Variablen-Mapping über HMI-Projektierung
Variablen aus der Projektierung eines Siemens-Bediengeräts (.fwx / .fwc) übernehmen
Die Bediengeräte (HMI) an einer Maschine zeigen genau die Werte an, die für den Betrieb relevant sind. Diese Auswahl kannst du direkt übernehmen: Aus der Projektierung eines Siemens-Bediengeräts liest der Flex Configuration Extractor alle Variablen aus, die auf den HMI-Bildern verwendet werden. Du wählst die gewünschten Anzeigeelemente aus, vergibst Anzeigename und Einheit und registrierst die Variablen in der ENLYZE Plattform.
Der Weg funktioniert für die folgenden HMIs:
WinCC flexible 2005 / 2008
MP 177, MP 277, MP 377, TP/OP 177B, TP/OP 277, Mobile Panels, WinCC flexible Runtime auf PC
.fwx
WinCC (TIA Portal) V12 bis V17
Basic Panels, Comfort Panels, WinCC Runtime Advanced auf PC
.fwc
Bediengerät erkennen
Welche Datei dein Bediengerät verwendet, erkennst du an der Bestellnummer auf dem Typschild an der Rückseite. Sie beginnt mit 6AV, bei SIPLUS-Varianten für raue Umgebungen mit 6AG1 (z. B. 6AG1 124 statt 6AV2 124).
6AV6 64…
MP 177, MP 277, MP 377, TP/OP 177B, TP/OP 277, Mobile Panel 177 / 277, Basic Panels der 1. Generation
WinCC flexible, teilweise auch TIA Portal
meist .fwx
6AV2 123
Basic Panels der 2. Generation
TIA Portal
.fwc
6AV2 124
Comfort Panels
TIA Portal
.fwc
6AV2 125
Mobile Panels der 2. Generation
TIA Portal
.fwc
6AV2 128
Unified Comfort Panels
WinCC Unified
nicht unterstützt
Einen weiteren Hinweis gibt der Startbildschirm beim Hochfahren: Geräte der WinCC-flexible-Generation zeigen den Loader, Comfort Panels das Start Center.
Projektierungsdatei beschaffen
Die Projektierungsdatei ist das übersetzte Runtime-Projekt des Bediengeräts. Du erhältst sie auf drei Wegen. Bei bestehenden Maschinen ist der Weg direkt über das Bediengerät der Standard, da das Engineering-Projekt häufig nicht vorliegt.
Auf Panels mit Windows CE (Comfort Panels, MP-, TP/OP- und Mobile Panels) liegt die Datei immer im Ordner \Flash\Simatic:
pdata.fwc(TIA Portal)pdata.fwx(WinCC flexible)
Das benötigst du
einen USB-Stick
eine USB-Tastatur, idealerweise kabellos mit USB-Dongle und integriertem Touchpad (z. B. Logitech K400). So bedienst du Windows direkt am Bediengerät, ohne auf den Touchscreen angewiesen zu sein.
Hat das Bediengerät nur einen USB-Anschluss, nutze einen USB-Hub.
So kopierst du die Datei
Stecke den USB-Dongle der Tastatur und den USB-Stick in das Bediengerät. Der USB-Anschluss befindet sich auf der Rückseite des Panels. Hierzu muss typischerweise der Schaltschrank geöffnet werden, in dem die HMI bzw. das Panel verbaut ist.
Drücke auf der Tastatur die Windows-Taste. Es erscheint die Windows-Oberfläche des Bediengeräts.
Öffne den Explorer und navigiere zu
\Flash.Markiere den gesamten Ordner
Simaticund kopiere ihn mit Strg + C.Öffne den USB-Stick (z. B.
\Storage Card USB) und füge den Ordner mit Strg + V ein.Wechsle anschließend zurück in die Runtime.
Später lädst du aus dem kopierten Ordner die Datei pdata.fwc bzw. pdata.fwx in den Flex Configuration Extractor.
Liegt dir, dem Maschinenhersteller oder der Instandhaltung das Engineering-Projekt vor, entsteht die Datei beim Übersetzen des HMI-Geräts. Dafür ist kein Zugriff auf die Maschine nötig.
TIA Portal (.fwc)
Öffne das Projekt im TIA Portal.
Klicke in der Projektnavigation mit der rechten Maustaste auf das HMI-Gerät und wähle Übersetzen > Software (komplett übersetzen).
Öffne im Dateisystem den Projektordner. Die Datei
pdata.fwcliegt in der Regel im UnterordnerIM\HMI\...\Generates. Enthält das Projekt mehrere Bediengeräte, gibt es je Gerät einen eigenen Unterordner.
WinCC flexible (.fwx)
Öffne das Projekt in WinCC flexible.
Wähle Projekt > Generator > Generieren.
Die
.fwx-Datei liegt im selben Ordner wie die Projektdatei (.hmi) und trägt den Namen des Projekts.
Läuft die Visualisierung auf einem PC oder Panel-PC (WinCC flexible Runtime, WinCC Runtime Advanced), liegt die Datei im Dateisystem des Rechners. Die Runtime muss dafür nicht beendet werden.
Öffne den WinCC Runtime Loader über das Windows-Startmenü (Siemens Automation > Runtime Systems).
Unter Settings (bzw. Einstellungen) ist der Pfad der geladenen Projektierungsdatei hinterlegt.
Kopiere die Datei von diesem Pfad auf einen USB-Stick.
Startet die Runtime über eine Verknüpfung im Autostart, findest du den Pfad auch in den Eigenschaften der Verknüpfung. Alternativ hilft die Windows-Suche nach *.fwc bzw. *.fwx.
Variablen übernehmen
Flex Configuration Extractor öffnen
Öffne in der ENLYZE Manufacturing Data Platform die Datenquelle der Steuerung und wechsle in den Tab Variablen.
S7 Classic: Klicke auf Variablen importieren und wähle WinCC-Runtime-Datei (.fwx, .fwc).
S7+ und OPC-UA: Klicke auf WinCC-Runtime-Datei (.fwx, .fwc).

Der Flex Configuration Extractor öffnet sich in einem neuen Tab. Standort, Maschine und Datenquelle sind bereits vorausgewählt. Die Oberfläche des Extractors ist auf Englisch.
Wähle die Datenquelle der Steuerung, mit der das Bediengerät kommuniziert. Ihr Konnektor muss zur Verbindung im HMI-Projekt passen: SIMATIC S7 300/400 gehört zu S7 Classic, SIMATIC S7 1200 und SIMATIC S7 1500 zu S7+, OPC UA zu OPC-UA.
Projektierungsdatei hochladen
Ziehe die .fwx- oder .fwc-Datei in das Feld Drop your WinCC runtime file here oder klicke darauf, um die Datei auszuwählen. Die Datei wird in deinem Browser ausgelesen.

Sobald die Datei eingelesen ist, zeigt der Extractor ihren Namen und die Anzahl der Bilder. Fahre mit Continue to next step: Select screens fort.

Variablen auswählen und benennen
Die ausgewählten Bilder werden so dargestellt, wie sie auf dem Bediengerät erscheinen.
Klicke auf ein Anzeigeelement, um die zugehörige Variable auszuwählen, und vergib einen Display name, eine Unit und bei Bedarf einen Comment.
Rechtsklick auf ein ausgewähltes Element hebt die Auswahl wieder auf.
Über die Suche findest du Variablen anhand ihrer Adresse oder ihres Namens. Mit Select all variables from this screen übernimmst du alle Variablen eines Bildes.

Mit Save progress speicherst du deinen Zwischenstand als Datei. Über Load progress file auf der Startseite des Extractors setzt du die Auswahl später fort.
Variablen an die ENLYZE Plattform senden
Prüfe unter Review & export deine Auswahl und klicke auf Send variables to ENLYZE platform.

Wähle den Status, mit dem die Variablen angelegt werden:
Evaluating (empfohlen): Die Variablen werden im Status Exploration aufgezeichnet. Du prüfst die Werte, bevor du sie aktivierst.
Active: Die Variablen werden sofort aufgezeichnet und stehen allen Diensten zur Verfügung.
Bestätige mit Send variables. Die Zusammenfassung zeigt, wie viele Variablen neu angelegt, aktualisiert oder bereits aktuell waren.
Nächste Schritte
Kontextualisierung: Variablen im Status Exploration prüfen und aktivieren.
Variablen & Zeitreihen: Was die Variablenstatus bedeuten.
Bei Fragen melde dich jederzeit gerne unter support@enlyze.com.
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