahlen für das ausgewählte Produkt angezeigt:

* **Anzahl Aufträge:** Wie oft das Produkt auf der ausgewählten Maschine produziert wurde.
* **Streubreite Leistung:** Die Variation der Produktleistung über alle Aufträge hinweg – angegeben in absoluten Einheiten.
* [**Maximale erreichte Geschwindigkeit**](/konzepte/glossar#maximum-demonstrated-speed-mds) **(MDS):** Die höchste gemessene Produktionsgeschwindigkeit für dieses Produkt auf der Maschine. [Hier](/konzepte/oee-verstehen/leistung/maximum-demonstrated-speed) erfährst du mehr zur Berechnung der MDS.
* **Leistungsreferenz:** Du kannst die MDS manuell überschreiben und eine eigene Referenzgeschwindigkeit festlegen. Diese wird dann als Benchmark verwendet, wenn das Produkt auf dieser Maschine gefertigt wird.

<figure><img src="/files/giPNeQm1qIBkwgi15G9r" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

### Statistische Einblicke zum Produkt

Sobald das Produkt mehrfach auf derselben Maschine produziert wird, berechnet ENLYZE automatisch aussagekräftige Statistiken, die dir in der Produktübersicht angezeigt werden.

#### Leistungs­verteilung

Diese Visualisierung zeigt die Performance aller in ENLYZE erfassten Fertigungsaufträge für das Produkt. Der **Golden Run** (gelb markiert) stellt den besten Produktionslauf dar und die **lila Linie** zeigt die gesetzte Leistungsreferenz. Du kannst die Ansicht nach **Produktionszeitpunkt** oder **absteigender Leistung** sortieren.

{% hint style="success" %}
Die Darstellung passt sich automatisch an, je nachdem ob die Referenz manuell gesetzt oder die MDS verwendet wird.
{% endhint %}

<figure><img src="/files/GssqAj4r4g0wqTgkO567" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

#### Materialübersicht

Nicht jeder Fertigungsauftrag läuft unter denselben Bedingungen. Faktoren wie Auftragsdauer und Ausschuss sind entscheidend dafür, ob sich ein Lauf zur Wiederholung eignet. Die **Materialübersicht** hilft dir, den Gesamtzusammenhang besser zu verstehen:

* **Losgröße:** Gesamtmenge des produzierten Materials pro Auftrag. Diese ergibt sich aus Laufzeit und Durchsatz.
* **Ausschuss:** Menge des fehlerhaften Materials pro Auftrag – dargestellt in Prozent oder absoluten Einheiten.

<figure><img src="/files/Xkf85B9L6JYsuPqN6juu" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

## Einstelldatenblatt anzeigen und verwalten

Im Bereich **Einstelldatenblatt** eines Produkts kannst du spezifische Parametergrenzen und Richtlinien für die Fertigung auf einer bestimmten Maschine erstellen, bearbeiten und einsehen.

Das Einstelldatenblatt eines Produkts basiert auf der **Vorlage, die für die jeweilige Maschine definiert wurde**. Das bedeutet: **Bevor du ein Einstelldatenblatt für ein Produkt anlegen kannst**, muss eine entsprechende Vorlage auf Maschinenebene erstellt worden sein.

{% hint style="success" %}
Wie du so eine Maschinenvorlage erstellst, erfährst du weiter unten auf dieser Seite im Abschnitt [Template konfigurieren](#template-konfigurieren).
{% endhint %}

Falls für das ausgewählte Produkt noch kein Einstelldatenblatt vorhanden ist, wirst du von ENLYZE dazu eingeladen, eines zu erstellen. Diese Anleitung zeigt dir die verschiedenen Möglichkeiten, wie du ein Einstelldatenblatt für ein Produkt anlegen kannst: [Einstelldatenblatt für ein Produkt konfigurieren](#einstelldatenblatt-fur-ein-produkt-konfigurieren)

Sobald das Einstelldatenblatt konfiguriert ist, findest du es im Bereich **Einstelldatenblatt** des Produkts. Dort kannst du:

* Alle festgelegten Grenzwerte einsehen
* Das Einstelldatenblatt drucken oder als CSV-Datei herunterladen
* Die Grenzwerte bei Bedarf anpassen

<figure><img src="/files/Cwr7B8jqEbFgako0RAAz" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

### Wofür wird das Einstelldatenblatt verwendet?

Das Einstelldatenblatt erfüllt zwei zentrale Aufgaben:

**Prozesskontrolle**\
Wenn du laufende Aufträge in ENLYZE verfolgst, kannst du über den [**Co-Pilot**](/produktionsoptimierung/co-pilot) die relevanten Grenzwerte für das aktuell produzierte Produkt anzeigen lassen.

**Qualitätssicherung**\
Zur Dokumentation der Prozessqualität kannst du ein **Auftrags- oder Chargenprotokoll** erstellen. In diesem wird dargestellt, wie die Maschinenwerte im Vergleich zu den definierten Grenzwerten abschneiden.\
Diese Protokolle kannst du im Bereich [**Analyse**](https://app.enlyze.com/analysis) der App erstellen.

## Einstelldatenblatt für ein Produkt konfigurieren

Ein **Einstelldatenblatt** definiert die Parametergrenzen und Produktionsrichtlinien, um ein Produkt auf einer bestimmten Maschine zu fertigen. Diese Anleitung zeigt dir, wie du ein solches Einstelldatenblatt für ein bestimmtes Produkt in ENLYZE erstellst.

{% hint style="info" %}
**Bevor du beginnst:** Du benötigst zunächst eine **Einstelldatenblatt-Vorlage** für die Maschine. Falls du noch keine Vorlage erstellt hast, findest du weiter unten auf dieser Seite im Abschnitt [Template konfigurieren](#template-konfigurieren) eine passende Anleitung.
{% endhint %}

### So erstellst du ein Einstelldatenblatt

Um ein Einstelldatenblatt für ein Produkt zu erstellen, öffne in der ENLYZE App den Bereich [**Produkte**](https://app.enlyze.com/products) und wähle das gewünschte Produkt aus. In den Reiter geht zu **Einstelldatenblatt** und klicke auf `Einstelldatenblatt erstellen`.

{% stepper %}
{% step %}

#### Zielwerte definieren

Die Zielwerte für jeden Parameter kannst du auf zwei Arten festlegen:

* **Manuell:** Trage die Werte direkt ein.
* **Aus einem bestehenden Auftrag:** Klicke auf `Einstellparameter aus einem Auftrag laden` und wähle einen Auftrag aus. Die Zielwerte werden dann automatisch auf Basis der Durchschnittswerte des ausgewählten Auftrags eingetragen.

<figure><img src="/files/GYT2iLqsZXyEKGcuE27g" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

{% hint style="success" %}
Wir empfehlen, den **Golden Run** als Referenz zu verwenden – also den Auftrag mit der besten OEE.
{% endhint %}

Wenn du die **Toleranz** für einen bestimmten Parameter anpassen möchtest, kannst du das über das **Drei-Punkte-Menü** <img src="/files/C3bXD8URkKWpZCYBAhXA" alt="" data-size="line">⁣rechts neben dem Parameter tun.

<figure><img src="/files/ROCZxdpgLE1p73kYUIvx" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Arbeitsanweisungen hinzufügen (optional)

Für jede Parametergruppe kannst du individuelle **Arbeitsanweisungen** eintragen, die dem Maschinenbediener während der Produktion helfen.
{% endstep %}

{% step %}

#### Vorschau und Speichern

Nutze die `Vorschau`, um dir das vollständige Einstelldatenblatt anzeigen zu lassen.

Wenn alles korrekt ist, klicke auf `Speichern`, um deine Änderungen zu sichern.
{% endstep %}
{% endstepper %}

## Produktoptimierung

Mit der Produktoptimierung kannst du deine Produkte schnell, einfach und datengetrieben optimieren.

Die Produktoptimierung ermöglicht dir:

* einzelne Produkt auf Leistungs- und Ausschussschwankungen zu untersuchen
* die idealen Einstellparameter - Best-Practice Parameter - für deine Produkte zu finden und zu definieren

Die Nutzung der Produktoptimierung erfolgt in 3 einfachen Schritten:

1. [Schritt: Einstellparameter festlegen](#1.-schritt-einstellparameter-festlegen)
2. [Schritt: Best-Practice Parameter über Referenzauftrag definieren](#2.-schritt-referenzauftrag-auswaehlen)
3. [Schritt: Best-Practice Parameter nutzen](#3.-schritt-vorgabe-und-einstellparameter-nutzen)

### Video Einführung

{% embed url="<https://www.loom.com/share/42b6bf4e964842369f85c83d28f306fd>" %}

### 1. Schritt: Einstellparameter festlegen

Die Einstellparameter sind die Parameter welche vom Maschinenführer an der Maschine eingestellt werden.

Wenn für deine Maschine noch keine Einstellparameter definiert wurden, dann siehst du folgende Fehlermeldung auf der *Produktoptimierungsseite*:

<figure><img src="/files/iPYaEWFkgBie9xMgZrK2" alt=""><figcaption><p>Fehlermeldung falls noch keine Einstellparameter definiert wurden.</p></figcaption></figure>

Mit einem Klick auf den Button *Einstellparameter definieren* kommst du dann zu den Einstellparametern. Du erreichst die Seite auch über den Reiter *Settings* in der Seitenleiste und Button *Einstellparameter* der jeweiligen Maschine.

<figure><img src="/files/ZvmBw0injgv2o6o86lQX" alt=""><figcaption><p>Einstellparameter festlegen</p></figcaption></figure>

Hier können jetzt beliebig Gruppen angelegt und benannt werden. Im Anschluss können die Gruppen mit den jeweils relevanten Einstellparametern befüllt werden.

{% hint style="info" %}
**Tipp**\
Wähle die Gruppen so, dass die Einstellparameter sinnvoll für die Maschinenführer gruppiert sind. Achte bespielsweise darauf, dass Parameter welcher an einer Stelle an der Maschine eingestellt werden sich in einer Gruppe befinden.
{% endhint %}

### 2. Schritt: Referenzauftrag auswählen

Mithilfe des Produktoptimierungs Screens kann man nun einen passenden Referenzauftrag wählen. Für diesen Auftrag werden dir dann die zuvor definierten Einstellparameter extrahiert und als Best-Practice Parameter für dieses Produkt hinterlegt.

Um einen passenden Referenzauftrag auszuwählen und Best-Practice Parameter zu definieren siehst du für jeden Auftrag:

* die Durchsatzleistung
* die Losgröße
* den Ausschuss
  * **absolut** in kg bzw. der Einheit in welcher der Ausschuss ermittelt wird
  * **relativ** in Bezug auf die Auftragsgröße

<figure><img src="/files/Dw1cQMA8IEKLXuj6tV7r" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

Die einzelnen Punkte repräsentieren dabie die einzelnen Fertigungsaufträge. Wenn du mit der Maus über einen Punkt fährst werden dir in einem Tooltip weitere Informationen über den Auftrag angezeigt.

Der Klick auf einen dieser Punkt öffnet ein Fenster welches dir erlaubt diesen Auftrag als Referenzauftrag zu setzen und hierdurch die Best-Practice Parameter für das ausgewählte Produkt zu definieren.

<div align="left"><figure><img src="/files/Gun0U0kVDruLq1E9Fh6x" alt=""><figcaption></figcaption></figure></div>

Nachdem die Best-Practice Parameter für das Produkt hinterlegt wurden. Kann es nun wiederholbar und mit den idealen Maschineneinstellungen gefertigt werden.

### 3. Schritt: Vorgabe- und Einstellparameter nutzen

Die Vorgabe- bzw. Einstellparameter können nun genutzt werden.

Hierzu kannst du:

* eine .csv Datei herunterladen und die Daten in anderen Tools verwenden
* die Vorgabe Parameter ausdrucken und in ausgedruckter Form dem Shopfloor zur Verfügung stellen
* den [Co-Piloten](/produktionsoptimierung/co-pilot) - ein digitales Tool für den Shopfloor - verwenden

### Anforderung an Aufträge um in der Produktoptimierung dargestellt zu werden

Aufträge welcher in der Produktoptimierung dargestellt werden dienen als Grundlage für die Auswahl eines Referenzauftrags welcher wiederum die Einstellparameter für dieses Produkt definiert. Daher stelllen wir einige Anforderungen an die Aufträge welche in der Produktoptimierung dargestellt werden.

Falls es Aufträge gibt, welche den Anforderungen nicht genügen, wird dir folgendes Icon angezeigt. Die Zahl gibt dabei an wieviele Aufträge für dieses Produkt die Anforderungen nicht erfüllen:

<div align="left"><figure><img src="/files/vq3qjZY5BBr5KeINVRzR" alt=""><figcaption><p>Aufträge welche den Anforderungen nicht genügen</p></figcaption></figure></div>

Um als Auftrag dargestellt zu werden gibt es die folgenden Anforderungen:

1. Der Auftrag weist einen Zeitbereich ohne Datenlücken von mindestens dem Optimierungsintervall auf. Als Standard wird das Optimierungsintervall auf 1h gesetzt.
2. Zudem darf es für diesen Zeitbereich auch keine [überlappende Buchung](/produktionsoptimierung/datenqualitaet/ueberlappende-auftraege) geben.
3. Es darf keinen negativen Ausschuss geben

{% hint style="info" %}
Hier wird in den folgenden Wochen noch eine ausführlichere Dokumentation folgen.
{% endhint %}

### Leistungsparameter wurde nicht definiert

Erst nach der Konfiguration eines Leistungsparameters kann die Produktoptimierung und der Co-Pilot konfiguriert und genutzt werden.

Falls der Leistungsparameter nicht definiert wurde, siehst du folgende Mitteilung:

<figure><img src="/files/mN8mh3JxHjMYlio3Xg9g" alt=""><figcaption><p>Fehlender Leistungsparameter</p></figcaption></figure>

Der Leistungsparameter entspricht dem Prozessparameter welcher die Leistung der Maschine definiert. Also der Durchsatz, die Liniengeschwindigkeit etc.

Bei der Produktoptimierung ist der Leistungsparameter die Optimierungsgröße und damit der Dreh und Angelpunkt des Features. Ohne den Leistungsparameter kann daher keine Konfiguration vorgenommen werden.

Klicke auf **Ansprechpartner kontaktieren** und nimm über den In-App-Chat Kontakt mit deinem ENLYZE-Ansprechpartner auf. Gemeinsam wird dann der Leistungsparameter definiert.

### Material Erfassung

ENLYZE erfasst die verbrauchten Rohmaterialien über den Durchsatz und die Laufzeit eines Aufrags. Es gibt nun zwei Möglichkeiten die Materialeffizienz und damit die **Gutmenge** bzw. den **Ausschuss** zu ermitteln.

{% hint style="info" %}
Bei Option 2 kann zwischen Laufendem - und Anfahrausschus unterschieden werden.
{% endhint %}

<details>

<summary>Option 1: Gutmenge wird erfasst und zurückgemeldet</summary>

Falls die Gutmenge erfasst wird berechnet ENLYZE automatisiert im Hintergrund die Ausschusszahlen

Hierzu wird der Rohmaterialverbrauch über die Auftragsdauer ermittelt. Im Anschluss wird dann die Gutmenge von diesem Rohmaterialvebrauch abgezogen und man erhält die Ausschussmenge.

Fehlerhafte Buchungen der Auftragslängen führen demnach zu fehlerhaften Ausschussmengen.

</details>

<details>

<summary>Option 2: Ausschuss wird erfasst und zurückgemeldet</summary>

Falls der Ausschuss erfasst wird, kann in unserem System zwischen **Anfahr**- und **Laufendem** Ausschuss unterschieden werden. Eine Unterscheidung muss hierzu allerdings schon in deinem aktuellen System vorliegen.

Die Unterscheidung in Anfahr- und Laufenden Ausschuss hilft bei späteren Root-Cause Analysen zu schnelleren und exakteren Ergebnissen zu gelangen.

Falls dies gewünscht ist, muss es während der Integration angesprochen und definiert werden.

Die zurückgemeldete Ausschussmengen (Anfahr + Laufender Ausschuss) in Kombination mit dem Rohmaterialverbrauch erlauben dann eine Berechnung der produzierten Gutmenge.

</details>


# Co-Pilot

Echtzeit-Prozesskontrolle mit dem ENLYZE Co-Pilot.

## Wofür einen Co-Pilot?

Der Co-Pilot ermöglicht es Maschinenführern, alle konfigurierten Einstelldatenblätter direkt auf dem Shop-Floor einzusehen. Bei einem Produktwechsel können die Vorgabewerte sofort an der Maschine eingerichtet und später überwacht werden.

#### **Vorteile des Co-Pilot**

* **Echtzeit-Überwachung**: Der Co-Pilot gleicht die Live-Daten der Maschine kontinuierlich mit den Vorgabewerten des Einstelldatenblatts ab und erkennt Abweichungen sofort.
* **Reduzierte Ansicht**: Nur die für den Shopfloor relevanten Informationen werden angezeigt, um die Bedienung zu vereinfachen und den Fokus auf die wesentlichen Daten zu legen.
* **Live-Modus**: Ein Livemodus steht jederzeit zur Verfügung, um aktuelle Prozessdaten direkt mit den Zielwerten zu vergleichen und rasch auf Änderungen zu reagieren.

Damit unterstützt der Co-Pilot die gezielte Steuerung der Produktionsparameter und hilft, schnell auf wechselnde Produktionsanforderungen zu reagieren.

* **Zielbereich für die Leistung** - eine Vorgabe mit welcher Geschwindigkeit bzw. Durchsatz das Produkt auf der Maschine gefertigt werden soll
* **Soll-Vorgaben für die Einstellparameter** - ein Vorgabebereich für jeden Einstellparameter um Abweichungen im Parameterraum schnell und einfach zu erkennen.

## Wie funktioniert's?

Der Co-Pilot kann über die Navigation in der Seitenleiste erreicht werden.

<div align="left"><figure><img src="/files/SaGlhDLy84WbQ1EODGf5" alt=""><figcaption><p>Co-Pilot Tab</p></figcaption></figure></div>

### Das passende Produkt finden

Zunächst musst du das passende Produkt finden. Wähle dazu zunächst die passende Maschine. Der oberste Eintrag in der in der Produktliste ist das Produkt welches gerade auf der ausgewählten Maschine gefertigt wird. Es hat den Status **In Produktion.**

<figure><img src="/files/ebPcr0GKf4ad2QWmuYM2" alt=""><figcaption><p>Der oberste Eintrag in der Produktliste ist das Produkt welches sich aktuell in Produktion befindet</p></figcaption></figure>

{% hint style="info" %}
Die Information welches Produkt sich aktuell **In Produktion** befindet erhalten wir von anderen Systemen. Hier kann es zu Verzögerungen kommen. Daher solltest du immer kurz überprüfen ob es tatsächlich das korrekte Produkt ist. Insbesondere dann wenn ein Produktwechsel in den letzen Minuten stattgefunden hat.
{% endhint %}

Durch einen Klick auf das Produkt landest du auf der Co-Pilot Seite des jeweiligen Produkts.

### Den Co-Pilot Verwenden

Der Co-Pilot hat zwei unterschiedliche Ansichten. Die **Statische Ansicht** und die **Live Ansicht**. Die statische Ansicht ist dazu gedacht sich einen Überblick über das nächst zu fertigende Produkt zu verschaffen. Die Live Ansicht hilft dir mit dem Produkt das aktuell gefertigt wird.

<div><figure><img src="/files/n5sUrY6tbcCOLr5UMQAt" alt=""><figcaption><p>Statische Ansicht</p></figcaption></figure> <figure><img src="/files/Jii2VvSl55hKdsmdkTcJ" alt=""><figcaption><p>Live Ansicht</p></figcaption></figure></div>

Es ist jederzeit möglich über den Kipschalter oben rechts vom Co-Pilot von der statischen in die live Ansicht zu wechseln.

<div><figure><img src="/files/G4VQ8EyIHFmuNqvZzpXF" alt=""><figcaption><p>Live Modus An</p></figcaption></figure> <figure><img src="/files/wKUIYI7K1t2ZWsWHVtaR" alt=""><figcaption><p>Live Modus Aus</p></figcaption></figure></div>

#### Produktionsanweisungen: Kommentare und Hinweise

Im Produktionsprozess kann es sein, das Kommentare zu verschiedenen Elementen hinzuzufügt wurden, um wertvolle Hinweise zu geben:

* **Produkt-Ebene**: Allgemeine Anweisungen oder Hinweise, die für das gesamte Produkt relevant sind.
* **Parametergruppen**: Bestimmten Gruppen von Parametern hinzu, um gezielte Anweisungen zu hinterlassen, die bei der Umstellung auf ein anderes Produkt hilfreich sein können.
* **Einzelne Parameter**: Besonders sensible Parameter mit speziellen Kommentaren. Diese Hinweise könnten zum Beispiel darauf abzielen, Parameter regelmäßig zu kontrollieren oder separat zu protokollieren.

Hierdurch sind alle Produktionsanweisungen direkt im Einstelldatenblatt hinterlegt.

### Statische Ansicht

<figure><img src="/files/n5sUrY6tbcCOLr5UMQAt" alt=""><figcaption><p>Statische Ansicht</p></figcaption></figure>

In der statischen Ansicht werden dir die Einstellparameter und Toleranzen au dem Einstelldatenblatt dargestellt. Diese Ansicht ist hilfreich um dich ideal auf eine Produktumstellung vorzubereiten. Du kannst dir hier vorab anschauen welche Einstellparameter für das kommende Produkt gewählt werden sollten und kannst dir einen groben Plan für die Umstellung zurechtlegen.<br>

<figure><img src="/files/YzgQkDGPatkEzP1TdwGQ" alt=""><figcaption><p>Statische Detailansicht des Einstelldatenblatts</p></figcaption></figure>

### Live Ansicht

Die Live Ansicht hilft dir die Vorgabewerte für das Produkt gegen den Live-Maschinenzustand abzugleichen.

<figure><img src="/files/CSfC3ANbGU3NEbIfN8sP" alt=""><figcaption><p>Live Detailansicht der Einstelldatenblatts</p></figcaption></figure>

#### Abweichende Parameter

In der Live Ansicht werden die Vorgabewerte mit den aktuellen Werten der Einstellparameter verglichen. Die aktuellen Werten sind die Werte welche für den Einstellparameter Live an der Maschine anliegen. Einstellparameter mit Abweichungen werden rot eingefärbt, als großer Linienchart angezeigt und in der Parametergruppe makiert. Dieser bildet den verlauf der letzten 30 Minuten ab und ermöglicht es so die aktuelle Abweichung besser zu verstehen.

<figure><img src="/files/E4JaPICKMvsSa26JFa2w" alt=""><figcaption><p>Abweichende Parameter Karte groß</p></figcaption></figure>

Um die übersicht zu behalten kann die Parameterkarte mit der Abweichung mit dem klick der Maus oder dem Finger auch jederzeit verkleinert werden.

<figure><img src="/files/pU13Fip2d4AG6VD1upw3" alt=""><figcaption><p>Abweichende Parameter Karte</p></figcaption></figure>

Es wird automatisch eine Beurteilung der Abweichung im Hintergrund durchgeführt und über **Farben** an dich kommuniziert:

* **rot** - es liegt eine **starke Abweichung** bei dem Einstellparameter vor. Diese Einstellparameter solltest du dir auf jeden Fall genau anschauen und evtl. anpassen.
* **grün - kleine bis keine Abweichung.** Hier ist kein Eingreifen notwendig.

{% hint style="info" %}
**Bei der Live Ansicht kann es zu Verzögerungen von bis zu 30 Sekunden kommen**

D.h. wenn du einen Wert an der Maschine anpasst, kann es bis zu 30 Sekunden dauern bis der veränderte Wert dir auch im Co-Piloten angezeigt wird.
{% endhint %}

## Darstellung bei Parametern

Es gibt je nach Einstellungen der Vorgaben im Einstelldatenblatt verschiedene Visualisierungen der Parameter

**Präzisionswert:** Es ist keine Abweichung für diesen Parameter erlaubt.

<figure><img src="/files/Q7Fxib7eZDsxTFalcKmf" alt=""><figcaption><p>Präzisionswert</p></figcaption></figure>

**Obere und Untere Toleranz:** Es gibt einen obere und untere Toleranz.

<figure><img src="/files/JOkS2HqGY9tQ9usWxDHo" alt=""><figcaption><p>Obere und untere Toleranz</p></figcaption></figure>

**Nur Untere Toleranz:** Ein bestimmer Wert darf nicht unterschritten werden.

<figure><img src="/files/msnprTdAVoEiI9SejMI1" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

**Nur Obere Toleranz:** Ein bestimmer Wert darf nicht überschritten werden.

<figure><img src="/files/MdEDNpAQYH7FczdIDdlB" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

**Konfiguration nicht vollständig:** Der Produktionsleiter hat den Parameter nicht vollständig eingerichtet.

<figure><img src="/files/cTPtBJOV1MtFNqLErLtz" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

{% hint style="info" %}
**Du siehst nicht alle relevanten Einstellparameter?**\
Dann melde dich bei deinem Produktionsleiter. Dieser kann weitere Prozessparameter zu den Einstellparametern hinzufügen.
{% endhint %}

## Einstelldatenblatt ist nicht eingerichtet

{% hint style="warning" %}
**Voraussetzungen für die Nutzung des Co-Pilots**

Bevor der Co-Pilot verwendet werden kann, müssen folgende drei Schritte durchgeführt werden:

1. **Durchsatzparameter der Maschine festlegen**\
   Der gewünschte Durchsatzparameter der Maschine muss definiert werden.
2. **Einstelldatenblatt erstellen**\
   Erstelle ein Einstelldatenblatt, das die spezifischen Parameter der Maschine enthält. Dieses Datenblatt bildet die Grundlage für die Erstellung von Produkteinstelldatenblättern.
3. **Einstelldatenblatt mit Produktvorgaben befüllen**\
   Befülle das Einstelldatenblatt mit den Vorgabewerten für das gewünschte Produkt, damit die korrekten Einstellungen während der Produktion verwendet werden können.

Erst wenn diese drei Schritte abgeschlossen sind, kann der Co-Pilot die gewünschten Funktionen bieten.
{% endhint %}

### Einstelldatenblatt ist für dieses Produkt nicht eingerichtet

Es kann vorkommen, dass für kürzlich zum Portfolio hinzugefügte Produkte noch kein Einstelldatenblatt verfügbar ist. In diesem Fall musst du Kontakt mit deinem Produktionsleiter aufnehmen und ihn um die [Einrichtung](/produktionsoptimierung/einstelldatenblatt) für diese Maschine bitten.

<figure><img src="/files/Mbu9JAT8bmTBfcyIb4YF" alt=""><figcaption><p>Hinweis: Einstelldatenblatt für das Produkt fehlt</p></figcaption></figure>


# Chargenprotokoll

Produktionsdurchläufe dokumentieren und mit Sollwerten vergleichen.

{% hint style="info" %}
Diese Seite befindet sich aktuell im Aufbau.
{% endhint %}


# Stillstände

Stillstände in der ENLYZE App analysieren und verwalten.

In ENLYZE werden Maschinenstillstände automatisch erkannt, kategorisiert und ausgewertet. Dieser Bereich hilft dir, Stillstände zu verstehen und gezielt zu reduzieren.

* [**Erkennung**](/produktionsoptimierung/stillstaende/erkennung): Wie ENLYZE Stillstände automatisch erkennt und was bei fehlenden Daten passiert.
* [**Stillstandskatalog aufbauen**](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-definieren): Den Katalog der Stillstandsgründe einrichten, vollständig aufbauen und weiterentwickeln.
* [**Stillständen Gründe zuweisen**](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-zuweisen): Erkannten Stillständen Gründe zuweisen und Stillstände aufteilen.


# Erkennung

Wie ENLYZE Stillstände automatisch erkennt und was bei fehlenden Daten passiert

ENLYZE erkennt Stillstände automatisch anhand einer Leitvariable und eines Schwellwerts. Die Konfiguration erfolgt im Rahmen der [OEE-Erfassung](/produktionsoptimierung/oee).

{% hint style="info" %}
Was Stillstände sind, wie die Erkennung konzeptionell funktioniert und welche Leitvariablen typisch sind, erfährst du unter [Stillstände (Konzepte)](/konzepte/stillstaende).
{% endhint %}

## Voraussetzungen

Bevor die Stillstandserkennung funktioniert, muss Folgendes eingerichtet sein:

* Eine **Leitvariable** mit Status **aktiv** (z. B. Geschwindigkeit, Durchsatz, Takt)
* Ein konfigurierter **Schwellwert** und eine **minimale Stillstandsdauer**

Die Konfiguration dieser Parameter wird unter [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee) beschrieben.

## Keine Daten

Es gibt zwei Ursachen für Zeiträume ohne Daten:

* Die Maschine wurde ausgeschaltet und liefert keine Daten.
* Es liegt ein **Verbindungsproblem** vor.

### Typische Ursachen von Verbindungsproblemen

Verbindungsprobleme bedeuten, dass Daten erwartet werden, aber nicht ankommen. Die häufigsten Ursachen:

* Verbindung zwischen Edge Device und Datenquelle (SPS, Sensor) wurde getrennt (z. B. Kabel entfernt)
* Stromversorgung des Edge Device wurde getrennt
* Firewall-Einstellungen wurden gegenüber dem [ursprünglichen Setup](/connect/sicherheit) verändert

{% hint style="warning" %}
Wenn die Verbindung zur Datenquelle oder die Stromversorgung getrennt wurde, sind die nicht aufgezeichneten Daten verloren. Hat das Edge Device weiterhin eine Verbindung zur Datenquelle, kann er bis zu einem Monat Daten lokal puffern. Sobald die Verbindung zur Cloud wiederhergestellt ist, werden alle gepufferten Daten nachgeliefert.
{% endhint %}

## Weiterführende Themen

* [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee): Stillstandserkennung konfigurieren.
* [Stillstandskatalog aufbauen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-definieren): Den Katalog der Stillstandsgründe einrichten.
* [Stillständen Gründe zuweisen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-zuweisen): Erkannten Stillständen Gründe zuweisen.
* [Häufige Probleme](/hilfe/haeufige-probleme): Weitere Hilfe bei Verbindungsproblemen.


# Stillstandskatalog aufbauen

Den Stillstandskatalog anlegen, vollständig aufbauen und weiterentwickeln.

Alle konfigurierten Stillstandsgründe bilden zusammen den **Stillstandskatalog**. Beim [Zuweisen von Gründen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-zuweisen) wählen Mitarbeitende immer einen Grund aus diesem Katalog aus. Ein gut aufgebauter Katalog ist deshalb die Grundlage jeder Stillstandsanalyse.

{% hint style="info" %}
Was die drei Stillstandskategorien (Geplant, Ungeplant, Keine Produktion geplant) bedeuten und warum die Zuordnung wichtig ist, erfährst du unter [Kategorien & Zuordnung (Konzepte)](/konzepte/stillstaende/kategorien-und-zuordnung).
{% endhint %}

## Warum Vollständigkeit wichtig ist

Beim Zuweisen lassen sich keine neuen Gründe anlegen. Nutzer mit der **Operator**-Rolle können den Katalog außerdem nicht bearbeiten (siehe [Rollen & Berechtigungen](/administration/nutzerverwaltung#rollen-and-berechtigungen)). Fehlt ein Grund im Katalog, bleiben also nur zwei Auswege: Der Stillstand erhält einen unpassenden Grund oder gar keinen. Beides verfälscht die Auswertung, zum Beispiel die Pareto-Analyse der häufigsten Stillstandsursachen.

Baue den Katalog deshalb so vollständig wie möglich auf. Er muss dafür nicht von Anfang an perfekt sein: Wichtiger ist, dass er die häufigsten Ursachen abdeckt und danach [kontinuierlich weiterentwickelt](#katalog-weiterentwickeln) wird.

## Voraussetzungen

Bevor du den Katalog aufbaust, muss die [Stillstandserkennung](/produktionsoptimierung/stillstaende/erkennung) für die jeweilige Maschine eingerichtet sein.

## Gründe konfigurieren

{% stepper %}
{% step %}

#### Stillstandsgründe öffnen

Navigiere zu **Einstellungen > Stillstandsgründe**.
{% endstep %}

{% step %}

#### Gründe anlegen

Füge Stillstandsgründe unter der passenden Kategorie hinzu (**Geplant**, **Ungeplant**, **Keine Produktion geplant**). Optional kannst du die Gründe in Gruppen organisieren, um die Verwaltung zu erleichtern.

<figure><img src="/files/cFDPNIrWmumMvPshdUBZ" alt=""><figcaption></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Speichern

Klicke auf **Speichern**, um deine Änderungen zu übernehmen.
{% endstep %}
{% endstepper %}

## Einen guten Katalog entwerfen

Diese Leitlinien haben sich beim Aufbau eines Stillstandskatalogs bewährt:

* **Beginne mit den häufigsten Ursachen.** Geh die Stillstände der letzten Wochen durch und sammle die Ursachen, die immer wieder auftreten. Ein Katalog, der die häufigsten Fälle abdeckt, ist besser als ein theoretisch vollständiger, der nie fertig wird.
* **Entwickle den Katalog gemeinsam mit dem Shopfloor.** Die Personen, die später Gründe zuweisen, kennen die typischen Störungen am besten. Verwende ihre Begriffe, damit der passende Grund beim Zuweisen schnell gefunden wird.
* **Wähle eine handhabbare Granularität.** Ein Grund sollte spezifisch genug sein, um daraus eine Maßnahme abzuleiten ("Folienriss" statt "Störung"), aber nicht so fein, dass die Auswahl zur Sucharbeit wird.
* **Nutze Gruppen zur Strukturierung.** Gruppen (etwa nach Anlagenbereich oder Störungsart) halten auch einen umfangreichen Katalog übersichtlich.
* **Setze Sammelgründe sparsam ein.** Ein Grund wie "Sonstiges" ist für die Analyse wertlos. Wird er häufig gewählt, fehlen im Katalog konkrete Gründe.

## Katalog weiterentwickeln

Ein Stillstandskatalog ist nie endgültig fertig: Neue Produkte, Umbauten oder bisher unbekannte Störungsbilder bringen neue Ursachen mit sich. Prüfe den Katalog deshalb regelmäßig, etwa im Rahmen der Stillstandsanalyse.

Typische Signale dafür, dass Gründe im Katalog fehlen:

* Mitarbeitende beschreiben die eigentliche Ursache im **Kommentar** eines Stillstands, weil kein passender Grund existiert.
* Sammelgründe wie "Sonstiges" werden auffällig oft gewählt.
* Viele Stillstände bleiben ohne zugewiesenen Grund.

Neue Gründe ergänzt du jederzeit unter **Einstellungen > Stillstandsgründe**. Bereits zugewiesene Gründe bleiben davon unberührt.

## Weiterführende Themen

* [Stillständen Gründe zuweisen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-zuweisen): Erkannten Stillständen Gründe aus dem Katalog zuweisen.
* [Kategorien & Zuordnung](/konzepte/stillstaende/kategorien-und-zuordnung): Hintergrund zu den drei Stillstandskategorien und zum Katalog.


# Stillständen Gründe zuweisen

Erkannten Stillständen einen Grund zuweisen.

Sobald ein Stillstand erkannt wurde, kann diesem ein Grund zugeordnet werden. Erst dadurch lassen sich Stillstandsursachen gezielt auswerten und reduzieren.

{% hint style="info" %}
Warum die Zuordnung von Gründen wichtig ist und welche Kategorien es gibt, erfährst du unter [Kategorien & Zuordnung (Konzepte)](/konzepte/stillstaende/kategorien-und-zuordnung).
{% endhint %}

## Voraussetzungen

Bevor du beginnst, stelle sicher, dass:

* die **Stillstandserkennung** für die jeweilige Maschine konfiguriert ist (siehe [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee#stillstandserkennung-konfigurieren))
* **Stillstandsgründe** definiert wurden (siehe [Stillstandskatalog aufbauen](/produktionsoptimierung/stillstaende/gruende-definieren))

## Stillstandseditor öffnen

Gründe werden in der ENLYZE App unter [app.enlyze.com](https://app.enlyze.com) zugewiesen. Du erreichst den Stillstandseditor auf zwei Wegen:

**1. Produktionsübersicht.** Der Home Screen zeigt Stillstände je Maschine für einen gewählten Zeitraum an.

<figure><img src="/files/gMXq3zUYuJe60llM0tcg" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

**2. Stillstände-Reiter.** Er bietet eine vollständige Liste aller erkannten Stillstände. Über das Dropdown-Menü oben links kannst du nach Maschine filtern.

<figure><img src="/files/VSlIEncLaVqjsG2BvNu1" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>

Klicke auf den gewünschten Stillstandseintrag, um den Editor zu öffnen.

## Grund zuweisen

Der Editor zeigt dir den gewählten Stillstand an und stellt zudem den Katalog mit allen Stillstandsgründen dar.

<figure><img src="/files/2FpW3mDrN50QUNK1BjJx" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

* Die vordefinierten Gründe sind in **Kategorien** (Geplant, Ungeplant, Keine Produktion geplant) und darunter in **Gruppen** organisiert. Wechsle die Kategorie über die Reiter oberhalb der Liste. Gründe ohne Gruppe erscheinen unter **Weitere Gründe**.
* Ein Klick auf einen Grund weist diesen direkt dem Stillstand zu.
* Über die Schaltfläche **Verbindungsproblem** kennzeichnest du einen Stillstand, der durch eine unterbrochene Datenverbindung entstanden ist.
* Optional kannst du einen Kommentar hinzufügen.
* Mit **Speichern** (unten rechts) übernimmst du die Änderungen.
* Mit **Abbrechen** (unten links) verwirfst du die Änderungen und stellst den letzten gespeicherten Stand wieder her.

<figure><img src="/files/pS7EVX6BKjzyjxaJZrva" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

### Passenden Grund über die Suche finden

Bei vielen hinterlegten Stillstandsgründen findest du den richtigen Grund am schnellsten über das Suchfeld oberhalb der Liste. Es ist beim Öffnen des Editors direkt aktiv, du kannst also sofort lostippen.

<figure><img src="/files/7cl5mhzvtFNZ4RL3c1K4" alt="Suchfeld in der Grundauswahl mit gefilterten Treffern und Trefferzahlen je Kategorie"><figcaption></figcaption></figure>

* Die Suche durchsucht die **Stillstandsgründe** und **Gruppennamen** und ist unabhängig von Groß- und Kleinschreibung.
* Die Liste wird live gefiltert. An den Kategorie-Reitern erscheint dabei jeweils die Anzahl der Treffer in der jeweiligen Kategorie.
* Enthält die aktuelle Kategorie keinen Treffer, zeigt ENLYZE einen Hinweis. Gibt es Treffer in anderen Kategorien, werden diese mit ihrer Trefferzahl aufgelistet, sodass du direkt dorthin wechseln kannst.
* Du leerst das Suchfeld über das **X** im Feld oder mit der **Esc**-Taste.

## Stillstand aufteilen

Um einen Stillstand in mehrere Abschnitte zu unterteilen:

1. Klicke auf das **Scheren-Symbol** unter der Stillstandsvisualisierung <img src="/files/0DmfL8gfVQNX8Kz9SJ0O" alt="" data-size="line">.
2. Definiere die Zeitintervalle.
3. Weise jedem Abschnitt separat einen Grund zu.

<figure><img src="/files/PDwTnO4P0bngpQc4hVBj" alt=""><figcaption></figcaption></figure>

Sobald einem Stillstand ein Grund zugewiesen ist, steht die Information in der ENLYZE Manufacturing Data Platform zur Verfügung. Sie kann von allen angeschlossenen Diensten und Anwendungen genutzt werden, z. B. für Berichte, Analysen oder Prozessoptimierungen.


# Leistung

Leistungsdaten und Maximalgeschwindigkeit konfigurieren.

Die Leistung ist eine der drei OEE-Komponenten und zeigt, wie schnell eine Maschine im Vergleich zu ihrer maximalen Geschwindigkeit produziert.

{% hint style="info" %}
Was Leistung im Produktionskontext bedeutet und wie die Maximum Demonstrated Speed (MDS) funktioniert, erfährst du unter [Leistung (Konzepte)](/konzepte/leistung).
{% endhint %}

## Leistungserfassung einrichten

Die Konfiguration der Leistungserfassung erfolgt im Rahmen der OEE-Erfassung. Dort legst du fest:

* Welche Variable als **Leistungsparameter** verwendet wird
* Die **Mengen- und Zeiteinheit** für die Berechnung
* Das **Intervall** zur Ermittlung der Maximum Demonstrated Speed (MDS)

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du unter [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee#leistungserfassung-konfigurieren).

## Leistungsreferenz anpassen

Standardmäßig verwendet ENLYZE die automatisch berechnete MDS als Referenz für die Leistungsbewertung eines Produkts. Du kannst die Referenz manuell überschreiben:

1. Navigiere zu **Produkte** und wähle das gewünschte Produkt.
2. Im Bereich **Attribute** findest du die aktuelle MDS und die Option **Leistungsreferenz**.
3. Trage den gewünschten Referenzwert ein.

Der manuell gesetzte Wert wird als Benchmark für alle Aufträge dieses Produkts auf der jeweiligen Maschine verwendet.

Mehr dazu findest du unter [Einstelldatenblatt](/produktionsoptimierung/einstelldatenblatt#produktubersicht).

## Leistung in der App

Die Leistungskennzahl wird an mehreren Stellen in der ENLYZE App angezeigt:

* **Home Screen**: Der Leistungsfaktor wird pro Maschine in der Produktionsübersicht dargestellt.
* **Auftragsdetails**: Für jeden Auftrag wird der erreichte Leistungsfaktor angezeigt.
* **Produktübersicht**: Die Leistungsverteilung über alle Aufträge eines Produkts wird als Diagramm dargestellt (siehe [Einstelldatenblatt](/produktionsoptimierung/einstelldatenblatt#statistische-einblicke-zum-produkt)).

## Weiterführende Themen

* [Leistung (Konzepte)](/konzepte/leistung): Was Leistung bedeutet und wie sie gemessen wird.
* [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee): Leistungsparameter konfigurieren.
* [Einstelldatenblatt](/produktionsoptimierung/einstelldatenblatt): Leistungsreferenz und Produktattribute verwalten.


# Qualität

Qualitätsdaten in ENLYZE erfassen und auswerten.

Die Qualität ist eine der drei OEE-Komponenten und zeigt, welcher Anteil der produzierten Menge den Qualitätsanforderungen entspricht.

{% hint style="info" %}
Was Qualität im OEE-Kontext bedeutet und wie sie berechnet wird, erfährst du unter [Qualität (Konzepte)](/konzepte/oee-verstehen/qualitat).
{% endhint %}

## Voraussetzungen

Damit ENLYZE die Qualität berechnen kann, müssen folgende Daten vorliegen:

* **Leistungserfassung** ist eingerichtet (siehe [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee))
* **Buchungsdaten** sind mit ENLYZE verbunden (siehe [IT-Connectivity](/connect/it-connectivity))
* **Gut- oder Ausschussmenge** wird pro Auftrag zurückgemeldet

## Erfassung von Gut- und Ausschussmenge

ENLYZE berechnet den Rohmaterialverbrauch aus Durchsatz und Laufzeit eines Auftrags. Je nachdem, welche Daten verfügbar sind, gibt es zwei Wege zur Qualitätsberechnung:

**Gutmenge wird zurückgemeldet**\
ENLYZE berechnet den Ausschuss als Differenz zwischen Rohmaterialverbrauch und Gutmenge.

**Ausschuss wird zurückgemeldet**\
ENLYZE unterscheidet optional zwischen Anfahrausschuss und laufendem Ausschuss, sofern diese Unterscheidung im Quellsystem vorliegt. Die Gutmenge ergibt sich aus Rohmaterialverbrauch abzüglich der Ausschussmenge.

{% hint style="info" %}
Die Art der Qualitätsdatenerfassung wird während der Integration festgelegt. Wende dich an deinen ENLYZE-Ansprechpartner, um die passende Konfiguration zu besprechen.
{% endhint %}

## Qualität in der App

Die Qualitätskennzahl wird an mehreren Stellen in der ENLYZE App angezeigt:

* **Auftragsdetails**: Für jeden Auftrag werden Gutmenge, Ausschuss und Qualitätsfaktor dargestellt.
* **Produktübersicht**: Die Materialübersicht zeigt Losgröße und Ausschuss über alle Aufträge eines Produkts (siehe [Einstelldatenblatt](/produktionsoptimierung/einstelldatenblatt#materialubersicht)).
* **Home Screen**: Die OEE-Zusammenfassung enthält den Qualitätsfaktor.

## Weiterführende Themen

* [Qualität (Konzepte)](/konzepte/oee-verstehen/qualitat): Was Qualität im OEE-Kontext bedeutet.
* [OEE-Erfassung einrichten](/produktionsoptimierung/oee): Leistungsparameter konfigurieren.
* [Einstelldatenblatt](/produktionsoptimierung/einstelldatenblatt): Produktübersicht mit Materialübersicht und Ausschussdaten.


# OEE

Verfügbarkeit und Leistung für deine Maschine konfigurieren

Um **OEE-Werte** für eine Maschine zu erfassen, muss die Berechnung in der ENLYZE App aktiviert werden. In diesem Guide wird erklärt, wie die erforderlichen Parameter zur Erfassung von **Verfügbarkeit** und **Leistung** eingerichtet werden.

{% hint style="info" %}
Was die OEE ist und wie ihre Komponenten zusammenwirken, erfährst du unter [OEE verstehen (Konzepte)](/konzepte/oee-verstehen).
{% endhint %}

Stelle sicher, dass die Variablen, die zur Leistungsdefinition oder Stillstandserkennung verwendet werden, den **Status aktiv** haben. Nur aktive Variablen können von Automationen genutzt werden.

## Stillstandserkennung konfigurieren

{% stepper %}
{% step %}

#### Stillstandskonfiguration öffnen

Öffne das [ENLYZE App](https://app.enlyze.com/) und navigiere zu `Einstellungen > Maschinenn` .

Bei der entsprechenden Maschine klicke auf `Stillstandserfassung`, danach auf `Stillstandserfassung einrichten`.

<figure><img src="/files/S8PE9qaAVzDA4dGHaWH1" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Stillstandsparameter auswählen

Klicke auf `Stillstandsparameter wählen`. Es erscheint eine durchsuchbare Liste aller **aktiven Variablen** der Maschine. Wähle eine Variable aus der Liste aus.

Nach der Auswahl wird eine Vorschau der letzten Werte angezeigt. Der **Zeitfilter** oben rechts erlaubt die Auswahl eines Zeitbereichs zur Ansicht.

Um eine andere Variable zu wählen, klicke auf das **Stiftsymbol**.

<figure><img src="/files/L6tieQdRwheKAYquQcF3" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Logik zur Erkennung konfigurieren

**Numerische Variable:**\
Definiere einen **Grenzwert**, ab dem ein Stillstand erkannt wird:

* Werte unter dem Grenzwert (`<`) = Stillstand
* Werte gleich oder größer als der Grenzwert (`≥`) = Produktion

**Boolean Variable:**\
Lege fest, ob **True** oder **False** einen Stillstand darstellen.

Gib außerdem die **minimale Stillstandsdauer** in Sekunden ein. Kürzere Downtimes werden ignoriert.
{% endstep %}
{% endstepper %}

### Leistungserfassung konfigurieren

{% hint style="warning" %}
Stelle sicher, dass Buchungsdaten mit der App verbunden sind, um die automatische Leistungserfassung zu ermöglichen. Mehr dazu [hier](/connect/it-connectivity).
{% endhint %}

{% stepper %}
{% step %}

#### Leistungsansicht öffnen

Navigiere zu `Einstellungen > Maschinenn`. Bei der gewünschten Maschine klicke auf **Leistungserfassung**.

<figure><img src="/files/YlyVWjX77qNY9GH49G8e" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Leistungsparameter auswählen

Klicke auf `Einstellparameter hinzufügen`. Eine durchsuchbare Liste mit **aktiven Variablen** wird angezeigt. Wähle eine Variable aus.

Nach der Auswahl erscheint eine Vorschau der letzten Werte. Nutze den **Zeitfilter** oben rechts, um den Zeitraum anzupassen.

Um eine andere Variable auszuwählen, klicke auf das **Papierkorbsymbol** neben dem Variablennamen.

<figure><img src="/files/oqJallVTiySBCpbjag7Z" alt="" width="563"><figcaption></figcaption></figure>
{% endstep %}

{% step %}

#### Mengen- und Zeiteinheiten festlegen

Gib die passende **Mengeneinheit** (z. B. Stück, Meter) und die **Zeiteinheit** (z. B. pro Sekunde, pro Minute) an, damit Leistung und Gesamtmenge korrekt berechnet werden.
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{% step %}

#### Intervall für maximale Nachweisgeschwindigkeit festlegen

Gib die **Intervalllänge** zur Ermittlung der Maximum Demonstrated Speed (MDS) in Sekunden an. Unsere Empfehlung ist 600 Sekunden (10 Minuten).
{% endstep %}
{% endstepper %}

{% hint style="success" %}
Die OEE-Datenerfassung ist jetzt eingerichtet. Die Maschine zeigt ab sofort Leistungskennzahlen und Stillstandserfassungen auf dem Startbildschirm der ENLYZE App an.
{% endhint %}




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