For the complete documentation index, see llms.txt. This page is also available as Markdown.

Produktanalyse

Ein Produkt, alle seine Aufträge: Konsistenz und Spezifikationstreue über die letzten Chargen bewerten.

Die Produktanalyse dreht die Frage der Auftragsanalyse um. Statt einer Auswahl einzelner Aufträge nimmst du ein Produkt und siehst, wie gleichmäßig es über seine letzten Chargen gelaufen ist.

Nützlich, um die Auswirkung einer Prozessänderung abzulesen: laufen die Aufträge danach enger am Sollwert als davor. Ebenso, wenn ein Kunde reklamiert und du wissen willst, ob die betroffene Charge aus dem Rahmen fällt.

Produktauswahl, Auftragsauswahl und Variablenliste, darunter Kennzahlenkacheln
Produkt wählen, Umfang festlegen, Variablen bestätigen

Voraussetzungen

  • Eine Maschine mit gebuchten Fertigungsaufträgen

  • Mindestens zwei Aufträge desselben Produkts, sonst gibt es nichts zu vergleichen

  • Optional ein Einstelldatenblatt für das Produkt, siehe Datengrundlage unten

Ablauf

1

Produkt wählen

Die Tabelle Produkt listet die auf dieser Maschine gefertigten Produkte mit Produktbeschreibung, SOP, Anzahl Aufträge und Letzter Auftrag. Die Spalte SOP zeigt, ob ein Einstelldatenblatt hinterlegt ist.

2

Umfang festlegen

Unter Auftragsauswahl wählst du Letzte 5 oder Letzte 10. Berücksichtigt werden Aufträge der letzten zwei Jahre, begrenzt auf maximal zehn, damit die Datenmenge beherrschbar bleibt.

3

Variablen prüfen

Unter Variablen für die Analyse stehen die ausgewerteten Parameter als Chips. Die Vorauswahl kommt aus dem Einstelldatenblatt-Template der Maschine. Du kannst sie anpassen oder über Gruppe laden eine Variablengruppe einsetzen.

4

Daten laden

Klicke oben rechts auf Daten laden.

Datengrundlage: Statistik oder Einstelldatenblatt

Die Auswertung braucht ein Toleranzband, gegen das sie prüft. Woher es kommt, bestimmt was die Prozentzahlen bedeuten.

Auswahl
Band
Aussage

Variablen

Aus den Aufträgen selbst gebildet, ø ± 2σ. Die Ansicht kennzeichnet das als Statistik.

Konsistenz: liefen die Aufträge gleichmäßig

Einstelldatenblatt (SOP)

Die im SOP definierten Grenzen

Spezifikationstreue: lagen die Aufträge in der Vorgabe

Der Unterschied ist wesentlich. Mit Variablen als Grundlage können alle Aufträge 100 % erreichen und trotzdem außerhalb der Spezifikation liegen, denn das Band stammt aus ihnen selbst. Nur mit einem Einstelldatenblatt misst du gegen eine echte Vorgabe.

Kennzahlen

Über der Matrix stehen fünf Kacheln für das gewählte Produkt: Aufträge, Gesamtmenge, ø Durchsatz, ø Ausschuss und ø OEE, jede mit Trendlinie und der Veränderung gegenüber dem Vorzeitraum. Rechts oben stehen die ø Konsistenz über alle Parameter und der als Golden Run markierte Auftrag.

Konformitäts-Matrix

Matrix mit Parametern als Zeilen, Aufträgen als Spalten und farbigen Prozentwerten
Parameter je Zeile, Auftrag je Spalte. Farbe zeigt, wie viel Zeit im Band lag.

Zeilen sind Parameter, Spalten die einzelnen Aufträge. Jede Zelle zeigt den Anteil der Produktionszeit, in dem der Parameter im Band lag.

Farbe
Bedeutung

Grün

≥ 97 % im Band

Gelb

85 bis 97 %

Rot

unter 85 %

Über der Matrix zeigen die Zeilen Vorher und Danach das jeweils davor und danach gefertigte Produkt und wie der Übergang aussah. Steht dort nahtlos, folgte der Auftrag direkt. Andernfalls nennt die Zelle die Zahl der Stillstände dazwischen und ihre Gesamtdauer, etwa 4 Stillstände · Σ 2,4 h. Damit erkennst du Anfahrprobleme, die vom Übergang kommen.

Links neben den Auftragsspalten steht je Parameter der Durchschnitt über alle Aufträge, mit Einheit und Sollwert. Die letzte Zeile fasst die Ø Konsistenz je Auftrag zusammen.

Parameter-Detail

Unter der Matrix wählst du einen Parameter aus und siehst seinen Batch-zu-Batch-Verlauf als Boxplot je Auftrag, gegen das Band gelegt. Die Tabelle daneben zeigt je Fertigungsauftrag Mittelwert, σ und Konsistenz in Prozent.

Ein einzelner roter Boxplot bei sonst grünen Werten deutet auf ein Ereignis in genau dieser Charge. Eine über alle Aufträge breite Streuung deutet auf ein Prozessproblem.

Neben Ø Konsistenz steht die Streuung des Parameters. Die Legende unter dem Plot nennt das verwendete Band, den Mittelwert und die Bedeutung von Box und Whiskern (Box = q1 bis q3, Whisker = 95 %).

Zeitreihen-Vergleich

Unter dem Parameter-Detail vergleichst du zwei einzelne Aufträge direkt: wähle Auftrag 1 und Auftrag 2, und die vollständige Kurve des gewählten Parameters wird für beide übereinandergelegt, jeweils am Auftragsstart ausgerichtet. Erkannte Stillstände sind als schattierte Flächen markiert.

Zeitreihen-Vergleich zweier Fertigungsaufträge mit Toleranzband und schattierten Stillständen
Zwei Aufträge übereinander, am Auftragsstart ausgerichtet

Die Legende unter dem Plot nennt je Auftrag Mittelwert und σ. Über In Auftragsanalyse öffnen rechts unten springst du mit derselben Auswahl in die Auftragsanalyse.

Alle Statistiken beziehen sich auf die tatsächliche Produktionszeit. Messwerte in erkannten Stillständen sind ausgeschlossen, genau wie in der Auftragsanalyse.

Häufige Fragen

Warum steht in der Spalte SOP ein Strich?

Für dieses Produkt ist kein Einstelldatenblatt hinterlegt. Die Analyse funktioniert trotzdem, aber nur mit der Datengrundlage Statistik. Für Spezifikationstreue legst du zuerst ein Einstelldatenblatt an.

Warum sehe ich weniger Aufträge als erwartet?

Drei Grenzen wirken zusammen: nur Aufträge der letzten zwei Jahre, maximal zehn, und nur Aufträge auf der gewählten Maschine. Dasselbe Produkt auf einer anderen Maschine erscheint dort.

Was heißt „nahtlos" beim Übergang?

Zwischen dem vorherigen und diesem Auftrag lag keine erkennbare Unterbrechung. Ein nicht nahtloser Übergang bedeutet Stillstandszeit dazwischen, was die Anfahrwerte des Auftrags beeinflussen kann.

Verwandte Themen

Zuletzt aktualisiert