Produktanalyse
Ein Produkt, alle seine Aufträge: Konsistenz und Spezifikationstreue über die letzten Chargen bewerten.
Die Produktanalyse dreht die Frage der Auftragsanalyse um. Statt einer Auswahl einzelner Aufträge nimmst du ein Produkt und siehst, wie gleichmäßig es über seine letzten Chargen gelaufen ist.
Nützlich, um die Auswirkung einer Prozessänderung abzulesen: laufen die Aufträge danach enger am Sollwert als davor. Ebenso, wenn ein Kunde reklamiert und du wissen willst, ob die betroffene Charge aus dem Rahmen fällt.

Voraussetzungen
Eine Maschine mit gebuchten Fertigungsaufträgen
Mindestens zwei Aufträge desselben Produkts, sonst gibt es nichts zu vergleichen
Optional ein Einstelldatenblatt für das Produkt, siehe Datengrundlage unten
Ablauf
Variablen prüfen
Unter Variablen für die Analyse stehen die ausgewerteten Parameter als Chips. Die Vorauswahl kommt aus dem Einstelldatenblatt-Template der Maschine. Du kannst sie anpassen oder über Gruppe laden eine Variablengruppe einsetzen.
Datengrundlage: Statistik oder Einstelldatenblatt
Die Auswertung braucht ein Toleranzband, gegen das sie prüft. Woher es kommt, bestimmt was die Prozentzahlen bedeuten.
Variablen
Aus den Aufträgen selbst gebildet, ø ± 2σ. Die Ansicht kennzeichnet das als Statistik.
Konsistenz: liefen die Aufträge gleichmäßig
Einstelldatenblatt (SOP)
Die im SOP definierten Grenzen
Spezifikationstreue: lagen die Aufträge in der Vorgabe
Der Unterschied ist wesentlich. Mit Variablen als Grundlage können alle Aufträge 100 % erreichen und trotzdem außerhalb der Spezifikation liegen, denn das Band stammt aus ihnen selbst. Nur mit einem Einstelldatenblatt misst du gegen eine echte Vorgabe.
Kennzahlen
Über der Matrix stehen fünf Kacheln für das gewählte Produkt: Aufträge, Gesamtmenge, ø Durchsatz, ø Ausschuss und ø OEE, jede mit Trendlinie und der Veränderung gegenüber dem Vorzeitraum. Rechts oben stehen die ø Konsistenz über alle Parameter und der als Golden Run markierte Auftrag.
Konformitäts-Matrix

Zeilen sind Parameter, Spalten die einzelnen Aufträge. Jede Zelle zeigt den Anteil der Produktionszeit, in dem der Parameter im Band lag.
Grün
≥ 97 % im Band
Gelb
85 bis 97 %
Rot
unter 85 %
Über der Matrix zeigen die Zeilen Vorher und Danach das jeweils davor und danach gefertigte Produkt und wie der Übergang aussah. Steht dort nahtlos, folgte der Auftrag direkt. Andernfalls nennt die Zelle die Zahl der Stillstände dazwischen und ihre Gesamtdauer, etwa 4 Stillstände · Σ 2,4 h. Damit erkennst du Anfahrprobleme, die vom Übergang kommen.
Links neben den Auftragsspalten steht je Parameter der Durchschnitt über alle Aufträge, mit Einheit und Sollwert. Die letzte Zeile fasst die Ø Konsistenz je Auftrag zusammen.
Parameter-Detail
Unter der Matrix wählst du einen Parameter aus und siehst seinen Batch-zu-Batch-Verlauf als Boxplot je Auftrag, gegen das Band gelegt. Die Tabelle daneben zeigt je Fertigungsauftrag Mittelwert, σ und Konsistenz in Prozent.
Ein einzelner roter Boxplot bei sonst grünen Werten deutet auf ein Ereignis in genau dieser Charge. Eine über alle Aufträge breite Streuung deutet auf ein Prozessproblem.
Neben Ø Konsistenz steht die Streuung des Parameters. Die Legende unter dem Plot nennt das verwendete Band, den Mittelwert und die Bedeutung von Box und Whiskern (Box = q1 bis q3, Whisker = 95 %).
Zeitreihen-Vergleich
Unter dem Parameter-Detail vergleichst du zwei einzelne Aufträge direkt: wähle Auftrag 1 und Auftrag 2, und die vollständige Kurve des gewählten Parameters wird für beide übereinandergelegt, jeweils am Auftragsstart ausgerichtet. Erkannte Stillstände sind als schattierte Flächen markiert.

Die Legende unter dem Plot nennt je Auftrag Mittelwert und σ. Über In Auftragsanalyse öffnen rechts unten springst du mit derselben Auswahl in die Auftragsanalyse.
Häufige Fragen
Verwandte Themen
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Golden Run erklärt, wie der produktivste Auftrag bestimmt wird.
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